
Der Oger
Description
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"Oskar Loerke . war auf dem besten Weg, in Vergessenheit zu geraten. . Da trifft es sich gut, dass der Düsseldorfer Leske-Verlag nun die Erinnerung an Loerke nährt, indem er dessen erzählerisches Hauptwerk . in einer schön aufgemachten und vorzüglich kommentierten Ausgabe . empfiehlt. Zu Recht! Es ist ein Werk, das es in hohem Maße verdient hat, nicht nur vorrätig gehalten, sondern auch gelesen zu werden. . 'Der Oger' ist ein existenziell tiefsinniges und erzählerisch faszinierendes Buch." (Helmuth Kiesel, Frankfurter Allgemeine Zeitung)"'Der Oger' ist ... ein literarisches Ereignis der besonderen Art. ... Die üppige Farben-, Klang- und Metaphernwelt von Oskar Loerkes Roman verspricht in ihrer überschäumenden Exotik abenteuerliche Lektüreerlebnisse. ... Der Roman bestätigt den Wert seiner Wiederentdeckung in vielfacher Weise, zumal die Herausgeber mit einem ausführlichen Anmerkungs- und einem vorzüglichen Kommentarteil sämtliche Barrieren, die sich zwischen diesem Epochenroman und seine Leser stellen könnte, aus dem Weg geräumt haben." (Uwe Rauschelbach, Die Rheinpfalz)
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Der Oger war ein Riese. Die Kunde von ihm hatte wohl einmal Christine ihrem Sohne durch ein Märchen gebracht. Johann fabelte, der riesige Rauchfang über dem Herde wäre sein gelber vierkantiger Hut, und aus dem weißen und schwarzen Dampf, der zu ihm aufstieg, formte sich ein Gesicht. Wenn die Mägde einen Kessel vom Feuer nahmen, schlug dieses manchmal wie eine Zunge zu dem Gesichte heraus. Es schnitt Grimassen, vielleicht belästigt von der Salzbüchse, die in dem einen Ohre stand, und der Feuerzange, die wie ein Gehänge im anderen hing. Die Kacheln aber waren wie die weißen Bäffchen, die der Pfarrer umhatte, und mit der Brust ragte der Riese durch die roten Backsteinfliesen der Küche tief in die Erde hinein. In den Keller durfte man nicht gehen, dort war sein Herz.
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