David Ogilvy
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Content
2 - Vorwort zur deutschen Ausgabe [Seite 10]
3 - Vorbemerkung des Autors [Seite 14]
4 - Einleitung: Der König der Madison Avenue [Seite 16]
5 - 1. Eine exzentrische keltische Mischung [Seite 28]
6 - 2. »Ich vermasselte jede Prüfung« [Seite 43]
7 - 3. Lehrjahre eines Verkäufers [Seite 58]
8 - 4. Wer bitte ist Mather? [Seite 72]
9 - 5. Amerika und der schnöde Mammon [Seite 84]
10 - 6. Der Farmer und der Spion [Seite 102]
11 - 7. Große Ideen [Seite 122]
12 - 8. Die Philosophen-Könige [Seite 162]
13 - 9. Die allein selig machende Kirche [Seite 187]
14 - 10. Der König auf seinem Schloss [Seite 220]
15 - 11. Großfusionen und Größenwahnsinnige [Seite 252]
16 - 12. Eine Krankheit namens Unterhaltung [Seite 279]
17 - 13. Die Klette der Einmaligkeit [Seite 310]
18 - Nachwort: (Noch mehr) Unveröffentlichtes von David Ogilvy [Seite 327]
19 - Danksagung [Seite 346]
20 - Literatur und Quellen [Seite 352]
21 - Anmerkungen [Seite 361]
22 - Register [Seite 388]
Als ich 1963 zu Ogilvy, Benson & Mather wechselte - einer Werbeagentur mittlerer Größe von herausragendem Ruf -, war David Ogilvy einer der am meisten angesagten Werbeprofis der Szene. Er war damals 52 und berühmt. Ich war 33, Junior Account Executive und noch grün hinter den Ohren. Kurz nachdem ich dort angefangen hatte, schrieb er einem meiner Kunden einen Brief, in dem er acht Gründe aufführte, weshalb einige von der Designabteilung entworfenen Werbeanzeigen kaum die erhoffte Wir-kung zeigen würden, um dann mit folgendem Geschoss zu enden:
Das einzig Gute, was über das Layout gesagt werden kann, ist, dass es 'anders' ist. Allerdings würde auch eine Kuh anders aussehen, wenn man ihr Euter entfernen würde. Ich brauche wohl nicht darauf einzugehen, ob diese Kuh dann noch ihren Job machen könnte.1
Dies war das erste Schreiben, das ich in meiner 'David'-Akte ablegte. Fast alle Mitarbeiter der Agentur führten eine solche Akte.
In meinem ersten Jahr in der Agentur machten sich alle 600 Mitarbei-ter die Fifth Avenue hinunter auf den Weg ins Museum of Modern Art, wo die Weihnachtsfeier stattfinden sollte. Sehr nobel, dachte ich, passt per-fekt zu den roten Teppichen, mit dem die Flure unserer ansonsten de-zent eingerichteten Büros ausgelegt waren. 'Seht euch mal meinen neuen Anzug von Sears an', jubelte Ogilvy von der Bühne herunter und drehte sich im Kreis - eine kleine Showeinlage, die seine Loyalität zu seinen Kunden verdeutlichen sollte und zugleich die Aufforderung an uns, seinem Vorbild zu folgen und ebenfalls ihre Produkte zu kaufen.
In den nächsten 26 Jahren gab es noch jede Menge solcher Lektio-nen zu lernen, zahllose Besprechungen mit ihm überall auf der Welt und unzählige weitere Memos und Briefe für meine Akte. Als ich sein dritter Nachfolger als Leiter der Agentur wurde, unterstand ich ihm offiziell zwar nicht mehr, aber irgendwie war er noch immer präsent, und für uns alle war es nach wie vor seine Agentur.
Ogilvy schrieb mehrere Bücher, gab mehrere Hundert Interviews und dabei eine ganze Menge aus seinem Leben preis, doch was er nicht einschätzen konnte, waren sein Vermächtnis und die Rolle, die es noch heute spielt. Mit dieser Biografie - übrigens die erste über Ogilvy - möchte ich sein Leben aus dieser Sicht beleuchten und Ihnen anhand vieler wahrer Begebenheiten vermitteln, wie brillant er war. Ogilvys Erkenntnisse reichen weit über die Welt der Werbung hinaus, sagen viel über Führungsqualitäten im Allgemeinen aus und sind auf jedes professionelle Dienstleistungsunternehmen anwendbar. Ich hoffe, dass es mir gelingt, Ihnen ein Bild von seiner Eigenwilligkeit und lebendigen Persönlichkeit zu vermitteln.
Was Sie nun in Ihren Händen halten, ist eine Mischung aus meinen Erinnerungen, Briefen und Aufnahmen sowie Auszügen aus mehr als Hundert Interviews und über 30?000 Dokumenten aus der US-amerikanischen Nationalbibliothek und anderen Büchereien und Privat-sammlungen, unzähligen Büchern und Artikeln. Außerdem besuchte ich Ogilvys Schulen in Schottland und England sowie seine Wohnsitze in New York, Lancaster County, Pennsylvania und Frankreich. Aufgrund meiner Nachforschungen konnte ich viele Lücken in meiner Erinnerung schließen und dem Projekt mehr Farbe und Tiefe verleihen. Fast jeder, der mit Ogilvy aneinandergeraten ist, hat eine Geschichte zu erzählen.
Wann immer ich in diesem Buch über Begebenheiten schreibe, deren persönlicher Zeuge ich wurde, wechsle ich die Erzählperspektive und erzähle die Geschichte nicht mehr aus Sicht eines neutralen Beobach-ters, der eine Biografie über Ogilvy schreibt, sondern als direkt Beteilig-ter.
Kenneth Roman
New York, 2008
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