
Total Diffus
Description
Alles über E-Books | Antworten auf Fragen rund um E-Books, Kopierschutz und Dateiformate finden Sie in unserem Info- & Hilfebereich.
Reviews / Votes
"Es handelt sich hier um einen wichtigen Beitrag zum Wandel von Jugend und dessen Bedeutung für die Gesellschaft an sich. Der grundlegende Aspekt der Generationalität wird dabei über die Ansprache des Lesers in den Fokus gerückt. Gerade für Eltern und Pädagogen bietet 'Total diffus' die Möglichkeit zu einer (selbst-)kritischen Auseinandersetzung mit 'der Jugend von heute'." www.socialnet.de, 20.10.2008More details
Other editions
Additional editions

Person
Content
"Ich habe keine Hoffnung mehr für die Zukunft unseres Volkes, wenn sie von der frivolen Jugend von heute abhängig sein soll. Denn die Jugend ist ohne Zweifel unerhört rücksichtslos und frühreif. Als ich noch jünger war, lehrte man uns gutes Benehmen und Respekt vor unseren Eltern. Aber die Jugend von heute will alles besser wissen und ist immer mit dem Mund vorweg."
(Hesiod, 800 v.Chr.)
Der Wandel, der sich in der Gesellschaft vollzieht, hat auch ihre kleinste Zelle erreicht. Eltern beobachten heute, dass sich das Zusammenleben mit ihren eigenen jugendlichen Kindern anders gestaltet als damals, als sie selbst jugendliche Kinder waren. Interessant dabei ist, dass das, was die Eltern in ihrer Kindheit als negativ und belastend erfahren haben, genau das ist, was sie sich heute wünschen für den Umgang mit den eigenen Kindern.
Die klare Vormachtstellung, die Eltern früher gegenüber ihren Kindern gehabt haben, also die alles gebietende Autorität, ist heute verloren gegangen. Der Wechsel von der Kommando- zur Verhandlungsfamilie hat für die Jugendlichen neue Freiheiten gebracht. Obwohl sich die Eltern diese damals für sich selbst gewünscht hätten, empfinden sie sie heute durchaus als eine Belastung. Was würden sie dafür geben, so manch langwierige Diskussion mit einem klaren Kommando abkürzen zu können! Die neue Macht der Kinder Ursachen für diesen Wandel in den Familien sind der veränderte Stellenwert von Kindern und die veränderten Machtverhältnisse in der Familie.
Der Stellenwert hat sich dadurch geändert, dass Kinder heute nicht mehr regulärer Bestandteil einer normal verlaufenden Biografie sind. Es ist inzwischen nicht mehr selbstverständlich, Kinder zu bekommen. Wer heute welche bekommt, tut dies aus bestimmten selbstbezogenen Erwartungen heraus. Eltern versprechen sich etwas davon: eine sinnvolle Ergänzung in der eigenen Biografie, emotionales Wohlbefinden, Zufriedenheit. Das ist neu und war früher nicht der Fall.
Dieses Gefühl von Zufriedenheit kann sich bei Eltern nur einstellen, wenn sie von ihren Kindern auch gemocht werden. Aus diesem Grund können sie sich über deren Bedürfnisse nicht einfach hinwegsetzen, wodurch sie sich sehr viel stärker in einer emotionalen Abhängigkeit von ihren Kindern befinden, die - sobald sie dies bemerken - auch mehr Druck auf sie ausüben wollen und können. Kinder sind also heute in der Lage, den Eltern emotionale Zuwendung zu entziehen und sie damit zu bestrafen. Eine derartige emotionale Abhängigkeit von den Eltern gab es früher nicht in diesem Maße. Ob die Kinder die Eltern mochten oder nicht, spielte keine große Rolle.
Heute ersetzen viele Erziehungsberechtigte das autoritäre Verhalten ihrer eigenen Eltern durch ein partnerschaftliches oder sogar freundschaftliches Verhältnis und versprechen sich davon einen emotionalen Zugewinn statt wie früher Alterssicherung. Damit wächst auch der Druck auf die Kinder und Jugendlichen. Kinder sind noch sehr stark auf die emotionale Zuwendung der Eltern angewiesen und geben ihnen daher auch viel zurück. Sobald sie sich aber aus der Familie herausorientieren und sich zunehmend auf Freunde oder intime Partner fokussieren, wird das, was sie sich von ihnen versprochen haben, zu einem immer knapperen Gut, und der Druck wächst.
Liebesentzug - die schärfste Waffe In Verhandlungen zwischen Eltern und ihren jugendlichen Kindern wird die Androhung von Liebesentzug daher auch gegenseitig zur stärksten Waffe. Das sieht man an der Art der Sanktionen, die Eltern gegenüber ihren Kindern wählen. Körperliche Bestrafungen, die ohnehin verboten sind, verlieren immer mehr an Bedeutung, wenn die Kinder älter werden, da selbstverständlich die Angst der Eltern wächst, der Stärke der Kinder nicht mehr gewachsen zu sein.
System requirements
File format: PDF
Copy protection: Watermark-DRM (Digital Rights Management)
System requirements:
- Computer (Windows; MacOS X; Linux): Use the free software Adobe Reader, Adobe Digital Editions, or any other PDF viewer of your choice (see eBook Help).
- Tablet/Smartphone (Android; iOS): Install the free app Adobe Digital Editions or another reading app for eBooks, e.g., PocketBook (see eBook Help).
- E-reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino and many more (only limited: Kindle).
The file format PDF always displays a book page identically on any hardware. This makes PDF suitable for complex layouts such as those used in textbooks and reference books (images, tables, columns, footnotes). Unfortunately, on the small screens of e-readers or smartphones, PDFs are rather annoying, requiring too much scrolling.
This eBook uses Watermark-DRM, a „soft” copy protection. This means that there are no technical restrictions to prevent illegal distribution. However, there is a personalised watermark embedded in the eBook that can be used to identify the purchaser of the eBook in the event of misuse and to provide evidence for legal purposes.
For more information, see our eBook Help page.