
Klassik für Dummies
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Einführung 19
Törichte Annahmen über die Leser 19
Wie dieses Buch aufgebaut ist 19
Symbole, die in diesem Buch verwendet werden 20
Warum Sie leichter klassische Musik genießen können, wenn Sie noch nichts davon verstehen 21
Teil I Willkommen zur klassischen Musik 23
Kapitel 1 Vorsichtig an die klassische Musik herantasten 25
Was ist klassische Musik? 25
Woher weiß ich, ob es mir gefallen wird? 26
Die sieben Eigenschaften der größten Komponisten 26
Ihre Musik kommt von Herzen 26
Sie verwenden eine Struktur, die Sie fühlen können 26
Sie sind kreativ und originell 27
Sie drücken ein maßgebliches menschliches Gefühl aus 27
Sie sichern sich Ihre Aufmerksamkeit durch Abwechslung und Tempowechsel 28
Ihre Musik ist leicht zu merken 28
Sie rühren Sie mit ihrem Werk an 29
Kapitel 2 Eine vollständige Geschichte der Musik auf 70 Seiten 31
Wie die klassische Musik begann 31
Das Mittelalter 32
Gregorianische Gesänge 32
Ein Mönch namens Guido 33
Wegtreten! 33
Die Renaissance 33
Das Madrigal 34
Es erscheint: Die Oper 34
Barock 35
Noten außer Rand und Band 35
Könige, Kirchen und andere beliebte Arbeitgeber 36
Antonio Vivaldi 37
Georg Friedrich Händel 38
Johann Sebastian Bach 41
Die Wiener Klassik 43
Joseph Haydn 43
Wolfgang Amadeus Mozart 45
Ludwig van Beethoven: Der Mann, der alles veränderte 49
Schubert und seine Lieder 53
Felix Mendelssohn Bartholdy 56
Hoffnungslose Romantiker 58
Carl Maria von Weber 58
Hector Berlioz 59
Frédéric Chopin 62
Robert Schumann 63
Johannes Brahms 65
Die Superstars: Paganini und Liszt 67
Richard Wagner 69
Strauss und Mahler 70
Richard Strauss: Der Mann, der mit Musik malte 71
Gustav Mahler, seines Zeichens Neurotiker 73
Klassische Musik im Zeitalter des Nationalismus 74
Bed!rich Smetana 75
Antonín Dvo!rák 76
Edvard Grieg 78
Jean Sibelius 79
Carl Nielsen 80
Glinka und das »Mächtige Häuflein« 81
Peter Tschaikowsky 83
Sergej Rachmaninow 85
Klassische Musik im 20. Jahrhundert 87
Debussy und Ravel 87
Hier kommt Ravel 88
Igor Strawinsky 89
Sergej Prokofjew 92
Dmitri Schostakowitsch 92
Die Zweite Wiener Schule 94
Die Amerikaner 96
Aaron Copland 96
George Gershwin 97
Samuel Barber 98
Und dann war da noch . . . 98
Amerikanische Musik hören 99
Kapitel 3 Sonaten, Symphonien & Co 101
Symphonien 101
Erster Satz: flott und lebendig 102
Zweiter Satz: langsam und lyrisch 103
Dritter Satz: tänzerisch 103
Finale: ausgelassen 104
Sonaten und Sonatinen 104
Konzerte 105
Die Struktur eines Konzerts 106
Die Kadenz 107
Tänze und Suiten 108
Serenaden und Divertimenti 109
Themen und Variationen 110
Fantasien und Rhapsodien 110
Tondichtungen (auch Symphonische Dichtungen genannt) 111
Kunstlieder 112
Der Liedermeister 112
Formen von Liedern 113
Oratorien und andere Chorwerke 113
Opern, Operetten und Arien 114
Ouvertüren und Vorspiele 115
Ballette und Ballerinen 115
Streichquartette und andere Sammelsurien 116
Wozu braucht man überhaupt eine Form? 117
Teil II Aufgemerkt! 119
Kapitel 4 Daves und Scotts Konzert-Überlebensführer für Anfänger und solche, die noch nicht einmal das sind 121
Wie man sich vorbereitet - oder auch nicht 121
Wann man im Konzertsaal ankommen sollte 122
Kann ich einen Lendenschurz zu »Le sacré du printemps« tragen? 122
Der Gourmet-Führer für die Zeit vor dem Konzert 123
Wo man sitzen sollte - und wie man die billigsten Karten abzockt 124
Klatschen oder nicht klatschen - das ist hier die Frage 126
Warum niemand klatscht 126
Noch mehr Informationen über das blödsinnige Klatschverbot 127
Wen man mitbringen sollte und wer besser zu Hause auf den Hund aufpasst 128
Welche Konzerte man bei einem Rendezvous besuchen sollte und welche nicht 129
Ein Blick in das Konzertprogramm 130
Eine typische Konzertabfolge 130
Die Musik selbst 132
Eine andere Art von Programm 133
Der Konzertmeister trifft ein! 135
Hier kommt der Kammerton . . . 136
Drehen, schieben, drücken, kurbeln 136
Der Dirigent tritt auf 138
Warum es Interpretationen gibt 138
Mit dem Stock in der Luft 139
Die Stellenbeschreibung eines Dirigenten 141
Teil III Ein Führer durch das Orchester 143
Kapitel 5 Alles, was Tasten hat 145
Das Klavier 145
Die Namen der Töne 146
Was ist eine Oktave? 146
Die schwarzen Tasten 147
Wie ein Klavier funktioniert 147
Die Pedale 149
Wo man Klaviermusik hören kann 149
Das Cembalo 150
Wo man Cembalomusik hören kann 151
Die Orgel 151
Alle Register ziehen 152
Wo man Orgelmusik hören kann 153
Der Synthesizer 154
Kapitel 6 Seitenweise Saiteninstrumente 155
Die Violine 155
Der Bogen 156
Das Stimmen 157
Wie die Violine gespielt wird 157
Vibrato 159
Die unerträgliche Leichtigkeit des Streichens 159
Pizzicato 160
Wo man Geigenmusik hören kann 161
Die anderen Saiteninstrumente 161
Die Bratsche 161
Wo man Bratschenmusik hören kann 163
Das Cello 163
Wo man Cello-Musik hören kann 165
Der Kontrabass 165
Wo man Kontrabassmusik hören kann 165
Die Harfe 166
Wo man Harfenmusik hören kann 168
Die Gitarre 169
Wo man Gitarrenmusik hören kann 169
Andere Saiteninstrumente 170
Kapitel 7 Klopf auf die Holzbläser 171
Die Querflöte 172
Wo man Ihnen die Flötentöne beibringt 173
Die Piccoloflöte 174
Die Oboe 175
Oboe spielen 176
Wo man Oboenmusik hören kann 177
Das Englischhorn 177
Die Klarinette 178
Transponierende Instrumente 178
Wo man Klarinettenmusik hören kann 179
Das Saxophon 180
Das Fagott 181
Kapitel 8 Heavy Metal: Die Blechbläser 183
Ärger für die Blechbläser 184
Wie Blechblasinstrumente funktionieren 184
Das Waldhorn 185
Das Naturhorn 185
Das moderne, trügerische Horn 186
Wo man Waldhörner hören kann 187
Die Trompete 187
Der Zungenstoß 188
Dämpfer 189
Wo man Trompetenmusik hören kann 189
Die Posaune 189
Umhergerutsche 190
Wo man die Posaune hören kann 191
Die Tuba 191
Ein Haufen voller Tuben 191
Wo man die Tuba hören kann 192
Kapitel 9 Die größten Hits des Schlagzeugs 193
Die Kesselpauke 194
Einen Paukenwirbel, bitte! 195
Wo man Kesselpauken hören kann 195
Die große Trommel 195
Das Becken 196
Die kleine Trommel 196
Das Xylophon 197
Andere xylophonartige Instrumente 198
Andere nette Instrumente, auf die man prima einschlagen kann 198
Der Triangel 198
Das Tamburin 200
Das Tamtam und der Gong 201
Die Kastagnetten 201
Die Peitsche 202
Die Kuhglocke 202
Die Ratsche 202
Teil IV Der Hinterkopf des Komponisten 203
Kapitel 10 Das gefürchtete Kapitel über Musiktheorie 205
Rhythmus: Der Motor der Musik 206
Die Zeit aufteilen 206
Die Einschläge spüren 206
Ihre erste Übung im Notenlesen 208
Längere Noten 209
Kürzere Noten 209
Der Punkt 210
Abschlussprüfung 212
Die Tonhöhe: Beethoven mit 5000 UpM 212
Ein Experiment, von dem die ganze Menschheit profitiert 213
12Töne! 214
Wie man Tonhöhen notiert 215
Noten lesen 219
Tonartvorzeichnungen 221
In welcher Tonart steht das? 222
Daves und Scotts 99,9999%-Methode zur Bestimmung der richtigen Tonart 224
Was soll das mit den Tonarten eigentlich? 224
Und weiter geht's mit den Intervallen 226
Die große Sekunde 226
Die große Terz 227
Die Quarte 227
Die Quinte 229
Die große Sexte 230
Die große Septime 230
Die Oktave 230
Große und kleine Intervalle 231
Die kleine Sekunde 231
Die kleine Terz 232
Die verminderte Quinte - nein, der Tritonus! 233
Die kleine Sexte 233
Die kleine Septime 234
Die Tonleiter hinaufsteigen 234
Der Melodiebaukasten für Jung und Alt 236
Friede und Harmonie 237
Duroplast und Tesa-Moll - die chemische Industrie in der Musik 238
Freunde und Verwandte: harmonische Fortschreitungen 239
Freunde, Römer, Akkordfolgen 239
Zurück zu den Oldies 240
Vor dem Gebrauch gut schütteln 241
Ihr Diplom in Musiktheorie 242
Kapitel 11
Das Ganze noch einmal, aber diesmal mit Gefühl: Tempo, Dynamik und Orchestrierung 243
Das dynamische Duo: Laut und leise 243
Liebling, ich habe das Laut/Leise geschrumpft 244
Italienische Haarnadeln 245
Eine Frage des musikalischen Geschmacks 246
Tempolimit 247
Vom Heckelphon zum Pianoforte: Orchestrierung für Anfänger 247
Mit den Klangfarben spielen 248
Wie man Orchestrierungen aufschreibt 248
Wer orchestriert eigentlich? 249
Teil V Der Top-Ten-Teil 251
Kapitel 12 Zehn großartige Werke der Kammermusik 253
Kapitel 13 Die zehn häufigsten Missverständnisse über klassische Musik 255
Klassische Musik ist langweilig 255
Klassische Musik ist nur etwas für Snobs 255
Moderne klassische Musik kann man sich kaum anhören 256
Klassische Musik wird heute nicht mehr komponiert 256
Wenn ich ins Konzert gehe, muss ich mich schick anziehen 257
Wenn ich von dem Gastsolisten noch nichts gehört habe, kann er nicht gut sein 257
Profimusiker haben ein lockeres Leben 257
In der ersten Reihe sind die besten Plätze 258
Mozart hat »Heute kommt der Weihnachtsmann« komponiert 258
Klassische Musik kann mein Leben nicht verändern 258
Kapitel 14 Die zehn wichtigsten musikalischen Fachbegriffe für Cocktailpartys 259
Kapitel 15 Die zehn besten Witze über klassische Musik 263
Keine Details bitte! 263
Der Meister aller Klassen 263
Aufnahmeprüfung 263
Übung macht den Meister 264
Der weinende Bratschist 264
Hunde müssen draußen bleiben 264
Sechzehntel 264
Berufliche Neuorientierung 264
Geheimer Zettel 265
Und last but not least 265
Kapitel 16 Zehn Tipps, wie Sie nach der Lektüre dieses Buches weitermachen können 267
Gehen Sie in Konzerte 267
Machen Sie bei einer Klassik-Tournee mit 267
Vernetzen Sie sich mit den Künstlern 268
Begeistern Sie andere für klassische Musik 268
Holen Sie sich Informationen aus dem Internet 268
Holen Sie sich eine Musik-Flatrate 269
Schalten Sie einen Klassiksender ein 269
Sehen Sie sich Filme über klassische Musik an 270
Lernen Sie weiter 270
Machen Sie selbst Musik 271
Teil VI Anhänge 273
Kapitel A Eine Sammlung mit klassischer Musik aufbauen 275
Kapitel B Zeittafel zur klassischen Musik 281
Kapitel C Glossar 287
Stichwortverzeichnis 293
Kapitel 1
Vorsichtig an die klassische Musik herantasten
In diesem Kapitel
Was ist eigentlich so toll an klassischer Musik?
Wie Sie herausfinden, was Ihnen gefällt
Die sieben Eigenschaften der größten Komponisten
Die Welt der klassischen Musik ist ein Hort des Idealismus, wo das Gute das Böse und die Liebe einfach alles besiegt, wo man immer eine zweite Chance bekommt, wo am Ende alles gut ausgeht und wo man alles auf einmal bekommen kann.
Klassische Musik ist eine der wenigen lebendigen Künste. Sie lebt immer weiter, weil sie unaufhörlich neu erschaffen wird, und das live, vor Publikum. Im Gegensatz zu den bildenden Künsten umgibt die klassische Musik Sie unmittelbar und wird vor Ihnen lebendig; im Gegensatz zu Literatur oder Theater können alle Menschen, unabhängig ob und welche Sprache sie sprechen, klassische Musik gleich gut verstehen - und im Gegensatz zum Ballett müssen Sie auch nicht in einem engen Body eine gute Figur machen, um klassische Musik aufführen zu können.
Erleben Sie klassische Musik wegen der puren Freude, als Trost, zur Erbauung, zur spirituellen Erhöhung und - wenn Sie unseren Empfehlungen folgen - für weniger als 25 Euro.
Was ist klassische Musik?
In diesem Buch verstehen wir unter klassischer Musik die Musik, die in der westlichen Welt in den letzten paar hundert Jahren komponiert wurde (aber nicht die moderne Pop- und Folk-Musik). Diese Musik ist normalerweise für ein Orchester oder eine Kombination aus Orchesterinstrumenten, für Tasteninstrumente, Gitarre oder Gesang geschrieben.
Bis vor ganz kurzer Zeit (zumindest aus erdgeschichtlicher Sicht) machten die Leute keine großen Unterschiede zwischen »populärer« und »klassischer« Musik oder U- und E-Musik. Im 18. und 19. Jahrhundert war das alles einfach Musik, und die Leute liebten sie. Man ging zur Aufführung der neuesten Symphonie, eines Konzertes, Liederzyklus oder einer Oper so, wie Sie heute vielleicht zu einem Rock-Konzert gehen - einfach, um Spaß zu haben. Die Leute freuten sich darauf, ihre Lieblingsstars zu sehen, mit ihren Freunden zu klönen und ihre Lieblingsmelodien zu hören. Sie trugen Freizeitkleidung, brachten sich Essen und Trinken mit und klatschten und jubelten sogar während des Vortrags, wenn ihnen danach war. Klassische Musik war damals Popmusik.
Woher weiß ich, ob es mir gefallen wird?
Nicht jedes Stück klassischer Musik wird Ihnen von Anfang an gefallen. Und das ist auch völlig in Ordnung so.
Zunächst einmal sind manche Stücke, wie wir Leute aus der klassischen Musik es ausdrücken, »zugänglicher« als andere, das heißt, sie haben wunderschöne Melodien, die Sie sofort mitsummen können, wohingegen andere beim ersten Hören mehr danach klingen, als würden Gänse durch einen Flugzeugmotor gesaugt.
Es gibt kein Richtig und kein Falsch bei klassischer Musik, sie soll ja schließlich Spaß machen, wenn man ihr zuhört. Das Problem besteht nur darin, herauszufinden, was Ihnen Spaß macht.
Und wenn Ihnen einfach alles an klassischer Musik gefällt, umso besser. Unsere Arbeit wird damit nur einfacher.
Die sieben Eigenschaften der größten Komponisten
Obwohl es eine unglaubliche Vielzahl von Stilen in der klassischen Musik gibt, sind es doch immer wieder die gleichen Eigenschaften, die großartige Musik erst großartig machen.
Ihre Musik kommt von Herzen
Gute Komponisten versuchen nicht, Sie mit falschem Trara zu benebeln. Sie stehen hinter dem, was sie komponieren. Nehmen Sie zum Beispiel Tschaikowsky: Dieser Knabe hat sein halbes Leben emotional völlig aufgewühlt zugebracht, und so klingt seine Musik auch (aber hallo!).
Mozart war ein Komponist, dem das Komponieren unglaublich leicht fiel: Die Melodien blubberten aus seinem Kopf wie Seifenblasen aus der Badewanne, und diese Leichtigkeit merkt man den Stücken auch an. Strawinsky dagegen war ein berechnender, komplexer Charakter mit strenger Disziplin, und so ist auch seine Musik. Obwohl diese beiden Persönlichkeiten so unterschiedlich waren, schrieben sie doch beide großartige Musik, die ihrem Wesen entsprach.
Sie verwenden eine Struktur, die Sie fühlen können
Großartige Musikstücke haben eine Struktur, eine musikalische Architektur. Das fällt Ihnen vielleicht beim Hören nicht unmittelbar auf, aber Sie werden instinktiv fühlen, wie diese Musik aufgebaut ist. Vielleicht folgt das Stück einem der klassischen, übergreifenden Muster (das sind dann Dinger, die Sonatenhauptsatzform oder Rondoform heißen, und die wir in Kapitel 3 erklären werden). Vielleicht ist es auch nur ein musikalisches Thema am Anfang, das am Ende wieder auftaucht. Wie auch immer, wir hätten Schwierigkeiten, ein großartiges Musikstück zu finden, dass keine in sich geschlossene Struktur hat.
Kürzlich an der Universität von Kalifornien gemachte Studien haben gezeigt, dass Studenten, die vor einer Prüfung Mozart hören, bessere Noten erzielen als solche, die es nicht tun. (Wir gehen allerdings davon aus, dass diese Studenten noch bessere Noten bekommen hätten, wenn sie vor der Prüfung auch einmal gelernt hätten.) Wenn Sie einem Mozart-Stück zuhören, aktiviert Ihr Gehirn offensichtlich logische Bereiche, die diese Form verarbeiten können. Diese Bereiche sind dann auch für die Verarbeitung anderer Informationen geeignet. Klassische Musik macht Sie also tatsächlich schlauer.
Sie sind kreativ und originell
Sie werden immer wieder hören, dass einige der besten Komponisten - selbst solche, deren Werke uns heute eher zahm und leicht zugänglich erscheinen - zu ihrer Zeit nicht verstanden wurden. Nicht jeder konnte etwas mit den Kompositionen eines Beethoven, Brahms, Mahler, Strauss, Débussy, Strawinsky oder Ives anfangen, als diese Stücke geschaffen wurden. (Eigentlich war das jetzt die Untertreibung des Jahres, denn das Publikum randalierte bei der Aufführung von Strawinskys Le sacré du printemps, zerlegte das Theater und stürzte zu den Ausgängen.)
Der Grund dafür, dass solche Stücke anfangs nicht akzeptiert wurden, ist das Ungewohnte an ihnen. Die musikalischen Formen oder die mit ihnen ausgedrückten Ideen waren völlig neu. Und doch ist das einer der Gründe, warum es sich dabei um so großartige Musikstücke handelt. Gute Komponisten haben eigene Ideen.
Haben Sie den Film Amadeus gesehen? Der Komponist Salieri fungiert als »Moderator« in diesem Film, er wird als einer der bekanntesten weniger guten Komponisten dargestellt - er lebte zur Zeit von Mozart und wurde in den Augen der Nachwelt von ihm völlig in den Schatten gestellt. Nun war Salieri nicht gerade ein schlechter Komponist, tatsächlich war er sogar sehr gut. Aber er war nicht einer der ganz großen Komponisten, weil seine Arbeiten nicht originell waren. Was er schrieb, klang genauso wie das, was alle anderen zu der Zeit ebenfalls schrieben. Ein etwas einfallsloser Komponist also.
Sie drücken ein maßgebliches menschliches Gefühl aus
Große Komponisten haben etwas Wichtiges mitzuteilen. Sie haben ein Gefühl, das so drängend ist, das es aus ihnen herausschreit. Die besten Musikstücke (egal welcher Musik, von Rock bis Rap, von Sinatra bis Selena) bedienen sich dieser Fähigkeit, das Unaussprechliche auszudrücken.
Als Beethoven entdeckte, dass er taub werden würde, wurde er von einem unglaublichen, überwältigenden, lähmenden Frust erfasst. Seine Musik drückt dieses Gefühl aus. Er machte seinen Frust in jedem Ton seiner Kompositionen deutlich - mit den Mitteln der Musik. Beethovens Musik ist von einer großen Intensität.
Das heißt jetzt aber nicht, dass ein großer Komponist unbedingt eine solche Intensität an den Tag legen muss. Joseph Haydn beispielsweise strahlte fröhliche Verspieltheit in allem aus, was er schrieb. Aber wie alle guten Komponisten hatte er etwas Wichtiges zu sagen.
Sie sichern sich Ihre Aufmerksamkeit durch Abwechslung und Tempowechsel
Gute Komponisten wissen, wie sie Sie fesseln können. Ihre Musik ist vom Anfang bis zum Ende interessant.
Das kann man beispielsweise durch Abwechslung erreichen. Wenn der Komponist in einem Stück eine Vielzahl von musikalischen Ideen, Melodien oder Harmonien und Dynamik (das Abwechseln von lauten und leisen Passagen) verwendet, dann ist die Wahrscheinlichkeit viel größer, dass Sie interessiert bleiben. So gesehen ist ein großartiges Stück Musik wie ein großartiger Film. Sie werden doch auch aufmerksam, wenn es gleich am Anfang eine Explosion gibt, oder? Aber haben Sie jemals einen Film gesehen, in dem es zwei Stunden lang im Minutentakt explodiert (gut, mal abgesehen...
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