
Supply Chain Performance Management
Description
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präsentiert Michael Karrer einen prozessorientierten Managementansatz zur kennzahlengestützten Steuerung unternehmensübergreifender Supply Chains. Hierzu analysiert er die Aufgaben des Performance Measurement und des Performance Management auf der Ebene des einzelnen Supply-Chain-Akteurs, der bilateralen Kooperationsbeziehung und des komplexen strategischen Netzwerks.
Dr. Michael Karrer promovierte bei Prof. Dr. Wolfgang Stölzle am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Logistik und Verkehrsbetriebslehre der Universität Duisburg-Essen (Campus Duisburg). Neben seinen Aufgaben in der Lehre forscht er schwerpunktmäßig auf den Gebieten Logistik, Supply Chain Management und Controlling.
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Content
2 - Vorwort [Seite 8]
3 - Inhaltsverzeichnis [Seite 10]
4 - Abbildungsverzeichnis [Seite 14]
5 - Abkürzungsverzeichnis [Seite 20]
6 - 1. Einleitung - Performanceorientierte Steuerung als neue Herausforderung für das Supply Chain Management [Seite 23]
6.1 - 1.1. Problemstellung und Ableitung von Forschungsfragen [Seite 23]
6.2 - 1.2. Wissenschaftstheoretische Positionierung [Seite 27]
6.3 - 1.3. Gang der Untersuchung [Seite 30]
7 - 2. Steuerungsproblematik im Supply Chain Management als Ausgangspunkt für das Performance Management [Seite 33]
7.1 - 2.1. Konzeptverständnis und Problemfelder des Supply Chain Managements [Seite 33]
7.2 - 2.2. Steuerung als spezielle unternehmensinterne und - übergreifende Managementaufgabe [Seite 73]
7.3 - 2.3. Theoriegestützte Erklärungsbeiträge zur Steuerungsproblematik im Supply Chain Management [Seite 91]
7.4 - 2.4. Ableitung von Steuerungsanforderungen im Supply Chain Management [Seite 122]
8 - 3. Annäherung an die Konzeption des Supply Chain Performance Managements [Seite 139]
8.1 - 3.1. Entwicklungspfad Performance Measurement [Seite 139]
8.2 - 3.2. Entwicklungspfad wertorientierte Unternehmensführung [Seite 173]
8.3 - 3.3. Konzeptionelle Impulse des Controllings für das Supply Chain Performance Management [Seite 202]
9 - 4. Supply Chain Performance Management ( SCPM) als interorganisationale Steuerungskonzeption für das Supply Chain Management [Seite 233]
9.1 - 4.1. Konzeptionsverständnis des Performance Managements [Seite 233]
9.2 - 4.2. Ableitung des theoretischen Bezugsrahmens der SCPM- Konzeption [Seite 237]
9.3 - 4.3. Inhaltliche und methodisch-instrumentelle Ausgestaltung der SCPM- Konzeption [Seite 244]
10 - 5. Explorative empirische Untersuchung zum Supply Chain Performance Management in der Unternehmenspraxis [Seite 287]
10.1 - 5.1. Entwicklung des Forschungsdesigns für die empirische Untersuchung [Seite 287]
10.2 - 5.2. Ergebnisse der Fallstudienuntersuchung: SCPM am Beispiel einer Automobil- sowie einer Konsumgüter- Supply Chain [Seite 308]
10.3 - 5.3. Ergebnisse der vergleichenden Feldstudie: Stand und Entwicklungstrends des SCPM in der Automobil- und Konsumgaterbranche [Seite 320]
10.4 - 5.4. Ableitung von Gestaltungsempfehlungen für die Unternehmenspraxis [Seite 348]
11 - 6. Thesenartige Zusammenfassung der Ergebnisse der Arbeit und Ausblick auf zukünftige Forschungsfelder [Seite 355]
12 - Literaturverzeichnis [Seite 361]
Das Supply Chain Management-Konzept genießt eine anhaltend hohe Aufmerksamkeit in Forschung und Praxis. Sein Grundpostulat - die Vorteilhaftigkeit einer im Grundsatz kooperativen, untemehmensübergreifenden Gestaltung von Wertschöpfungsprozessen - steht mit zunehmender Reife des Ansatzes jedoch unter wachsendem Erwartungsdruck. Noch vor wenigen Jahren widmete sich die anwendungsbezogene Literatur hauptsächlich der Darstellung allgemeiner Merkmale und Ziele des Supply Chain Managements, stellenweise ohne dessen Nützenpotenziale kritisch zu hinterfragen.
Mittlerweile dominieren stärker fokussierte Fragestellungen die Diskussion, welche sich mit der inhaltlichen Ausgestaltung und Anpassung des Konzepts an die Anforderungen der Unternehmenspraxis auseinandersetzen. Ein relevantes und bislang nur unzureichend erschlossenes Forschungsfeld besteht diesbezüglich in der Frage nach der Messbarkeit und Steuerbarkeit der "Performance" von Supply Chains. Dieser zunächst schillernde Begriff kann als unternehmensübergreifender Zielerreichungsgrad interpretiert werden, der eine verbesserte Operationalisierung der normativen Vorgaben des Supply Chain Management-Konzepts ermöglichen soll.
Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, theoriegeleitete und gleichzeitig praxisrelevante Gestaltungsempfehlungen für eine performanceorientierte Steuerung von Supply Chains, die im Folgenden unter den Begriff "Supply Chain Performance Management" geführt wird, abzugeben. Diese globale Aufgabenstellung gliedert sich in eine Reihe von Teilleistungen, die sich von der Beschreibung des Aufgabenspektrums einer Steuerung im Supply Chain Management über die Analyse bestehender interorganisationaler Mess- und Steuerungskonzepte bis hin zu Entwicklung einer eigenen Konzeption für das Supply Chain Performance Management erstrecken. Nachfolgend wird diese Thematik grundlegend vorbereitet, indem die Problemstellung der Arbeit konkretisiert und zu vier zentralen Forschungsfragen verdichtet wird (Kapitel 1.1).
Anschließend wird die grundlegende Vorgehensweise zur Klärung dieser Forschungsfragen im Rahmen einer wissenschaflstheoretischen Positionierung umrissen (Kapitel 1.2) und in den Gang der Untersuchung (Kapitel 1.3) eingebettet.
1.1. Problemstellung und Ableitung von Forschungsfragen
Die interdisziplinäre Debatte zur Steuerung, die derzeit in den Sozial- und Wirtschaflswissenschaften geführt wird, ist durch eine zunehmende Steuerungsskepsis geprägt. Exemplarisch kann die Aussage von Willke (2001) herangezogen werden, der in Bezug auf komplexe soziale Systeme konstatiert: "Jede Steuerungstheorie sieht sich heute mit einem Trummerhaufen gescheiterter praktischer Steuerungsvorhaben und Steuerungshoffnungen konfrontiert.
Vor einer vergleichbaren Problemstellung steht das von der betriebswirtschaftlichen Logistik maßgeblich geprägte Themenfeld des Supply Chain Managements. Unternehmen sehen sich mit einem steigenden wettbewerbsbedingten Handlungsdruck konfrontiert, neben internen Bemühungen um Kostensenkungen und Leistungssteigerungen auch die Potenziale einer unternehmensübergreifenden Gestaltung der Wertschöpfungskette zu heben. Hieraus entstehen neue Aufgabenfelder im Bereich der Messung und Steuerung, die von bestehenden unternehmensbezogenen Managementkonzepten bislang nur unzureichend erfüllt werden können.
Zu diesen Aufgabenfeldern zählen beispielsweise die Identifikation relevanter Mitglieder in komplexen Supply Chains, die Festlegung kompatibler Ziele und Strategien zwischen rechtlich selbständigen Unternehmen, die Zuordnung von Verantwortlichkeiten fur unternehmensübergreifende Prozesse, die Allokation von Leistungsumfängen oder die Messung von Kosten und Leistungen in der Supply Chain.
Die nachfolgende Systematisierung der damit angesprochenen Steuerungsproblematik liefert einen ersten Einblick in die Konturen des komplexen Forschungsfelds des Supply Chain Performance Managements. Dabei bietet sich die Analyse jener Steuerungslücken an, welche sich insbesondere im Spannungsfeld zwischen den normativ formulierten Zielkategorien des Supply Chain Management-Konzepts, den strategischen Zielen der an einer Supply Chain teilnehmenden Unternehmen sowie den operativen Prozesszielen in diesen Unternehmen manifestieren (vgl. Abbildung 1). Eine erste Gruppe von Steuerungslücken resultiert aus einer bislang noch unzureichenden inhaltlichen Ausgestaltung des Supply Chain Management-Konzepts in Bezug auf Aspekte der Performancemessung.
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