
Implementierung von Controllinginstrumenten
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1. Motivation und Zielsetzung
Die Implementierung von Controllinginstrumenten in Unternehmen wird von Wissenschaftlern wie Praktikern als bedeutendes Element zur Bewältigung unternehmerischer Probleme erachtet. Nach Weber/Schäffer dienen Controllinginstrumente der Sicherstellung rationaler Führung. Sie unterstützen die Generierung von controlling- und somit führungsrelevanten Informationen und können hierdurch zu einem verbesserten Wissensstand der sie nützenden Akteure beitragen. Da Unternehmen in sich verändernden Wirtschaftssystemen agieren, unterliegen auch die zu ihrer Steuerung relevanten Informationsbedarfe einer fortwährenden Veränderung.
Um auf den Weltmärkten wettbewerbsfähig bleiben zu können, müssen Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen regelmaßig an die sich ändernden Bedürfhisse ihrer Kunden anpassen sowie den neuen technologischen Entwicklungen hinreichend begegnen. Auch gilt es, die betrieblichen Aktivitäten und Prozesse kontinuierlich zu verbessern.
Um dies alles zu realisieren, bedürfen Unternehmen bzw. die sie konstituierenden Akteure adäquater und aktueller Informationen, welche von bisher genutzten Instrumentarien unter Umständen nicht oder nur ungenügend bereitgestellt werden. Somit kommt der Implementierung von Controllinginstrumenten, die diesen Anforderungen zu genügen vermögen, ein höher Stellenwert zu, sie wird daher vielfach als bedeutende Herausforderung für Manager und Controller bezeichnet. Wie empirische Untersuchungen jedoch belegen, gelingt sie selten problemlos.
Die Implementierung von Controllinginstrumenten wird in Theorie und Praxis als ein komplexer betrieblicher Prozess beschrieben, der von einer Vielfalt von Faktoren beeinflusst scheint. Weder ihre praktische Umsetzung noch ihre wissenschaftliche Behandlung stellt somit ein leichtes Unterfangen dar.
Obgleich Hopwood bereits vor knapp zwanzig Jahren auf einen eingeschränkten Wissenstand bezüglich der Veränderung innerhalb des Controllinginstrumentariums hinwies und hierdurch eine neue Forschungsmotivation zu initiieren vermächte, finden sich auch gegenwärtig Äußerungen dahingehend, dass weiterhin wesentliche Unklarheiten bestunden und eine Vielzahl der Probleme der Implementierung von Controllinginstrumenten ungelöst sei.
Ursachlich hierfür kann die Tatsache sein, dass sich (bislang) kein einheitliches theoretisches Verständnis herausgebildet hat, sondern eine Vielzahl unterschiedlicher Perspektiven zur Problembewältigung herangezogen und vielfach Einzelaspekte betrachtet werden. Auch ein Blick in die allgemeinere betriebswirtschaftliche Implementierungsforschung lässt diese als vergleichsweise fragmentiert und lückenhaft erscheinen.
So konstatiert Noble: "Despite the significance of the implementation process, however, relatively little research attention has been directed to the area. [...] There is a significant need for detailed and comprehensive conceptual models related to [...] implementation. To date, implementation research has been fairly fragmented due to the lack of clear models on which to build. If the area is to advance, more conceptual efforts must be made to enable [...] implementation to achieve an identity of its own as a valid and distinguishable area of study".
Vergleicht man die Probleme der Implementierung unterschiedlicher Controllinginstrumente miteinander, lässt sich die Vermutung aufstellen, dass diese weniger durch die Spezifika der einzelnen Instrumente als vielmehr durch instrumentenübergreifende Ursachen begründet sind. Jedoch scheint das zu Gründe liegende Bild noch sehr diffüs. Verschiedene Einflussfaktoren konnten in den vergangenen Jahren identifiziert werden, doch mangelt es an einer grundlegenden Zusammenführung der in den einzelnen Studien thematisierten Problembereiche, so dass sich bislang nur ein begrenztes Problemverständnis entwickeln konnte."
Zur Bewaltigung implementierungsspezifischer Probleme wäre allerdings die Kenntnis über die Vielfalt bzw. Gesamtheit potenzieller Probleme und möglicher Störfaktoren hilfreich, um diese in einem ersten Schritt schneller identifizieren und ihnen in einem zweiten Schritt angemessen begegnen zu können. Aus den aufgezeigten Defiziten sowohl der controllingspezifischen als auch der allgemeinen Implementierungsforschung resultiert die Problemstellung dieser Arbeit.
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