
Performance Measurement in Nonprofit-Organisationen
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Dorothea Greiling setzt sich aus deskriptiver, empirischer und theoretischer Perspektive mit dem Performance Measurement in privaten Nonprofit-Organisationen auseinander und erarbeitet einen Überblick. Sie präsentiert die Ergebnisse zweier Primärerhebungen zum Stand des Performance Measurement und der Erfolgsoperationalisierung in freigemeinnützigen Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialbereichs. Ergänzend diskutiert die Autorin die Möglichkeiten und Grenzen des Performance Measurement und gibt Gestaltungsempfehlungen sowohl für die Verbesserung der Berichterstattung der einzelnen Nonprofit-Organisation als auch für den Nonprofit-Sektor im Ganzen.
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A. Empirische Erhebung zu Kennzahlensystemen und Erfolgsoperationalisierung in freigemeinnützigen NPOs des Gesundheits- und Sozialbereichs
I. Gesundheits- und Sozialeinrichtungen als Vorreiter des Performance Measurement in NPOs
Im Sinne einer Betriebswirtschaftslehre als Realwissenschaft bleibt die Arbeit nicht bei einem Überblick relevanter Literatur zur Ausgestaltung der Performance Measurement- Ansätze in NPOs stehen, sondern wendet sich aus empirischer Sicht den Fragen des Implementierungsstandes des Performance Measurement zu. Aufgrund der nicht genau quanti.zierbaren Anzahl von NPOs drängt sich die Frage nach einer sinnvollen Einschränkung des Erhebungsgegenstandes auf. Die im zweiten Kapitel gemachten Ausführungen zu den Anwendungsbereichen des Performance Measurement in NPOs legen nahe, dass Fragen des Einsatzes von .nanziellen und nicht-finanziellen Kennzahlen als Reporting-, Diagnose- und Steuerungsinstrument im Gesundheits- und Sozialbereich besondere Relevanz besitzen.
Zur dortigen Verbreitung von Kennzahlensystematiken tragen externe gesetz- und .nanzierungsträgerbedingte Anforderungen an das Rechnungswesen und die Leistungsdokumentation bei. Gesetzgeberische Buchführungsvorschriften (z. B. Krankenhaus-Buchführungsverordnung, Pflegebuchführungs-Verordnung) sowie Leistungs- und Qualitätsdokumentationserfordernisse fördern, dass im Gesundheits- und Sozialbereich bessere Voraussetzungen für eine Untersuchung des Kennzahleneinsatzes vorliegen als in anderen Bereichen des NPO-Sektors. Wie die deutschlandbezogene Teilstudie der Johns Hopkins-Erhebung zur Struktur des Nonpro.t-Sektors zeigt, handelt es sich bei der Beschränkung auf die Tätigkeitsgebiete "Gesundheit und Soziales", gemessen an der Beschäftigtenzahl, um die beiden dominanten Säulen des NPO-Sektors in Deutschland. Zusammengefasst haben Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialbereichs einen Anteil von knapp 70% aller im NPO-Bereich Beschäftigten.
Für die Konzentration auf diesen Bereich spricht ferner, dass sich hier vor allem im stationären Bereich Einrichtungen be.nden, die ein entsprechendes Finanzvolumen aufweisen und auch eine kritische Einrichtungsgröße überschreiten, die den Einsatz betriebswirtschaftlicher Controllinginstrumente erfordern. Eine andere Ausgangssituation liegt beispielsweise bei den primär von Ehrenamtlichen getragenen Kultur- und Freizeitvereinigungen vor. Deswegen werden diese Bereiche nicht untersucht. Die Auswertung anderer empirischer Erhebungen zur Verbreitung von Kennzahlen und Controllinginstrumenten in NPOs legt ebenfalls nahe, dass man im Gesundheitsund Sozialbereich eher vom Überschreiten kritischer Schwellenwerte hinsichtlich des Einsatzes von Kennzahlensystemen sprechen kann.
Aufgrund dieser Vorüberlegungen beschränkt sich die im Rahmen dieser Arbeit durchgeführte empirische Erhebung auf Gesundheits- und Sozialeinrichtungen. Tätigkeitsgebietsbezogen richtete sich der Fragebogen an Einrichtungen und Einrichtungsträger, die sich in der stationären Altenhilfe, der Behindertenhilfe, der stationären Jugendhilfe und dem stationären Gesundheitsbereich engagieren. Vom Aufbau her stellt Punkt A. II. im Folgenden zunächst die forschungsleitenden Fragen vor, die der eigenen Primärerhebung zu Grund liegen. Inhaltlich lassen sich mehrere Blöcke unterscheiden: Ein relativ knapp gehaltener Teil fokussiert, anknüpfend an das zweite Kapitel, auf die Formulierung von Erwartungen zur Nutzung von Kennzahlen und Kennzahlensystemen in NPOs.
Ein weiterer, etwas ausführlicherer Teil, wendet sich der Erfolgsoperationalisierung in NPOs zu. Der Ableitung von Hypothesen sind dabei Ausführungen zu verschiedenen Ansätzen der mehrdimensionalen Erfolgsabbildung vorangeschaltet. Wie bereits die im ersten Kapitel gemachten Ausführungen zu den Zielen von NPOs gezeigt haben, bildet der Erfolg in NPOs ein komplexes Konstrukt. Ein Unterpunkt zu potenziellen Zielinhalten und Zielsystematiken für NPOs schließt sich an. Ein dritter Block begründet knapp, warum eine Frage zum Stakeholder-Ein.uss für die Primärerhebung Relevanz besitzt.
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