
Tao für Dummies
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Content
Einf¿uhrung 19
Über dieses Buch 19
Konventionen in diesem Buch 20
To¿ richte Annahmen u¿ ber den Leser 20
Wie dieses Buch aufgebaut ist 21
Teil I: Durch die Welt des Taoismus steuern 21
Teil II: Die Entwicklung des Taoismus 21
Teil III: Die Welt aus taoistischer Sicht 22
Teil IV: Taoistische Praktiken erkunden 22
Teil V: Der Top-Ten-Teil 22
Teil VI: Anh¿ange 22
Symbole, die in diesem Buch verwendet werden 22
Wie es weitergeht 23
Teil I Durch die Welt des Taoismus steuern 25
Kapitel 1 Der Taoismus - eine Einf¿uhrung 27
Das Gebiet des Taoismus u¿ berblicken 29
Sich in das Werden des Taoismus vertiefen 30
Ursprung und Entwicklung des Taoismus 30
Taoismus heute - eine Bestandsaufnahme 31
Sich mit taoistischen Vorstellungen besch¿aftigen 31
Am Anfang steht das Tao 32
Die Ausbreitung des Tao 33
Sich den Praktiken im Taoismus zuwenden 34
Methoden der Selbstkultivierung 34
Die Rituale 35
Kapitel 2 Was ist Taoismus? 37
Ihre erste Begegnung mit dem Taoismus 37
Taoisten sind wie Preußen 38
Falsches Spiel mit Taoismus 39
Aus dem Chaos schlau werden: Nu¿ tzliche Abgrenzungen 41
Vom bibliothekarischen Ordnungsprinzip bis zur philosophischen Schule 42
Verwischte Grenzen zwischen Philosophie und Religion 44
Nicht jeder Einsiedler, Magier oder Exorzist ist ein Taoist 47
Kapitel 3 Glauben Sie nicht alles, was Sie denken 49
Den Hauptmythos u¿ ber den Taoismus entlarven 49
Eine reine Lehre, verdorben durch Aberglauben und religi ¿osen Opportunismus 50
Taoismus und chinesische Religion - eine viktorianische Sichtweise 52
Passt perfekt fu¿ r spirituell Suchende 54
Sich in der chinesischen Religion zurechtfinden 55
Kreise, Dreiecke und konkretes Denken 56
Religi ¿ oser Synkretismus: Eines aus Topf A, ein anderes aus Topf B 57
G¿ otter, Geister und die Sorge um konkrete Folgen 59
Divination und die praktische Seite von Religion 60
Glauben Sie's oder nicht, es geht nicht um den Glauben 62
Teil II Die Entwicklung des Taoismus 63
Kapitel 4 Klassische taoistische Philosophie 65
Die Hundert Schulen 66
Sehnsucht nach der guten alten Zeit 66
Arbeitslose Intellektuelle auf der Suche nach Arbeit 67
Grundfragen und Schlagw¿ orter der Epoche 68
Die Moralisten: Konfuzianer und Mohisten 70
Lao Tzu - legendärer Begru¿nder des Taoismus 73
Der alte Weise, den es wahrscheinlich niemals gab 73
Das Tao Te Ching: Ein Klassiker in 5.000 Schriftzeichen 75
Chuang Tzu - Skeptiker, Geschichtenerz¿ahler und Alleinunterhalter 81
Die einvernehmliche Wirklichkeit dekonstruieren 81
Er hatte den Traum, ein Schmetterling zu sein 83
Gelehrte demontieren und Außenseiter ehren 83
Auf dem Weg ins Tao-Gebiet 85
Zwei fast vergessene fru¿he Taoisten 87
Lieh Tzu: Der Mann, der fast Chuang Tzu gewesen w¿are 87
Yang Chu: Helle Farben und sch¿one Frauen 88
Ein Platz an der Sonne fu¿ r eine taoistische Regierung 89
Huang-Lao und die Schule des Tao 89
Synthese zwischen Taoismus und anderen philosophischen Richtungen 90
Kapitel 5 Die Entwicklung des institutionellen Taoismus 91
Der Weg der Himmelsmeister 91
Lao Tzus Verg¿ ottlichung 92
Chang Tao-ling: »Wahrer« Begru¿nder des »wahren« Taoismus? 93
Der Bund der Orthodoxen Einheit 95
Der Weg des Großen Friedens 97
Revolte und taoistische Theokratie 98
Die n¿achste Phase taoistischer Offenbarungen 100
Die Große Reinheit 100
Die H¿ ochste Wahrheit 101
Der Schatz der g¿ ottlichen Wirkkraft 102
Das Aufkommen einer taoistischen Identit¿at 103
Die Lehren des Tao 104
Buddhistische Einflu¿ sse 105
Sp¿atere taoistische Entwicklungslinien 106
Kapitel 6 Taoismus im modernen China 109
Das Eine (und das Viele) erzeugte die Zwei 110
Die liturgische Richtung: Cheng-i Tao 111
Die monastische Richtung: Chu¿ an-chen Tao 117
Zwei moderne Zweigrichtungen des Taoismus - ein Vergleich 123
Die Chinesische Taoistische Vereinigung (CTV) 124
Teil III Die Welt aus taoistischer Sicht 127
Kapitel 7 Was ist das Tao und was bedeutet es, dem Tao zu folgen? 129
Die paradoxe Sprache des Tao verstehen 130
Der Wissende redet nicht, der Redende weiß nicht 131
Das Unsagbare sagen 132
Das Tor zu allen Wundern 133
Das Tao als Ursprung der Existenz verstehen 134
Die Mutter der zehntausend Dinge 135
Spontane Selbsterzeugung und Selbstaufrechterhaltung 136
Die Versuchung, sich das Tao als Gottheit vorzustellen 137
Leere als Urquell der Kraft 139
Dreißig Speichen laufen in einer Nabe zusammen 140
Himmel und Erde sind nicht menschenfreundlich 141
Sonne und Mond laufen best¿andig auf ihrer Bahn 142
Dem Weg folgen, ihn erfahren und in Harmonie mit ihm sein 143
Das Motiv der Ru¿ ckkehr 144
Die Nachahmung des Tao 145
Die Frage der Mystik 146
Kapitel 8 Alles tun, indem man nicht tut 151
Das wenig eing¿angige Konzept des wu-wei 151
Nichts bleibt ungetan 152
Das Spontane und das Natu¿ rliche 153
Die Metapher vom unbearbeiteten Holzblock 155
Die Rolle weiblicher Bildersprache 156
Herrschen durch Nicht-Tun 157
Der A¿ rger mit Gesetzen und dem Staat 158
Der ideale Herrscher als leeres Zentrum 159
Uneinheitliche Aussagen ¿ uber milit¿arische Angelegenheiten 160
Anpassung an die Lebensumst¿ande 162
Der Angelpunkt des Wegs 162
Der Geist als Spiegel 164
Der Zusammenhang zwischen wu-wei und n¿ahrendem Leben 166
Bilder eines urtu¿mlichen Utopia 168
Wagen, die niemand f¿ahrt, Waffen, die niemand schwingt 168
Das Bemu¿hen um die Bewahrung seiner eigenen Natur 169
Kapitel 9 Jedes Yin besitzt ein gleichwertiges und gegens¿atzliches Yang 171
Das Konzept des ch'i: Psychophysisches zum Existenzgedanken 172
Was ch'i ist 172
Und was ch'i nicht ist 173
Ch'i und Atomtheorie - eine Gegenu¿ berstellung 174
Yin-yang in taoistischen Sch¿opfungsgeschichten 175
Ordnung aus Chaos 176
Die chaotische Teigtasche 177
Die Ying-Yang-Schule 179
Tsou Yen: Architekt einer verschollenen Schule 180
Die Fu¿nf-Elemente-Lehre 181
Ein Gesamtgefu¿ ge der Übereinstimmung und Zuordnung 183
Alles schwingt in allem mit 184
Kultivierung von K¿ orper und Geist 186
Kapitel 10 Blauer Himmel, gelber Himmel: Der Glaube an ein neues Zeitalter 187
Religi ¿ ose Bewegungen des Millenarismus 188
Was ist Millenarismus? 188
Vertraute und weniger vertraute Millenniumsu¿ berlieferungen im Westen 189
Mehr als Kristalle, R¿aucherst¿abchen und Aromatherapie 192
H¿ohen und Tiefen des taoistischen Millenarismus 194
Merkmale des taoistischen Glaubens an ein neues Zeitalter 194
Spuren von taoistischem Messianismus 195
Das Verm¿achtnis des taoistischen Millenarismus 196
Von millenaristischen Bewegungen zur New-Age-Bewegung 197
Taoismus und taoistischer Millenarismus im New-Age-Denken 198
Zwei New-Age-Bewegungen ohne neues Zeitalter 199
Kapitel 11 Aufschreiben, was nicht ausgesprochen werden kann: Die vielen Schriften des Taoismus 201
Die verwickelte Welt des taoistischen Schrifttums 201
Ins rechte Licht geru¿ ckt: Lao Tzu und Chuang Tzu 202
Ein geheimnisvoller, sperriger Schriftkorpus 203
Die Entwicklung des taoistischen Kanons 204
Der Verlauf der Kanonisierung 205
Die Drei-H ¿ohlen-Sammlung 206
Die Bedeutung des Ming-Kanons 207
Ru¿ ckgewinnungsprojekte: Die Katalogisierung des Kanons 209
Was ist drin im taoistischen Kanon? 211
Weltansichten und Kommentare 212
Talismane und Register 213
Ritualschriften und Anleitungen der Alchemie 213
Moralbu¿ cher 214
Von Medizin bis Zahlenmystik 216
Teil IV Taoistische Praktiken erkunden 217
Kapitel 12 Daran denken, weiterhin zu vergessen 219
Ru¿ ckkehr, Umkehr und die Idee des Verlernens 220
Je weiter ihr geht, umso weniger kennt ihr 220
Lernen, nicht zu lernen 221
Das Ziel heißt Verlernen und die Aufgabe heißt Vergessen 222
Tugend vergessen und alles vergessen 222
Fasten des Geistes und des Herzens 223
Die Abhandlung u¿ ber Sitzen und Vergessen 226
Die sieben Stufen des Vergessens 226
Vom Vergessen zur Befreiung des Geistes 228
Gegenw¿artiges Vergessen 229
Der moderne Taoismus und die Praktik des Vergessens 229
Cyber-Vergessen 231
Kapitel 13 Auf der Suche nach Unsterblichkeit 233
Hinnahme von Leben und Tod im klassischen Taoismus 234
Den Tod als Teil des kosmischen Prozesses anerkennen 234
Die Furcht vor dem Tod infrage stellen 236
Weisheit, langes Leben und Unempfindlichkeit gegen Leid 237
Wie man sich den »Superweisen« vorstellt 238
Anzeichen von Kultivierungspraktiken im klassischen Taoismus 239
Auf den Spuren der inneren Kultivierung 240
Die Unsterblichkeitskulte 242
Sagenhafte Geschichten von Unsterblichen 243
Die Besessenheit des ersten Kaisers 244
Taoismus und die sogenannte Unsterblichkeit 244
Die Vorstellung von postmortaler Unsterblichkeit 245
Die (nicht nur) Acht Unsterblichen 246
Kapitel 14 Innere Kultivierung durch Alchemie 249
Ein weltweiter Blick auf die Alchemie 250
Was ist Alchemie? 250
Die westliche Alchemie 251
Fru¿he Alchemie in China 254
Die Verbindung vom Taoismus zur Alchemie 254
Der Meister, der die Einfachheit umschließt 255
Das Dreifache als Einheit 257
Die Eingliederung der Alchemie in den Taoismus 258
Die Rolle der Alchemie in den taoistischen Kultivierungsgruppierungen 258
Die ¿ Anderung der Kartografie des menschlichen K¿ orpers 260
Der Stellenwert der Visualisierung 261
Von ¿außerer zu innerer Alchemie 261
Der K¿ orper als Schmelztiegel 263
Umwandlung von Essenz zur Leere 264
Innere Alchemie fu¿ r Frauen 265
Alchemistische Meditation 265
Kapitel 15 Kampf-, Gymnastik- und Heilk¿unste: T'ai-chi und Ch'i-kung 267
T'ai-chi ch'u¿ an: Boxen des Großen A¿ ußersten 268
Die Wurzeln des t'ai-chi 269
Die einzelnen Schritte beim t'ai-chi 270
Bei Sonnenaufgang morgens im Park 271
Der Stilmix taoistischer Kampfku¿nste 272
Ch'i-kung: Wirksamkeit des psycho-physischen Stoffs 273
Die Wurzeln des ch'i-kung 274
Die Ch'i-kung-Explosion 275
Festes und weiches ch'i-kung 276
Fa-lun Kung: Die Wirksamkeit des Gesetzesrads 277
Fa-lun Kung: Anf¿ange und Praktiken 277
Kontroversen und Verfolgung 279
Kapitel 16 Kosmische Erneuerung und weitere Rituale 281
Die Wahrheit u¿ ber Taoismus und Ritual 282
Was ist ein Ritual? 282
Stellenwert des Rituals in den klassischen Schriften 284
Das taoistische Ritual: Die Fakten 285
Schwerter, Gedenktafeln und was es braucht zum Bittgesuch 287
Reinigungs- und Opferrituale 288
Fasten-, Reinigungs-, L¿auterungs- und Bußrituale 289
Das Ritual der kosmischen Erneuerung 289
Das große Opfer fu¿ r eine friedliche Welt 290
Taoistische Begr¿abnisrituale 291
Bewältigung einer tru¿ gerischen Reise 291
Das Überqueren der Himmelsbru¿ cke 292
Teil V Der Top-Ten-Teil 293
Kapitel 17 Die zehn h¿aufigsten Irrt¿umer ¿uber den Taoismus 295
Taoismus ist eine Philosophie, keine Religion 295
Lao Tzu hat den Taoismus begru¿ndet 296
Beim Tao Te Ching handelt es sich um die taoistische »Bibel« 297
Taoisten glauben nicht an G¿ otter 297
Im Taoismus werden religi ¿ ose Lehrmeinungen abgelehnt 298
Taoisten fu¿hren keine Rituale durch 299
Beim Taoismus geht es allein um Natur und die Anpassung an den Lauf der Dinge 299
Taoisten und Konfuzianer sind das genaue Gegenteil 300
Religio¿ ser Taoismus ist nichts weiter als du¿mmlicher Aberglaube 301
Jeder kann Taoist sein 302
Kapitel 18 Zehn Ratschl¿age zur praktischen Anwendung taoistischer Weisheit 303
Sich schulen 303
Die Natur beachten 304
Lernen zu spielen 305
Den einfachsten Weg finden 305
Musik machen und Sport treiben 306
Frisches Bio-Obst und -gemu¿ se essen 307
Fragen stellen 307
Die eigenen Einstellungen und Beweggru¿nde erkennen 308
Abw¿agen, skeptisch oder nachsichtig sein 308
Nicht davon ausgehen, sich taoistische Weisheit in zehn einfachen Schritten aneignen zu k¿onnen 309
Kapitel 19 Wo man Taoisten treffen kann 311
Der Tempel der Weißen Wolken 311
Drachen-und-Tiger-Berg 312
Eine Frage des Gleichgewichts 313
Reform Taoist Congregation (Reformierte Taoisten-Gemeinde) 314
Die Schriften von Ursula K. Le Guin 315
Teil VI Anh¿ange 317
Sekund¿arliteratur und andere Quellen 319
Deutschsprachige Literatur 319
Vertrauenswu¿ rdige Websites 320
Allgemeine Einfu¿hrungen zum Taoismus 320
Übersetzungen klassischer taoistischer Schriften 321
Anthologien zum klassischen Taoismus 322
Themenbezogene Aufs¿atze zum Taoismus 323
Handbu¿ cher und Lexika 323
Leitfaden zur Aussprache des Chinesischen 325
Stichwortverzeichnis 329
Einführung
Der Taoismus - zusammen mit Konfuzianismus und Buddhismus eine der »Drei Lehren« Chinas - lässt sich weit in die Vergangenheit bis auf die legendäre Gestalt eines Weisen namens Lao Tzu (Laozi) zurückverfolgen und ist heutzutage sowohl in China als auch in anderen Ländern Ostasiens weit verbreitet. Auch bei uns ist es keine Seltenheit mehr, damit in Berührung zu kommen, findet sich doch fast in jedem Buch, das sich mit den Grundzügen der Weltreligionen befasst, ein eigenes Kapitel zum Taoismus und es gibt nicht viele Buchläden, die kein Regal mit taoistischen Texten oder zumindest mit ein paar Abhandlungen über einzelne, ausgewählte Teilbereiche bestückt hätten.
Aber wenn Sie tatsächlich etwas über Taoismus erfahren möchten, stehen Sie gerade am Anfang ziemlich allein da, denn was hilft Ihnen ein knapper historischer Abriss, garniert mit dem ein oder anderen Zitat aus den klassischen Texten oder umgekehrt eine detailverliebte Analyse mit einer Unmenge an Fachvokabular? Manche Ratgeber empfehlen Ihnen, Ihr tägliches Leben nach taoistischen Prinzipien auszurichten, andere entdecken den Taoismus als die neueste Methode zur Selbstverwirklichung und machen so die Verwirrung komplett.
Seien Sie unbesorgt, denn es gibt einen Weg zu Ihrem Ziel.
Über dieses Buch
Dieses Buch macht Sie auf einfache und verständliche Weise mit dem Wesen des Taoismus bekannt und gibt Ihnen gleichzeitig einen unverstellten Blick auf diejenigen Bestandteile der Überlieferung, denen es zumeist zu verdanken ist, dass sich einige Dinge nur äußerst schwierig verstehen lassen. In diesem Sinne werden Sie die Entwicklung des Taoismus von seinen Ursprüngen im alten China über die Ausbildung der verschiedenen Sekten nachvollziehen, die sich in der schnelllebigen chinesischen Gesellschaft bis heute gehalten haben, und lernen die Ideen, Schriften und Praktiken des Taoismus kennen - von der Philosophie des »Nichthandelns« und des yin-yang bis hin zu ch'i-kung (Qigong) und den Ritualen der kosmischen Erneuerung.
Alles in allem geht es um eine über zweitausend Jahre alte religiöse Überlieferung, die sich mit der Zeit immer wieder gewandelt, mehrere Sekten und Strömungen hervorgebracht hat und im Leben von Milliarden von Menschen nicht wegzudenken ist, sodass nicht auf jede Einzelheit mit der entsprechenden Tiefe eingegangen werden kann. Und trotzdem lassen sich viele notwendige Grundlagen ansprechen, ohne dass Sie das Interesse am Taoismus verlieren: Dieses Buch ist umfassend (es informiert über ein weites Spektrum taoistischer Ideen), verlässlich (alle Aussagen sind nachprüfbar) und leicht verständlich (kein Versuch, Sie mit fantasiereichem Wortschwall zu betäuben oder mit hochphilosophischen Ausführungen zu benebeln). Seien Sie gespannt und freuen Sie sich auf eine interessante und unterhaltsame Lektüre!
Konventionen in diesem Buch
Weil es darauf ankommt, ohne Umwege möglichst schnell und unkompliziert die wichtigsten Punkte anzusprechen, sollen Sie natürlich nicht zuallererst auf ein ganzes Bündel mit Hinweisen zum Gebrauch dieses Buches stoßen, kaum haben Sie die erste Seite aufgeschlagen; es gibt jedoch manches, was von Anfang bis Ende gleich bleibt, und es deshalb ganz nützlich ist, diese wenigen Regeln schon jetzt einmal gehört zu haben:
Statt der Abkürzungen v.Chr. (vor Christus) beziehungsweise n.Chr. (nach Christus) finden Sie v.d.Z. (vor der Zeitrechnung) beziehungsweise n.d.Z. (nach der Zeitrechnung), da diese - ohne auf eine bestimmte Religion Bezug zu nehmen - neutraler klingen. Umrechnungstabellen sind indes nicht notwendig, denn die Jahreszahlen entsprechen sich und ob es v.Chr. oder v.d.Z. heißt, spielt für die eigentliche Zeitangabe keine Rolle.
Statt als »Religion« möchte ich für den Taoismus vielmehr Bezeichnungen wie »religiöse Überlieferung« oder einfach nur »Überlieferung« verwenden, sodass bereits diese Wortwahl dazu beiträgt, den Taoismus nicht als eine festgelegte, unveränderbare Einheit zu verstehen, die unabhängig davon existiert, wie sie von Menschen konstruiert, angewendet und verändert wird. Darüber hinaus entsteht bei einer »Überlieferung« eher der Eindruck von etwas Fließenderem und innerlich Verzweigterem als bei einer »Religion«.
Auf endlose Listen mit nicht gerade leicht zu lesenden chinesischen Wörtern können wir getrost verzichten, nicht jedoch auf ein paar grundlegende Kenntnisse darüber, wie beispielsweise die Namen einer Reihe von Persönlichkeiten in der Geschichte des Taoismus auszusprechen sind, die Sie in diesem Buch nicht mit chinesischen Schriftzeichen, sondern in einer an das chinesische Lautsystem angepassten Umschrift mit lateinischen Buchstaben vorfinden werden. Damit sind Sie natürlich auch dann auf der sicheren Seite, wann immer Sie auf eine solche Umschrift treffen, ganz unabhängig von Tao für Dummies. Es gibt indes nicht nur eine einzige Umschrift: Hier hat man sich entschieden, dem von den beiden britischen Sinologen Thomas Wade und Herbert Giles entwickelten sogenannten Wade-Giles-System zu folgen, das Sie in Anhang B nachschlagen können.
Scheuen Sie sich im Übrigen nicht, beim Lesen eines chinesischen Namens oder Begriffs diesen auch laut auszusprechen. So prägt sich dieser besser ein, als wenn Sie ihn nur still auf einer gedruckten Seite wahrnehmen - erschrecken Sie damit aber nicht Ihre Umgebung!
Das waren sie eigentlich auch schon, die Konventionen, und ganz zum Schluss nur noch zwei kurze technische Anmerkungen: neu eingeführte chinesischsprachige Fachbegriffe werden kursiv gesetzt und direkt danach erklärt, für Webadressen wird monofont verwendet.
Törichte Annahmen über den Leser
Was Sie bereits über den Taoismus zu wissen glauben oder was Sie über den Taoismus denken, ist im Folgenden nicht das Thema, vielmehr möchte ich Ihnen sagen, wie ich mir Sie, den Leser dieses Buches, vorstelle:
Sie sind wahrscheinlich kein Taoist, haben aber ein gewisses Interesse an dieser besonderen Überlieferung, möglicherweise auch ganz allgemein an China oder an jeder religiösen Überlieferung, die nicht Ihre eigene ist.
Sie respektieren den Glauben und die religiösen Praktiken anderer Menschen und wollen den Taoismus kennenlernen als einen Weg, Ihr Umfeld ein wenig besser zu verstehen.
Sie wissen nicht allzu viel über den Taoismus und bewegen sich auch eher auf dünnem Eis, wenn es um religiöse Fachwörter geht, aber Sie sind wissbegierig und bereit, all das Neue aufzunehmen, solange ich nicht oberlehrerhaft daherkomme, sondern die Dinge so erkläre, wie sie sind.
Wie dieses Buch aufgebaut ist
Im Internet finden sich zwar genug Seiten, die im Taoismus nichts weiter als die Anwendung einfacher Prinzipien sehen, eines »Mit-dem-Strom-Schwimmens«, tatsächlich ist die religiöse Geschichte des Taoismus aber äußerst vielschichtig durch ihre unterschiedlichen Schullinien und Sekten, ihren dicht bewohnten Götterhimmel, ihre hierarchische Priesterschaft und ihre Schriften, welche nur für diejenigen durchschaubar werden, die in bestimmte Lehren eingewiesen worden sind.
Lassen Sie sich von dieser Komplexität aber nicht abschrecken, denn dieses Buch ist dazu da, Sie auf Ihrer Reise durch den Taoismus zu begleiten. Deshalb ist es in Kapitel mit jeweils einem großen Hauptthema unterteilt, deren Anordnung allein dem Ziel dient, für Sie einen verständlichen Zugang bereitzustellen, der es Ihnen ebenfalls ermöglicht, zu den für Sie interessantesten Themen zu springen, ohne hierbei eine wie auch immer vorgegebene Reihenfolge einhalten zu müssen.
Teil I: Durch die Welt des Taoismus steuern
In diesem Teil machen Sie Ihre ersten Schritte in die Welt des Taoismus, indem Sie dessen religiöse Wurzeln in China aufspüren und sich einen Überblick über die Anfänge verschaffen. Dabei rücken Sie einige der üblichen Missverständnisse gerade, erkennen die Vieldeutigkeit des Begriffs Taoismus und folgen wichtigen Wegweisern, um sich weiterhin zurechtzufinden.
Teil II: Die Entwicklung des Taoismus
Natürlich werden hier auch Namen und Daten genannt, aber Sie erhalten keine dröge Liste mit Persönlichkeiten und deren Wirkungsspanne. Stattdessen verfolgen Sie die Entwicklung der Überlieferung auf spannenden, sich immer wieder verzweigenden Pfaden. Sie starten mit ein paar wenigen klassischen Schriften, sehen, welch spezielle Strömungen daraus entstehen, und erleben die Gründung der Schulen und Sekten mit, die bis heute in China existieren, ebenso wie das klösterliche Leben und die dazugehörigen Rituale.
Teil III: Die Welt aus taoistischer Sicht
Hier erfahren...
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