
Supply Frühwarnsysteme
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Bei der Robert Bosch GmbH hat die Komplexität bei den Beschaffungsgütern in der Vergangenheit zu internen, externen und Supply Chain-Risiken geführt, die teilweise zu erheblichen Störungen in der Versorgung mit Zukaufteilen führten. Allen eingetretenen Risiken lag zugrunde, dass die Ursache für das Risiko nicht frühzeitig bekannt war oder die Risikoursache durch einzelne Mitarbeiter in ihrer Auswirkung unterschätzt wurde, so dass nicht rechtzeitig adäquate Maßnahmen der Risikosteuerung eingeleitet wurden. Zur Vermeidung oder Minderung dieser Supply Risiken wurde ein internationales, Geschäftsbereichs-übergreifendes Projektteam gebildet und eine Empfehlung zur Gestaltung eines Supply Risk Management- Ansatzes erarbeitet. Ziel des Projekts war der Aufbau eines Bosch- Ansatzes für das Supply Risk Management, der eine Leitfunktion für den Gesamtkonzern übernimmt.
Das Projektteam identifizierte insgesamt zwölf 'Top Supply Risiken'. Auf Basis dieser Risiken wurden insgesamt sechs Empfehlungen für ein ganzheitliches Supply Risk Management getroffen: Die Erarbeitung einer unternehmensweiten Richtlinie für das Supply Risk Management, die Implementierung eines firmenweiten Supply Frühwarnsystems, die Integration der Risikodimension in Verhandlungen und Besprechungen mit Lieferanten, die Steigerung des Bewusstseins zu Risiken, die mit Single Sourcing verbunden sind, vertragliche Vereinbarungen zu Supply Risiken mit Lieferanten, und die Verbesserung des Freigabeprozesses. Die Implementierung des Supply Frühwarnsystems bei der Robert Bosch GmbH folgte dem in dieser Arbeit entwickelten Fünf-Schritt-Vorgehen der Supply Risikoidentifikation und -analyse, der Supplier Risikoidentifikation und -analyse sowie der Supply Frühwarnkontrolle.
Der Aufbau des Supply Frühwarnsystems anhand der Prozessebene und die zentrale Zielausrichtung anhand der Aufgabenebene wurden im Detail beschrieben. Für die Methodenebene wurden verschiedene Vorgehensweisen gewählt, um die Aufgaben eines Supply Frühwarnsystems abzubilden. Diese Methoden unterliegen auch einer ständigen Überprüfung und Ergänzung, um die Risikosituation im Supply Management zu optimieren. Anhand der Case Study konnten fünf Erfolgsfaktoren des Supply Frühwarnsystems bei der Robert Bosch GmbH identifiziert werden: Top Management-Support, Systemunterstützung, dezentrale Organisation, sorgfältiger Systemaufbau und Integration der Lieferanten. Als wichtigste Hindernisse bei der Implementierung eines Supply Frühwarnsystems wurde von den Managern die mangelnde Quantifizierbarkeit der Supply Risk Performance und die Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit mit Lieferanten bezeichnet.
Auf Basis dieser Fallstudie und zwei durchgeführten Fokusgruppen am Supply Management InstituteT sowie einer intensiven Literaturrecherche wurden insge samt 36 Risiken identifiziert, die für das Supply Management von besonderer Bedeutung sind. Es wurden für jedes Risiko eine Definition, verschiedene Beispiele sowie Literaturquellen angegeben. Als erster Ansatz zur Klassifikation der Supply Risiken wurde eine Aufteilung in Umwelt-, Netzwerk- und Organisationsrisiken gewählt und die Zugehörigkeit der Risiken dargestellt. Es wurden zehn Strukturvariablen erarbeitet, anhand derer in der empirischen Untersuchung geprüft werden soll, ob unterschiedliche Supply Risk Exposures identifiziert werden können: Branche, Umsatz, Wertschöpfungstiefe, Stellung in der Wertschöpfungskette, Lieferantenstruktur, Anteil strategischer Lieferanten, Einkaufsstrategie, Lieferantenstrategie, funktionale Verankerung und Risikokultur.
In einem nächsten Schritt wurde die Vorgehensweise zur Beantwortung jeder Forschungsfrage in den drei Dimensionen Theorieziel, Erklärungsziel und Gestaltungsziel skizziert. Die noch offene Frage nach den Kosten- und Nutzendimensionen eines Supply Frühwarnsystems wurde erarbeitet. Abschließend wurde ein Forschungsmodell aufgestellt, das im Rahmen der empirischen Untersuchung überprüft wird. Dieses Modell basiert auf insgesamt fünf Hypothesen. Hypothese 1 nimmt einen positiven Zusammenhang zwischen den Aktivitäten eines Supply Frühwarnsystems und der Supply Risk Fähigkeit als Enabler des Supply Risk Management-Systems an. Hypothese 2 geht von einem positiven Zusammenhang zwischen der Supply Risk Fähigkeit und der Supply Risk Performance als Ergebnisvariable des Supply Risk Management-Systems und Enabler des Supply Managements aus.
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