
Jugendhilfe und Schule
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"[...] das Handbuch [ist] für eine gelingende Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule eine gute Handreichung sowohl für die Wissenschaft als auch für die Praxis [...]. Die verschiedenen Beiträge werden zwar überwiegend für jeweils eine der beiden Zielgruppen relevant sein, dadurch konnte aber auch ein Nachschlagewerk entstehen, welches differenzierte Sichtweisen auf die Themen ermöglicht." unsere jugend - die zeitschrift für studium und praxis der sozialpädagogik, 11-12/2008"Dieses Handbuch ist unverzichtbar für Verwaltungskräfte, Lehrer/innen und Sozialpädagog/innen, die Projekte zur Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schule planen oder in diesen aktiv sind. Es ist aber auch hervorragend geeignet für die Ausbildung von Studierenden im Fachbereich 'Soziale Arbeit'." www.socialnet.de, 09.07.2008
"Das Handbuch bietet MitarbeiterInnen aus Schule und Jugendhilfe Inhalte, Konzepte, Instrumente und Praxisporträts für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Grafiken und Tabellen erhöhen die Anschaulichkeit und unterstreichen den Nutzen für die praktische Arbeit. Das Buch eignet sich als Nachschlagewerk für Wissenschaft und Praxis [...]." FORUM Kinder- und Jugendarbeit, 02/2008
"Wer der künstlichen Trennung von Bildung, Erziehung und Betreuung entgegenwirken will, der findet hier ausführliche und sorgfältig verfasste Referate zu den vielfältigen Ebenen, Bereichen und Ansätzen zur Lösung dieser Aufgabe, wobei konzeptionelle Fragen nach der Zielsetzung ebenso zu finden sind wie konkrete Materialien zur Praxis und Anregungen zur Evaluation. - Ein gewichtiger Band zu einem wichtigen Schritt der aktuellen Schulentwicklung." PÄDAGOGIK, 06/2008
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Dan Olweus
Mobbing in Schulen: Fakten und Intervention
"Zwei Jahre lang war Johnny, ein stiller 13-jähriger Junge, für einige seiner Klassenkameraden ein lebendiges Spielzeug. Die Teenager nahmen Johnny Geld ab, zwangen ihn, Unkraut zu essen und Milch zu trinken, die mit Putzmitteln gemischt war. Sie schlugen ihn in den Toilettenräumen zusammen und banden ihm ein Seil um den Hals, um ihn als "Haustier" herumzuführen. Als Johnnys Peiniger nach dem Mobbing gefragt wurden, sagten sie, sie hätten ihr Opfer gequält, weil es ihnen Spaß gemacht hätte" (Auszug aus einem Zeitungsartikel in Olweus 1993: 7). Dieser Zeitungsausschnitt zeigt in bedrückender Weise, zu welcher Grausamkeit Kinder und Jugendliche unter bestimmten Umständen in der Lage sind. Und er zeigt, welcher Albtraum es für den gequälten Schüler sein kann, zur Schule zu gehen - häufig, ohne dass die Eltern oder die Lehrer ahnen, was los ist. Mobbing unter Schulkindern ist sicherlich ein sehr altes Phänomen.
Obwohl viele das Problem kennen, ist es noch nicht so lange her - etwa seit den frühen 1970er Jahren -, dass das Phänomen systematisch wissenschaftlich untersucht wurde (Olweus 1973a, 1978). Einige Jahre lang lag der Forschungsschwerpunkt in Skandinavien. In den späten 1980er und den 1990er Jahren wurden auch andere Länder wie Japan, Großbritannien, die Niederlande, Kanada, USA und Spanien auf Mobbing unter Schulkindern aufmerksam (für weitere Verweise siehe auch Olweus 1993). In den letzten ungefähr zehn Jahren gab es eine fast explosionsartige Entwicklung auf diesem Gebiet, was sowohl die Forschung als auch die Intervention und nationale Politik angeht (z.B. Smith/Morita/Junger-Tas/Olweus/Catalano/ Slee 1999, Juvonen/Graham 2001, Espelage/Swearer 2004, Smith/Pepler/Rigby 2004).
In den USA wurde diese gesteigerte Aufmerksamkeit durch einige Schießereien in Schulen, die in den Medien sehr präsent waren, weiter gestärkt. Bei diesen tragischen Vorfällen wurde teilweise eine Beziehung der Täter-Opfer-Problematik im Rahmen von Mobbing bei den beteiligten Schülern hergestellt (Anderson et al. 2001). Vor diesem Hintergrund werde ich nun kurz die Definitionen von Mobbing und Gewalt präsentieren und einige Forschungsergebnisse über das Vorkommen und die Charakteristika von Tätern und Opfern vorstellen. Danach konzentriert sich mein Vortrag auf die Interventionen gegen die Täter-Opfer-Problematik, die wir in den letzten 20 Jahren in Norwegen durchgeführt haben sowie auf eine neue landesweite Interventions- und Präventionsinitiative. Definitionen von Mobbing und Gewalt an Schulen Bereits in den 1980er Jahren habe ich folgende Definition von Mobbing entwickelt (Olweus 1986, 1993):
Eine negative Aktivität besteht dann, wenn jemand vorsätzlich den Schüler verletzt oder versucht zu verletzen, oder ihm Unbehagen bereitet - was grundsätzlich die Definition von aggressivem Verhalten beinhaltet (Olweus 1973b, Berkowitz 1993). Negative Aktivitäten können durch physischen Kontakt, durch Worte oder auf anderen Wegen wie durch Grimassen schneiden oder verletzende Gesten sowie durch den vorsätzlichen Ausschluss aus einer Gruppe bestehen. Bei der Verwendung des Begriffes Mobbing sollte außerdem ein Macht- oder Kräfte-Ungleichgewicht (eine asymmetrische Beziehung) bestehen: Dem Schüler, der den negativen Aktivitäten ausgesetzt ist, fällt es schwer, sich zu verteidigen. Etwas allgemeiner ausgedrückt, kann Mobbing definiert werden als "vorsätzliches, wiederholt negatives (unangenehmes oder verletzendes) Verhalten von einer oder mehreren Personen einer anderen Person gegenüber, die Schwierigkeiten hat, sich zu verteidigen."
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