
Outdoor-Training
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Content
2 - Vorwort der Herausgeber [Seite 10]
3 - Geleitwort [Seite 14]
4 - Methoden und Hintergründe [Seite 18]
4.1 - Outdoor-Training - Regenwürmer oder Spanferkel? [Seite 20]
4.2 - Outdoor-Training im Kontext der Entwicklungen in der betrieblichen Weiterbildung [Seite 59]
4.3 - Natur und Outdoor-Training - Wie viel Natur ist im Training? [Seite 75]
4.4 - Qualitätskriterien von Outdoor-Trainings unter die Lupe genommen [Seite 90]
4.5 - Design und Dramaturgie von Outdoor-Trainings [Seite 105]
4.6 - Transfer 1: Wer hat den Affen auf der Schulter sitzen? - Die Verantwortung für den Transfer [Seite 117]
4.7 - Transfer 2: Was kann und was muss im Training für den Transfer erfolgen? [Seite 128]
4.8 - Schlüsselstellen - Schlüsselsituationen: Marksteine auf dem Weg zur Veränderung [Seite 141]
4.9 - Outdoor Goes Intercultural - Möglichkeiten und Grenzen von Outdoor-Training im interkulturellen Kontext [Seite 150]
4.10 - Sicherheit bei Seminaren mit erlebnisorientierten Lernmethoden [Seite 160]
4.11 - So präsentieren sich Anbieter von Outdoor-Trainings - eine Lesehilfe [Seite 171]
5 - Berichte aus der Praxis [Seite 180]
5.1 - Die Brücke aus der Komfortzone - Führungskräfte-Entwicklung einmal anders [Seite 182]
5.2 - Teamentwicklung einer Change-Management- Steuerungsgruppe [Seite 191]
5.3 - Turmbauprojekt - das Unternehmensplanspiel für die "Deutsche Flugsicherung" [Seite 203]
5.4 - Outdoor-Trainings bei der Deutschen Bahn AG - Aspekte bei der Einführung innovativer Projekte in großen Systemen [Seite 215]
5.5 - C4 - Company Country and City Challenge [Seite 225]
5.6 - "Opel - der Unterschied!" [Seite 231]
5.7 - Fremde Welten als Trainingsraum [Seite 237]
5.8 - Ropes-Courses oder: Was kann man in sechs Metern Höhe lernen? [Seite 248]
5.9 - Die überschätzte Wirkung von Hochseilgärten im Management-Training1 [Seite 258]
6 - Die Anbieter [Seite 270]
6.1 - Anbieter von Outdoor-Trainings - Profile und Positionen [Seite 272]
6.2 - Ausbildung zum Outdoor-Trainer - subjektive Zugänge zu objektiven Daten [Seite 300]
7 - Glossar [Seite 317]
8 - Autoren und Herausgeber [Seite 319]
Outdoor Goes Intercultural , Moglichkeiten und Grenzen von Outdoor-Training im interkulturellen Kontext (S.149)
Von Mayke Wagner
Eine Szene aus einem interkulturellen Training, die sowohl die Begegnung unterschiedlicher Kulturen als auch eine sehr kulturspezifische Intervention des Trainers zeigt: Eine Gruppe junger Fuhrungskrafte steht wild gestikulierend vorm Spinnennetz“ - eine bunte Mischung aus Frankreich, Portugal, Danemark, Indien und Deutschland. Ihre gemeinsame Sprache ist Englisch. Vorschlage und Ideen werden hin und her geworfen und diskutiert. Die Beitrage des Inders ubertonen die anderen: No, no, no, no, no, no, no! I have a better idea . . .“, und zum wiederholten Mal: No, no, no, no, no, no, no! Let’s do it this way . . .“. Angesichts dieser manifesten Auserungen ziehen sich einige der Teilnehmer zuruck und behalten ihre Losungsvorschlage fur sich. Der Trainer greift ein und bittet jeden Teilnehmer, sich drei Steine zu suchen. Fur jeden Diskussionsbeitrag wird ein Stein fallen gelassen. Die Steine des Inders sind in kurzester Zeit verbraucht.
In meinem Beitrag mochte ich die Moglichkeiten und Grenzen von Outdoor- Training in interkulturellen Trainingskontexten aufzeigen und anhand von Beispielen aus meiner eigenen Trainings- und Beratungspraxis Fragen in den Raum stellen, die es bei diesem spezifischen Einsatz von Outdoor- Training zu bedenken gilt.
Outdoor-Training in interkulturellen Kontexten
Angesichts globaler Markte gewinnt interkulturelle Kompetenz als Schlusselqualifikation mehr und mehr an Bedeutung fur heutige Unternehmen. Interkulturelle Fortbildungsmasnahmen sind fester Bestandteil der internen Personalentwicklungsangebote. Fur Trainings- und Beratungsprozesse mit internationalem Fokus bietet Outdoor-Training groses Potenzial. Outdoor- Training steht dabei fur eine prozessorientierte Begleitung von Entwicklung, die Interaktionsubungen, klassische Outdoorelemente (z. B. Klettern und Flosbauen) mit Theorieinputs, moderierten Diskussionen, Einzelarbeit etc. im Sinne einer ganzheitlichen, erfahrungsorientierten Vorgehensweise kombiniert. Outdoor-Training ist jedoch nicht das Allheilmittel fur jede interkulturelle Zielsetzung. Ich mochte unter dem Uberbegriff interkulturelles Training zwischen Verhaltenstraining und Haltungstraining“ unterscheiden.
Im Verhaltenstraining liegt der Schwerpunkt auf dem Erlernen und Uben landerspezifischer Verhaltensweisen. Als Vorbereitung fur den Auslandseinsatz lernt der Teilnehmer chinesische Tischsitten, um in China Peinlichkeiten zu vermeiden und das Ausmas des Kulturschocks zu verringern. Die Methode Outdoor-Training ist fur solche Verhaltenstrainings nur wenig sinnvoll, da sie meist ohne die Beteiligung von Vertretern der Zielkultur stattfinden und damit eine erfahrungsorientierte Auseinandersetzung mit den Chinesen ausbleibt. Vielmehr geht es darum, konkrete Verhaltensweisen einzuuben und zu festigen. Solche interaktionsbezogenen, spezifischen Kenntnisse konnen dem Manager jedoch nur dann etwas nutzen, wenn sie auch auf der Gefuhlsebene wirksam werden.“ (Moosmuller 1996, 271). Das kulturspezifische Verhalten wird nur dann zur Anwendung kommen, wenn es durch innere Prozesse gedeckt ist, d.h. wenn es auf einer entsprechenden Haltung“ ruht. Sowohl in interkulturellen Haltungstrainings im Rahmen von Programmen zur Entwicklung von Personlichkeit als auch in Teamentwicklungen fur internationale Teams stehen die Entwicklung einer solchen Haltung“ im Mittelpunkt. Wahrend die Teilnehmer des interkulturellen Trainings aus unterschiedlichen Bereichen bzw. Unternehmen kommen und nicht zusammenarbeiten, geht es bei der Teamentwicklung haufig um Konfliktbearbeitung innerhalb einer bestehenden multinationalen Organisationseinheit. Ziele beider konnen offenes Zugehen auf andere Kulturen, eigene Muster und Haltungen erkennen, Verstehen eigener und fremder Werte, Ambiguitatstoleranz (Umgang mit Unterschieden und Unsicherheit), Empathie, Wahrnehmung des und Auseinandersetzung mit dem Fremden, Respekt und Verstandnis fur das Fremde sein.
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