
Intrusion Detection effektiv!
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Michael Meier studierte von 1993 bis 1998 Informatik an der BTU Cottbus. Nach seinem Studium war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Rechnernetze und Kommunikationssysteme der BTU Cottbus tätig. Seit 2006 ist Michael Meier als wissenschaftlicher Angestellter an Universität Dortmund beschäftigt. Seine Forschungstätigkeit konzentriert sich auf den Bereich der Netzwerksicherheit, insbesondere Intrusion Detection. Michael Meier ist Gründungsmitglied der Leitungsgremiums der GI-Fachgruppe SIDAR (Security Intrusion Detection and Response) sowie Vorsitzender des Steuerungskomitees der internationalen Tagung DIMVA (Detection of Intrusions and Malware and Vulnerability Assessment).
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5 Semantische Aspekte von Angriffssignaturen (S. 41-42)
Zur Modellierung und Beschreibung von Angriffssignaturen wurden verschiedene Ansätze in der Literatur vorgeschlagen und realisiert. Diese unterscheiden sich hinsichtlich der adressierten Aspekte von Signaturen teilweise deutlich voneinander. Das hat eine sehr unterschiedliche und begrenzte Ausdrucksstärke der jeweiligen Beschreibungsmittel zur Folge, so dass diese Methoden lediglich für eine eingeschränkte Menge von Signaturen geeignet sind. Bevor wir in folgenden Kapiteln die Modellierung und Beschreibung von Signaturen diskutieren, führen wir in diesem Kapitel ein Modell für die Semantik von Signaturen ein.
Das Modell stellt systematisch die Aspekte von Signaturen dar, die in einer Beschreibung charakterisiert werden müssen, um eine adäquate Erkennung von Situationen, die Sicherheitsverletzung darstellen, zu ermöglichen. Es definiert Anforderungen an Methoden zur Modellierung und Beschreibung von Signaturen. Das Kennzeichnen und Identifizieren von relevanten Situationen erfolgt typischerweise durch die Beschreibung eines entsprechenden Ereignisses. Ereignisbeschreibungen enthalten Informationen über die Umstände, die das Ereignis auslösen, und die Auswirkungen auf weitere Ereignisse. Die Charakterisierung von Ereignissen ist in verschiedenen Bereichen der Informationsverarbeitung von Bedeutung. Im Zusammenhang mit dem von uns betrachteten Problemfeld kann insbesondere auf Erkenntnisse aus der Theorie aktiver Datenbanken zurückgegriffen werden.
Aktive Datenbanken erweitern klassische Datenbankmanagementsysteme (DBMS) um aktive Komponenten zur Reaktion auf spezifizierte Ereignisse. In der Theorie aktiver Datenbankmanagementsysteme existieren Modelle zur Charakterisierung von Ereignissen [Zim+99], die auf den Problembereich der Signaturbeschreibung angepasst werden können [Mei04a]. Wir stellen zunächst das Konzept aktiver Datenbanken kurz vor und arbeiten Unterschiede zu Signaturanalysesystemen heraus. Davon ausgehend wird ein Modell für die Semantik von Signaturen entwickelt und die verschiedenen semantischen Aspekte werden anhand von Beispielen diskutiert.
5.1 Aktive Datenbanksysteme
Konventionelle Datenbanksysteme sind passive Systeme. Sie führen Anfragen oder Transaktionen nur auf Veranlassung von außen, z. B. durch den Benutzer oder eine Anwendung, durch. In bestimmten Situationen kann es jedoch wünschenswert sein, auf spezielle Datenbankzustände automatisch reagieren zu können. Zu diesem Zweck wurden aktive Datenbanksysteme entwickelt, die beispielsweise automatisch Integritätsbedingungen durchsetzen, abgeleitete Daten berechnen oder verteilte Berechnungen koordinieren [Pa+99].
5.1.1 Ereignisse in aktiven Datenbanken
Aktive Datenbanken verwenden aktive Regeln, so genannte Event-Condition- Action-Regeln (ECA-Regeln) [Pa98], um Situationen zu beschreiben und im Falle ihres Eintretens darauf zu reagieren. Eine ECA-Regel besitzt folgende Form:
on event
if condition
do action
Die Bedingungen einer ECA-Regel werden nach dem Eintreten des Ereignisses überprüft. Sind sie erfüllt, so wird die Aktion der Regel ausgeführt. Auslösende Ereignisse sind typischerweise Datenmanipulationsoperationen, wie das Einfügen oder Aktualisieren eines Elements. Komplexe Ereignisse, die Kombinationen von Ereignissen darstellen, können unter Verwendung von Operatoren der Ereignisalgebra einer Ereignisbeschreibungssprache spezifiziert werden.
In der Literatur wurden eine Reihe von Ereignissprachen für aktive Datenbanksysteme vorgeschlagen. Beispiele sind HiPAC [Da+96], NAOS [Co+96], SNOOP [Ch+94] und ACOOD [Be91]. Diese unterscheiden sich teilweise stark in der umgesetzten Ereignissemantik und besitzen dadurch unterschiedliche Mächtigkeiten. Zimmer [Zim98] untersuchte existierende Ereignissprachen für aktive Datenbanken und entwickelte ein Meta-Modell für die Semantik von Ereignissen in aktiven Datenbanken, das systematisch die verschiedenen Aspekte von Ereignissen in aktiven Datenbanken darstellt.
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