
Integrationsmanagement
Description
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Gegenstand dieses Buches ist das Management heterogener betrieblicher Applikationslandschaften. Hierbei beschränkt sich der Text nicht auf die Integrationsaspekte, die unter dem Stichwort Enterprise Application Integration (EAI) diskutiert werden, sondern er geht darüber hinaus auf Fragen der Planung, Bewertung und Steuerung von Applikationslandschaften ein. Es werden unterschiedliche Methoden und Techniken für die verschiedenen Aspekte der Applikationsintegration behandelt.
Zugleich werden die Ergebnisse des Kompetenzzentrums "Application Integration Management" zusammengefasst, in dem vom Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität St. Gallen gemeinsam mit fünf bedeutenden europäischen Unternehmen (Credit Suisse, Informatikzentrum der deutschen Sparkassen, Swisscom IT Services, Swiss Re, Winterthur Versicherungen) in den Jahren 2002 bis 2004 Konzepte, Methoden und Techniken für die Applikationsintegration in großen Dienstleistungsunternehmen erarbeitet wurden. Besonderes Gewicht wird dabei auf die praktische Umsetzbarkeit der Ergebnisse gelegt. So werden Beiträge von Forschenden des Instituts für Wirtschaftsinformatik durch Beiträge von Praktikern aus den beteiligten Unternehmen ergänzt.
Reviews / Votes
Aus den Rezensionen:
". Der Lichtblick für den praxisorientierten Leser ist der fünfte Artikel über die Zugriffskontrolle in heterogenen Applikationslandschaften. Theoretisch gut fundiert und . leicht genießbar beschreiben, diskutieren und bewerten die Autoren vielfältige Konzepte. Ebenso ist der sechste Beitrag - eine empirische Studie bei Banken und Versicherungen, Status quo und Projekte - sehr interessant. . Der achte Artikel . ist wiederum sehr ansprechend und enthält nützliche praktische Tipps. .. Insgesamt gesehen ist das Werk eher für den Wissenschaftler geeignet . Auch der Wirtschaftsinformatiker im Betrieb kann sicherlich davon profitieren ." (Prof. Dr. Knut Hildebrand, in: HMD - Praxis der Wirtschaftsinformatik, 2007, Issue 257, S. 121)
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Content
Measured Integration – Metriken für die Integrationsarchitektur (S. 267-268)
Claus Hagen
Credit Suisse Financial Services
Alexander Schwinn
Universität St. Gallen
1 Einleitung
Effektives Architekturmanagement erfordert die Steuerung und Kontrolle der Architekturumsetzung. Es ist notwendig, Messverfahren, Metriken und Kennzahlen zu entwickeln, um Handlungsbedarf aufzeigen, Fortschritte dokumentieren, um Fehlentwicklungen frühzeitig erkennen zu können und daraus Massnahmen abzuleiten. Die Notwendigkeit von Messungen ist im Wesentlichen auf folgende Gründe zurückzuführen:
• Architekturmanagement zielt auf die Verbesserung der Strukturen von IT-Systemen. Ohne eine verlässliche Ermittlung des Ist-Zustandes können die richtigen Massnahmen zur Verbesserung kaum ermittelt werden. Metriken können in diesem Sinne wichtige Anhaltspunkte für diejenigen Bereiche liefern, in denen das grösste Verbesserungspotential besteht.
• Ob eingeleitete Architekturmassnahmen zielführend sind, lässt sich nur durch kontinuierliche Messung ihres Effektes ermitteln. Metriken sind deshalb ein notwendiges Hilfsmittel, um Fehlentwicklungen zu vermeiden und die Effektivität der eingesetzten Mittel sicherzustellen.
• Die IT-Architektur steht in jeder IT-Organisation unter stetem Rechtfertigungsdruck. Der Ansicht, Architektur verursache nur Kosten, nütze aber wenig, kann begegnet werden, wenn durch geeignete Metriken Fortschritte belegt werden können.
Der vorliegende Beitrag diskutiert Führungsinstrumente, die zur Steuerung der Architekturentwicklung und -umsetzung im Bereich Integration eingesetzt werden können. Als Beispiel wurde die konkrete Situation des Schweizer Finanzdienstleisters Credit Suisse (CS) gewählt. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Problematik der Definition und Erhebung von Metriken im Integrationsbereich.
Dieser Artikel versteht sich nicht als Vorstellung eines generischen und abschliessenden Konzeptes. Die Problematik ist so komplex und situationsabhängig, dass mit schnellen und allgemeingültigen Lösungen nicht zu rechnen ist. Der Artikel will aber mögliche Lösungsansätze aufzeigen, erkannte Schwierigkeiten bei der Umsetzung beschreiben, und zumindest an Einzelbeispielen konkrete Umsetzungen zeigen. Zunächst werden unterschiedliche IT-Führungsinstrumente vorgestellt, die in Wissenschaft und Praxis häufig anzutreffen sind. Es wird untersucht, inwieweit diese Führungsinstrumente zur Messung der Qualität der Integrationsarchitektur geeignet sind. Anschliessend wird die Integrationsarchitektur der Credit Suisse kurz dargestellt und auf deren strategische Ziele eingegangen. Die Umsetzung dieser strategischen Ziele soll mit geeigneten Führungsinstrumenten unterstützt werden. Mögliche Kennzahlen zur Bewertung der Integrationsarchitektur werden in der Folge diskutiert. Dabei wird insbesondere auf die Problematik der Messbarkeit und Interpretation der Messergebnisse eingegangen. Schliesslich werden anhand eines konkreten Anwendungsgebiets – der Servicearchitektur der Credit Suisse – beispielhaft Kennzahlen und Messergebnisse vorgestellt.
2 IT-Führungsinstrumente
Bevor konkrete Führungsinstrumente im IT-Bereich vorgestellt werden, werden zunächst die Begriffe Kennzahl und Kennzahlensystem eingeführt, die jeweils zu den in der Praxis verwendeten Führungsinstrumenten gehören. Reichmann (1997) definiert Kennzahlen als Zahlen, die quantitativ erfassbare Sachverhalte in konzentrierter Form erfassen. Ein Kennzahlensystem ist eine geordnete Gesamtheit von einzelnen Kennzahlen, die in einer Beziehung zueinander stehen und so als Gesamtheit über einen Sachverhalt vollständig informieren. Kennzahlen dienen zur Verdichtung grosser Datenmengen zu wenigen, aussagekräftigen Kenngrössen (vgl. Jäger-Goy 2001, S. 127). Sie sind Hilfsmittel für die Planung, Steuerung und Kontrolle. Zentrale Eigenschaften einer Kennzahl sind (vgl. Jäger-Goy 2001, S. 127):
• Informationscharakter: Kennzahlen sollen eine Beurteilung wichtiger Sachverhalte ermöglichen.
• Quantifizierbarkeit: Die Sachverhalte müssen auf einer metrischen Skala gemessen werden können.
Der Einsatz von Kennzahlen verlangt, dass Messdaten auch wirklich vorhanden sind und systematisch erfasst werden können. Nur so können Sachverhalte genau quantifiziert werden.
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