
Zen für Dummies
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Über die Autorin 11
Einführung 25
Teil I: Die Wurzeln des Zen-Buddhismus in China und Japan 31
Kapitel 1: Zen-Basics 33
Kapitel 2: Die Wurzeln des »Chan«-Buddhismus in China 49
Kapitel 3: Glanz und Macht des »Chan«-Buddhismus in China 63
Kapitel 4: Neue japanische Interpretationen des Zen 73
Kapitel 5: Aufstieg und Aufgaben des Zen-Buddhismus in Japan 89
Kapitel 6: Veränderungen im japanischen Zen-Buddhismus 103
Teil II: Die Entwicklung des Zen-Buddhismus im Westen 113
Kapitel 7: Der Pionier des Zen-Buddhismus im Westen: D T Suzuki 115
Kapitel 8: Das Suzuki-Zen breitet sich im Westen aus 135
Kapitel 9: Die Entdecker des Zen in Deutschland 149
Kapitel 10: Vom Lesen zum Praktizieren 159
Teil III: Der Zen-Buddhismus im heutigen Japan 179
Kapitel 11: Tempel und Klöster 181
Kapitel 12: Zen total: Kioto 193
Kapitel 13: Westliche Dharma-Erben 205
Teil IV: Weltweiter Zen-Buddhismus 213
Kapitel 14: Zen-Vielfalt im Westen 215
Kapitel 15: Zen-Buddhismus im deutschsprachigen Raum 231
Kapitel 16: Der Zen der Schüler von Taisen Deshimaru in Europa 241
Kapitel 17: Zen aus China, Korea und Vietnam 255
Kapitel 18: Christliches Zen 263
Kapitel 19: Wechselwirkungen des Zen mit der Psychotherapie 271
Teil V: Zen-Buddhismus im Alltag und in der Kultur 281
Kapitel 20: Zen und das Gehirn 283
Kapitel 21: Zen und Management 293
Kapitel 22: Populäres Zen - zwischen Sinnsuche, Lebensverbesserung und Lifestyle 301
Teil VI: Der Top-Ten-Teil 319
Kapitel 23: Zen Top-Ten 321
Kapitel 24: Zehn Zugänge zum Zen, mit denen Sie sofort beginnen können 325
Abbildungsverzeichnis 329
Stichwortverzeichnis 331
Einführung
Die Autoren vieler moderner Einführungen in den Zen-Buddhismus behaupten, dass sich das Wesentliche des Zen nicht mit Worten erfassen lässt. Es gilt als etwas, das man mit dem Verstand nicht erschließen kann.
Dennoch verfassen diese Autoren dicke Bücher über das Zen. Wenn sie schreiben, die Essenz des Zen sei jenseits der Worte zu finden, wiederholen moderne Autoren die typische Überlieferung traditioneller Zen-Schriften. Obwohl diese immer und immer wieder beschwören, dass es sich bei Zen um eine besondere Überlieferung außerhalb der Schriften handle, die unmittelbar auf das Herz des Menschen trifft und mit dem Verstand nicht zu vermitteln ist, hat die Zen-Tradition unzählige Schriften hervorgebracht. Wie kann man diesen Widerspruch erklären? Ist es überhaupt sinnvoll, ein weiteres Buch über den Zen-Buddhismus zu schreiben? Kann man den Zen-Buddhismus mit Worten erfassen?
Ich behaupte: Man kann!
Viele Menschen behaupten, dass es nur eine Essenz, eine Wahrheit des Zen-Buddhismus gibt. Gegenüber dieser Behauptung lautet die schlechte Nachricht: Dieses Buch sagt Ihnen nicht, was Erleuchtung ist und worin die Wahrheit des Zen besteht. Zum einen nicht, weil sich Erleuchtung und Wahrheit des Zen sowieso nicht in Worte fassen lassen, und zum anderen nicht, weil es ganz viele Meinungen darüber gibt, worin die Erleuchtung und die Wahrheit des Zen bestehen.
Die gute Nachricht dieses Buches lautet, dass Sie statt einer Wahrheit eine Vielfalt von Ansichten und Aussagen zum Zen kennenlernen. Ein chinesischer Zen-Meister umschreibt die Wahrheit des Zen mit Anspielungen auf vorbeifliegende Wildgänse. Eine amerikanische Zen-Meisterin zieht Vergleiche mit dem paradoxen Zustands des Verliebtseins, um das Verständnis ihrer Schüler für die Erleuchtung zu vertiefen.
Die Herangehensweisen des chinesischen Meisters und der amerikanischen Meisterin zeigen: Die Lehren und Interpretationen des Zen sind an die Umstände der Zeit und Kultur gebunden, aus der sie stammen. Dieses Buch präsentiert Ihnen daher nicht, was Zen ist, sondern was sich die Meister und Schüler zu verschiedenen Zeiten seiner Entwicklung vorgestellt haben und heute noch vorstellen, was Zen ist.
Dabei dürfen Sie sich nicht davon verwirren lassen, dass die meisten Meister und Lehrer des Zen ihre Sichtweise als die einzig wahre bezeichnen. In dieser Hinsicht erweist sich der Zen-Buddhismus als eine ganz gewöhnliche Religion, die wie andere Religionen auch den Anspruch erhebt, die einzige Wahrheit zu lehren.
Sie sollten sich auch nicht davon verwirren lassen, dass viele Vertreter des Zen und zeitgenössische Autoren über das Zen immer und immer wieder behaupten, dass es keine Religion sei. Zu den vielfältigen Ansichten über das Zen gehören auch die beiden Standpunkte, dass der Zen-Buddhismus eine Religion ist und dass er keine Religion ist.
Dieses Buch ergreift keine Partei in dieser Frage. Es erklärt Ihnen vielmehr, warum die Lehren und Praktiken des Zen-Buddhismus zu manchen Zeiten und für manche Menschen dem entsprechen, was man als religiös bezeichnen kann, und zu anderen Zeiten und für andere Menschen gar nichts mit Religion zu tun haben. Im Zuge dieser Erklärungen konfrontiert Sie dieses Buch mit der Ansicht, dass der Zen-Buddhismus wie jede Religion, Weisheitslehre oder menschliche Praxis nicht immer gleich bleibt, sondern sich beständig ändert.
Das Erstaunliche am Zen ist, dass sich die Lehren und Praktiken, die unter »Zen« oder »Zen-Buddhismus« zusammengefasst werden, extrem vielfältig sind. Von religiöser Wahrheitssuche, dem einzigen Weg zur Erleuchtung, über Praktiken der Selbstfindung und Leistungssteigerung bis hin zu Lifestyleprodukten, die entspannen sollen, kann alles Mögliche »Zen« sein.
»Zen für Dummies« geht davon aus, dass es gerade die Weigerung des Zen war ist und ist, seine Lehre in Worte zu fassen, die diese Vielfalt ermöglicht. So sind »Zen-Buddhismus« und »Zen«, lautet der Ausgangspunkt dieses Buches, nicht durch einen geheimnisvollen Kern, eine religiöse Essenz bestimmt, sondern vielmehr dadurch, was sich die Menschen zu verschiedenen Zeiten und Orten unter Zen vorgestellt und vom Zen erhofft haben.
Über dieses Buch
Der Zen-Buddhismus lässt diejenigen, die sich ihm zuwenden, extrem im Unklaren darüber, wie seine Essenz zu fassen ist. Das besondere Wesen der Wahrheit des Zen wird angedeutet, umschrieben, aufgeführt. Die zen-buddhistische Tradition schafft es seit 1500 Jahren, ihre Anhängerschaft mit Andeutungen zu verzaubern und zur Wahrheitssuche anzuspornen, ohne dabei ihre Geheimnisse preiszugeben.
Dieses Buch zeigt die vielfältigen Wege, mit denen das gelingt. Ich beschreibe die geschickten Mittel und unermüdlichen Versuche der chinesischen, japanischen und westlichen Zen-Meister, die von ihnen behauptete Existenz der Wahrheit zu beschwören und ihr auf die Spur zu kommen.
Es geht in »Zen für Dummies« um wundersame Geschichten von großen Meistern, rätselhafte Wortspiele sowie Worte und Momente der Erleuchtung im alten China und mittelalterlichen Japan und um den Zusammenhang, in dem diese entstanden, um die Lehrer und Meister, die diese wundersamen Geschichten in den Westen gebracht haben und die vielfältigen Formen des Zen, die in Folge in den USA und Europa entstanden.
Die Besonderheiten des Zen werden durch Wissen über den Buddhismus, Kenntnisse über die chinesische und japanische Kultur sowie den Weg des Zen in den Westen und Einsichten in seine Lehre und Praxis verständlicher. Der Zauber des Zen entspringt allerdings einem komplexen Zusammenspiel sehr verschiedener Faktoren. Jede Erklärung ist daher immer nur eine Annährung, da sich der Zauber des Zen einer endgültigen und umfassenden Erklärung - wie es sich für einen guten Zauber gehört - verschließt.
Konventionen in diesem Buch
Der Zen-Buddhismus entwickelte sich als eine Spielart des indischen Buddhismus unter dem Namen chan zunächst in China, bevor er in andere Teile Ostasiens gelangte und besonders in Japan neue Vorstellungen und Praxisformen hervorbrachte.
Im 20. Jahrhundert breiteten sich die verschiedenen Strömungen des chan (China), Zen (Japan), son (Korea) und thien (Vietnam) im Westen aus, wobei wieder neue Interpretationen und Praktiken entstanden. Im Westen herrschen die Vorstellungen und Praktiken des japanischen Zen-Buddhismus vor. Aus diesem Grund stammen auch die im Westen mit dem Zen assoziierten Begriffe wie zazen (stilles Sitzen) oder dojo (Ort des Weges) aus dem Japanischen.
Dieses Buch konzentriert sich daher auf die Vorstellung der aus Japan stammenden Begriffe und Praktiken des Zen. Die Schreibweise der japanischen Begriffe ebenso wie Wörter aus anderen Sprachen des Buddhismus wie Sanskrit und Chinesisch wurde dabei so vereinfacht, dass man diese Wörter möglichst mühelos wiedererkennen kann. All diese Begriffe sind im Text kursiv gesetzt.
Über weite Strecken seiner Geschichte war der Buddhismus eine stark auf männliche Akteure zentrierte Angelegenheit, auch wenn es durchaus bedeutende Nonnen und wichtige Frauen gab. Erst seit der Mitte des 20. Jahrhunderts treten Frauen zunehmend als Gründerinnen von Zen-Gemeinschaften und als einflussreiche Schülerinnen hervor. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, wird im Text stellenweise neben der männlichen auch die weibliche Form genannt - etwa in Wendungen wie »Schüler und Schülerinnen«. Da es sich dabei jedoch eher um punktuelle Hinweise handelt, wird nicht durchgängig mit Doppelnennungen gearbeitet, um den Lesefluss nicht unnötig zu erschweren.
Törichte Annahmen über die Leser
Beim Schreiben dieses Buches habe ich mir Sie, liebe Leserin und lieber Leser, so vorgestellt:
- Sie sind an östlichen Weisheiten interessiert und möchten sich über die Entstehung, die Lehren und Praktiken des Zen-Buddhismus informieren.
- Sie haben bei Freunden und Bekannten etwas über den Zen-Buddhismus gehört und möchten nun auch mitreden können.
- Sie sind im Zusammenhang mit Achtsamkeit oder über eine Mindfulness-App auf den Begriff Zen gestoßen und fragen sich nun, was sich eigentlich dahinter verbirgt.
- Sie sind mit zen-buddhistischen Vorstellungen und Praktiken in der Hirnforschung, in der Psychologie, in der Kunst oder in einem ähnlichen Bereich in Berührung gekommen und wollen genauer wissen, was es mit dem Zen auf sich hat.
- Sie fragen sich seit Langem, wieso Produkte aus der Unterhaltungsindustrie, der Körper- und Lifestylebranche und anderen Bereichen den Begriff Zen tragen.
- Sie haben von Ihrem Arbeitgeber die Einladung oder Empfehlung zu einem Zen-Wochenende oder einem ähnlichen Achtsamkeitstraining erhalten und fragen sich, was Sie dort erwartet.
- Sie sind auf der Suche nach neuen Wegen der Entspannung, der Verbesserung Ihres Leistungsvermögens oder Ihres Umgangs mit sich selbst und wollen mal schauen, was das Zen zu bieten hat.
- Ebenso wie ich sind auch viele von Ihnen fasziniert von den Geheimnissen des Zen und Sie möchten gern wissen, wie man diese Geheimnisse erklären kann, auch ohne dabei an eine bestimmte Sache oder eine...
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