
Joseph Roth
Description
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Der 70. Todestag Joseph Roths ist Anlass, die aktuellen Bezüge seines Werkes zu beleuchten. Seine Texte und Ansichten galten und gelten als allzu vergangenheitsbezogen; sein Hang zur Monarchie wurde belacht, sein Aufruf zum übernationalen Denken als bloße Reaktion auf das Zeitgeschehen interpretiert. Er wurde vor allem als der Erzähler des untergegangenen Habsburgerreichs oder des untergegangenen Ostjudentums gelesen.
Heute, in Zeiten des sich einigenden Europas, stellt sich das Bild anders dar: Es befremdet nicht mehr, dass ihm ideologische Bindungen ein zu enges Korsett waren und er sich selbst als Brücke zwischen Osten und Westen wahrnahm. Diese Übernationalität und Interkulturalität in Roths Werk und Leben gilt es zu würdigen.
Reviews / Votes
"Der 70. Todestag Joseph Roths war für Mira Miladinovic Zalaznik und Johann Georg Lughofer Anlass, sich mit dem Werk eines der größten Erzählers des 20. Jahrhunderts zu beschäftigen. Daraus ging ein vielseitiger und facettenreicher Band hervor, der für die weitere Roth-Forschung von großer Bedeutung ist."Natalia Shchyhlevska in: http://www.literaturkritik.deMore details
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Content
2 - Inhalt [Seite 8]
3 - Die Flucht ohne Ende [Seite 14]
4 - Zum Judentum [Seite 20]
4.1 - Juden auf Wanderschaft - 2009 neu gelesen [Seite 22]
4.2 - Der Segen des ewigen Juden. Assimilation und Exil [Seite 34]
4.3 - Zur Dialektik des insistierenden Dementis: Joseph Roth und der Zionismus [Seite 50]
5 - Zwischen Kulturen und Orten [Seite 56]
5.1 - »Der Patriotismus beginnt erst bei den Aktionären des Hotels«. Die Hotelwelt Joseph Roths [Seite 58]
5.2 - Caféhäuser, Bahnhöfe und Hotels: Zur Bedeutung der halböffentlichen Räume im Werk Joseph Roths [Seite 66]
5.3 - Kosmopolitismus im Vergleich: Joseph Roth und Stefan Zweig [Seite 80]
5.4 - Joseph Roth - ein Schriftsteller der Hybridität oder der Reinheit von Kulturen? [Seite 90]
5.5 - Über das »Gleichgewicht zwischen der Tischplatte und ihrer künstlichen Verlängerung«. Zur kulturkritischen Antithese >Amerika< und der Lebensbalance in Joseph Roths Hiob (1930) [Seite 98]
5.6 - »Der Heroismus der Intellektuellen - Der liquidierte Heroismus«. Fremd- und Selbstbilder in Joseph Roths und Stefan Zweigs Reisefeuilletons [Seite 112]
5.7 - Reiseliteratur am Beispiel Joseph Roths [Seite 130]
6 - Zwischen den Geschlechtern [Seite 138]
6.1 - Zur »Übersetzung des männlichen ernsten Militärexerzierens ins Weibliche« und zu anderen weiblichen Erscheinungen bei Joseph Roth [Seite 140]
6.2 - Joseph Roth und seine Muse(n) [Seite 154]
6.3 - Entgegengesetzte Fluchtbewegungen. Joseph Roth und Irmgard Keun schreiben im Exil [Seite 164]
6.4 - Sex und Behörde in Joseph Roths Reportagen der zwanziger Jahre [Seite 180]
7 - Soziales und Geschichtliches [Seite 192]
7.1 - »Mythos Napoleon« in der Literatur der zwanziger und dreißiger Jahre. Am Beispiel von Joseph Roths Roman Die Hundert Tage mit einem Blick auf Chantal Thomas Les adieuxs à la reine [Seite 194]
7.2 - Ein Roman aus der Perspektive des Journalisten. Joseph Roths Das Spinnennetz [Seite 218]
7.3 - Kritik des Journalismus in der Novelle »Das Kartell« von Joseph Roth (1923) [Seite 226]
7.4 - »Warenhäuser, Rummelplätze, Walkürenjungfrauen«. Zu Joseph Roths Berliner Bilderbuch-Feuilletons (1924) [Seite 232]
7.5 - Joseph Roths Kritik des homo academicus. Ein Beitrag zur Intellektuellendebatte der Zwischenkriegszeit [Seite 242]
7.6 - Ein »Staat, der gar nicht da war« - Joseph Roth und Deutschösterreich. In memoriam Günter Kalina [Seite 254]
7.7 - »Wir sind die Söhne«. Generationsdiskurse und Geschichte(n) im Werk Joseph Roths [Seite 266]
7.8 - Kaiser, Komponist und Regengott. Der Erzähler im Radetzkymarsch ... [Seite 276]
7.9 - Der unaufhaltsame Weg zur Katastrophe. Joseph Roth: Das falsche Gewicht [Seite 286]
7.10 - »Nationale und sprachliche Einheitlichkeit kann eine Stärke sein, nationale und sprachliche Vielfältigkeit ist es immer«. Joseph Roth zum Nationalismus und zum nationalen Gedanken anhand der Beispiele Polen und Palästina [Seite 296]
8 - Zur Rezeption und Forschung [Seite 312]
8.1 - Joseph Roth in den Augen der Nachwelt. Migration, Mythos, Melancholie [Seite 314]
8.2 - Zur Rezeption Joseph Roths in Slowenien. »Ein bei uns bisher unbekannter Autor, ein österreichischer Schriftsteller aus halbvergangener Zeit [...]« [Seite 326]
8.3 - Übersetzung als transkulturelle Begegnung - Radetzkymarsch und Die Kapuzinergruft in slowenischer Sprache [Seite 342]
8.4 - Quellen zu Leben und Werk von Joseph Roth. Interviews und andere Aussagen von Zeitzeugen [Seite 354]
9 - Die Autorinnen und Autoren [Seite 356]
10 - Personenregister [Seite 364]
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