
Will das Kind sein Wohl?
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Das deutsche Kindschaftsrecht ist maßgeblich durch den Begriff des Kindeswohls geprägt. Doch bis heute ist nicht klar, was dieser Begriff eigentlich bedeuten soll. Auch ist sein Verhältnis zum Willen des Kindes bisher weitgehend ungeklärt. Klar ist nur, dass es sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff handelt. Die Interpretation dessen, was Kindeswohl ausmachen soll, ist von rechtlichen wie gesellschaftlichen Entwicklungen, aber auch durch den Dialog von Recht und anderen Wissenschaftsdisziplinen wie der Psychologie geprägt. Jan-Robert Schmidt spürt der Entwicklung des Kindeswohlbegriffs seit der Nachkriegszeit nach und zeigt auf, welchen Wandlungen er über die Jahrzehnte unterworfen war. Gleichzeitig setzt er sich umfassend mit den Problemen auf rechtstheoretischer Ebene bei der Nutzung eines solchen Rechtsbegriffs auseinander.
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Content
- Cover
- Titel
- Danksagung
- Inhaltsverzeichnis
- § 1 Einleitung
- A. Zeitraum und Umfang der Untersuchung
- B. Einordnung der Arbeit vor dem Hintergrund des Forschungsstands
- C. Fragestellungen und Zielsetzung im Detail
- I. Kindeswohl
- II. Kindeswille
- D. Quellen
- I. Gesetze
- II. Rechtsprechung
- III. Fachliteratur
- IV. Zusätzliche empirische Daten
- E. Gang der Darstellung
- § 2 Sorge- und Verkehrsrechtsentscheidungen vor 1946 - eine kurze Einführung
- A. Das BGB von 1900
- I. Die Sorgerechtszuteilung nach geschiedener Ehe
- II. Das Verkehrsrecht
- B. Das Ehegesetz von 1938
- § 3 Kindeswohl: 1946-1980 - statisches Recht in Zeiten des gesellschaftlichen Aufbruchs
- A. Gesetzliche Ausgangslage nach 1946
- I. Das Grundgesetz von 1949
- 1) Die Beratungen des Parlamentarischen Rats zu Art. 6 II GG
- 2) Rezeption in der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts
- II. Das Ehegesetz von 1946
- 1) Entstehung
- 2) Inhalt bezüglich Sorge- und Verkehrsrechtsentscheidungen
- a) Sorgerecht
- b) Verkehrsrecht
- c) Fazit
- B. Kindeswohl - Schematismus oder Individualentscheidung?
- I. Einleitung
- II. Versuche einer Definition
- III. Kindeswohlaspekte bei Sorge- und Verkehrsrechtsentscheidungen von 1946-1980
- 1) Statische Kindeswohlkriterien
- a) Elterneinigung bei Sorgerechtsentscheidungen
- b) Scheidungsschuld bei Sorgerechtsentscheidungen
- aa) Scheidungsschuld und Kindeswohl
- bb) Die Relevanz der Scheidungsschuld für die Sorgerechtsentscheidung
- cc) Die Abschaffung der Scheidungsschuld mit dem EheRG von 1976
- dd) Fazit
- c) Das Verkehrsrecht des nichtsorgeberechtigten Elternteils
- aa) Die gesetzliche Regelung ab 1946
- bb) Verkehrsrecht und Kindeswohl
- cc) Die Debatte über die Sinnhaftigkeit des Besuchsrechts
- d) Fazit
- 2) Flexible Kindeswohlkriterien
- a) Elterneignung
- b) Kontinuität
- c) Erfahrungssätze und Rollenbilder
- aa) Geschwisterbindung
- bb) Muttervorrang
- (1) Familienbild im Wandel
- (2) Der Muttervorrang als Entscheidungskriterium
- d) Bindungen des Kindes
- e) Erziehungsziele
- f) Kindeswille
- aa) Einleitung
- bb) Die Entwicklung der Relevanz des Kindeswillens in Rechtsprechung und Literatur von 1946-1980
- (1) Die Entwicklung ab 1946 bei Sorgerechtsentscheidungen nach Scheidungen
- (2) Die Entwicklung ab 1946 bei Besuchsregelungen
- (2a) Das Nucleusurteil
- (2b) Die Entwicklung nach 1946
- (3) Fazit
- cc) Was ist Kindeswille und wie kann er bestimmt werden?
- (1) Einleitung
- (2) Kindeswille als Akt der Selbstbestimmung
- (2a) Die Anhörung des Kindes
- (2b) Altersgrenzen
- (2c) Fazit
- (3) Die Rolle der Psychologie
- (3a) Exkurs: Die Auseinandersetzung der Psychologie mit Scheidungskindern im Rahmen von Studien
- (3b) Die unterschiedlichen Positionen im Fachdiskurs
- (3c) Die Rolle der Psychologie in der Rechtsprechung
- (3d) Fazit
- dd) Der Kindeswille im Verhältnis zum Kindeswohl
- IV. Fazit
- § 4 Das Gesetz zur Neuregelung des Rechts der elterlichen Sorge 1979 - Ein Neuanfang für das Kindeswohl?
- A. Entstehungsgeschichte des Gesetzes zur Neuregelung des Rechts der elterlichen Sorge 1979
- I. Ablauf des Gesetzgebungsverfahrens
- 1) Notwendigkeit einer Gesetzesänderung
- 2) Die Rolle von Kindeswohl und Kindeswille bei Sorge- und Besuchsrechtsentscheidungen bei der Schaffung des Gesetzes zur Neuregelung der elterlichen Sorge
- a) Die Entwicklung des § 1671 BGB im Zuge der Gesetzgebungsreform
- aa) Die Rolle des Elternvorschlags
- (1) Kommissionvorschläge
- (2) Regierungsentwurf
- (3) Entwurf des Rechtsausschusses
- bb) Die Rolle des Kindeswillens
- (1) Vorschläge der Eherechtskommission
- (2) Regierungsentwurf
- (3) Entwurf des Rechtsausschusses
- b) Die Entwicklung des § 1634 BGB im Zuge der Gesetzgebungsreform
- aa) Vorschläge der Eherechtskommission
- bb) Regierungsentwurf
- cc) Entwurf des Rechtsausschusses
- c) Die Anhörung des Kindes
- aa) Vorschläge der Eherechtskommission
- bb) Regierungsentwurf
- cc) Entwurf des Rechtsausschusses
- II. Fazit
- B. Rezeption des Gesetzes in der Literatur
- I. Rezeption während dem Gesetzgebungsprozess
- II. Rezeption nach Inkrafttreten
- § 5 Sorgerechtsentscheidungen von 1980-2016: Kindeswohl und die trügerische Freiheit der Individualentscheidung
- A. Einleitung
- B. Der Elternvorschlag als statisches Kindeswohlkriterium
- C. Die Entscheidung nach flexiblen Kindeswohlkriterien
- I. Kontinuität als Beispiel für die neuen Schwierigkeiten im Umgang mit dem Kindeswohl
- II. Äußere Kriterien
- III. Erziehungsziele und Erfahrungssätze
- 1) Erziehungsziele
- 2) Muttervorrang
- IV. Innere Kriterien
- 1) Bindungen des Kindes
- a) Die Vertreter der Bindungstheorie
- b) Die familientherapeutische Systemtheorie
- c) Auswirkungen auf den Rechtsdiskurs
- d) Fazit
- 2) Der Kindeswille
- 3) Zwischenfazit
- V. Fazit
- D. Die Schwierigkeiten im Umgang mit dem Kindeswohl am Beispiel des gemeinsamen Sorgerechts
- I. Zusammenfassung der Entwicklung bis 1982
- 1) Der Beginn
- 2) Das Gesetz zur Neuregelung des Rechts der elterlichen Sorge und die nachfolgende Debatte
- 3) Die Entwicklungen bis zur Entscheidung des BVerfG im Spiegel gesellschaftlicher Veränderungen
- 4) Fazit
- II. Die Diskussion über das gemeinsame Sorgerecht von 1982-1998 und das Kindeswohl
- 1) Einleitender Vorgriff
- 2) Die Reaktionen auf das Urteil des BVerfG 1982
- 3) Gerichtsentscheidungen
- a) Die Relevanz der gemeinsamen Sorge
- b) Die Argumentation der Gerichte im Hinblick auf das Kindeswohl
- 4) Psychologie
- a) Die gemeinsame Sorge als weiteres "Schlachtfeld" des Bindungsstreits
- b) Studien
- c) Reaktionen aus der Rechtswissenschaft auf die Debatte in der Psychologie
- 5) Fazit
- III. Gemeinsames Sorgerecht - nun doch?
- 1) Gesellschaftliche Entwicklung
- 2) Entwicklungen auf rechtlicher Ebene
- a) Internationale Abkommen
- b) Das Nichtehelichenrecht
- c) DDR-Recht und Wiedervereinigung
- d) Fazit
- IV. Der Gesetzgebungsprozess
- V. Fazit
- E. Die Folgen der Einführung des gemeinsamen Sorgerechts für das Kindeswohl ab 1998
- I. Übersicht der geltenden Gesetzeslage ab 1998
- II. Rezeption der Neuregelung im Hinblick auf das Kindeswohl
- III. Die Relevanz des Kindeswohls bei Sorgerechtsentscheidungen nach der Gesetzesänderung
- 1) Doppelte Kindeswohlprüfung und Antragsprinzip
- a) Stufe 1: Prüfung, ob die Abschaffung der gemeinsamen Sorge dem Kindeswohl am besten entspricht
- aa) Kooperation der Eltern
- bb) Andere Faktoren, die gegen ein gemeinsames Sorgerecht sprachen
- b) Stufe 2: Kindeswohlprüfung
- aa) Das Antragsprinzip
- bb) Der Einfluss des Antragssystems auf die Kindeswohlprüfung
- cc) Fazit
- 2) Die Teilübertragung des Sorgerechts
- 3) Die Einigung der Eltern
- 4) Fazit
- IV. Veränderungen hinsichtlich Inhalt und Interpretation von "Kindeswohl"
- 1) Die äußeren Kindeswohlkriterien
- 2) Die inneren Kindeswohlkriterien
- a) Die Bindungen des Kindes
- b) Der Kindeswille
- 3) Fazit
- V. Fazit
- § 6 Das Umgangsrecht von 1980-2016: Kindeswohl gegen Kindeswillen
- A. Die Entwicklung der Rechtsprechung nach der Gesetzesänderung von 1980-1998
- I. Das Verhältnis von Sorgeberechtigtem und Umgangsberechtigtem
- II. Ausschluss des Umgangsrechts
- 1) Erforderlichkeit
- 2) Entscheidungen zum Ausschluss des Umgangsrechts
- 3) Sonderfall: Sexueller Missbrauch
- 4) Sonderfall: Kindeswille
- III. Fazit
- B. Die Reform durch das Kindschaftsrechtsreformgesetz vom 01. Juli 1998 - Kinderrechte im Aufwind?
- C. Kindeswohl und Kindeswille im Umgangsrecht von 1998-2016: Großen Worten folgen keine großen Taten
- I. Das Recht des Kindes auf Umgang
- 1) Einleitung
- 2) Die Rezeption in Rechtsprechung und Literatur
- 3) Fazit
- II. Ausschluss oder Einschränkung des Umgangs aus Kindeswohlgesichtspunkten
- 1) Gründe für eine Beschränkung/einen Ausschluss des Umgangsrechts abseits des Kindeswillens
- 2) Der Kindeswille als Ausschlussgrund
- a) Parental Alienation Syndrome
- III. Kindeswohl = beide Eltern
- 1) Die gesellschaftliche Situation
- 2) Das Wechselmodell
- a) Das Wechsel- als Trendmodell
- b) Fazit
- § 7 Die Verfahrensrechte des Kindes von 1980-2016
- A. Die Anhörung des Kindes
- I. Die Rechtsentwicklung ab 1980
- II. Die Anhörung als Recht des Kindes
- 1) Ausnahmen von der Kindesanhörung
- 2) Anhörung im Beschwerdeverfahren
- 3) Anhörung des Kindes im unstreitigen Verfahren seit der Einführung des FamFG im Jahr 2009
- 4) Die Relevanz des Alters des Kindes
- 5) Die neue Rolle des Richters bei der Anhörung des Kindes
- a) Die Art der Anhörung
- b) Die Fortbildung der Richter
- III. Fazit
- B. Die Einführung des Modells des Verfahrenspflegers als "Anwalt des Kindes"
- I. Die Idee vom "Anwalt des Kindes" vor 1998
- II. Der Verfahrenspfleger von 1998-2009
- 1) Fälle der Bestellung eines Verfahrenspflegers
- 2) Aufgaben des Verfahrenspflegers (Kindeswille oder Kindeswohl)
- a) Wille und/oder Wohl des Kindes?
- b) Der Bezug zur Pädagogik
- 3) Die Profession des Verfahrenspflegers
- III. Vom Verfahrenspfleger zur Verfahrensbeistandschaft
- 1) Gesetzesänderung
- 2) Rezeption der Neufassung
- IV. Fazit
- § 8 Gutachter in familiengerichtlichen Verfahren: Entwicklung und Studienauswertung
- A. Einleitung
- B. Die Rolle von Gutachtern im familiengerichtlichen Verfahren
- I. Die Rechtsentwicklung
- II. Das Verhältnis von Richter und Gutachter
- III. Die Qualität von Sachverständigengutachten
- IV. Fazit
- C. Auswertung der Richterumfrage
- I. Ziel der Umfrage
- II. Ablauf der Umfrage und Beteiligte
- III. Ergebnisse
- IV. Auswertung der Ergebnisse unter Einbeziehung anderer Studien
- 1) Einschränkungen und Anmerkungen
- 2) Auswertung
- a) Häufigkeit von Gutachten
- b) Die Auswahlmöglichkeiten an Gutachtern
- c) Qualität von Gutachten
- d) Die Bedeutung des Gutachtens im Verfahren
- e) Unterschiede nach Dienstalter
- V. Fazit
- § 9 Fazit
- A. Kindeswohl als Rechtsbegriff
- I. Statische Kindeswohlkriterien
- II. Flexible Kindeswohlkriterien
- B. Kindeswille
- C. Die Rolle der Psychologie in kindschaftsrechtlichen Verfahren
- I. Der Einfluss der Psychologie auf den Rechtsdiskurs zum Kindschaftsrecht
- II. Sachverständigengutachten
- D. Neun Thesen
- E. Epilog
- Quellenverzeichnis
- A. Entscheidungsverzeichnis
- B. Internetquellen
- C. Literaturverzeichnis
- Register
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