
Strom für die Republik
Die Stasi und das Kernkraftwerk Greifswald
Sebastian Stude(Author)
Vandenhoeck & Ruprecht (Publisher)
2nd Edition
Published on 11. November 2019
267 pages
978-3-647-37088-0 (ISBN)
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Mit seiner Fertigstellung sollte das Kernkraftwerk Greifswald fast ein Viertel des ostdeutschen Stroms produzieren. Ende der 1960er-Jahre begonnen, ist der nukleare Komplex aber niemals fertiggestellt worden, sodass die Staatssicherheit hier zweierlei zu überwachen hatte: ein Kernkraftwerk und eine Großbaustelle. Mit zuletzt 24 hauptamtlichen und mehr als 200 inoffiziellen Mitarbeitern versuchte die Stasi den größten Nuklearbetrieb der DDR mit mehreren Tausend Arbeitern und Angestellten und immenser politischer und wirtschaftlicher Bedeutung unter Kontrolle zu halten. In ihrer politischen Aufgabenstellung, der militärischen Struktur und der geheimpolizeilichen Arbeit war die Objektdienststelle der Staatssicherheit im Kernkraftwerk ein Spiegelbild der SED-Geheimpolizei insgesamt. Ihre Tätigkeit auf wirtschaftlichem Gebiet blieb auffällig blass, ihre politischen Erfolge zweifelhaft. In Einzelfällen erfolgreich im Sinne ihres Auftrags war die Stasi bei der Überwachung und Verfolgung von missliebigen Arbeitern, Angestellten und Ausreiseantragstellern. Dafür legte sie politische Maßstäbe an, die den wirtschaftlichen Interessen des Kernkraftwerkes zuwiderlaufen konnten. Als zweifelhafte Leistung kann die Staatssicherheit für sich in Anspruch nehmen, an der Vertuschung des nuklearen Risikos gegenüber der DDR-Bevölkerung beteiligt gewesen zu sein.
Sebastian Stude ist Historiker. Er war Mitarbeiter der Abteilung Bildung und Forschung des BStU und ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße in Potsdam.
Sebastian Stude ist Historiker. Er war Mitarbeiter der Abteilung Bildung und Forschung des BStU und ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße in Potsdam.
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Series
Edition
2. Auflage
Language
German
Place of publication
Göttingen
Germany
Illustrations
mit 51 teilw. farbigen Abbildungen und 10 Tabellen
File size
40,90 MB
ISBN-13
978-3-647-37088-0 (9783647370880)
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11/2019
2nd Edition
Vandenhoeck & Ruprecht
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Sebastian Stude ist Historiker. Er war Mitarbeiter der Abteilung Bildung und Forschung des BStU und ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße in Potsdam.
Content
- Cover
- Title page
- Copyright
- Table of contents
- Body
- 1. Einleitung
- 2. Kernenergiewirtschaft in der DDR
- 2.1 Sozialismus und Kernenergie als Utopien
- 2.2 Das nukleare Risiko als Geheimsache
- 2.3 Kernenergie - wirtschaftlicher Test und Konjunktur- programm
- 2.4 Sicherer, sauberer und billiger Strom
- 2.5 Abhängigkeit und Autarkie
- 2.6 Gründerzeit und Abkühlung der »Atomeuphorie«
- 2.7 Stagnation, Frustration und Krise
- 3. Die Stasi und die Kernenergiewirtschaft
- Eigenes Referat für die Kernenergiewirtschaft
- 3.1 Von der Stasi-Operativgruppe »KKW Nord« zur Stasi- Objektdienststelle »Bruno Leuschner«
- 3.2 Tätigkeitsfelder der Dienststelle
- 3.3 Zuordnung, Struktur und Ausstattung
- 3.4 Die Stasi-Offiziere
- Der Leiter
- 3.5 Die Informanten
- Die inoffiziellen Mitarbeiter
- Das Leitungspersonal als Informanten
- Inoffizielle Mitarbeiter zum Führen von Informanten
- Die Sicherheitsbeauftragten als Offiziere im besonderen Einsatz
- 3.6 Informationen und Berichte als Arbeitsalltag
- 3.7 Operative Personenkontrollen und Operative Vorgänge
- 3.8 Sicherheitsüberprüfungen und Sicherungsvorgang
- 3.9 Zur Wahrnehmung der Geheimpolizei im Kraftwerk
- 4. Das Kernkraftwerk Greifswald
- Standort am Greifswalder Bodden
- 4.1 Funktionsweise und Leistung
- Brennstoff für den ostdeutschen Staat
- 4.2 Die Sicherheitsphilosophie
- 4.3 Die Schutzgebietserklärung
- Exkurs: Ein Stasi-Ferienlager im Strahlenschutzgebiet
- 4.4 Bau und Inbetriebnahme - Erfolge und Rückschläge
- Großbrand im Maschinenhaus
- 4.5 Verwerfungen in den 1970er-Jahren
- Narren außer Kontrolle
- 4.6 Herausforderungen in den 1980er-Jahren
- Der Operative Vorgang »Chlorid«
- Einsicht in das nukleare Risiko
- 4.7 Tschernobyl als Zäsur und Katalysator
- Der Super-GAU in der Sowjetunion
- 4.8 Protest gegen Kernkraftwerke
- 4.9 Zunehmende Bauzeiten und Kostenexplosion
- 4.10 Die Krise als Untersuchungsgegenstand der Stasi
- 4.11 Instandsetzung oder Stilllegung
- 4.12 Der Westen im Visier der Stasi
- Der Weg von »Kurt Klotsche« in den Westen
- 5. Die Friedliche Revolution 1989/90
- 5.1 Ausreise und Flucht als Ausdruck und Ursache der Krise
- Der Fall Haferburg
- 5.2 Unzufriedenheit: Die Kollektiveingabe der A-Schicht
- Die bloßgestellte Stasi
- 5.3 Polemik an der Berufsschule: »Der Sozialismus siegt«
- 5.4 Friedensgottesdienste und Protestbewegung .
- 5.5 Die »Wende in der Wende« und das Ende der Staatssicherheit
- 5.6 Das Kraftwerk - Ort der Revolution? Die Kernkraftwerker - Revolutionäre?
- 5.7 Umbau, Aktenvernichtung und Auflösung der Stasi .
- 6. Das Ende
- 7. Schlussbetrachtung
- Danksagung
- Anhang
- Zeittafel
- Abkürzungen
- Literaturverzeichnis
- Quellenverzeichnis zu den Abbildungen
- Decknamenverzeichnis
- Personenverzeichnis
- Angaben zum Autor
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