
Concrete Rose
Description
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Emotional, relevant, wahrhaftig: die phänomenale Vorgeschichte zum Weltbestseller »The Hate U Give« von der Nr.-1-New-York-Times-Bestsellerautorin. Der 17-jährige Maverick weiß aus bitterer Erfahrung: Man ist verantwortlich für die eigene Familie. Als Sohn eines Vaters, der im Knast sitzt, dealt er für die King Lords, damit er und seine Mutter über die Runden kommen. Das Leben ist zwar nicht perfekt, aber seine Freundin und sein Cousin Dre machen es erträglich. Doch als Mav erfährt, dass er Vater geworden ist, steht seine Welt Kopf.
Sein Sohn Seven ist vollständig auf ihn angewiesen. Schnell begreift Mav, dass er nicht alles unter einen Hut bekommt: den Schulabschluss zu machen, sich um Seven zu kümmern und zu dealen. Der Ausweg: auszusteigen aus dem Gangleben. Doch die King Lords lassen keinen der ihren einfach so ziehen. Und als ein wichtiger Mensch in Mavericks Leben ermordet wird, steht er vor einer Zerreißprobe zwischen Verantwortung, Loyalität und Rache ...
»The Hate U Give«, »On The Come Up« und »Concrete Rose« können unabhängig voneinander gelesen werden.
Reviews / Votes
»Gegen das Gift des Männer-Machotums.«»Die Bestsellerautorin [.] schreibt Jugendbücher, die sehr klar den Rassismus in den USA analysieren - und gleichzeitig so warmherzig sind wie die Autorin selbst.«
»Mit Concrete Rose ist Angie Thomas nicht nur ein weiteres gutes Buch gelungen, sondern erneut ein wichtiges.«
»Ein sehr, sehr tolles Buch und auch ein wichtiges Buch.«
»Angie Thomas' Romane sind mehr als Jugendbücher. Sie geben denjenigen eine Stimme, die allzu schnell aufgegeben werden.«
»Beschreibt eindringlich, wie wichtig menschlicher Rückhalt ist.«
»Fesselnde Lektüre!«
»Mit jedem Buch wird die Liebe zu dieser Autorin größer und alle Bücher haben einen festen, wichtigen Platz in der Jugendliteratur.«
»Angie Thomas schreibt eine Ich-Erzählung mit Sogwirkung.«
»Schonungslos und absolut realistisch [.]. Diesem Buch kann ich nur viele Leser*innen wünschen.«
»Ich weiß jetzt schon, dass ich die Bücher von Angie Thomas mal meinen Kindern oder meinen Nichten und Neffen [.] in die Hand drücken werde.«
»Ich bin schon jetzt wieder absolut begeistert wie es Angie Thomas gelingt, Charaktere, aber auch eine Atmosphäre zu erschaffen, die so authentisch und echt [wirken].«
»Insgesamt ein wirklich gutes Buch, das ich sehr empfehlen kann.«
»Angie Thomas hat einen umwerfenden, brillanten und herzzerreißenden Roman geschrieben, der als Klassiker in die Geschichte eingehen wird.«
»Ein überzeugendes Plädoyer für Menschlichkeit, Toleranz und Gerechtigkeit.«
»Ein Kompaktkurs der rassistischen Strukturen des Lebens im Amerika unserer Zeit.«
»Ein überragendes Debüt!«
»Nicht nur ein Sozialthriller, sondern auch ein aktuelles Bild des schwarzen Amerika.«
»Nichts anderes als ein Wurf und längst ein moderner Coming-of-Age-Klassiker.«
»Mit Herz geschrieben, ohne Kitsch. Gespickt mit Fragen. Mit gegenläufigen Charakteren. (.) Thomas' Debüt fasziniert durch Inhalt und Ausdruckskraft. Ein großer Wurf!«
»Ich hab es wirklich verschlungen und dabei fast alle Emotionen durchgemacht. Von totaler Fassungslosigkeit bis extremer Rührung.«
»Der Überraschungserfolg dieses Jahres.«
»Ein wahrer Schatz.«
»Lässt die Genrebezeichnung 'Literatur für junge Erwachsene' aus allen Nähten platzen.«
»Ein spannender und hochaktueller Roman, der mit viel Empathie auf Wahrheitssuche geht.«
»Realistisch und eindringlich erzählt. Das lässt einen lange nicht mehr los.«
»Wer glaubt, Angie Thomas hätte mit ihrem Debüt The Hate U Give alles gesagt, sollte On the Come Up lesen.«
»Das macht einem auch ein bisschen Mut für die eigenen Träume!«
»Verdeutlicht die drastische Alltäglichkeit von Rassismus in einer Welt, die nicht weiß, wie weiß sie ist.«
»Die Autorin [liefert eine leidenschaftliche Hommage an Hip-Hop, Rap und Jugendkultur. Und sie versteht es, Hoffnung zu geben.«
»Thomas schreibt nuanciert mit großer Bissigkeit über Bris Überlebenskampf in einem von Rassismus geprägten Land«
»Bildstark, emotional und mitreißend schreibt Thomas in einem Ton, der so hart und zornig ist wie ein Rap-Song.«
»Die Autorin trifft mit einer lässigen, Slang durchsetzten Sprache genau den Ton der rebellierenden Jugend in den Staaten und ihre Leser ins Herz.«
»In diesem Buch ist Musik drin.«
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KAPITEL 1
Auf der Straße gibt es Regeln.
Die sind nirgends aufgeschrieben und man findet sie auch in keinem Buch. Das sind ganz selbstverständliche Dinge, die man weiß, sobald die eigene Momma einen aus dem Haus lässt. Ungefähr so, wie man ja auch weiß, wie man atmet, ohne dass es einem jemand sagt.
Wenn es dazu ein Buch gäbe, stünde da ein ganzes Kapitel über Streetball drin. Und die wichtigste Regel würde ganz oben in fetten Großbuchstaben stehen:
LASS DICH NICHT VOR EINEM FINE GIRL FERTIGMACHEN, VOR ALLEM NICHT, WENN ES DEIN GIRL IST.
Aber genau das tu ich. Lass mich vor Lisa fertigmachen.
»Ist okay, Maverick«, ruft sie von einem Picknicktisch. »Du schaffst das!«
Ganz ehrlich? Ich schaffe gar nichts. King und ich haben null Punkte, Dre und Shawn elf. Noch einer und sie haben gewonnen. So breitschultrig, wie King ist, möchte man meinen, er könnte den schlaksigen Shawn blocken. Aber der zieht an ihm vorbei, als wäre er gar nicht da. Er postet ihn auf, wirft Jumpers vor seiner Nase und all so was. Die Homies an der Seitenlinie flippen aus, während King wie ein Idiot dasteht.
Ich kann King nicht böse sein. Nicht bei dem, was heute los ist. Ich bin auch nicht gerade bei der Sache.
Es ist einer von diesen perfekten Augusttagen, an denen die Sonne richtig hell scheint und es trotzdem nicht zu heiß ist, um Streetball zu spielen. Der Rose Park ist voller King Lords in unseren Farben, Grau und Schwarz - wirkt so, als wären alle Homies gekommen, um ein Spiel dazwischenzuschieben. Nicht dass King Lords eine Ausrede bräuchten, um in den Rose zu kommen. Das ist unser Territorium. Wir machen hier Geschäfte, chillen und lassen uns auf dem Court fertigmachen.
Ich überlasse Dre den Ball.
Er grinst extra breit. »C'mon, Mav. Willst du dich vor deinem Girl so schlagen lassen? Lisa hätte an deiner Stelle spielen sollen.«
»Ooooh«, kommt es von den Seitenlinien. Dre hat mir noch nie etwas durchgehen lassen, nur weil ich sein jüngerer Cousin bin. Er haut mir Körbe rein, seit ich groß genug bin, um einen Ball zu halten.
»Mach dir lieber Sorgen darüber, dass du vor deinen Girls fertiggemacht wirst«, sage ich. »Keisha und Andreanna werden nach der Sache hier nicht mehr mit dir angeben wollen.«
Noch mehr »Oooohs«. Dres Verlobte Keisha sitzt mit Lisa an dem Picknicktisch und lacht. Sie hält Dres Tochter Andreanna auf dem Schoß.
»Hör sich einer den Trash-Talk von Li'l Homie an«, sagt Shawn und grinst mit seinen Gold Grills.
»Wir sollten ihn Martin Luther King nennen, weil er einen Traum hat, wenn er denkt, er könnte gewinnen«, sagt Dre.
»I have a dream«, versucht Shawn wie MLK zu klingen, »that one day, you may step on this court and get a goddamn point!«
Die Homies lachen. Aber ehrlich gesagt könnte Shawns Scherz noch viel lahmer sein, und sie würden trotzdem lachen. So läuft das, wenn du Crown der King Lords oder Cäsar von Rom bist. Dann tun die Leute, was man von ihnen erwartet, um es sich mit dir nicht zu verderben.
Einer von den Jungs schreit: »Lasst euch von denen nicht fertigmachen, Li'l Don und Li'l Zeke!«
Es spielt keine Rolle, dass mein Pops schon seit neun Jahren im Knast sitzt und Kings Pops fast genauso lange tot ist. Sie gelten immer noch als Big Don, früher The Crown, und seine rechte Hand Big Zeke. Das macht aus mir Li'l Don und aus King Li'l Zeke. Anscheinend sind wir noch nicht alt genug, um unter unseren eigenen Namen zu laufen.
Dre lässt den Ball aufspringen. »Was hast du zu bieten, Cuz?«
Er spielt nach rechts. Ich folge ihm und pralle direkt gegen Shawns Brust. Sie machen einen Pick-and-Roll. Dre hängt mich ab, und King verfolgt ihn, sodass Shawn ungedeckt ist. Shawn springt Richtung Korb. Dre wirft den Ball hoch und -
Goddamn! Shawn versenkt den Ball vor King.
»What!«, schreit Shawn, während er noch am Korb hängt. Dann springt er runter und tauscht mit Dre den Handschlag, den die beiden schon seit ihrer Kindheit draufhaben.
»Die sollten sich nicht mit uns anlegen!«, sagt Shawn.
»Hell nah!«, sagt Dre.
Das darf ich mir jetzt bis in alle Ewigkeit anhören. Noch in dreißig Jahren wird Dre mir damit kommen: »Erinnerst du dich noch, wie ihr gegen mich und Shawn keinen einzigen Punkt gemacht habt?«
King drischt den Ball gegen den Beton. »Shit!«
Er nimmt es sich echt zu Herzen, wenn er verliert.
»Hey, chill«, sage ich. »Beim nächsten Mal werden wir sie -«
»Die haben euch so richtig fertiggemacht!«, lacht P-Nut, einer der Homies. Er ist so ein kleiner Kerl mit dichtem Bart und bekannt für seine große Klappe. Deshalb hat er all die Narben im Gesicht und am Hals.
»Wir hätten schon längst aufhören sollen, dich Li'l Don zu nennen. Du bist ja eine Schande für die OGs, wenn du so spielst.«
Die anderen Homies an der Seitenlinie lachen.
Ich beiße die Zähne zusammen. Solche Sticheleien sollte ich gewohnt sein. Eine Menge Idioten aus der Gegend sagen, dass ich nicht so tough wie mein Pops bin, nicht so street und in nichts so gut wie er.
Dabei haben die keinen Schimmer davon, was ich insgeheim mache. »Ich bin meinem Pops ähnlicher, als du denkst«, erkläre ich P-Nut.
»Darauf wär ich jetzt nicht gekommen. Aber beim nächsten Mal sollte sich der Big Boy da beim Spielen genauso reinhängen wie beim Essen.«
King kommt auf P-Nut zu. »Oder ich könnte dich stattdessen fertigmachen.«
P-Nut macht einen Schritt auf ihn zu. »Was willst du, Penner?«
»Whoa, whoa, whoa!«, sage ich und zerre King zurück. Er wird richtig schnell handgreiflich. »Chill!«
»Yeah, beruhigt euch«, sagt Shawn. »Ist nur Streetball.«
»Hast recht, hast recht. My bad, Shawn«, sagt P-Nut mit erhobenen Händen. »Ich kann ein bisschen tempramentös sein.«
Tempra-was? Ich schwöre, dass P-Nut sich Wörter ausdenkt, um smart zu klingen.
Wenn ich mir Kings geblähte Nasenflügel ansehe, hab ich das Gefühl, ihm geht es um mehr als nur Streetball. Er schüttelt mich ab und marschiert durch den Park davon. Shawn, Dre und alle anderen sehen mich an.
»Er hat 'ne Menge um die Ohren, das ist alles«, murmle ich.
»Yeah«, stimmt Dre zu und meint dann mit gesenkter Stimme zu Shawn: »Du erinnerst dich doch an die Sache mit ihm, Mav und diesem Mädchen, von der ich dir erzählt habe, oder? Das wird heute geklärt.«
»Keine Ausreden, Dre. Er explodiert jedes Mal«, sagt Shawn. »Entweder kriegt er seine Wut in den Griff oder er kriegt was ab.«
Mit anderen Worten, eine Abreibung verpasst. So halten die Big Homies uns Li'l Homies auf Linie. Dazu muss man wissen, dass es bei den King Lords verschiedene Ebenen gibt. Da sind die Youngins, Bad-Ass-Jungs aus der Middle School, die schwören, dass sie als Nächste dran sind. Die machen, was immer wir anderen ihnen sagen, dass sie machen sollen. Dann sind da Li'l Homies wie ich, King und unsere Boys Rico und Junie. Wir kümmern uns um die Aufnahmen in die Gang, ums Anwerben und verkaufen Gras. Die Nächsten sind die Big Homies wie Dre und Shawn. Die verkaufen härteren Stoff, sorgen dafür, dass wir anderen kriegen, was wir brauchen, gehen Bündnisse ein und verpassen jedem eine Abreibung, der aus der Reihe tanzt. Wenn wir Beef mit den Garden Disciples, der Gang von der East Side, haben, kümmern sie sich normalerweise darum. Schließlich gibt es noch die OGs, Original Gangsters. Erwachsene Kerle, die schon lange dabei sind. Die beraten Shawn. Das Problem ist, dass hier auf der Straße nicht mehr viele OGs übrig sind. Die meisten wurden eingebuchtet, wie mein Pops, oder sind tot.
Eine Abreibung von den Big Homies ist kein Witz. Ich kann King nicht so ins Messer laufen lassen.
»Ich rede mit ihm«, sage ich zu Shawn.
»Besser wär's«, sagt er und dreht sich dann zu den anderen. »Wer will sich als Nächstes auf diesem Court fertigmachen lassen? Ich setz einen G drauf!«
King ist schon fast aus dem Park draußen. Ich muss sprinten, um ihn einzuholen. »Dawg, du kannst doch nicht so auf die Leute losgehen. Oder willst du uns Ärger einhandeln?«
»Ich lass mich von keinem dissen, Mav«, knurrt King. »Und mir ist scheißegal, ob das ein Big Homie ist.«
Ich werfe einen Blick zurück zu den Basketballplätzen. Wir sind weit genug weg, sodass Shawn und die anderen mich nicht hören. »Wir müssen cool bleiben, schon vergessen?«
Seit sechs Monaten dealen King und ich hinter den Rücken der Big Homies. Wie schon gesagt können Li'l Homies nur Gras verticken, aber damit macht man längst nicht so viel Kohle wie mit dem anderen Zeug. Und noch dazu müssen wir das meiste an Shawn und die anderen abgeben, weil die uns mit Stoff versorgen. Eines Tages beschloss King, nebenher sein eigenes Ding zu drehen und sich seinen eigenen Zulieferer zu suchen. Ziemlich bald holte er mich an Bord. Seither sind unsere Taschen prall gefüllt.
Sollten Shawn und die anderen das je rauskriegen, sitzen wir tief in der Scheiße. Das ist fast so schlimm, als würden wir ihnen ihr Revier streitig machen. Aber hey, meine Momma hat zwei Jobs. Da sollte sie mir nicht noch Sneakers und Klamotten kaufen müssen, wenn sie schon genug damit zu tun hat, dass wir ein Dach über dem Kopf behalten. Ganz ehrlich.
»Lass P-Nut oder sonst irgendwen doch sagen, was zum Teufel sie wollen«, meine ich zu King. »Wir machen unser Ding und nur darauf müssen wir uns konzentrieren....
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