
Sprachevolution
Description
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Ein grundlegendes Erkenntnisinteresse der Sprachwissenschaft bestand schon immer darin, den evolutionären Ursprung der menschlichen Sprache zu erforschen. Dieses Studienbuch bietet eine Einführung in dieses neu auflebende Forschungsfeld, indem es die vielfältigen Forschungsansätze einordnet, gegenüberstellt sowie kritisch abwägt. Hierbei wird besonderer Wert auf die Darstellung der wachsenden Zusammenarbeit zwischen der Linguistik und der Verhaltens- sowie Neurobiologie gelegt.
Das Buch bietet eine Orientierung, indem es die zahlreichen Ansätze zwei grundlegenden Positionen zuordnet. Zum einen formulieren Forscher die Hypothese, die Sprachfähigkeit stelle einen Unterscheid qualitativer Art dar. Zum anderen wird betont, die menschliche Sprachfähigkeit zeichne sich gerade dadurch aus, dass sie in ihrer Komplexität in sehr kleinen graduellen Schritten entstanden sei und es daher keinen abrupten Bruch zu anderen Spezies gebe. Das Studienbuch diskutiert die sprachtheoretischen Grundlagen beider Positionen, zeigt Möglichkeiten der experimentellen Überprüfung auf und gibt kommentierte Bibliografien an die Hand. Obwohl sich das Thema der Sprachevolution großer Beliebtheit erfreut, fehlt bislang eine deutschsprachige Einführung.
Reviews / Votes
"Ein grundlegendes Lehrbuch, das konzise und interdisziplinär in das Forschungsfeld des evolutionären Ursprungs der Sprache einführt."
Dr. Torsten Mergen, Universität Saarbrücken
"[D]iese theoretischen Kapitel sind tatsächlich pädagogische Glanzleistungen in ihren klaren Erklärungen, kritischen Evaluationen und fruchtbaren Vergleichen. Trotzke schafft es auf kleinstem Raum, drei fundamental verschiedene Ansätze nicht nur zur Sprachevolution, sondern zur Sprachauffassung allgemein gewinnbringend zu vergleichen[.]
[D]iese Einführung ist ein außerordentlich weitsichtiger, wichtiger Beitrag zum Studium nicht nur der Sprachevolution, sondern der Linguistik allgemein. [...] Unsere Studenten werden in der Zukunft viele neue Datenpunkte sammeln; diese Einführung jedoch wird ihnen helfen, diese Datenpunkte methodologisch, ideologisch und geistesgeschichtlich einzuordnen. Und wann schafft eine Einführung schon so etwas?"
Eva Wittenberg, Ph.D., University of California, San Diego, CA, U.S.A.
"Dank des interdisziplinären Zugriffs eine hochaktuelle Einführung, die auch in einem gut nachvollziehbaren Stil verfasst ist."
Prof. Dr. Peter Heering, Europa-Universität Flensburg
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Content
- Intro
- Vorwort
- Inhalt
- Teil 1: Sprachevolution: Eine interdisziplinäre Annäherung
- 1. Sprachevolution: Reine Spekulation?
- 1.1 Wo und wann?
- 1.2 Kommentierte Literaturhinweise
- 2. Die komparative Methode: Was unterscheidet uns vom Tier?
- 2.1 Die anthropologische Differenz
- 2.2 Können Tiere sprechen?
- 2.3 Eine linguistische Perspektive: Ziel und Aufbau dieser Einführung
- 2.4 Kommentierte Literaturhinweise
- Teil 2: Der große Sprung: Sprache als qualitativer Unterschied
- 3. Sprachevolution und generative Linguistik
- 3.1 Grundannahmen der 'Biolinguistik'
- 3.2 Die Schwächung der biolinguistischen Perspektive
- 3.3 Wegbereiter der biolinguistischen Perspektive auf Sprachevolution
- 3.4 Rekursive Syntax & FLN?
- 3.5 Kommentierte Literaturhinweise
- 4. Sprachevolution und Experiment in biolinguistischer Perspektive
- 4.1 Artificial Grammar Learning: Die komparative Methode
- 4.2 Die neurobiologischen Grundlagen der Fähigkeit zur rekursiven Syntax
- 4.3 Kommentierte Literaturhinweise
- Teil 3: Schritt für Schritt: Sprache als quantitativer Unterschied
- 5. Sprachevolution und alternative Grammatikmodelle
- 5.1 Sprachtheoretische Implikationen: Die Parallelarchitektur
- 5.2 Evolutionstheoretische Implikationen: Sprache als Ergebnis von Adaptation
- 5.3 Kommentierte Literaturhinweise
- 6. Rekursion als allgemeine kognitive Strategie
- 6.1 Rekursion in visueller Kognition
- 6.2 Rekursion in musikalischer Kognition
- 6.3 Rekursion in kognitiven Grundlagen komplexer Handlungen
- 6.4 Begründet die Sprachfähigkeit einen qualitativen oder quantitativen Unterschied?
- 6.5 Kommentierte Literaturhinweise
- Teil 4: Sprachevolution und die menschliche Kommunikationsfähigkeit
- 7. Die Evolution der Kommunikationsfähigkeit
- 7.1 Sprachevolution und kulturelle Evolution
- 7.2 Kollektive Intentionalität als Grundlage von Sprache
- 7.3 Sprachevolution und Sprachwandel
- 7.4 Kommentierte Literaturhinweise
- 8. Sprachevolution ohne UG?
- 8.1 Sprachfähigkeit ohne rekursive Syntax?
- 8.2 Gebrauchsbasierte Rekursion und Konnektionismus
- 8.3 Die minimale UG und die Grenzen konnektionistischer Modelle
- 8.4 Kommentierte Literaturhinweise
- Teil 5: Schluss: Sprachevolution und der qualitative Unterschied
- 9. Rekursive Kognition und der qualitative Unterschied
- 9.1 Rekursives Gedankenlesen
- 9.2 Rekursive Syntax als Gedankensprache
- 9.3 Kommentierte Literaturhinweise
- 10. Sprache und die Komplexität der menschlichen Kognition
- 10.1 Sprache als Form menschlicher 'Qualia'
- 10.2 Sprache als kognitive Voraussetzung menschlicher Kreativität
- 10.3 Schlusswort
- 10.4 Kommentierte Literaturhinweise
- Literaturverzeichnis
- Index
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