
Die Impertinenz Jakobs
Eine relecture der Jakob-Esau-Erzählungen vor einer text- und metapherntheoretischen Hermeneutik Paul Ricoeurs
Martina Weingärtner(Author)
Vandenhoeck & Ruprecht (Publisher)
1st Edition
Published on 6. December 2021
346 pages
978-3-647-56058-8 (ISBN)
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Description
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Die Rezeption Paul Ric?urs erfolgt in den alttestamentlichen Bibelwissenschaften bis heute eklektisch. Martina Weingärtner setzt hierzu einen Kontrapunkt und erarbeitet die Anwendung seiner Hermeneutik im Dialog mit alttestamentlicher Exegese. Die Syntheseleistung besteht darin, die Reflexionen Ric?urs zu bündeln und in eine Methodik des Textverstehens zu übersetzen, die das Proprium biblischer Texte wahrnimmt. Die Analyse (Erklären) der Episode des Linsengerichts (Gen 25,29-34) bildet den Ausgangspunkt der Studie. In einer konstruktiven Erweiterung historisch-kritischer Methodik zielt die Interpretation (Verstehen) darauf, diese Erzählung als bedeutungsvolle Geschichte und deren existentielle Funktion wahrzunehmen. So kann die Autorin neue Erkenntnisse gegenüber bisherigen Exegesen präsentieren, die von einer Esau-Konzentration und dessen negativer Einschätzung absehen. Die 'Verkaufsepisode' als Schulderzählung zu lesen, eröffnet eine vertieft theologische Deutung eines diesbezüglich eher stiefmütterlich behandelten Textes.
Dr. Martina Weingärtner ist Forschungsstipendiatin (Bourse Anna Caroppo) am Collège de France, Paris.
Dr. Martina Weingärtner ist Forschungsstipendiatin (Bourse Anna Caroppo) am Collège de France, Paris.
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Series
Edition
1. Auflage
Language
German
Place of publication
Göttingen
Germany
File size
2,12 MB
ISBN-13
978-3-647-56058-8 (9783647560588)
Schweitzer Classification
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Martina Weingärtner
Die Impertinenz Jakobs
Eine relecture der Jakob-Esau-Erzählungen vor einer text- und metapherntheoretischen Hermeneutik Paul Ricoeurs
Book
12/2021
1st Edition
Vandenhoeck & Ruprecht
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Dr. Martina Weingärtner ist Forschungsstipendiatin (Bourse Anna Caroppo) am Collège de France, Paris.
Content
- Cover
- Titel
- Impressum
- Inhalt
- Abkürzungen
- Vorwort
- 1 Einleitung
- 2 Hinführung: Zum Textverständnis Paul Ricours
- 2.1 Einordnung textzentrierter Auslegungsmethoden
- 2.2 Texte als intermediäre Deutungsangebote
- 2.3 Der fixierte - theologische - Text
- Fazit
- I Vom Erklären .
- 3 Ricours Auseinandersetzung mit der strukturalen Analyse
- 3.1 Distanzierung
- Exkurs: Sprechakttheorie in der alttestamentlichen Wissenschaft
- 3.2 Strukturalismus und Hermeneutik
- 3.3 Strukturalismus und Exegese
- Fazit
- 4 Die Heuristik des Analyseinstrumentariums
- 4.1 Leitende Prinzipien einer strukturalen Analyse
- 4.2 Die Arbeitsvorgänge
- Fazit
- 4.3 Gattung oder Diskurs
- 4.3.1 Die Polyphonie der Biblischen Offenbarung
- 4.3.2 Form als existentieller Diskurs
- Fazit
- 5 Die Abgrenzung des Textes
- 5.1 Elohistische oder Jahwistische Theologie als Schlüssel der Jakoberzählung
- 5.2 Komposition oder Narration als Schlüssel der Interpretation
- 5.2.1 Die völkergeschichtliche Komposition
- Exkurs: Fiktion als erweiterte Wirklichkeit
- 5.2.2 Das abenteuerliche Gründungsepos
- Fazit
- 5.3 Die Priesterschrift als Korrektiv
- 5.3.1 Jakob - der rehabilitierte trickster
- 5.3.2 Jakob als exemplarischer Exulant
- 5.3.3 Jakob - die fast vergessenen Sagen
- Fazit
- 6 Textanalyse
- 6.1 Analyse der Linsenepisode (Gen 25,29-34)
- 6.1.1 Analyse der Satzebene - Inventarisierung der Codes
- 6.1.2 Analyse der Werkebene - Koordination und Korrelation
- 6.2 Innerbiblische Schriftauslegung
- Exkurs: Der Ausschluss von Gen 27 als Vergleichserzählung
- 6.2.1 Das Warum der Bezüge
- 6.2.2 Das Wie der Bezüge
- 6.3 Analyse der Liebesäpfelepisode (Gen 30,14-18)
- 6.3.1 Inventarisierung
- 6.3.2 Koordination
- 6.4 Der Vergleich zwischen Linsen und Liebesäpfeln
- Fazit: Gen25 als präskriptiver Diskurs
- 7 Semantische Analyse
- 7.1 Die semantische Dimension des Erstgeburtsrechts
- 7.2 Die semantische Dimension des Verkaufs
- 7.3 Die semantische Dimension des Schwurs
- Fazit
- II . zum Verstehen
- 8 Die metaphorische Lesart
- 8.1 Metaphernforschung in alttestamentlicher Wissenschaft
- 8.1.1 Die spannungsvolle Interaktion
- 8.1.2 Die heuristische Funktion
- 8.1.3 Die Narration als metaphorische Aussage
- Fazit
- 8.2 Ricours Konzeption der metaphorischen Aussage
- 8.2.1 Die Polysemie als Voraussetzung der Interaktion
- 8.2.2 Die heuristische Funktion als Neubeschreibung der Wirklichkeit
- 8.2.3 Die metaphorische Narration als Ereignis und Existenzerhellung
- Zwischen Struktur und Ereignis
- Zwischen Existenz und Extravaganz
- Fazit: Die Impertinenz von Gen25,29-34
- 8.3 Die zweite Übersetzung
- 9 Die schwierige Vergebung - Ein Ringen um Anerkennung
- 9.1 Gen25,29-34 als Schulderzählung
- 9.2 Das Grunddilemma der Schuld
- 9.3 Formen institutioneller Schuld
- 9.3.1 Ihre Form
- 9.3.2 Ihre Spuren im Text
- Die politische Strategie (Gen32,4-9.10-13*
- 33,12-17*)
- Die ökonomische Strategie (Gen32,14b-22*
- 33,8-11)
- 9.4 Die Ökonomie der Gabe
- 9.4.1 Die moralische Schuld
- 9.4.2 Die reconnaissance
- Das Bekenntnis
- Die glückliche Erinnerung
- 9.4.3 Ihre Spuren im Text (Gen32,23-32*
- 33,1-5*)
- Fazit: Mimik und Gestik der Versöhnung
- 10 Ein literargeschichtlicher Rückblick .
- . und phänomenologischer Ausblick
- Literaturverzeichnis
- Hilfsmittel
- Sekundärliteratur
- Bibelstellenregister
- Sachregister
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