
Kampf um die Erde
Description
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DIE LETZTE ABRECHNUNG
DIE NASA STARTET DIE RAUMSONDE VOYAGER 1. Eine ihrer Aufgaben: Antwort auf die Frage zu finden - gibt es abseits unseres Planeten intelligentes Leben?
Tausend Jahre Zeitraffer. Frage beantwortet ... von den Psychlos, einer Alienrasse, die bewiesen hat, wie schrecklich intelligentes Leben sein kann. Die Voyager 1 zu ihrem Ursprung zurückverfolgend haben die Psychlos die Erde versengt, die menschliche Rasse so gut wie ausgelöscht und den Planeten seiner natürlichen Ressourcen beraubt.
Jetzt, im Jahr 3000, steht die Menschheit dem kompletten Aussterben gegenüber. Doch in dieser postapokalytischen Welt ersteht nicht nur das neue Millennium, sondern auch der tapfere Jonnie Goodboy Tyler. Als geborener Führer gelingt es Jonnie, aus den Überresten der Menschheit eine Armee zusammenzubekommen - wohl wissend, dass für den Aufstand gegen die scheinbar unbesiegbaren Aliens ein riskanter Schlag von epischer Größenordnung notwendig ist.
Ist dies das Ende unserer Welt ... oder der Beginn einer neuen? Ist die menschliche Rasse ein Werkzeug der Zerstörung des Planeten ... oder der Ursprung seines Wiederauferstehens? Die Antworten stehen im Zentrum von Kampf um die Erde - der bahnbrechenden New York Times-Bestseller-Saga über Intrigen und Ungewissheit, Liebe und Krieg, Macht und Vision. Es ist Ihre Zukunft. Verpassen Sie sie nicht.
Als ein BESTÄNDIGER INTERNATIONALER BESTSELLER wurde Kampf um die Erde von der Random House Modern Library Leserabstimmung unter die ersten drei der hundert besten englischsprachigen Romane des 20. Jahrhunderts gewählt und hat weltweit Lob von Kritikern geerntet, einschließlich der US Golden Scroll und der Saturn Awards, Italiens renommierter Auszeichnung Tetradramma d'Oro (für die der Geschichte innewohnende Friedensbotschaft) und Frankreichs Gutenberg-Auszeichnung für den außergewöhnlichen Beitrag des Romans zum Genre.
Diese 21.-Jahrhundert-Ausgabe enthält:
Umschlagbild vom legendären Frank Frazetta
Siehe Band 2 für:
Nie zuvor veröffentlichte handschriftliche Notizen des Autors
Ein exklusives Interview mit dem Autor
Original Liedtexte für den Roman, geschrieben von L. Ron Hubbard
Erleben Sie das epische Abenteuer, das die Form der Science-Fiction für immer veränderte.
»Das hat alles: Spannung, Pathos, Politik, Krieg, Humor, Diplomatie und intergalaktische Finanzen.«
- PUBLISHERS WEEKLY
»Ein Science-Fiction-Action-Abenteuer, dessen rasantes Tempo den Puls höherschlagen lässt und das einfach nicht aufhört. Es ist ein Meisterwerk der populären Science-Fiction.«
- BRANDON SANDERSON
Autor von Der Weg der Könige
»Einer meiner immerwährenden Favoriten der Science-Fiction. Ich habe es wahrscheinlich achtmal oder so gelesen.«
- HUGH HOWEY
Autor von Wool
Auszug aus Kampf um die Erde
[Teil 2, Kapitel 7]
Jonnie starrte die Maschine an. Sie war zum einen in der Lage, ihn auf ganz gewöhnliche Weise zu unterrichten. Sie beherrschte aber auch ein Schnellverfahren. Und sie konnte ihm ohne Anstrengung und Zeitverlust mit Hilfe eines »Sonnenstrahls« unmittelbar Wissen einflößen.
Plötzlich trat eine ungläubige Freude auf sein Gesicht.
Das Alphabet? Pah! Er musste alles lernen, was es über die Zivilisation der Psychlos zu lernen gab!
Ob sich das Monster darüber klar war, warum er das wollte? ...
Es gab so viel zu lernen! Er musste alles, alles in seinen Kopf hineinbringen!
Und er hatte ein einziges Ziel vor Augen: Vergeltung für die Vernichtung der Menschheit! Schaffte er es, schnell genug ausreichend zu lernen, um sein Ziel zu erreichen?
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TEIL 1
Kapitel 1
Die Spezies Mensch ist vom Aussterben bedroht«, sagte Terl.
Die behaarten Pranken der Chamco-Brüder schienen mitten in der Bewegung auf den breiten Tasten des Laserschlag-Spiels erstarrt zu sein. Char sah verwundert auf, wobei sich seine kantigen Augenknochen so hoch schoben, dass sie die gelben Augäpfel fast verdeckten. Sogar die Bedienung, die gerade noch mit ihrem Geschirr beschäftigt war, hielt inne und starrte zu ihnen hinüber.
Wäre Terl mit einem nackten Showgirl in den Raum geplatzt, die Wirkung wäre kaum größer gewesen.
Die transparente Kuppel des Kasinos für die Mitarbeiter der Intergalaktischen Minengesellschaft war in Dunkelheit gehüllt. Auf den Schnittpunkten der Stahlträger lag der Widerschein des einzigen, kümmerlichen Mondes, den die Erde hatte und der zudem in dieser Spätsommernacht nur halb am Himmel stand.
Terl hob die großen, bernsteinfarbenen Augen von dem dicken Buch, das er in den wuchtigen Pranken hielt. Schlagartig war ihm bewusst geworden, was er für eine Wirkung erzielt hatte, und das machte ihm Spaß. Wer zehn Jahre* in einem gottverlassenen Bergarbeiterlager am Rand einer unbedeutenden Galaxis verbracht hat, ist für jede Abwechslung dankbar.
Er gab seiner ohnehin tiefen und sonoren Stimme einen noch belehrenderen Klang, als er den Gedanken zum zweiten Mal aussprach: »Die Spezies Mensch ist vom Aussterben bedroht.«
Chars Augen blitzten ihn an. »Was in drei Teufels Namen lesen Sie denn da?«
Der gereizte Unterton ließ Terl kalt. Schließlich war er Chef des Sicherheitsdienstes, Char hingegen nur einer von mehreren Minenmanagern. »Das habe ich nicht vorgelesen. Ich habe laut nachgedacht.«
»Das haben Sie doch irgendwoher«, knurrte Char. »Was ist das für ein Buch?«
Terl hielt es hoch, sodass Char den Einband lesen konnte: Geologisches Handbuch der Bodenschätze und Rohstoffe, Band 250 369. Wie alle derartigen Bücher war es ein dicker Wälzer, aber auf einem so federleichten Material gedruckt, dass es, jedenfalls auf einem Planeten mit so geringer Schwerkraft wie der Erde, fast gar nichts wog. Ein Meisterwerk hinsichtlich Design, Verarbeitung und Versandkosten.
»Igitt«, stieß Char geringschätzig hervor, »die Schwarte ist doch bestimmt zwei-, dreihundert Erdjahre alt! Wenn Sie was lesen wollen, dann kann ich Ihnen den aktuellen Bericht unseres Verwaltungsrates empfehlen, nach dem wir bei den Bauxitlieferungen fünfunddreißig Frachtladungen im Rückstand liegen.«
Die Chamco-Brüder wechselten kurz einen Blick, wandten sich dann aber wieder ihrem Spiel zu, um zu sehen, wie viele Eintagsfliegen sie in der luftgefüllten Kiste schon abgeschossen hätten. Aber Terls nächste Bemerkung ließ sie wieder aufhorchen.
»Ich habe heute einen Sichtungsbericht von einer unserer Aufklärungsdrohnen bekommen«, sagte Terl, ohne auf Chars Stichelei einzugehen, »dass dort oben, im Tal unterhalb des Gipfels, gerade noch fünfunddreißig Menschen leben.« Seine Pranke beschrieb einen Bogen in Richtung auf das Bergmassiv im Westen, dessen Konturen sich hart gegen das Mondlicht abzeichneten.
»Na und?«, fragte Char.
Terl verfiel wieder in seinen lehrerhaften Ton. »Ich habe mal aus Neugier nachgelesen. Früher haben Hunderte dort gelebt, allein in diesem einen Tal. Und auf dem ganzen Planeten sind es Tausende und Abertausende gewesen.«
»Sie müssen nicht alles glauben, was in irgendwelchen Büchern steht«, sagte Char nachdrücklich. »Bei meiner letzten Dienstreise, und zwar nach Arkturus IV .«
»Das hier«, Terl hielt ihm das Buch unter die Nase, »stammt vom Institut für Kultur und Ethnologie der Intergalaktischen Minengesellschaft.«
Der größere der Chamco-Brüder ließ seine Augenknochen rollen. »Wusste gar nicht, dass es so was gibt.«
»Man hat die Abteilung vor mehr als einem Jahrhundert aufgelöst«, sagte Char naserümpfend. »Glatte Geldverschwendung. Hat nur lauter Müll über ökologische Einflussfaktoren und solchen Quatsch produziert.« Er wuchtete seinen massigen Körper zu Terl hin. »Ist das eine Art Trick, um einen nicht genehmigten Sonderurlaub zu erklären? Sie werden sich in Schwierigkeiten bringen. Ich kann Ihre Anforderungsliste schon vor mir sehen: Atemgeräte, Geländefahrzeuge und was weiß ich noch alles. Aber das sage ich Ihnen: Meine Leute kriegen Sie dafür nicht!«
»Nun machen Sie mal halblang! Ich habe nur darauf hingewiesen, dass die Spezies Mensch .«
»Ich hab's gehört. Aber jetzt werde ich Ihnen was sagen. Sie haben Ihren Job, weil Sie clever sind. Nicht unbedingt intelligent, aber clever. Clever. Und jetzt suchen Sie einen Vorwand für einen Jagdausflug. Aber welcher Psychlo, der seine fünf Sinne beisammen hat, käme auf die Idee, auf dieses Kroppzeug Jagd zu machen?«
Der kleinere der Chamco-Brüder grinste. »Warum nicht? Das wäre doch mal was anderes, als immer nur zu buddeln und zu baggern. So eine Jagd könnte spaßig werden. Natürlich macht das keiner, um .«
Char ging wie ein gereizter Stier auf ihn los. »Spaßig? Diese Dinger zu jagen? Haben Sie schon mal eins gesehen?« Der Fußboden ächzte, als Char sich hochstemmte. »Bis hierhin gehen die mir, bloß bis hierhin!« Er hielt die Pranke in Höhe seines Gürtels. »Schmutzig weiß sind sie, wie . wie Schnecken, und genauso nackt, wenn man mal von den paar Büscheln absieht, die sie auf dem Kopf haben. Klappergestelle, die auseinanderbrechen, wenn man sie in die Jagdtasche stopfen will.« Er griff nach dem schweren Humpen mit Kerbango. »So ein Teil hier kriegen die schon nicht mehr gestemmt! Und fressen kann man sie auch nicht.« Er kippte den Kerbango auf einen Zug hinunter und schüttelte sich.
»Haben Sie denn schon mal eines gesehen?«, fragte der größere der Chamco-Brüder.
Char ließ sich mit Wucht auf seinen Stuhl fallen und reichte der Bedienung den leeren Humpen. »Nein. Jedenfalls kein lebendes Exemplar«, gab er zu. »Aber in den Schächten habe ich Knochen gesehen. Und man hört das eine oder andere.«
Ohne auf Char einzugehen, sagte Terl: »Es gab früher Tausende von ihnen. Viele Tausende. Überall.«
Char rülpste. »Kein Wunder, wenn sie aussterben. Sie atmen dieses Gemisch aus Sauerstoff und Stickstoff. Tödliches Zeug.«
Der kleinere der Chamco-Brüder nickte. »Mir ist gestern die Atemmaske ein Stück aufgerissen. Kurz hab ich gedacht, ich überleb's nicht. Heftige Lichtblitze im ganzen Schädel! Wirklich, ein tödliches Zeug. Ich warte nur drauf, dass ich endlich wieder heim kann. Ohne Schutzanzug und Atemmaske rumlaufen. Spüren, was richtige Schwerkraft ist, die man auch merkt. Die Natur in satten Purpurfarben sehen und nicht nur dieses ewige grüne Einerlei. Als ich klein war, hat mein Paps immer zu mir gesagt: Wenn ich nicht lernen würde, mich wie ein ordentlicher Psychlo zu benehmen, und wenn ich nicht den richtigen Respekt vor den richtigen Leuten hätte, dann würde ich eines Tages am Arsch der Welt landen. Und er hat recht gehabt, genau da bin ich gelandet. Du bist dran mit Schießen, Bruderherz.«
Char lehnte sich zurück und sah Terl durchdringend an. »Haben Sie tatsächlich vor, auf Menschenjagd zu gehen?«
Terl drückte einen Nagel seiner Klaue in die Buchseite, um die Stelle wiederzufinden, und legte den Band auf seine Knie.
»Ich glaube, Sie haben da etwas nicht begriffen«, sagte er nachdenklich. »Diese Kreaturen hatten früher echt was drauf. Hier in dem Buch steht, dass es auf allen Kontinenten große Städte gab, bevor wir kamen. Sie hatten Flugmaschinen und Schiffe. Mehr noch, sie waren gerade dabei, die ersten Schritte in den Weltraum zu tun.«
»Woher wollen Sie wissen, dass das nicht eine andere Spezies war?«, fragte Char. »Zum Beispiel eine verschollene Kolonie der Psychlos?«
»Nein, das auf keinen Fall. Psychlos können diese Luft gar nicht atmen. Es waren Menschen, genau wie es die Kulturwissenschaftler herausgefunden haben. Und wissen Sie auch, was in unseren eigenen Geschichtsbüchern darüber steht, wie wir hierhergekommen sind?«
»Na?«, machte Char.
»Die Menschen haben offenbar so eine Art Sonde losgeschickt, mit allen Angaben über ihren Planeten, mit Abbildungen von Menschen und so weiter. Eine unserer Aufklärungsdrohnen hat das Ding abgefangen. Und wissen Sie was?«
»Na?«, machte Char noch einmal.
»Die Sonde bestand aus einem äußerst seltenen Metall von geradezu unschätzbarem Wert. Unsere Firma hat der Regierung von Psychlo sechzig Milliarden Galaktische Credits hingeblättert, für die Informationen und die Schürfrechte. Eine Ladung Gas und wir waren im Geschäft.«
»Das sind doch alles Märchen«, entgegnete Char. »Jeder Planet, den ich auszuplündern half, hatte so eine bekloppte Geschichte. Jeder.« Er verzog das Gesicht zu einem übertriebenen Gähnen. »Das liegt dann immer Hunderte, wenn nicht gar Tausende von Jahren zurück. Wenn die PR-Abteilung solche Geschichten in Umlauf bringt, spielen sie immer in der finstersten Vergangenheit, und keiner kann den Wahrheitsgehalt überprüfen.«
»Ich werde jedenfalls losziehen und eins von diesen Wesen fangen«, sagte Terl.
»Aber nicht mit meinen Leuten und meiner Ausrüstung!«
Terl hievte sich vom Stuhl hoch. Der Fußboden knarrte unter seinem Gewicht, als er zur Tür ging.
»Sie sind doch total verrückt«, rief Char.
Die Chamco-Brüder vertieften sich wieder in ihr Spiel und ließen eine...
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