
Redner und Rhetorik
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»Im Zeitalter des Spezialistentums ist der Verfasser sicherlich ein Wagnis eingegangen, einen Begriff wie 'Redner' in einer solch umfassenden Perspektive darzustellen. Doch am Ende gelingt Robling mit der Arbeit eine Grundlage für jede kulturhistorische und kulturanthropologische Erforschung der Kommunikatorkonzepte in Vergangenheit und Gegenwart.« Germanistik 49 (2008) Heft 1-2More details
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Content
- Cover
- Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- Einleitung
- I. Rednertheorie als Problem der Rhetorikforschung
- II. Begriffs- und Ideengeschichte als Untersuchungsmethode
- III. Inhalt und Aufbau der Arbeit
- Teil A. Der Redner als Fachmann der Rede: Das antike Grundmodell
- I. Definitionen
- 1. Technikerstatus
- 2. Öffentlichkeit als Ort
- 3. Medium der Öffentlichkeit
- a) Sprecher- und Autorenrolle
- b) Verhältnis zum Schauspieler
- II. Rhetorische Technikerkonzepte
- 1. Sophistik: Fachkenntnis als Merkmal des Redners
- 2. Aristoteles: Philosophische Präzisierung des Technitenbegriffs
- 3. Quintilian: Der Redner als artifex
- III. Die Aufgabe des Redners
- IV. Subjektivität als Bedingung des rhetorischen Kunstgebrauchs
- 1. Zum Begriff der rhetorischen Subjektivität
- 2. Odysseus: Die Trennung von Ich und Welt
- 3. Protagoras: Die perspektivische Natur des Wirklichen
- 4. Gorgias: Die technische Instrumentalisierung des rhetorischen Scheins
- 5. Aristoteles: Aufgabe und Einstellung des rednerischen Denkens
- a) Das Erkennen der persuasiven Merkmale einer Sache
- b) Die Orientierung in der Welt
- c) Die Deutung der Redesituation
- V. Die rednerbezogenen Öffentlichkeitstypen
- 1. Der horizontal strukturierte Typus von Demokratie und Republik
- a) Athen
- b) Rom
- 2. Der vertikal strukturierte Typus von Monarchie und Kirche
- a. Römisches Kaisertum
- b. Spätantikes Christentum
- VI. Der Redner als Techniker: die Basis des Rednerkonzeptes der schulrhetorischen Tradition (Begriffsgeschichte)
- Teil B. Bildung und Kultur
- I. Das Rednerideal als kulturelles Konzept
- II. Bildung, Erziehung und Ethos, die Merkmale einer rhetorischen Kulturtheorie
- III. Die Elemente rhetorischer Bildung in der Antike
- 1. Kultur als Voraussetzung der Bildung
- 2. Versittlichung als Effekt der Rede
- 3. Rhetorische Erziehung aufgrund von Naturanlage und Kunstlehre, Übung und Nachahmung
- a) Protagoras und die hellenistische Rhetorik
- b. Das Fortwirken des Protagoreischen Erziehungsgedankens in der rhetorischen Tradition (begriffsgeschichtlicher Überblick)
- IV. Rednerideal als Idealtypus
- 1. Zum Problem des rhetorischen Typus
- a) Rednertypus als geschichtliche Repräsentanz
- b) Rednertypus zwischen Einheit und Vielfalt
- 2. Idealtypische Formen des Rednerkonzepts
- a) Klassische Antike
- Platon: Ethik und Dialektik als Kennzeichen des &guten& Redners
- Aristoteles: Pragmatische Begrenzung idealer Ansprüche an den Redner
- Isokrates: Lebenspraxis und soziokulturelle Bildung
- Cicero: Bildung auf allen Wissensgebieten als eklektisches Konstrukt
- Exkurs 1: Die Kennzeichen des großen Redners im literarischen Porträt
- Quintilian: Ciceronianismus und Moralität
- b) Christliche Spätantike
- Augustinus: Klerikale Bildung, Demut, Einfachheit
- c) Hochmittelalter
- Robert von Basevorn: Augustinusnachfolge unter scholastischen Vorzeichen
- d) Renaissancehumanismus
- Petrarca: Moralphilosophie, Ästhetik, Geschichte
- Soarez: Die rhetorische Kanonisierung von Petrarcas Impuls
- Exkurs 2: Rednerideal und Frauenbildung
- e) Barock
- Keckermann: Konzentration auf die Affekterregung
- f) Aufklärung
- Gottsched: Rationalismus und Klassizismus
- g) Vom Klassizismus zum Historismus
- Heinze, Abbt und Herder: Historisch-literaturästhetische Kritik am Klassizismus
- Westermann, Volkmann: Aspekte des philologischen Historismus
- Teil C. Anthropologie: Psychische Komponenten der Wirkungsabsicht
- I. Die Körperlichkeit des Redners als anthropologisches Thema
- II. Rhetorische statt philosophischer Anthropologie
- III. Rednerwille als Instanz der Persuasion
- 1. Zur antrhopologischen Struktur des Willens
- 2. Die «Redegewalt» als Ort des persuasiven Willens in der Antike
- 3. Rednerwillen und Affektenlehre von der Renaissance bis zur Aufklärung
- 4. Die Bindung des Rednerwillens an das ingenium in der Genieästhetik
- a) Pseudo-Longinos und die Lehre vom Erhabenen als Voraussetzung
- b) Das Zerbrechen der rationalistischen Anthropologie im Streit zwischen Gottsched und den Schweizern
- c) Die Aufwertung des ingenium als Naturkraft in Sulzers Konzept des genialen Redners
- IV. Natürlichkeit: eine Form des rednerischen ?v??, ?thos
- 1. ?thos-Komponenten der Natürlichkeit in der Antike
- 2. Naturausdruck im Wandel von der Kunstverbergung zur Kunstlosigkeit im 17. und 18. Jahrhundert
- Teil D. Ethik: Wertorientierungen rednerischen Handelns
- I. Ethik und rednerisches Handeln
- II. Zur methodischen Grundlegung der rhetorisch-ethischen Analyse
- 1. Die Unterscheidung von Strebens- und Sollensethik
- 2. Das strebensethische Prinzip der Persuasion: die parteiliche Sicht des Guten
- 3. Die rhetorische Deutung des Guten als Nutzen der Rede
- III. Rhetorische Ethik und Lebenswelt in der Antike
- 1. Die Lebensformenlehre nach Platon und Aristoteles: der Ort des Redners in der Gemeinschaft
- 2. Das Gelingen des rhetorischen Handelns in der Geminschaft: der rechte Augenblick der Rede (?a????, kairós) als Maßstab
- 3. Gemeinwohl und Gemeinsinn als ethische Normen des rednerischen Handelns bei Cicero
- Exkurs 1: Der sensus communis nach Valla und Landino
- 4. Sozialethische Typen des Redners: Vir bonus und Demagoge
- a) Cato: Die Entstehung des vir bonus-Ideals aus dem römischen Patronat
- b) Cicero: Der Gegensatz von vir bonus und Demagoge
- Exkurs 2: Ramus und Vossius: Der Bruch mit der vir bonus-Tradition im neuzeitlichen Rationalismus
- IV. Strebensethische Eigenschaften des Redners in der Sicht der Antike und des 17. bzw. 18. Jahrhunderts
- 1. Glaubwürdigkeit als Resultat vorteilhafter Selbstpräsentation ?v??, ?thos
- a) Aristoteles: Die ethische Funktion des ?thos
- b) Redner?thos und populäre Moralität in griechischen Reden des 5. und 4. Jahrhunderts v. Chr.
- c) Cicero: Der orator perfectus zwischen ethischer Selbstpräsentation und Moralität
- 2. Klugheit als rednerische Tugend
- a) Klugheit, Eigennutz und Gemeinwohl in der antiken Rhetorik
- a) Aristoteles: Individuelle und soziale Dimensionen der Klugheit
- ß) Cicero: Die strebens- und sollensethische Eingrenzung der Klugheit durch das decorum
- Exkurs 3: Ambrosius: Mäßigung der Klugheit und christliches decorum
- ?) Quintilian: Rednerische Klugheit im Spannungsfeld von ehrenhaften und unehrenhaften Verhalten
- b) Klugheit und Privatinteresse im rhetorischen Prudentismus des 17. und 18. Jahrhunderts
- a) Der strebensethische Aspekt der politischen Klugheit nach Ansicht der Forschung
- ß) Gracián: Die Konzentration der Klugheit auf den privaten Nutzen
- ?) Weise: Die Verbindung von Klugheit und christlicher Tugendhaftigkeit
- d) Thomasius: Die sollensethische Beschränkung der politischen Klugheit
- V. Die Verwerfung des ethischen Anspruchs im Handeln des Redners bei Kant
- 1. Diffamierung des strebensethischen Motivs der Rhetorik
- 2. Sollensethisch begründete Degradierung der Klugheit
- 3. Die Vernachlässigung der lebensweltlichen Sittlichkeit in Kants Moralitätsauffasung
- Fazit und Ausblick
- Abkürzungs- und Übersetzungsverzeichnis
- Literaturverzeichnis
- Lexika
- Quellenschriften
- Forschungsliteratur
- Personenregister
- Begriffsregister
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