
TRIZ - Innovation mit System
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Content
2 - Wegweiser [Seite 7]
3 - 1 Systematische Innovation [Seite 9]
3.1 - 1.1Ideen erzeugen Veränderungen [Seite 9]
3.2 - 1.2Konzepte prägen Produkte [Seite 14]
4 - 2 Lösen schwieriger Probleme [Seite 17]
4.1 - 2.1Systematische Kreativität [Seite 17]
4.2 - 2.2Einsatz von Werkzeugen [Seite 23]
5 - 3 Was ist TRIZ? [Seite 27]
5.1 - 3.1Historische Entwicklung [Seite 27]
5.2 - 3.2Grundlagen von TRIZ [Seite 28]
5.3 - 3.3Fünf Erfindungsklassen [Seite 30]
5.4 - 3.4TRIZ-Vorgehensweise [Seite 31]
6 - 4 TRIZ-Werkzeuge zur Analyse und Abstraktion [Seite 34]
6.1 - 4.1Idealität und ideales Endresultat [Seite 34]
6.2 - 4.2Ressourcen [Seite 38]
6.3 - 4.3Situations-Checkliste [Seite 42]
6.4 - 4.4Systemdenken [Seite 46]
6.5 - 4.5Funktionsanalyse [Seite 49]
6.6 - 4.6Trimming [Seite 59]
6.7 - 4.7Problemformulierung [Seite 62]
6.8 - 4.8Neun Felder [Seite 67]
6.9 - 4.9S-Kurve [Seite 72]
6.10 - 4.10Evolution und Trends [Seite 77]
7 - 5 TRIZ-Werkzeuge zurAnalogiebildung und Ideenfindung [Seite 83]
7.1 - 5.1Technische Widersprüche [Seite 83]
7.2 - 5.239 technische Parameter [Seite 86]
7.3 - 5.340 innovative Grundprinzipien [Seite 92]
7.4 - 5.4Physikalische Widersprüche [Seite 99]
7.5 - 5.5Vier Separationsprinzipien [Seite 101]
7.6 - 5.6 Stoff-Feld-Modell und 76 Standardlösungen [Seite 106]
7.7 - 5.7Operator Material-Zeit-Kosten [Seite 114]
7.8 - 5.8Zwerge-Modell [Seite 115]
7.9 - 5.9Antizipierende Fehlererkennung [Seite 119]
7.10 - 5.10Effekte [Seite 121]
8 - 6ARIZ-Algorithmus zur erfinderischen Problemlösung [Seite 124]
9 - 7TRIZ in der Praxis [Seite 126]
10 - Literatur [Seite 128]
4.1 Idealität und ideales Endresultat
WORUM GEHT ES?
In TRIZ wurden technische Erfindungen über lange Zeiträume hinweg beobachtet und Muster der Veränderung herausgearbeitet. Dabei stellte sich als ein wesentliches Erfindungsmuster die ständige Verbesserung technischer Systeme heraus: Jegliche Erfindungstätigkeit orientiert sich an dem Ziel, ein Problem zu beseitigen und durch ein Produkt, einen Prozess oder eine Dienstleistung so zu verändern, dass der von ihm ausgehende Schaden vermindert oder der Nutzen erhöht wird. Gelänge es, beispielsweise ein Produkt zu entwickeln, das nur positive und keine negativen Wirkungen zeigt, wäre es nach der TRIZBezeichnung eine sogenannte ideale Maschine.
Die Versuche, eine ideale Maschine zu bauen, sind in Technikmuseen zu begutachten: Das Perpetuum mobile hat nie funktioniert. Auch wenn sich das in Zukunft nicht ändern wird, kann es dennoch als Idealziel jeder Entwicklungstätigkeit dienen: Die Maschine, die nur die gewünschte Funktion erfüllt, keine schädlichen Auswirkungen hat und sogar selbst physisch nicht mehr vorhanden ist, wäre das ideale Endresultat (IER) jeder Erfindungstätigkeit.
WAS BRINGT ES?
Auch wenn das ideale Endresultat utopisch erscheinen mag, so hat es doch den großen Vorteil, die Entwicklungs tätigkeit auf die wichtige Frage „Welche Funktion ist zu erfüllen?“ zu konzentrieren und sich an dieser Ideallösung zu orientieren. Dieser Rahmen kann an einem bildhaften Beispiel demonstriert werden.
Das Leitbild von TRIZ: Idealität
Ausgangspunkt sei ein Bild für die klassische Ideenfindung: Eine Ameise sitzt auf einem Baumstamm. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Ameise ein bestimmtes Blatt erreicht, wenn sie nur in eine Richtung gehen darf? Mit jeder Verästelung des Baumes verringert sich die Wahrscheinlichkeit in Abhängigkeit von der Anzahl der Äste. Auf diesem Wege ein bestimmtes Blatt (stellvertretend für ein ideales Entwicklungsziel) zu erreichen, ist unwahrscheinlich. Der Grundgedanke von TRIZ folgt dem umgekehrten Bild: Die Ameise wird gedanklich auf das Zielblatt, das IER, gesetzt. Wenn sie nun immer in eine Richtung baumabwärts klettern darf, so beträgt die Wahrscheinlichkeit, den Stamm zu erreichen, 100 %, denn in dieser Richtung gibt es keine Verzweigungen. In TRIZ nutzt man das gedankliche Extrem des IER als Richtschnur, von der man sich in der realistischen Ausarbeitung rückwärts wegbewegt. So stellt man sicher, sich von vornherein am Ideal zu orientieren, denn grundsätzlich liegen nur in dieser Richtung die wirklich guten Lösungen. Mit den Worten George Bernard Shaws: „Ihr aber seht und sagt: Warum? Aber ich träume und sage: Warum nicht?“
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