
Die Welt
Description
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"Alle glücklichen Familien sind einander ähnlich, jede unglückliche Familie ist unglücklich auf ihre Weise." Leo Tolstoi, Anna Karenina
Mit der ersten Familie beginnt die Menschheit. Die folgenden Familien machen Geschichte und ihre Dynastien formen – bis heute – die Weltgeschichte. Weltbestsellerautor Simon Sebag Montefiore entfaltet ein welt- und kulturenumspannendes Panorama von Familien, Sippen, Clans und Dynastien durch alle Zeiten und auf allen Kontinenten. Noch nie wurde die Familien-Weltgeschichte so vielschichtig entfaltet, so mitreißend erzählt.
Die Geschichte der Menschheit beginnt in diesem historischen Epos mit einem Strandspaziergang einer Familie vor 950.000 Jahren. Diese Weltgeschichte erzählt Simon Sebag Montefiore als Familien- und Gesellschaftsdrama von den Neandertalern bis zu den Königen der Saud, von Cäsar bis zu den Kennedys und Xi Jinping.
In 23 Akten spielt sich die Weltgeschichte der Menschheit von ihren Anfängen bis heute vor unseren Augen als ein großes Welttheater ab: begeisternd, verzweifelt, verträumt, brutal, erbarmungslos, realistisch, einfallsreich – als ergreifendes Drama, unglaubliche Komödie und erschütternde Tragödie. Familien lieben und hassen sich, sie feiern ihre Erfolge und erleiden gemeinsam ihre Niederlagen und ihren Niedergang.
Meisterhaft veranschaulicht Montefiore, in seiner Menschheitsgeschichte, wie sich Weltgeschichte durch dieses epische Panorama für immer verschieben wird. Dramatisch, ungeschönt, ergreifend, lässt Simon Montefiore seine Leser Weltgeschichte intensiv erleben – großartig als überwältigende Vision, intim in den seltenen Augenblicken, an denen die Geschichte stillzustehen scheint.
"Es ist leicht über ein Königreich zu herrschen, aber schwer, die eigene Familie zu regieren." Aus China
Reviews / Votes
"In diesem Werk von erstaunlichem Umfang und Gelehrsamkeit verwebt Montefiore die Geschichten der Diener, Höflinge und Könige, Pioniere, Prediger und Philosophen, die Geschichte gemacht haben. Brillant. Selbst den gebildetsten Lesern werden neue und tiefe Einsichten eröffnet." Henry Kissinger
"Wer Spaß an der Geschichte haben will und die Welthistorie mit ein bisschen Schaudern lesen will, dem sei das Werk Montefiores ans Herz gelegt. Eine großartig erzählte Weltgeschichte, die stets einen Riesenkrach in den Familien garantiert."
Michael Hesse, Frankfurter Rundschau, 03. November 2023
"Für jüngere Leser mit historischen Interessen jedoch, aber auch für historisch Vorgebildete mit Sinn für ungewohnte Perspektiven gibt es wohl keine unterhaltendere und keine erkenntnisförderndere Neuerscheinung als dieses erstaunliche, spannende und in doppeltem Sinn gewichtige Buch."
Stephan Wackwitz, Die Zeit, 16. November 2023
"Ungeheuer ehrgeizig, gelehrt und voller Überraschungen." Peter Frankopan
"Fesselnd, bewegend, episch und vielfältig" Olivette Otele
"Meisterhaft" Ben Okri
"Berauschend" Tanya Gold, Jewish Chronicle
"Eine Geschichte der Welt von den Neandertalern bis zu Trump. Ein enorm unterhaltsames Buch." Gerard DeGroot, The Times
"Eine bemerkenswerte Leistung" Observer
"Großartig. Monumental" Robbie Millen, Times Radio
"Meisterhaft und wahrhaft atemberaubend" BBC History Revealed
"Atemberaubend. Ein ungeheures Geschenk" Simon Schama
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ISNI: 0000 0001 2123 9713 GND: 129648965
Content
- Umschlag
- Impressum
- Inhalt
- Vorwort
- Einführung
- Redaktionelle Anmerkung zur deutschen Ausgabe
- Zitate
- Erster Akt - Weltbevölkerung 150 000 bis 50 Millionen
- Von Pharaonen und Akkadern
- Prinzessin und allererste Dichterin: Enheduanna
- Kubaba, die erste Königin
- Die Erbauer der Pyramiden: Cheops und seine Mutter
- Sargon: Der Zerschmetterer von Königen
- Enheduannas Rache
- Seqenenre, der Tapfere
- Hatschepsut: Vornehme Frau und erster Pharao
- Streitwagenfahrer, Bogenschütze und Pferdeflüsterer
- Große kleine Herrin Ägyptens: Teje
- Hethiter und Ramses
- Sonnenwahn: Nofretete und der König der Hethiter
- Nofretete und Tutanchamun - Mann, Frau und ein hethitischer Prinz
- Kampf der Wagenlenker
- Kriegsköniginnen: Fu Hao, Puduhepa und Nefertari
- Nubier und Assyrer
- Drei Königinnen: Isebel, Semiramis und Atalja
- Assyrer erobern die Welt
- Kusch: Das erste afrikanische Großreich
- Afrika gegen Assyrien
- Ein trübsinniger König begeht Brudermord
- Das Machtduett von Großmutter und Enkelsohn
- Zweiter Akt - 100 Millionen
- Perser, Babylonier und Athener
- Nebukadnezar und die Hure Babylon
- Vom Eroberer zum Trinkgefäß: Kyros und Tomyris
- Dareios, Buddha und das Rad des Gesetzes
- Argeaden und Achämeniden
- Königin Amestris verstümmelt ihre Widersacherin
- Perikles, Aspasia und die Pest in Athen
- Alkibiades und Sokrates
- Persischer Giftwettkampf und makedonische Mundgeruchverschwörung
- Der einäugige Philipp und die Königin Olympias
- Persisches Roulette: Dareios und Alexander
- Alexander, Roxane, Chandragupta: Weltkönig, baktrische Königin, indischer König
- Tod in Babylon: Das Morden beginnt
- Maurya und Qin
- Seleukos in Indien: Der Aufstieg des Chandragupta
- Ashoka: Der König, der das Rad dreht
- Mit dem Herzen eines Tigers und eines Wolfes: Aufstieg der Qin
- Barkiden und Scipionen
- Liebe unter Ptolemäern
- Afrikanischer Blitz und Menschenopfer: Barkas von Karthago
- Für und gegen Karthago: Scipio, Hannibal und Massinissa
- Demetrios, König der Inder
- Der verrottende Fisch von Qin: Aufstieg des kleinen Gauners
- Mütterliches Monster: »Hier ist das menschliche Schwein«
- Judas und Mithridates: Judäischer Hammer und parthischer Schuss
- Africanus der Jüngere und der König von Numidien: Tod der großen Städte
- Dritter Akt - 120 Millionen
- Han und Cäsaren
- König Dickbauch, sein Sohn und die Kleopatras
- Harmonische Verwandtschaft, Bluthochzeit: Eine Prinzessin unter Nomaden
- Der König, der nicht vergiftet werden konnte
- Der entmannte Geschichtsschreiber und Kaiser Wu
- Kahler Hurenbock und ägyptische Königin: Caesar und Kleopatra
- Crassus' Kopf und eine Million tote Gallier
- Kleopatra, Caesar und Marcus Antonius
- Alexanders Nase und Kleopatras Schlange
- Augustus, Julia und die Einäugige von Kusch
- Fliegende Schwalbe, die Liebe und ein abgeschnittener Ärmel
- Das Reptil von Capri
- Wenn Rom nur einen Hals hätte: Caligula und seine Schwestern
- Römer und Maya
- Messalinas Putsch
- Herrschaft der Freigelassenen: Agrippinas Hochzeit
- Mütter, Brüder und Schwestern: Nero, Agrippina und die Bans
- Begabte Geschwister: Zwei Schriftgelehrte und ein Feldherr
- Sternenkriege, durchstochene Penisse, Sexsklaven und Dampfbäder
- Der verliebte Hadrian: Tod im Nil
- Arabische Dynastien
- Die Eunuchen, der kaiserliche Philosoph und die Pandemie
- Das Monster des Philosophen: Commodus
- Eunuchenmord und Größenwahn
- Elagabals Verwandlung: Afrikanischer Kaiser und arabische Kaiserinnen
- Der Schah und der ausgestopfte Kaiser
- Zenobia und Konstantin
- Vierter Akt - 200 Millionen
- Die Dynastien des Konstantin, Sassan und Speerwerfer-Eule
- Der Ehefrauenmörder und der dreizehnte Apostel
- Der gekrönte Embryo und der heidnische Kaiser
- Erstes Krokodil und der Hunne Rugila
- Attila und Kaiserin Placidia
- Attilas Bluthochzeit und Justinians Braut
- Qusaiy und Justinian: Von Konstantinopel nach Mekka
- »Salomo, dich habe ich übertroffen«
- Justinians Pandemie und die Mördervögel von Mekka
- Fünfter Akt - 300 Millionen
- Mohammeds Dynastie
- Familienfehde
- »Ein Kaiser, der kräht und bellt«: Justins Wahnsinn
- »Lies! Ich kann nicht! Lies!« Mohammeds Offenbarung
- Tang und Sassan
- Tödlicher Jäger, Löwe des Ostens: Der Größenwahn Chosraus
- Taizong und der König von Tibet
- Xuanzangs Reisen: Die Öffnung der Indosphäre
- Die Familie Mohammeds
- »Beschneidet die Männer!« Eroberungen Mohammeds und seiner Familie
- Bezaubernde Wu: »Die Kaiserin hat mein Kind ermordet«
- Sechster Akt - 207 Millionen
- Die Familien Mohammeds und Karls des Großen
- Der arabische Caesar und der Yazid des Weins, der Hurerei und der Affen
- Die Zähne und Klauen der Kaiserin Wu Zetian
- Der Fliegentöter von Damaskus und die Tang-Kaiserinnen
- Der Hammer und die Orgien des Kalifen
- Blutvergießer und Riesenbaby: Aufstieg des Abbas und Fall der Tang
- Der Falke und die gekrönten Tauben: Abd ar-Rahman und Karl der Große
- Tod den Dämonen: Karls Schwert
- Karls Kaiserkrönung, Haruns Hochzeit
- Tausendundeine Nacht: Der Kalif und die Sängerinnen von Bagdad
- »Bring mir Jafars Kopf«
- Die Amsel von Córdoba
- Rurikiden und die makedonische Dynastie
- Rurik und die Wikinger
- Konstantinopel und Rom: Pferdeflüsterer und Senatrix
- Heidnische Konvertiten: Wladimir und Rollo
- Der Kalif von Córdoba
- Ghanas und Fatimiden
- Afrikanische Macht: Die Herren von Wagadu und von Kairo
- Al-Misks Düfte, Jawars Fisch und der jüdische Wesir: Die Fatimiden
- Der Despot von Kairo, die Herrin des Reiches und der Bulgarentöter
- Die Blauzähne erobern England: Der Unberatene, Eisenseite, Gabelbart und Hasenfuß
- Die Amerikaner: Freydis und Gefiederte Schlange
- Siebter Akt - 226 Millionen
- Song, Fujiwara und Chola
- Die kultivierten Staatenlenker der Song: Schießpulver, Papiergeld, Dichtung
- Zwei Schriftstellerinnen: Murasaki und die Dichterin
- Seldschuken, Komnenen und Hautevilles
- Der wilde Löwe Arslan und die alterslose Zoë
- Wilhelm Eisenarm, Schlaukopf Robert und die amazonenhafte Sikelgaita
- Die dichtende Prinzessin und der eitle Löwe
- Rogers Flatulenz, Zaynabs Magie und El Cids Schwert
- Kreuzritter: Der Riese und die Tochter des Kaisers
- Achter Akt - 360 Millionen
- Dschingis und Söhne
- Aufstieg und Fall des Khans
- Der Fall Temüdschins
- Tamar, Vorkämpferin des Messias
- Temüdschin kommt wieder auf die Beine
- Verführer und Rächer: Die Zähne des Andronikos und die Augen des Dogen
- Dschingis, goldenes Leben und der Schwarze Tod
- Dschingis und Söhne: »Was ist die größte Freude für einen Mann?«
- Khmer, Hohenstaufen und Polos
- Jayavarman von Angkor und das Wunder der Welt
- Dschingis und Friedrich der Staufer: Machtprobe am Sterbebett
- Als Frauen die Welt regierten: Sorkhatani und Raziah
- Alexander Newski und Möngke Khan: Noch eine Eroberung der Welt
- Hülegü und Saadi
- Ich wünschte, ich wäre Staub: Der Sklavenkönig und der letzte Hauteville
- Kublai und die Polo-Brüder
- Die Keïtas von Mali und die Habsburger Österreichs
- Der habgierige Rudolf und Marco Milione
- Kublais Überfall auf Japan
- Die Flucht der Polos und der Historiograph der Il-Khane
- Sundiata, der Löwenkönig: Die Mansas von Mali und die Mexica der Inselstadt
- Der reichste Mann der Welt: Musa in Kairo
- Der zerstörerische Tod: Vier Schriftsteller inmitten des Großen Sterbens
- Neunter Akt - 350 Millionen
- Timuriden, Ming und Obas von Benin
- Osmanen kommen in Europa an: Zwei Burgen und eine Hochzeit
- Kopftürme: Timur und der Dichter Hafis
- Timur nimmt Delhi ein: Bayezid in einem Käfig
- Kaiser der Welt: Timur in Samarkand
- Der Bettelkaiser und seine Foltermethoden
- Auf chinesische Art: Der Eunuch-Admiral und Timurs Grab
- Massaker unter Konkubinen
- Der Leopardenkönig und João der Bastard
- Zehnter Akt - 350 Millionen
- Medici und Mexica, Osmanen und Avis
- Henrique der Seefahrer: Sklaven, Zucker und Gold
- Cosimo und der Piratenpapst: Im Namen Gottes und der guten Geschäfte
- Der Fall von Konstantinopel
- Die Mexica von Itzcóatl: Menschen, die für ihren Gott sterben
- Inkas, Trastámaras und Rurikiden
- Der Erderschütterer und der Impotente
- Das Zweite und Dritte Rom: Cäsar Mehmed und Sophia von Moskau
- Ein missglückter Mordanschlag und Auftritt Leonardo da Vinci
- Sophias Kreml, Skanderbegs Albanien, Bellinis Porträt
- Manikongos, Borgias und Kolumbusse
- Isabella und Ferdinand: Bezwinger des Islam, Geißel der Juden
- Die Manikongos vom Kongo und el Hombre von Portugal
- Anacaona, der Admiral und die Königin
- Fegefeuer der Eitelkeiten: Papst Alexander VI. und die Kastanienorgie der Borgias
- Habsburger und Osmanen
- Eine Erzschlafmütze und eine Wahnsinnige
- Julius, Michelangelo und Raffael: Zwei Terribili und ein Mann mit Stil
- Luther und Leo: Die Exkremente des Teufels und der Elefant des Papstes
- Manuels Marodeure im Osten: Da Gama und Albuquerque
- Elfter Akt - 425 Millionen
- Timuriden und Mexica, Osmanen und Safawiden
- Babur nimmt Delhi ein
- Selim: Versunken in Blut
- Der Alexander-Jesus von Persien strebt die Weltherrschaft an
- Roxelane und Süleyman: Die Freudvolle und der Prächtige
- Karl und der Manikongo
- Cortés, Malinche und Moctezuma II.
- Isabel Moctezuma: Die letzte Kaiserin und der Untergang der Mexica
- Inkas, Habsburger und Medici
- Le Grand Nez und die Nelkenkaiserin
- Der Inka und der Konquistador
- Der Mohr, Michelangelo und der Sacco di Roma
- Das Jüngste Gericht: Michelangelo in der Sixtina
- Süleymans Favoriten: Roxelane und Ibrahim
- Timuriden und Rurikiden, Osmanen und Mendes
- Morde und Seeschlachten: Die Barbarossa-Brüder und die Piratenkönigin
- Habsburger-Brüder und ihre Konquistadoren
- Die osmanische Kaiserin, die Glückliche Laus und Doña Gracia
- Der umsichtige Herrscher und drei englische Königinnen
- »Hoyda, blutrünstige wilde Bestie!«
- Blonder Sultan, jüdischer Herzog, serbischer Wesir
- Valois und Saadier, Habsburger und Rurikiden
- La Serpente: Eine Medici als französische Königin
- Philipps geißelnder Sohn und sein draufgängerischer Bruder
- Bluthochzeit: Der Bengelkönig, die Krokodilkönigin und der schreckliche Iwan
- Sohnesmord: Der König der Hermaphroditen und der Zar von Sibirien
- Die Schlacht der toten Könige: Sebastião der Schlafende und Mansur der Goldene
- König Bayano, Drake und Diego
- Zwei Armadas: Philipp und Hideyoshi
- Der verrückte Kaiser von Prag: Rudolf II.
- Zwölfter Akt - 545 Millionen
- Dahomeys, Stuarts und Villiers, Timuriden und Osmanen
- König der Hexen: James in Love, Shakespeare bei Hofe
- Zwei Herrscherinnen: Licht der Welt und Schöner Mond
- Im freien Fall: Der Prinz der Finsternis und ein kotbeschmierter Kaisersohn
- Mord durch Einlauf: Die Favoriten von König James I.
- Mord auf Befehl: Kösem, schillernde Regentin des Osmanischen Reichs
- Die Smiths, der König der Welt und zwei Künstler
- Die Heiligen von Amerika: Cromwell, Warwick und Winthrop
- Taj Mahal: Mumtaz' Tochter und Kösems wahnsinniger Sohn
- Drei Könige Afrikas: Manikongo Garcia, Nzinga und Ahosu Houegbadja
- Zumbas und Oranier, Cromwells und Villiers
- Neunzehn Gentlemen von Amsterdam und ein Piratenprinz von Neu-Amsterdam
- Heilige und Kavaliere: Charles I., Henrietta Maria und Cromwell
- Killerkönige: Dachse und Hetmane, Zuckerstückchen und Bogensehnen
- Unvergängliche Krone und Prachtvolle Mutter
- Christi Eingeweide: Protektor Oliver und Prinz Dick
- Ganga Zumba: Der König von Palmares
- Die Beherrscher der Welt: Shivaji, Aurangzeb und die Dichterin Zebunnissa
- »Queen Dick«
- Mandschu und Shivajis, Bourbonen, Stuarts und Villiers
- Die Wahrnehmung und Ordnung der Wirklichkeit: Velázquez, Bernini und Artemisia
- Unterwegs zum Absolutismus: Anna und Mazarin
- Sex, Gift und Krieg am Hofe des Sonnenkönigs
- Die fröhlichen Brüder und die Afrikakompanie
- Minette, Barbara und die Kannibalisierung der de Witts
- Kampf um Unabhängigkeit: Der Qing, der Großmogul und der Chhatrapati
- Afscharen und Mandschu, Hohenzollern und Habsburger
- Leopold die Unterlippe, »Schießpulver« Sobieski und Königin Cleopatra
- Der Wechselbalg, die Unterwäsche des Königs und die Oranier
- Titanen auf dem Sterbebett: Carlos II., Alamgir, Louis XIV., Kangxi
- Cock Robin, das preußische Monstrum und der polnische Herkules
- Der Philosophenprinz, der Philosoph und die Marquise
- Wollust, Eroberer, Diamant und Kurtisane: Nader, Rangila, Friedrich
- Maria Theresia: Mutter, Kaiserin, Kriegsherrin
- Was ist ein Vater? Was ein Sohn? Der Wahn von Nader
- Durranis und Saids, Hemings und Toussaints
- Afghanische Eroberer, arabische Könige: Durranis, Sauds und Omaner
- Das Monster von Jamaika und Agadja, der Vizekönig von Sahé
- Drei amerikanische Familien: Hemings, Jefferson, Toussaint
- Mimi und Isabella: »Dein erzenglisches Arscherl«
- Romanows und Durranis, Pitts, Komantschen und Kamehameha
- Pitts Krieg: Der Große Bürgerliche
- Indische Kriegsherren: Durrani und Clive
- Erbauer von Imperien: Krieger der Komantschen und Pitt die Schlange
- Katharina die Große und Potemkin, der Exzentriker
- Durranis Maden: Imperium in Indien
- Radikale: Jefferson und Hemings, die dänische Königin und ihr Arzt
- Marie Antoinette und Louis: Intime Empfehlungen in Versailles
- »Schieße deinen Pfeil ab«: Kamehameha und Cook
- Die Intervention: Marie Antoinette und Fersen
- Mozart, Joseph und die Erotik des Rokoko
- Dreizehnter Akt - 990 Millionen
- Arkwrights und Krupps, Habsburger, Bourbonen und Sansons
- Der eisenvernarrte Titan, der König der Kanäle und Moll Hackabout
- Sally Hemings und Marie Antoinette: Diamanten und ein Kind der Liebe
- Saint-Georges, gefährliche Liebschaften und die Abolitionisten
- Requiem: Joseph II. und Mozart
- Marie Antoinette, der Scharfrichter und Dr. Guillotin
- Revolutionen in Haiti und Paris: Cécile und Toussaint, Robespierre und Danton
- Vierzehnter Akt - 790 Millionen
- Bonapartes und Albaner, Wellesleys und Rothschilds
- Marie Antoinette, Joséphine und das nationale Rasiermesser
- Der Schwarze Spartakus und der Tugendtyrann
- Ein Haufen Augäpfel: Tiger Tipu, die Wellesleys und die Rache des Eunuchen
- Ägyptische Potentaten: Bonaparte und Mehmed Ali
- Zwei Generäle: Toussaint und Napoleon
- Ein Kaiser und fünf Königreiche
- Könige des Kapitals: Die Rothschilds
- Zulu und Sauds, Christophes, Kamehamehas und Astors
- Tropische Monarchen: Die Könige von Haiti und Brasilien
- Frauen der Eroberer Kamehameha und Napoleon
- Wellesleys, Rothschilds und die Frau auf dem scharlachroten Tier
- Arabische Eroberungen: Mehmed Ali und die Sauds
- Napoleon, Marie-Louise und Moskau
- Waterloo: Das britische Jahrhundert, Napoleon II. und die Rothschilds
- Shaka Zulu, Moshoeshoe und Dona Francisca
- Reichsgründer in Ostafrika: Mehmed Ali und Said
- Fünfzehnter Akt - 1 Milliarde
- Braganças und Zulu, Albaner, Dahomeaner und Vanderbilts
- Die Befreier: Bolívar und Pedro
- Der Große Herr von Paraguay: Das ethnische Experiment des Dr. Francia
- Manuela, der Befreier und König Baumwolle
- Romantik und moderne Nation: Lord Byrons Abenteuer und Beethovens Neunte
- »Erstecht ihr mich, den König der Welt?«: Bolívar und Shaka
- Revolution: Pedro und Domitília
- Quamina und Sir John Gladstone: Sklavenrebellen, Sklavenhalter
- Lord Cupid und die Schirmherrinnen
- »Lieber sterben als versklavt leben«: Daddy Sharpe und die Abolition
- Kriegerinnen von Dahomey, Kalif von Sokoto und Kommandant Pretorius
- Der Napoleon des Ostens: Mehmed Alis Schachzug und die Löwin vom Punjab
- Kriegsherren der USA: Jacksons Kugeln und Santa Annas Bein
- Zum Pazifik! König von Hawaii, Königin Emma, Commodore Vanderbilt
- Sechzehnter Akt - 1 Milliarde
- Bonapartes und Mandschu, Habsburger und Komantschen
- Revolutionen und Politik für die Massen: Louis Napoleon und Lola Montez
- Der Erotomane und Das Kapital: Louis Napoleon und Marx
- Glanz und Elend der Kurtisanen
- Eliza Lynch und Königin Victoria: Zwei weibliche Potentaten
- Rebellion: Die letzten Timuriden und die ersten Nehrus
- Verletzend und zerstörerisch: Die Briten holen sich Indien zurück
- Hinkender Drache, eisenköpfige Ratte und der Kleine An: Der Aufstieg Cixis
- Notfalls den Kaiser verführen: Napoleon III., die Herzdame und das Risorgimento
- »Verdreschen wir sie morgen«: Ulysses und Abraham
- Cynthia Ann Parker liebt Peta Nocona, Franz Joseph heiratet Sisi
- Amerikanische Kriege: Pedro und López, Charlotte Augusta und Eliza
- »Wir sind alle Amerikaner«: Lincoln und Grant
- Siebzehnter Akt - 1,1 Milliarden
- Hohenzollern und Krupps, Albaner und Lakota
- Ein verrückter Junker, ein Kanonenkönig: Wettstreit im modernen Machtgefüge
- Ismail der Prächtige und Eugénie: Das Kaiserreich ist ein altes Weib
- In der Mausefalle: Das Debakel von Napoleon dem Kleinen
- Ku-Klux-Klan und Little Bighorn: Ulysses Grant und Sitting Bull
- Der eiserne Kanzler und Dizzy
- Achtzehnter Akt - 1,3 Milliarden
- Salomo und Asante, Habsburg und Sachsen-Coburg
- Salama, Prinzessin von Sansibar, und ein König, der sich »Leichen« nannte
- Ismail und Tewodros: Der Kampf um Ostafrika
- Cetshwayos Sieg und der letzte Napoleon
- Schlächter Leopold, Henker Peters, irrer Kapitän Voulet
- Rudolf und Mary in Mayerling, Inspektor Hiedler und Adolf Hitler in Braunau
- Moderne Monarchen: Franz Ferdinand, Pedro, Isabella, Liebchen Wilhelm
- Hohenzollern und Roosevelts, Salomo und Mandschu
- Sonnenaufgang im Osten: Kaiserin Cixi, Königin Min und Sun Yat-sen
- Königin Lili'uokalani und Teddy Roosevelt: Fülle und Raffinesse Amerikas
- Roosevelt und die Rough Riders
- Abd al-Aziz: Die Rückkehr der Sauds
- Rhodes, das Maxim und Lobengula
- Menelik und Kaiserin Taytu: Afrikanischer Triumph
- Gandhi, Churchill und die Sudan-Maschine
- Zwei betagte Kaiserinnen: Cixi und Victoria
- Du Bois, Washington und Roosevelt
- Franklin, Eleanor und Hirohito
- Neunzehnter Akt - 1,6 Milliarden
- Hohenzollern, Krupps, Osmanen, Tennos und Songs
- Süßer, Harfner, Tutu und Concettina: Wilhelm II. und seine Freunde
- Ende oder Wende in Wien? Franz Ferdinand, Freud, Klimt
- »Ich will meine Mami«: Kindkaiser, Sun Yat-sen und die Song-Schwestern
- Familienhochzeit: König, Kaiser und drei Paschas
- Hohenzollern, Habsburger und Haschemiten
- »So heißt man also seine Gäste willkommen«: Der Thronfolger in Sarajevo
- Ein Gefreiter an der Westfront: Massentötung im Massenzeitalter
- Des Kaisers Skrotum und Hindenburg als Diktator
- Ein König in Arabien, ein Bolschewik in Petrograd
- Der Niedergang der Kaiser
- Tiger, Ziegenbock, Jesus Christus
- Niemanden hassen, sich niemals fürchten: Gandhi und Nehru
- Das Gehirn, der tumbe Holländer und Lucky Luciano
- Vorfühlen mit Bajonetten: Die Könige von München, Syrien und Irak
- Pahlavis und Songs, Roosevelts, Kennedys und die Mafia
- Vater der Türken, Licht der Perser und das größte Genie: Atatürk, Reza, Lenin
- Die Song-Schwestern: Sun, Chiang und Mao
- Jazz und die Roaring Twenties: Roosevelt, Josephine Baker und Lucky Luciano
- Rin Tin Tin: Kennedy, Klein-Cäsar und Roosevelt
- Der Feldmarschall und der »böhmische Gefreite«
- Lange Messer, Großer Terror: Die ultimativen Machtmenschen Hitler und Stalin
- Äthiopien mit oder ohne Äthiopier: Haile Selassie und Mussolini
- Zwanzigster Akt - 2 Milliarden
- Roosevelts, Suns, Krupps, Pahlavis und Sauds
- Hirohitos Invasion in China
- Ölkönige - Die Eroberung Arabiens: Abd al-Aziz und Reza
- »So wird das gemacht« - Hitlers Plan
- Der deutsche Diktator und der junge König
- Hitlers Vernichtungskrieg und Hirohitos Vabanquespiel
- Totale Ausrottung: Hitler und der Holocaust
- Moderne Sklavenhalter: Krupp
- Hitlers Kampf ums Öl
- Mao und die Schauspielerin aus Shanghai
- Die Zukunft der Menschheit: Roosevelt, Stalin und Jack Kennedy
- Roosevelt und die drei Könige
- »Noch können wir gewinnen« - Hirohitos Offensive
- Einundzwanzigster Akt - 2,3 Milliarden
- Nehrus, Maos und Suns, Mafiosi, Haschemiten und Albaner
- »Das Strahlen von tausend Sonnen«: Truman und das amerikanische Jahrhundert
- Das Ende des einzigen Indien: Nehru, Jinnah und die Vizekönigin
- Faruk und Abdullah: Zwei Könige teilen Palästina auf
- Mao, Jiang Qing und die rote Schwester Song
- Tiger Kim und Stalins Stellvertreterkrieg
- Meyer Lanskys Hotel Nacional und Fidel Castros gescheiterte Revolution
- Nasser und der Schah ergreifen die Macht
- Norodoms und Kennedys, Castros, Kenyattas und Obamas
- Der junge König von Kambodscha
- Ein Israeli in Paris
- Bergmann trifft Schwimmer: Chruschtschow und Mao
- Ausgeweidet in Bagdad: Der Rais und der letzte König des Irak
- La Grandeur: de Gaulle und Houphouët
- Brennende Speere: Kenyatta, Nkrumah und Barack Obama sen.
- Nikita und Jack, Mimi und Marilyn
- Der Löwe von Juda und der afrikanische Pimpernell
- Ungleiche Brüder und ihre Clans: Die Castros und die Kennedys
- Atomwaffen in Kuba: Die Hure des Millionärs und der unmoralische Gangster
- Sihanouk und der Schah
- Nach Kennedy: Lyndon B. Johnson und Martin Luther King
- Haschemiten und Kennedys, Maos, Nehrus und Assads
- Ljonja, die Ballerina: Breschnew an der Macht
- Stich des Skorpions und Sturz der Kleinen Kanone: Mao lässt Jiang Qing los
- Nasser und der König: Sechstagekrieg im Juni
- Die Attentate: Robert F. Kennedy, Martin Luther King, Tom Mboya
- Das Aphrodisiakum der Macht: Kissingers und Nixons Dreiecksspiel
- Die Ermordung von B-52: Mao und Pol Pot
- Die »blöde Puppe«: Indira beherrscht Indien
- Der amerikanische Metternich und der Philosophenkönig von China: Kissinger und Mao
- Salomon und Bush, Bourbon, Pahlavi und Castro
- Wilde Bestien und Löwen: Die Assads von Damaskus
- Kaiserliche Pfaue: Das satanische Fest und der Engel
- »Ist König David zurückgetreten?« Der Neguse Negest und Major Mengistu
- Mao, Bruder Nr. 1 und die Viererbande
- Der Kreuzzügler und der Prinz: Europäische Tyrannen und Demokraten
- Indira Gandhi und Sohn
- Kleine Kanone, die Acht Unsterblichen und die Bande des Skorpions
- Castros Afrika
- Der Herr der Spione: Andropow und sein Schützling Gorbatschow
- Der Imam, der Schah und Saddam
- Jerry John Rawlings von Ghana und Sadat in Jerusalem
- Operation Storm-333 in Kabul
- Poppy, Osama und W: Bin Laden und die beiden Bushs
- Maggie und Indira
- Die Nehruvianer: Die dritte Generation
- Zweiundzwanzigster Akt - 4,4 Milliarden
- Jelzins, Nehruvianer und Assads, Bin Ladens, Kims und Obamas
- Aufstieg und Fall von Weltmächten: Deng und Gorbatschow
- Der Fall der Mauer und das neue Afrika: Jelzin und Mandela
- Die Familia: Boris, Tatjana und die Oligarchen
- Die Ritter von Damaskus, marxistische Monsterfilme und die Datenkönige
- Der Sturz der Türme, die Finanzkrise und »Yes we can«
- Baschar, das Bajonett und die Mona Lisa von Indien: Gaddafi und Mubarak gehen unter, Modi kommt
- Wo Löwen und Geparden lauern: Trump kapert die Bühne
- Die Tötung von Geronimo: Osama wird liquidiert
- Dreiundzwanzigster Akt - 8 Milliarden
- Trumps und Xis, Sauds, Assads und Kims
- Das Kalifat und die Krim
- Die Familien, die Dynasten, die Weltreiche
- Ein Kaiser, ein Zar und ein Schauspieler: Xi, Putin und Selenskyj
- Schlussbemerkung
- Zitate
- Anhang
- Karten
- Dank
- Ausgewählte Literatur und Quellen
- Stimmen zu diesem Buch
- Ortsregister
- A
- B
- C
- D
- E
- F
- G
- H
- I
- J
- K
- L
- M
- N
- O
- P
- Q
- R
- S
- T
- U
- V
- W
- X
- Y
- Z
- Personenregister
- A
- Æ
- B
- C
- D
- E
- F
- G
- H
- I
- J
- K
- L
- M
- N
- O
- O
- P
- Q
- R
- S
- T
- U
- V
- W
- X
- Y
- Z
- Erläuterungen
- Autoreninfo
Einführung
Die Flut strömte zurück. Fußabdrücke tauchten auf. Es waren die Spuren einer Familie, die am Strand von Happisburgh in Ostengland entlanggegangen war. Hinterlassen haben sie fünf Menschen vor etwa 850 000 bis 950 000 Jahren, Erwachsene und Kinder, von denen das größte Individuum wahrscheinlich ein Mann war. Die Fußspuren, die 2013 entdeckt wurden, sind nicht die ältesten. Diese wurden in Afrika gefunden, wo die Geschichte der Menschheit ihren Anfang nahm. Aber jene Strandspuren sind die ältesten einer Familie. Und sie haben mich zu dieser Weltgeschichte inspiriert.
Viele Globalgeschichten sind schon geschrieben worden. Diese hier verfolgt einen bisher nie erprobten Ansatz: Um einer lebendigeren Perspektive willen habe ich meine Weltgeschichte in die Erzählungen von Familien eingebettet. Auf diese Weise lassen sich die großen Ereignisse der Weltgeschichte, von den ersten Homininen bis heute und vom Steinwerkzeug bis zum Smartphone, mit den Dramen einzelner Menschen verknüpfen.
Weltgeschichte ist ein Elixier für bewegte Zeiten, schließlich schärft sie unseren Blick für Verhältnismäßigkeiten. Meistens ist es jedoch ein distanzierter Blick, geht es in den herkömmlichen Weltgeschichten doch häufig um Themen und nicht um Menschen, während Biographien üblicherweise von Menschen, aber nicht von Themen handeln. Die Familie ist der Urstoff der menschlichen Existenz - so war es schon immer, und so wird es auch in einem von Künstlicher Intelligenz und galaktischer Kriegsführung geprägten Zeitalter bleiben. Ich habe ein historisches Netz über die Welt geworfen, in das ich Parallelgeschichten von Familien aller Kontinente und aller Epochen verwoben habe, um dadurch die Entwicklung der Menschheit herauszuarbeiten: Es ist die Biographie vieler Menschen statt einer einzelnen Person. Ungeachtet der globalen Reichweite dieser Familien mangelt es ihren Dramen nicht an Intimität, denn auch ihr Leben wird von Geburt, Heirat und Tod bestimmt. Sie lieben, hassen, steigen auf, fallen, steigen erneut auf, treten ab und treten wieder auf. Jedes Familiendrama hat unzählige Akte. Genau das meinte Samuel Johnson, als er sagte, jedes Königreich sei eine Familie und jede Familie ein kleines Königreich.
Anders als die meisten Geschichtsbücher, mit denen ich aufgewachsen bin, ist meine Weltgeschichte ausgewogen, denn sie widmet sich nicht mehr vordringlich dem Geschehen in Großbritannien und Europa, sondern schenkt Asien, Afrika und Amerika die gebotene Aufmerksamkeit. Durch den familiären Blickwinkel lässt sich auch das Leben von Frauen und Kindern, die in den Darstellungen aus meiner Schulzeit meist sträflich vernachlässigt wurden, angemessen beachten. Ihre Rollen verändern sich im Laufe der Geschichte ebenso wie die Form der Familie selbst. Wie die Schädelplatten der Geschichte zusammengewachsen sind, genau dies möchte ich hier nachzeichnen.
Das Wort »Familie« steht für Geborgenheit und Zuneigung, obwohl Familien im wirklichen Leben Gespinste aus Kampf und Grausamkeit sein können. Die meisten Familien, von denen ich erzähle, waren Machtverbände, in denen es zwar durchaus Intimität und Wärme gab, Erziehung und Liebe, die zugleich aber auch den eigentümlichen, unerbittlichen Dynamiken der Politik unterworfen waren. Gerade in mächtigen Familien birgt Vertrautheit Gefahr. »Unheil«, warnte der chinesische Philosoph Han Fei seinen Herrscher im 3. Jahrhundert v. Chr., »kommt von denen, die du liebst.«
Bei vielen dieser Familien handelt es sich um Herrscherdynastien: »Geschichte ist etwas, das eine kleine Minderheit tut«, so Yuval Noah Harari, »während die anderen Äcker pflügen und Wasser schleppen.« Neben den Macht ausübenden Familien kommen in diesem Buch auch Sklaven, Ärzte, Maler, Schriftsteller, Henker, Generäle, Historiographen, Priester, Scharlatane, Wissenschaftler, Tycoons, Kriminelle - und Liebende vor. Sogar ein paar Götter.
Einige Familien und Familiengeschichten werden Ihnen als Leserinnen und Leser bekannt vorkommen, viele aber auch ganz unbekannt sein. Wir folgen den Ming in China, den Medici in Florenz und den Habsburgern in Österreich, aber auch den Dynastien von Mali, Mutapa, Dahomey, Oman, Afghanistan, Kambodscha, Brasilien, Iran, Haiti und Hawaii. Und wir berichten über Dschingis Khan, Sundiata Keïta, Kaiserin Wu, Ewuare den Großen, Iwan den Schrecklichen, Kim Jong-un, Itzcóatl, Andrew Jackson, König Henri von Haiti, Ganga Zumba, Kaiser Wilhelm II., Indira Gandhi, Pachacútec Inka und Hitler, über die Kenyattas, Castros, Assads, Sauds, Roosevelts, Rothschilds, Rockefellers und Trumps, über Kleopatra, de Gaulle, Khomeini, Gorbatschow, Marie Antoinette, Jefferson, Nader Schah, Mao und Obama, über Mozart, Balzac und Michelangelo ebenso wie über die Cäsaren, Moguln und Osmanen.
Das Grässliche und das Heimelige bestehen nebeneinander. Und so gibt es viele liebende Väter und Mütter, aber eben auch Ptolemaios VIII., den »Dickbauch«, der seinen Sohn zerstückelte und die Körperteile an die Mutter des Kindes schickte, oder Nader Schah, der wie Iris, die Kaiserin des IS, den eigenen Sohn blenden ließ. Königin Isabella folterte ihre Tochter, und Karl der Große soll mit seiner Tochter geschlafen haben. Die mächtige Osmanin Kösem ließ ihren Sohn erwürgen und wurde ihrerseits auf Befehl ihres Enkels getötet. Bei der Hochzeit ihrer Tochter inszenierte Katharina de' Medici ein Massaker und duldete deren Verführung, womöglich sogar die Vergewaltigung durch ihre Söhne. Nero schlief mit seiner Mutter und ermordete sie später. Nachdem Shaka Zulu seine Mutter getötet hatte, nahm er dies zum Vorwand für ein Massaker. Saddam Hussein sorgte dafür, dass seine Söhne gegen seine Schwiegersöhne vorgingen. Brüder zu töten, ist auch heute noch in Machtfamilien endemisch. Kim Jong-un etwa ließ seinen Bruder auf sehr moderne Weise aus dem Weg räumen und dessen Ermordung mit einem Nervengift wie eine Fernsehshow als Scherz mit versteckter Kamera inszenieren.
Wir betrachten die Tragödien, die jugendlichen Töchtern widerfuhren, wenn sie von ihren kaltherzigen Eltern in ferne Länder geschickt wurden, wo sie Fremde heiraten mussten, um dann bei der Niederkunft zu sterben: Manchmal erleichterten ihre Ehen die Beziehungen zwischen den Staaten, häufiger aber bewirkten die Leiden der Frauen wenig, weil die Interessen des Staates Vorrang vor den familiären Bindungen hatten - ein Aspekt, den wir ebenfalls in den Blick nehmen. Darüber hinaus beleuchten wir auch die Triumphe versklavter Frauen - wie die von Kösem -, die zu Herrscherinnen über ganze Reiche aufstiegen. Erinnert sei an Sally Hemings, die versklavte Halbschwester von Thomas Jeffersons Frau, die dem Präsidenten heimlich Kinder gebar, oder an Raziah aus dem Sultanat von Delhi, die als Sultanin die Macht ergriff, aber dann wegen ihrer Affäre mit einem afrikanischen General ins Verderben stürzte, oder an die Kalifentochter Wallada, die sich in al-Andalus einen Ruf als Dichterin und Freigeist erwarb. Wir werden unsere Familien durch Pandemien, Kriege, Überschwemmungen und Aufschwünge begleiten und das Los der Frauen verfolgen, das sie vom Dorf bis auf den Thron und von der Fabrik bis ins Amt der Premierministerin führte, und wir werden über katastrophale Müttersterblichkeit und rechtliche Ohnmacht über das Wahlrecht bis hin zu Abtreibung und Empfängnisverhütung sprechen. Wir werden uns auch mit dem Schicksal der Kinder auseinandersetzen, von der entsetzlichen Kindersterblichkeit und Kinderarbeit früherer Zeiten bis hin zu den verwöhnten Stars der modernen Gesellschaft.
Im Mittelpunkt dieser Geschichte stehen einzelne Menschen, Familien und Herrschaftscliquen. Tatsächlich gibt es viele Wege, die Geschichte der Welt zu erzählen. Als Historiker interessieren mich besonders die Mechanismen der Macht und der Geopolitik. Die meiste Zeit meines Berufslebens habe ich über russische Machthaber geforscht und geschrieben, denn sie verkörpern die Art von Geschichte, die ich selbst immer gern gelesen habe. Es ist eine Geschichte voller Leidenschaft, Phantasie und Sinnlichkeit, eine Geschichte über Menschen, die von Furien gejagt werden oder einfach unter den Härten des gewöhnlichen Lebens zu leiden haben. Und das hat die reine Wirtschafts- oder Politikgeschichte nun einmal nicht zu bieten. Dieser menschliche Blickwinkel auf die Weltgeschichte hat den großen Vorteil, dass er nicht nur politische, wirtschaftliche und technische Veränderungen, sondern auch familiäre Entwicklungen sichtbar macht. Dieses Buch zeigt, wie Menschen seit jeher in einem System um ihre Handlungsfähigkeit rangen und sich gegen die unpersönlichen, das Dasein bestimmenden Kräfte stemmten. Und doch schließen diese beiden so gegensätzlichen Dimensionen einander nicht zwingend aus. »Die Menschen machen ihre eigene Geschichte«, schrieb Karl Marx, »aber sie machen sie nicht aus freien Stücken, nicht unter selbstgewählten, sondern unter unmittelbar vorgefundenen, gegebenen und überlieferten Umständen.« Oftmals wird Geschichte so dargestellt, als wären Ereignisse, Revolutionen und Paradigmen stakkatoartig aufeinandergefolgt, erlebt von Menschen, die sich ordentlich kategorisieren, definieren und zuordnen lassen. Die Geschichte der Familien offenbart jedoch etwas ganz anderes: Sie öffnet den Blick auf idiosynkratische, einzigartige Menschen, die über Jahrzehnte und Jahrhunderte in einer vielschichtigen, hybriden, kaleidoskopischen, liminalen, das heißt, in einer im Schwellenzustand befindlichen Welt leben, lachen und lieben. Und genau diese Welt entzieht sich all unseren Versuchen, sie zu kategorisieren oder mit bestimmten Identitäten zu versehen.
Die Familien und Menschen, denen ich in diesem Buch nachspüre, ragen als Herrscher oder...
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