
Patrick
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Das Buch für Kinder ab 9 Jahre erschien erstmals 1977 im Verlag Junge Welt Berlin und wurde von Angela Brunner illustriert.
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Dort wurde er interniert und 1940 mit dem Schiff nach Australien gebracht. Anfangs arbeitete er als Landarbeiter und Obstpflücker und diente als Freiwilliger vier Jahre in der Australischen Armee.
Nach 1945 verdiente er seinen Lebensunterhalt als Straßenfotograf, auf einer Werft, im Schlachthof und als Seemann der Handelsmarine. 1949 begann er seinen ersten Roman, der 1953 in Melbourne erschien.
1957 übersiedelte er in die DDR, behielt jedoch die australische Staatsbürgerschaft. Seit Ende der 1950er Jahre ist Walter Kaufmann freischaffender Schriftsteller. Ab 1955 gehörte er dem Deutschen Schriftstellerverband und ab 1975 der PEN-Zentrum der DDR, dessen Generalsekretär er von 1985 bis 1993 war. Er ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.
Walter Kaufmann war außerdem in mehreren DEFA-Filmen als Darsteller tätig, teilweise unter dem Pseudonym John Mercator.
Auszeichnungen
1959: Mary Gilmore Award
1961, 1964: Theodor-Fontane-Preis des Bezirkes Potsdam
1967: Heinrich-Mann-Preis
1993: Literaturpreis Ruhrgebiet
Bibliografie
Werke in englischer Sprache
Voices in the storm. Australian Book Society, Melbourne 1953.
The curse of Maralinga and other stories. Seven Seas Publishers, Berlin 1959.
American encounter. Seven Seas Publishers, Berlin 1966.
Beyond the green world of childhood. Seven Seas Publishers, Berlin 1972.
Werke in deutscher Sprache
Wohin der Mensch gehört. Verlag Neues Leben, Berlin 1957.
Der Fluch von Maralinga. Aus dem Englischen übersetzt von Johannes Schellenberger. Verlag Neues Leben, Berlin 1958.
Ruf der Inseln. Aus dem Englischen übersetzt von Hannelore Sanguinette und Elga Abramowitz. Verlag Volk und Welt, Berlin 1960.
Feuer am Suvastrand. Aus dem Englischen übersetzt von Hannelore Sanguinette, Bernd Hanisch und Elga Abramowitz. Aufbau-Verlag, Berlin 1961.
Kreuzwege. Verlag Neues Leben, Berlin 1961.
Die Erschaffung des Richard Hamilton. VEB Hinstorff Verlag, Rostock 1964.
Begegnung mit Amerika heute. Aus dem Englischen übersetzt von Helga Zimnik. VEB Hinstorff Verlag, Rostock 1965.
Unter australischer Sonne. Deutscher Militärverlag, Berlin 1965.
Hoffnung unter Glas. Aus dem Englischen übersetzt von Helga Zimnik. VEB Hinstorff Verlag, Rostock 1966.
Stefan - Mosaik einer Kindheit. Aus dem Englischen übersetzt von Helga Zimnik. Edition Holz im Kinderbuchverlag, Berlin 1966.
Unter dem wechselnden Mond. Aus dem Englischen übersetzt von Helga Zimnik. VEB Hinstorff Verlag, Rostock 1968.
Gerücht vom Ende der Welt. Aus dem Englischen übersetzt von Wilhelm Vietinghoff. VEB Hinstorff Verlag, Rostock 1969.
Unterwegs zu Angela. Aus dem Englischen übersetzt von Olga Fetter und Erich Fetter. Verlag der Nation, Berlin 1973.
Das verschwundene Hotel. Aus dem Englischen übersetzt von Olga Fetter und Erich Fetter. Verlag Junge Welt, Berlin 1973.
Am Kai der Hoffnung. Aus dem Englischen übersetzt von Elga Abramowitz u. a. Verlag der Nation, Berlin 1974.
Entführung in Manhattan. Aus dem Englischen übersetzt von Olga Fetter und Erich Fetter. Kinderbuchverlag, Berlin 1975.
Patrick. Verlag Junge Welt, Berlin 1977.
Stimmen im Sturm. Aus dem Englischen übersetzt. Verlag der Nation, Berlin 1977.
Wir lachen, weil wir weinen. F. A. Brockhaus Verlag, Leipzig 1977.
Irische Reise. Kinderbuchverlag, Berlin 1979.
Drei Reisen ins gelobte Land. Brockhaus, Leipzig 1980.
Kauf mir doch ein Krokodil. Edition Holz, Berlin 1982.
Flucht. Mitteldeutscher Verlag, Halle/Leipzig 1984.
Jenseits der Kindheit. Aus dem Englischen übersetzt von Helga Zimnik. Kinderbuchverlag, Berlin 1985.
Manhattan-Sinfonie. Aus dem Englischen übersetzt von Helga Zimnik und Wilhelm Vietinghoff. Militärverlag der DDR, Berlin 1987.
Tod in Fremantle. Mitteldeutscher Verlag, Halle/Leipzig 1987.
Die Zeit berühren. Berlin 1992.
Ein jegliches hat seine Zeit. Berlin 1994.
Im Schloss zu Mecklenburg und anderswo. Dietz Verlag, Berlin 1997.
Über eine Liebe in Deutschland. Dietz Verlag, Berlin 1998.
Gelebtes Leben. Dietz Verlag, Berlin 2000.
Amerika. BS Verlag, Rostock 2003.
Die Welt des Markus Epstein. ddp goldenbogen, Dresden 2004.
Im Fluss der Zeit. Ditrich Verlag, Berlin 2010.
Content
Dabei deutete sie über die Schulter zum Fenster. "Kein Wort, zu niemand!"
"Verlass dich drauf", sagte ich leise, aber so eindringlich, dass sie mir glaubte.
"Ich vertrau' dir", sagte sie. "Hast ja auch früher immer zu mir gehalten."
Und dann erfuhr ich den Rest, von dem ich nicht zu verschweigen brauche, was die Polizei ohnehin vermutet - nämlich dass Kierans bester Freund, Brian O'Hara, an der Explosion auf dem großen amerikanischen Fangschiff beteiligt gewesen war.
Das Schiff wurde von einigen mutigen Männern versenkt, als alle Proteste der irischen Fischer gegen die Plünderung ihrer Austernbänke im Sande verlaufen waren. Es hat auch in der Zeitung gestanden, dass nach diesem Vorfall Brian O'Hara aus einem vorbeifahrenden Auto in der Falls Road von einem unbekannten Täter erschossen wurde. Nicht in der Zeitung stand, dass Kieran Zeuge von dem Mord gewesen ist, den Täter erkannt und der Polizei gemeldet hat: Jimmy McKlintocks Vater!
Der aber wurde nie verhaftet. Vielleicht hatte er im Auftrag der Polizei gehandelt. Jedenfalls stand er im Schutz der Polizei und läuft noch heute frei herum. Kieran aber wurde tagelang verhört, man wollte alles über Brian O'Hara von ihm wissen und rauskriegen, wer noch bei der Zerstörung des Fangschiffes mitgewirkt hatte. Kieran hätte sich eher in Stücke reißen lassen, als ein Wort davon verlauten zu lassen, und weigerte sich standhaft, Aussagen über seinen toten Freund zu machen. Schließlich hatte die Polizei ihn laufen lassen müssen. Ob sich dann Kieran den Revolver verschaffte, um Brian O'Hara selbst zu rächen, darüber sage ich besser nichts. Es genügt ja schließlich, wenn man weiß, dass die britischen Soldaten nicht auf den Streikbrecher und Mörder McKlintock angesetzt worden sind, sondern auf Kieran Macnamara! Den haben sie gejagt, bis er in das Haus floh.
"Lebend fasst ihr mich nie!", soll er gerufen haben, sagte mir Molly, "Aber sie haben ihn gefasst, und er lebt noch - im Lager von Long Kesh mit verkrüppelten Füßen!"
Da verstand ich plötzlich, warum Michael noch wortkarger als sonst gewesen war und der Vater so aufbrausend. Ich glaubte auch zu begreifen, was Ray dazu treibt, sogar sonntags brauchbares Baumaterial zusammenzusuchen. Die Macnamaras waren hauptsächlich deswegen in Bedrängnis, weil sie für Kieran zu sorgen hatten, der, im Lager schlecht betreut, kaum genug zu essen bekam und auch sonst vernachlässigt wurde.
"Was glaubst du, was uns allein die Spezialschuhe gekostet haben, die Kieran jetzt trägt?", fragte Molly.
"Wie soll ich das wissen?"
"Mehr als vierzig Pfund - aber ohne die Schuhe könnte er keinen Schritt tun. Und das in einem Lager!"
"Ich verstehe", sagte ich nur, dann schwieg ich.
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