
Problematic Summer Romance
Description
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Wie kann etwas so was von falsch sein – und sich doch so richtig anfühlen?
Maya Killgore ist dreiundzwanzig und noch voll dabei, ihr Leben in den Griff zu bekommen.
Conor Harkness ist achtunddreißig – und Maya kann einfach nicht aufhören, an ihn zu denken.
Es ist zum Aus-der-Haut-Fahren, was für ein billiges Klischee sie abgeben: Älterer Mann trifft auf jüngere Frau; erfolgreicher Biotech-Startup-Macker trifft auf Studentin, die nicht annähernd klarkommt; seit Urzeiten bester Freund des Bruders trifft auf ein Mädchen, von dem er noch nie gehört hat. Sprich: Zwischen Conor und Maya gibt es ein mehr als offensichtliches Machtgefälle, und Conor wird nicht müde, auf dessen kritische Implikationen hinzuweisen. Jede Art von Beziehung zwischen ihnen wäre in mehr als einer Hinsicht problematisch, und Maya solle doch bitte schön über ihn hinwegkommen. Er hat wirklich deutlich gemacht, dass er sie nicht mehr in seinem Leben haben will.
Trotz allem sind Maya und Conor gezwungen, eine ganze Woche miteinander zu verbringen, weil ihr Bruder Eli ausgerechnet im sizilianischen Taormina heiraten will – in der Idylle einer romantischen Villa an der einmalig schönen Küste des Ionischen Meeres. Und irgendwo zwischen antiken Ruinen, köstlichem Essen und zauberhaft schönen Felsgrotten wird Maya klar, dass Conor etwas vor ihr verbirgt. Als dann die Hochzeit außer Kontrolle zu geraten droht, beschließt sie, dass eine kleine Sommeraffäre genau das Richtige für sie sein könnte – mag sie auch noch so problematisch sein.
Und da nicht alles ist, wie es auf den ersten Blick scheint, hat so manches Klischee sogar das Zeug, sich zu einer ernsthaften Geschichte zu entwickeln.
Eine hot Summer-Romance mit Feelgood-Vibes und unvergesslichem Setting in Italien von Bestsellerautorin Ali Hazelwood.
Reviews / Votes
"Für mich eins der besten Bücher der Autorin und DIE Sommerlektüre für alle Ali Hazelwood- und Romance-Fans!"
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Persons
Zuletzt erschienen von ihr bei Rütten & Loening »Bride«, »Not in Love« und »Deep End«.
Mehr unter AliHazelwood.com; Instagram: @AliHazelwood
Christine und Anna Julia Strüh sind Mutter und Tochter und übersetzen gemeinsam aus dem Englischen. Christine Strüh lebt in Halle und übertrug u. a. Kristin Hannah und Cecelia Ahern ins Deutsche. Anna Julia Strüh übersetzte ihr erstes Buch mit fünfzehn, lebt heute in Leipzig und überträgt auch Lyrik.
Content
Kapitel 2
Zum ersten Mal bin ich nach Europa gegangen, als ich fast siebzehn war. Ich hatte früher als die meisten anderen meinen Highschool-Abschluss gemacht, vom unstillbaren Drang getrieben, endlich aus Austin wegzukommen. Raus aus Texas! Raus aus den Staaten! Und zwar sofort!
Lasst mich. Verdammt noch mal. Hier raus.
Eine Entscheidung, die nicht besonders gut durchdacht war. Ich habe mich nicht an der University of Edinburgh eingeschrieben, weil ich eine renommierte Forschungsinstitution suchte, die ein wissenschaftliches Umfeld bot - auch wenn das durch einen Glückstreffer trotzdem der Fall war. Die Wahl meiner Uni ließ sich auf drei Kriterien herunterbrechen: Würde sie mir einen Platz mit finanzieller Unterstützung bieten? Wären die Kurse auf Englisch? Und: Wäre sie weit genug von dem schwarzen Loch meiner schlimmsten Erinnerungen entfernt? Die University of Edinburgh war zufällig die Erste, die alle Bedingungen erfüllte, und ich fing an zu packen, sobald ich die Zusage bekam.
Ich verhielt mich nicht gerade vernünftig. Andererseits: Es wäre für jede Teenagerin, deren beide Elternteile innerhalb von zwei Jahren gestorben waren und die von heute auf morgen bei ihrem Bruder einziehen musste, der ihr völlig fremd war, eine Herausforderung, sich nicht unvernünftig zu benehmen.
Es war eine schwierige Zeit. Vor der Krankheit, vor dem Unfall, war ich Moms beste Freundin und Dads kleines Mädchen gewesen. Und ich vermisste sie so sehr, schleppte solche Berge von Kummer mit mir herum, dass ich ständig das Gefühl hatte zu ersticken. Nur eines ließ mich zu Atem kommen: meine Wut. Sie durchdrang meinen Brustkorb und verschaffte meiner Lunge kleine Luftlöcher. Sie ermöglichte es mir zu funktionieren. Sie hielt mich am Leben.
Selbst damals, so benommen und orientierungslos und jung ich auch war, verstand ich, dass weder meine Wut noch meine Strategien zu ihrer Bewältigung gesund waren, dass ich die Leute von mir stieß, die mich liebten, dass meine ständigen Ausbrüche nur in einem einsamen Ende für mich münden würden. Aber diese Wut war alles, was ich hatte. Die Therapie half, aber nicht genug. Genau wie die Medikamente. Also rebellierte ich. Ich widersetzte mich meinem Bruder, der genauso verloren war wie ich. Ich sagte furchtbare Dinge, reagierte impulsiv und machte unglaublich viel dummen, riskanten Scheiß.
Ich erinnere mich nicht gern an diese Zeit. Wie ich einmal einen Ausflug mit meinen Freunden machte und vierundzwanzig Stunden lang vom Erdboden verschwand, ohne mich darum zu scheren, dass mein Bruder krank vor Sorge war. Wie ich Elis Unitrikot ruiniert habe, um mich dafür zu rächen, dass er mich vor den Nachbarn angeschrien hatte. Wie ich meine Jungfräulichkeit auf Ecstasy mit irgendeinem namenlosen Typen verloren habe, der behauptete, Führerscheine wären ein Trick der Regierung, um uns zu überwachen zu können. Einfach gesagt mag ich die Person nicht, die ich früher war, auch wenn ich versuche, meinen Kummer nicht als Entschuldigung vorzuschützen: Ich verhielt mich dumm und egoistisch, und ich bereue vieles an meinem Verhalten im Alter von zwölf bis . Womöglich befinde ich mich noch immer in meiner Reue-Ära. Jedenfalls versuche ich noch immer, es wiedergutzumachen.
Und dennoch erwies es sich als gute Entscheidung, nach Schottland zu ziehen, und wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich sie wieder treffen. Auf mich allein gestellt zu sein, gab mir den Freiraum, den ich brauchte, und ließ mich auf eine Weise, die ich nicht vorhersehen konnte, wieder klar im Kopf werden. Als ich mit zwanzig nach Austin zurückkehrte, war ich ein besserer Mensch.
Ich schrieb mich an der University of Texas ein, um meinen Master in Physik zu machen. Zog bei meinem Bruder ein und fand nicht nur heraus, dass er ein ziemlich cooler Typ ist, sondern auch, dass er geradezu krankhaft vergesslich ist, was das Kündigen von Streaming-Diensten angeht, so dass ich bald Zugang zu endlosem Entertainment hatte. Ich meldete mich wieder bei ein paar Freunden aus der Highschool, die ich in meinem Drang abzutauchen geghostet hatte, darunter auch Jade. Ich fing wieder mit dem Schlittschuhlaufen an, übernahm ehrenamtlich die Anfängerkurse der Kinder in der örtlichen Eishalle, fand heraus, dass ich gern alte Möbel instand setze, und ging mindestens zweimal die Woche zum Ziegenyoga. »Sie haben ein schönes Erwachsenenleben auf den Ruinen einer beschissenen Jugend aufgebaut«, sagte meine Therapeutin einmal, und der Gedanke gefällt mir. Die Vorstellung vom Leben als etwas, das man wählen, Tag für Tag gestalten, kultivieren und nähren kann. Achtsam zu sein, statt nur zu reagieren.
Und dann, vor knapp einem Jahr, meldete sich mich meine Promotionsberaterin bei mir und erzählte mir von einer einmaligen Gelegenheit: ein Lehrpraktikum im Bereich der computergestützten Physik. Strömungslehre. Der Jupitermond Io und all diese köstlich aktiven Vulkane. Genau mein Ding.
Für die Stelle müsste ich in einen Vorort von Genf ziehen.
»Scheiße, das ist doch großartig«, sagte Eli, als ich ihm davon erzählte, so euphorisch lächelnd, als hätte er ein Bierliga-Hockey-Spiel gewonnen. Stolz. Jubelnd. Begeistert. »Als Lehrkraft bei CERN kannst du dein Leben lang angeben, Maya. Besser geht's nicht.«
»Vielleicht. Aber als ich zum letzten Mal so weit fortgezogen bin, bin ich quasi weggelaufen und hab die Tür hinter mir zugeknallt. Jetzt schon wieder abzuhauen, fühlt sich an, als . Ich weiß auch nicht.«
Er sah mir fest in die Augen. Legte mir die Hand auf die Schulter. »Das ist was ganz anderes. Diesmal gehst du auf etwas zu. Du läufst nicht weg.« Und damit hatte er nicht unrecht. Allerdings war Eli nicht über alles im Bilde.
Ist er immer noch nicht.
»Gut?«, fragt der Fahrer, deutet auf die Klimaanlage und sucht meinem Blick im Rückspiegel. Als der Wagen um eine Kurve biegt, schwingt der kleine Lufterfrischer-Baum hin und her. Arbre Magique, behauptet er fröhlich. »Mehr? Mehr kalt?«
Ich schüttle den Kopf und lächle, was mir schon mein zweites Zwinkern am heutigen Tag einbringt.
Flirten wir etwa? Werde ich eine heiße Affäre mit einem rüstigen Siebzigjährigen (oder einem ziemlich mitgenommenen Fünfzigjährigen) anfangen? Sind ältere Männer mein toxisches Muster, von dem ich nicht lassen kann? Werde ich .
»Atemberaubend, nicht?«, fragt Avery, und ich bin ernsthaft erleichtert, aus dieser Gedankenspirale gerissen zu werden.
»Ja. Wie kann diese Gegend das Recht haben, so schön zu sein.«
Wir sind fast in Taormina, unserem Zielort, der nur etwa eine Stunde vom Flughafen entfernt ist. Obwohl ich während meines Studiums unzählige von billigen Flugpreisen und noch billigeren Hostels befeuerte Wochenendausflüge durch ganz Europa unternommen habe, die stets nur einen Herzschlag davon entfernt schienen, in eine Orgie auszuarten, war ich noch nie in Süditalien oder auf einer der hier gelegenen Inseln. Je weiter wir uns nun von Catania entfernen, desto fester drücke ich meine Nase ans Fenster. Die Hügel rollen an uns vorbei, bedeckt von Olivenhainen und Weingärten, so gesund und rund und üppig im spätmorgendlichen Sonnenlicht, dass ich mich fast verhöhnt fühle. Felder gehen in Dörfer aus weißem Stein über, umgeben von dichtem Wald und reicher Vegetation, und dann .
Mein Gott, der Ozean.
»Wie heißt dieses Meer noch mal?«, frage ich Avery mit Blick auf das schimmernde Wasser, von dem das Sonnenlicht zurückgeworfen wird. Nicht Tyrrhenisches Meer. Auch nicht Mittelmeer. »Ionenmeer?«
»Ionisches Meer«, berichtigt sie mich. Ihr Ton ist auf unauffällige Weise nachsichtig, wie man es von intelligenten, in sich ruhenden Leuten kennt, die anderen nicht das Gefühl geben wollen, ignorant oder unterlegen zu sein. Die gesamte Fahrt über war sie nichts als reizend. Tiny himmelt sie an, und sie erwidert seine Zuneigung: Sie ist nicht mal...
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