
Oper für Dummies
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Content
Einführung 21
Wer Sie sind 21
Wie dieses Buch aufgebaut ist 22
Symbole in diesem Buch 22
Warum Ihnen der Status »Opernneuling« hilft 23
Teil I Überlebensgroß 25
Kapitel 1 Vorhang auf! 27
Oper kurz definiert 27
Der Mythos »Pop versus Klassik« 28
Sie wissen mehr, als Sie meinen 28
Wie es euch gefällt 29
Sieben Sachen, die Oper effektvoll machen 29
Von Herzen (... mit Schmerzen) 29
Menschliches, allzu Menschliches 30
Spannende Storys 30
Exotische Bühnenbilder, Kostüme und Special Effects 31
Originell 31
Erkennen Sie die Melodie? 31
Zeigt her eure Stimmen 32
Und jetzt alle 32
Kapitel 2 Das Libretto ist die eine Sache 33
Ein Libretto kommt zur Welt 33
Woher die Libretti kommen 34
Die berühmtesten Opern-Librettisten 34
Warum sind so viele Opern in einer fremden Sprache? 35
In der Übersetzung verloren 36
Ein Vogel, ein Flugzeug ... nein, Übertitel! 36
Wie man ein Libretto benutzt 37
Lesen Sie erst die Inhaltsangabe 37
Folgen Sie der Übersetzung 37
Halten Sie nach ähnlich aussehenden Wörtern Ausschau 37
Achten Sie auf Trackziffern im CD-Booklet 38
Soprane sind hoch, Bässe tief, und Chöre haben immer mehr als eine Stimme 38
Der »Oper für Dummies«-Ausspracheführer für Operntexte 39
Italienisch 39
Deutsch 40
Französisch 40
Sex, Verrat, Mord und andere Operntechniken 41
Laster der Renaissance 41
Lasterhelden 41
Walhalla-Laster 42
Lasterroni 43
Und noch mehr Lasterhaftes 44
Was bin ich, hochgeschlitzte Salome? 44
Kapitel 3 Die Partitur ist die andere Sache 47
Duette, Terzette und anderes aus dem Sortiment 47
Wie man eine Partitur liest 50
Schnell und laut 50
Wie man die Noten singt 52
Kapitel 4 Opernsänger und ihre Ausrüstung 55
Aber müssen die wirklich so füllig sein? 55
Soprane, Tenöre und andere Launen der Natur 56
Auf's Fach kommt's an 56
Soprane 57
Mezzosoprane 58
Alt und älter 59
Tenöre 60
Baritone 61
Bass und besser 62
Stimmbildung 63
...Diva sein dagegen sehr! 65
Diva-Geschichten 65
Nellie Melba 66
Callas und Tebaldi: Das Duell der Soprane 67
Blutfehde 67
Es gibt auch nette Opernsänger 68
Teil II Die Geschichte der Oper 69
Kapitel 5 Ein bisschen Griechenland, ein bisschen Italien 71
Die griechische Formel 71
Vorgeschichte: die alten Griechen 71
Mittelalter 72
Die Renaissance 72
Das Rezitativ und die Camerata 72
»Zu Hilfe, Claudio!« 73
So waren sie eben 74
Seriös sollten Sie schon sein 75
Eunuchen für Dummies 77
Ernste Nummern 78
Wie komisch! 79
Gioachino Rossini 79
Gaetano Donizetti 81
Vincenzo Bellini 82
Giuseppe Verdi 82
Giacomo Puccini 85
...&Co. 86
Kapitel 6 A la franc¿aise 89
Französische Oper wird »patentiert« 89
Lully-Nachwirkungen 90
Giacomo Meyerbeer 90
Hector Berlioz 91
Charles Gounod 92
Jules Massenet 92
Georges Bizet 93
Jacques Offenbach: Oper macht lustig 94
Nach Offenbach 95
Claude Debussy 96
Francis Poulenc 96
Kapitel 7 Englische Kanäle 97
Italienische Invasion 98
Gilbert & Sullivan 99
Benjamin Britten und Nachfolger 100
Kapitel 8 Oper mit einer deutschen Note 101
Christoph Willibald Gluck 101
Mozart ist da! 102
Mozart spielt auf 103
Leichtigkeit und Schönheit 103
Der Minutenmann 104
Lorenzo da Ponte, Mozarts lüsterner Librettist 104
Ludwig van Beethoven 105
Komponieren gegen die Stille 106
»Fidelio«: Die Oper 106
Carl Maria von Weber 107
Richard Wagner 108
Der Heimatlose 108
Ludwig ruft 111
Gegen alle Regeln 113
Wagner - der Kontrollfanatiker 113
Johann Strauß (Sohn) 114
Richard Strauss 115
Also sprach Strauss 115
Strauss nähert sich der Oper 116
Alban Berg und andere 117
Kapitel 9 Die russische Evolution und »The American Way« 119
Michail Glinka & Co. 119
Fünf Freunde oder »Das mächtige Häuflein« 120
Rimsky-Korsakow: Das Ein-Mann-Team 120
Peter Tschaikowsky 121
»Nobody knows the trouble I've seen« 122
Die Musik einer gepeinigten Seele 122
Späte russische Meister 123
Die »Vereinigten Staaten der Oper« 124
Die Oper swingt 124
Die US-Oper lebt und ist wohlauf 125
Teil III Ein Abend in der Oper 127
Kapitel 10 Wie man in eine Oper geht 129
Der Kartenkauf 129
Vorverkauf 129
Den Sitzplatz wählen 130
Verbergen Sie Ihre Unwissenheit nicht 131
Wenn es an der Theaterkasse nicht das gibt, was Sie wollen 131
Schon über ein Abo nachgedacht? 132
Wie man in einem »bulgrawischen« Opernhaus Geld spart 133
Nur für Pärchen: Welche Opern man bei einem Rendezvous besuchen sollte und welche nicht 134
Wie man sich vorbereitet - oder auch nicht 135
Lernen Sie etwas über die Oper Ihrer Wahl 135
Schlafen Sie gut! 136
Kann ich zu »Julius Cäsar« eine Toga tragen? 136
Der Gourmet-Führer für das Dinner vor der Oper 137
Endlich angekommen 138
Ein kurzer Blick ins Programmheft 139
Ein einfaches Beispiel 140
Ein schwierigeres Beispiel 140
Der Dirigent tritt auf 144
Das Schweigen der Lämmer: Die Ouvertüre beginnt! 145
Rettende Übertitel 146
Der Applaus - eine Sache für sich 147
»Bravo! Brava! Bravi! Brave!« 147
Über das Buhen ... 148
... und das Pfeifen 148
Der Auftritt der Snobs, auch Pause genannt 148
Nach der Vorstellung: Die Sänger treffen 149
Pause - Ein Ausflug hinter die Bühne 151
Die Garderobe der Diva 151
Besondere Räume für besondere Menschen 152
Die Bezahlung 153
Vorsingen: Hintergrund des Operngekreisches 153
Die Papiere 154
Die Liste 155
Die Reise 155
Der Tausch 156
Das Warten 156
Der Versuch 157
Das Ergebnis 158
Das Nachspiel 158
Bühnenbilder! Kostüme! Perücken! 159
Ungepriesene Helden (I): Das Opernorchester 160
Ungepriesene Helden (II): Der Opernchor 161
Opern-Dirigenten 161
Trainer und Maestro 161
Schweben wie ein Schmetterling, stechen wie eine Biene 162
Der Regisseur: Herrscher über alle 162
Teil IV Die beliebtesten Opern der Welt 165
Kapitel 11 Die 50 Überflieger 167
Aida 168
Ariadne auf Naxos 170
Der Barbier von Sevilla 171
La Boh`eme 173
Boris Godunow 174
Carmen 175
Cavalleria rusticana 177
Cos`y fan tutte 178
Don Giovanni 181
Don Pasquale 183
Elektra 185
Die Entführung aus dem Serail 187
Eugen Onegin 188
Falstaff 189
Faust 191
Fidelio 193
Figaros Hochzeit 195
Die Fledermaus 198
Der fliegende Holländer 199
Der Freischütz 201
Gianni Schicchi 203
Herzog Blaubarts Burg 204
Hoffmanns Erzählungen 205
Der Liebestrank 209
Lohengrin 210
Lucia di Lammermoor 211
Die Macht des Schicksals 213
Madame Butterfly 214
Ein Maskenball 216
Die Meistersinger von Nürnberg 218
Othello 220
I Pagliacci 222
Parsifal 224
Peter Grimes 226
Porgy and Bess 228
Rigoletto 230
Der Ring des Nibelungen 233
Das Rheingold 235
Die Walküre 236
Siegfried 238
Götterdämmerung 239
Rom¿eo et Juliette 240
Der Rosenkavalier 241
Salome 243
Tannhäuser (und der Sängerkrieg auf der Wartburg) 244
Tosca 246
La Traviata 248
Tristan und Isolde 250
Der Troubadour 251
Turandot 253
Die Zauberflöte 255
Kapitel 12 Das Beste vom Rest 259
Andr¿e Ch¿enier 259
Arabella 260
Billy Budd 260
La Cenerentola 261
Dido und Äneas 262
Don Carlos 262
Gespräche der Karmeliterinnen 263
Jenufa 264
Julius Cäsar 264
Die Krönung der Poppea 265
Lulu 266
Das Mädchen aus dem goldenen Westen 266
Manon 267
Manon Lescaut 267
Nabucco 268
Norma 269
Orpheus und Eurydike 269
Die Perlenfischer 270
I Puritani 270
Rusalka 271
Ein Sommernachtstraum 271
Die verkaufte Braut 272
Werther 272
Wozzeck 273
Teil V Die Top Ten 275
Kapitel 13 Die zehn größten Vorurteile über Oper 277
Oper ist nur was für Snobs 277
Opernsänger: dicke Damen mit gehörnten Helmen 277
Opern sind lang 278
Opernfiguren brauchen mindestens zehn Minuten zum Sterben 278
Man muss Fremdsprachen können, um eine Oper zu verstehen 279
Oper ist langweilig 279
Für die Oper muss man sich schick anziehen 279
Opernhandlungen haben nichts mit der Realität zu tun 280
Oper ist zu teuer 280
Opernsänger haben's leicht 281
Kapitel 14 Zehn Möglichkeiten für »Oper lebenslänglich« 283
Werden Sie Statist 283
Gehen Sie zu einem Einführungsvortrag 284
Gehen Sie auf Tour 284
Für Deutschland 284
Für Österreich 285
Für die Schweiz 285
Werden Sie Abonnent 285
Nutzen Sie das Internet 286
Hören Sie sich Opern im Radio an 286
Nutzen Sie Streamingdienste - oder leihen Sie sich CDs aus 287
Schauen Sie sich Opern im Fernsehen oder auf DVD und Blu-ray an 287
DVDs und Blu-rays von Opern-Live-Aufzeichnungen 288
Opernfilme 289
Seien Sie live dabei: Zuhause oder im Kino! 290
Tiefer eintauchen 291
Kapitel 15 Die zehn besten Opernfachbegriffe für Cocktailpartys 293
Kapitel 16 Zehn großartige Witze über Opernsänger 297
Tiefschlaf 297
Der Profi 297
Dramatik 297
Zu hoch 297
Zeit 297
Kurz 297
Erholung pur 298
Verräterisch 298
Pfunde 298
Im Orchestergraben 298
Teil VI Anhänge 299
Opernzeittafel 301
Glossar 307
Stichwortverzeichnis 313
Kapitel 1
Vorhang auf!
In diesem Kapitel
Ihr erstes Zusammentreffen mit der Oper
Oper: Die Pop-Musik des 19. Jahrhunderts
Sieben Sachen, die die Oper effektvoll machen
So viel schon vorab: Oper ist seltsam.
Jeder trägt Make-up. Alle singen zur gleichen Zeit. Sogar wenn es eine Oper in Ihrer Sprache ist, lieber Leser, können Sie manchmal die Worte nicht verstehen. Hier spielen Frauen Männer und Männer Frauen und 45-jährige spielen Teenager. Alle Hauptdarsteller sterben anscheinend irgendwann. Und wenn hier jemand stirbt, muss er vorher zehn Minuten darüber singen.
Wirklich, es ist die tollste Unterhaltung der Welt!
All diese seltsamen Vorgänge tragen jedoch dazu bei, unglaublich viele Menschen einzuschüchtern, und uns, Ihren Autoren, erging es genauso, als wir jung waren.
Wie beim Skifahren, Tanzen oder beim Autokauf neigen Menschen dazu, alles zu vermeiden, was ein Risiko birgt. Ganz tief im Innern sagt ihnen eine kleine Stimme, dass die eingefleischten Opernkenner sie ganz schnell entlarven und aus dem Opernhaus regelrecht »rauslachen« würden, sobald sie dort völlig unwissend auftauchten.
Aber wir verraten Ihnen nun ein Geheimnis: Niemand weiß hier etwas ohne eine kleine Hilfe - sogar nicht die ganz großen Opernkenner.
Und diese Hilfe halten Sie nun in Händen.
Oper kurz definiert
Eine Oper ist nichts anderes als ein Theaterstück. Nur, dass die Darsteller hier singen, statt zu sprechen. Sogar Musicals, in denen die Musik auch nie aufhört wie etwa Les Misérables, Evita oder Cats, sind eigentlich Opern.
Opern wurden erfunden, um die schönsten Dinge auf dieser Welt miteinander zu verbinden: ehrfurchterregendes Singen, volltönende Orchester, fesselndes Drama, tolle Tänze, aufwändige Bühnenbilder, üppige Kostüme, ausgefallene Beleuchtung und die sogenannten Special Effects. Die Gründerväter der Oper haben es tatsächlich durch die Verbindung dieser verschiedenen Künste geschafft, eine Kunstform zu kreieren, die gewaltiger ist als irgendeine andere.
Über die Jahrhunderte ist die Oper sogar noch lustiger geworden als sie es jemals war, weil
- wir inzwischen alles über die teils schockierenden und erstaunlichen Lebensgeschichten der großen Komponisten wissen (s. Teil II),
- allein die Tatsache, in die Oper zu gehen, uns heute auch in unserem modernen Leben die Augen öffnen kann (s. Kapitel 10),
- die geheimnisvolle Aura um einen Opernstar ziemlich unterhaltsam sein kann (s. Kap. 4),
- die Welt inzwischen noch viel mehr Opern hat als früher! (s. Kapitel 11 und 12)
Der Mythos »Pop versus Klassik«
Abgesehen von ihrer Unsicherheit vermeiden es viele Leute auch deswegen, in die Oper zu gehen, weil sie denken, dass es sich hierbei um eine alte, verstaubte Kunstform von Intellektuellen handelt, die vor allem für Leute reserviert ist, die Smoking und Abendkleid tragen und sich über das Menuett-Tanzen unterhalten. Die meisten Menschen gehen deswegen lieber ins Kino.
Das Lustige daran ist, dass noch bis vor kurzem (zumindest nach geologischer Zeitrechnung) in die Oper gehen genau das Gleiche war wie ins Kino gehen. Die Menschen gingen damals in die Oper, wie Sie heute vielleicht in ein Rock-Konzert gehen: Einfach um Spaß zu haben! Dort sahen sie ihre Lieblingsstars und hörten ihre liebsten Melodien. Sie trugen dabei ganz normale Kleidung; sie brachten sogar zu essen und zu trinken mit, sie jubelten, wenn ihnen etwas gefiel (oder buhten oder warfen Blumen oder schmissen Tomaten), und das alles während der Aufführung, wenn ihnen gerade danach war. Klassische Musik war Pop-Musik.
Und so war es auch, als Verdi seine Oper Othello geschrieben hatte und zur Aufführung brachte: Die Zuschauer wurden förmlich verrückt, riefen ihn immer wieder auf die Bühne, brachten ihm stehende Ovationen dar und trugen ihn schließlich auf ihren Schultern nach Hause, um ihm noch unter seinem Fenster Ständchen zu singen.
Oper ist immer noch so unterhaltsam wie früher. Nur ist man heutzutage an diese Unterhaltungsform weniger gewöhnt. Das ist alles. Wenn Sie sich einmal an diese Kunst gewöhnt haben, werden Sie erstaunt sein, wie unterhaltsam das alles ist.
Sie wissen mehr, als Sie meinen
Sie werden erstaunt sein, was Sie über die Oper bereits alles wissen. Der Werbe-Spot mit der Sopranistin, die in ihrem Luxusauto sitzt und aus vollem Halse singt, ist Oper. Ein anderer Fernseh-Spot, in dem der Held seinen Schlüssel auf dem Weg zur Oper verliert, ist ebenfalls Oper. Sogar der Bugs-Bunny-Klassiker »The Rabbit of Seville« mit Elmer Fudd, der »Kill the wabbit, kill the wabbit« zu der Melodie des Walkürenritts singt, ist Oper. In all diesen Beispielen sind die Melodien, die Sie hören, 100 % reine Opernmusik.
Das heißt also, dass die beliebtesten Opernmelodien bereits in Ihrem Kopf rumgeistern. Um sich in dieser seltsamen Welt aber wirklich wohl zu fühlen, sollten Sie ein paar mehr Dinge erkunden: ein bisschen Geschichte, ein paar Konventionen und ein paar der besten Opern überhaupt kennen. Dafür haben Sie nun dieses Buch.
Wie es euch gefällt
Nicht jede Oper wird Sie gleich so richtig antörnen, und das ist auch völlig in Ordnung.
Einige Opern sind, wie wir das im klassischen Musikgeschäft beschönigend bezeichnen, leichter
»verständlich« als andere. Das heißt einfach, dass manche Opern wunderschöne Melodien besitzen, die sie ständig summen könnten, wohingegen andere, zumindest beim ersten Hören, mehr so klingen wie Nachbars Katze bei Mondenschein .
Außerdem werden Sie, genauso wie Sie in der Pop-Musik Ihre Lieblingsgruppen haben, auch in der Opernwelt Ihre Lieblingskomponisten haben. Vielleicht spricht Sie ja ein bestimmter Stil zunächst mehr an als alle anderen.
Sieben Sachen, die Oper effektvoll machen
Obwohl es eine unglaubliche Stilvielfalt innerhalb der Musikwelt gibt, machen gerade immer ganz bestimmte Qualitäten eine Oper zum Erfolg. Von den 25.000 Opern, die in der Library of Congress in den USA aufgelistet sind, werden heutzutage weniger als 100 regelmäßig aufgeführt. Und hier sind die sieben Gründe dafür.
Von Herzen (. mit Schmerzen)
In den besten Opern, die wir kennen, waren die Komponisten selbst zutiefst von dem Thema bewegt. Sie suchten sich als Thema etwas, zu dem sie persönlich einen starken Bezug hatten. Beethovens Fidelio zum Beispiel handelt von einem Menschen, der darum kämpft, sich aus den Zwängen von Tyrannei und Unterdrückung zu befreien - so wie Beethoven selbst gegen die schwere Bürde seiner Taubheit ankämpfte. Die Fledermaus wiederum ist die populärste Operette von Johann Strauß (der mit der schönen blauen Donau, Sie wissen schon) und das ist auch kein Wunder: Die Oper ist voll mit schunkelnden Walzermelodien und jauchzenden Polkas, ganz besondere Qualitäten, die Strauß zum Superstar gemacht haben. Giacomo Puccini lebte jahrelang als junger Komponist am Rande der Armut und brachte all seine Lebenserfahrung in La Bohème ein, seinen größten Hit.
Giuseppe Verdi, einer der größten Opernkomponisten, hielt sich für einen ganz normalen Menschen. Dadurch fühlte er sich zu Geschichten hingezogen, die von ganz normalen Menschen in außergewöhnlichen Situationen handelten. Ein Komponistenkollege hatte das Libretto zu Nabucco nach Durchsicht abgelehnt, Verdi jedoch nahm die Geschichte der hebräischen Sklaven, die um ihre Freiheit kämpfen, sofort gefangen. Diese Oper wurde sein erster großer Erfolg.
In jedem oben beschriebenen Fall war der Komponist fähig, die Geschichte in Musik umzusetzen, weil er sie gut verstand. Das Ergebnis ist dann völlig überzeugend.
Menschliches, allzu Menschliches
Alle guten Opern - und auch alle guten Filme und Musicals - drücken tief verwurzelte menschliche Gefühle aus (außer Cats, hier handelt es sich um tief verwurzelte Katzengefühle).
Wir sprechen jetzt nicht von alltäglichen kleinen Ärgernissen wie der Frustration darüber, dass der Zugang zum Internet mal wieder besetzt ist oder dem Ekel darüber, dass auf Ihrer Pizza eine Küchenschabe hockt. Nein, wir reden über die ganz großen Gefühle wie Liebe, Wut, Stolz, Lust, Gier und Neid. In den besten Opern werden diese Gefühle zu dem Motor, der die Handlung vorantreibt.
Der Grund dafür ist ganz einfach: Diese Gefühle sind universal. Ganz egal, worum es geht, egal auch, an welchem Ort oder zu welcher Zeit die Oper spielt, die Gefühle bleiben die gleichen.
Und genau deswegen singen die Leute auch in den Opern. Gefühle in Musik auszudrücken macht sie irgendwie...
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- E-reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino and many more (not Kindle).
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