
Zwei Gulden vom Fuder
Description
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Wieviel Wein ist eigentlich in einem Holzfass enthalten? Diese Frage stellt sich nicht nur der Liebhaber eines guten Tropfens: Im mittelalterlichen Weinhandel war sie von essentieller Bedeutung, denn die von den Städten beim Weinverkauf erhobene Steuer stellte eine wesentliche Einnahmequelle dar. Da die handgefertigten Fässer nicht normiert waren, erfanden kluge Köpfe für ihre Inhaltsbestimmung einfach zu bedienende Messstäbe, die Visierruten. Bereits lange vor Kepler und seiner Fassregel ließ sich so schnell und recht präzise der Fassinhalt bestimmen. Aber wie erstellt man Visierruten und welche mathematischen Prinzipien liegen ihren Skalen zugrunde? Wer nahm die Messungen im Alltag vor? Gunthild Peters geht diesen Fragen auf der Grundlage einer im 15. Jahrhundert weit verbreiteten, handschriftlich überlieferten Textsammlung rund um das "Visieren" nach. Peters rekonstruiert die Herstellungsanweisungen und stellt am Beispiel Nürnbergs die aus dem Handwerk rekrutierten Spezialisten für Fassmessung vor, die Visierer. Auf diese Weise verbindet die Autorin nicht nur historische und mathematische Analyse, sondern zeigt auch das gelungene Zusammenspiel theoretischen und praktischen Wissens auf. Der Band enthält darüber hinaus eine Edition der lateinischen Textgrundlage.
Ausgezeichnet mit dem Georg-Uschmann-Preis für Wissenschaftsgeschichte, verliehen von der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina - Nationale Akademie der Wissenschaften.
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Content
- Intro
- VORWORT
- INHALTSVERZEICHNIS
- 1 MEISTERLICHE FASSMESSUNG: EINLEITUNG UND ÜBERSICHT
- 1.1 "SO KOMMEN DIE VISIERER HER"
- 1.2 VISIERWISSEN ZWISCHEN THEORIE UND PRAXIS: ZIELE DER ARBEIT
- 2 TEXTE, SPEZIALISTEN UND MESSINSTRUMENTE: ZUM FORSCHUNGSSTAND
- 2.1 VISIERTEXTE UND IHRE VERFASSER
- 2.2 DIE VISIERER: SPEZIALISTEN DER FASSMESSUNG
- 2.3 EXEMPLARE AN VISIERRUTEN
- 3 EINE SAMMLUNG VON VISIERTEXTEN
- 3.1 DIE EINZELTEXTE
- 3.2 DIE HANDSCHRIFTEN
- 4 VISIERRUTEN IN DER VISIERTEXTSAMMLUNG
- 4.1 INHALTSBESTIMMUNG VOLLSTÄNDIG GEFÜLLTER FÄSSER
- 4.2 INHALTSBESTIMMUNG TEILWEISE GEFÜLLTER FÄSSER
- 4.3 TIPPS UND TRICKS FÜR DEN GEBRAUCH VON VISIERRUTEN
- 4.4 ALTERNATIVEN ZUR VISIERRUTE
- 4.5 ZUSAMMENFASSUNG UND ERGEBNISSE
- 5 MATHEMATIK FÜR DAS FASS
- 5.1 EUKLIDISCHE GEOMETRIE
- 5.2 SCHRIFTEN DER PRAKTISCHEN GEOMETRIE
- 5.3 TRADITIONELLE ZAHLENVERHÄLTNISSE
- 5.4 EIN "ALGORISMUS DE MINUTIIS"
- 5.5 ASTRONOMISCHES HANDWERKSZEUG
- 5.6 ZAHLENTAFELN
- 5.7 GEFLÜGELTE WORTE
- 5.8 ZUSAMMENFASSUNG UND ERGEBNISSE
- 6 DIE VISIERER AM BEISPIEL DER STADT NÜRNBERG
- 6.1 NÜRNBERG UND DER WEINHANDEL
- 6.2 DIE NÜRNBERGER VISIERER
- 6.3 EXKURS: VISIERER IN ANDEREN STÄDTEN
- 6.4 ZUSAMMENFASSUNG UND ERGEBNISSE
- 7 SAMMLERINTERESSE: DIE VISIERTEXTSAMMLUNG UM 1500 IN ITALIEN
- 7.1 UNTER DIPLOMATEN
- 7.2 MATHEMATIK DES VISIERENS FÜR DEN INGENIEUR
- 7.3 ZUSAMMENFASSUNG UND ERGEBNISSE
- 8 KODIFIZIERUNG DES VISIERWISSENS: ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
- 8.1 HISTORISCHER HINTERGRUND
- 8.2 DIE VISIERTEXTSAMMLUNG ALS SCHRIFT ÜBER PRAKTISCHES WISSEN
- 8.3 DENKER UND SPEZIALISTEN BEIM VISIEREN
- ANHANG
- I DETAILREKONSTRUKTION DER VISIERRUTEN AUS DER VISIERTEXTSAMMLUNG
- II VERZEICHNIS DER VISIERER IN NÜRNBERG (1357 - 1525)
- III EDITION DER VISIERTEXTSAMMLUNG
- LITERATUR
- VERZEICHNIS DER HANDSCHRIFTEN, ARCHIVALIEN UND MESSSTÄBE
- ORTSREGISTER
- PERSONENREGISTER
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