
Befreite Arbeit?
Macht, Moral und Mindesteinkommen
Klaus-Uwe Gerhardt(Author)
Nomos (Publisher)
1st Edition
Published on 28. May 2026
280 pages
978-3-7489-6850-4 (ISBN)
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Viele Menschen arbeiten hart und fühlen sich dennoch unsicher. Dieses Buch erklärt verständlich, warum das Versprechen "Arbeit schützt vor Armut" immer seltener gilt und welche Rolle politische Entscheidungen dabei spielen. Es beleuchtet verbreitete Annahmen über Leistung, Bürgergeld und Sozialstaat, ordnet aktuelle Debatten ein und zeigt, welche Reformen soziale Sicherheit stärken können. Auf Grundlage von Forschung und Beispielen entwickelt es das garantierte Mindesteinkommen als realistische Perspektive für eine gerechtere Arbeitsgesellschaft. Klaus-Uwe Gerhardt forscht zu Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik.
More details
Language
German
Place of publication
Baden-Baden
Germany
File size
4,51 MB
ISBN-13
978-3-7489-6850-4 (9783748968504)
DOI
10.5771/9783748968504
Schweitzer Classification
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Book
04/2026
1st Edition
Nomos
€59.00
Available immediately
Content
- Titelei/Inhaltsverzeichnis
- Verzeichnisse
- Abbildungen
- Infoboxen
- Tabellen
- Abkürzungen
- Zum Geleit: Arbeit im Wandel - Jenseits der Mythen
- 1. Arbeit im sozialpolitischen Diskurs
- Mythen über Arbeit und Sozialstaat
- Warum Mythen politisch wirksam bleiben: Legitimität, Reziprozität und moralische Ordnung
- Ziel und Aufbau des Buches
- 2. Die Anatomie der ökonomischen Mythen
- 2.1 Die Vollbeschäftigungsfiktion - Norm und Realität
- 2.1.1 Einstimmung und Überblick
- 2.1.2 Krise ohne Schuldige: Warum der Strukturbruch den Aktivierungsstaat vorbereitete
- 2.1.3 Vom Sozialstaat zur Aktivierung
- 2.2 Ökonomische Mythen: Funktion, Herkunft und Wirkung
- 2.2.1 Warum Mythen in der Ökonomie besonders wirksam sind
- 2.2.2 Wissenschaftstheoretische Perspektiven
- 2.2.3 Mythos Lohnnebenkosten - eine deutsche Erzählung
- Brücke: Arbeit, Würde und die Grenzen des Anreizdenkens
- 2.3 Mythen über die Arbeit: Struktur, Wirkung, Evidenz
- 2.3.1 Mythos Arbeitsanreize: Ideengeschichte und Evidenz
- Theoretische Schwächen der Anreizlogik
- Vom Modell zur Ideologie
- 2.3.2 Erwerbsarbeit schützt vor Armut? - Eine Fehldiagnose
- Anreizmythos: Von neuer Armut zur Lohndrückerei
- 2.3.3 Mythos Lohnabstandsgebot und Lohnspreizung: Politische Funktion und ökonomische Realität
- 2.3.4 Prekäre Beschäftigung zwischen Brücke und Falle
- Internationale Evidenz: Prekarisierung als Strukturtrend
- Verweildauer in der Arbeitslosigkeit als Indikator verfestigter Prekarität
- Von Tarifbindung zu Prekarität
- 2.4 Fiskalmythen und Narrativ der Globalisierung
- 2.4.1 Mythos: Wettbewerbsfähigkeit verlangt Sozialkürzungen
- 2.4.2 Mythos: Globalisierung - zwischen Heilsversprechen und Abhängigkeit
- 2.4.3 Mythos Staatsverschuldung: Warum die Schuldenbremse unsere Zukunft bremst
- Ökonomisches Problemfeld: Wachstums- und Stabilitätsillusion
- Soziales und ökologisches Problemfeld: Investitionsstau und Schieflage
- Die Schuldenbremse: Investitionsbremse mit System
- 2.5 Niedriglohnsektor und Privatisierung sozialer Risiken
- 2.5.1 Mythos: Niedrige Löhne als Jobmotor
- Politökonomische Funktion des Niedriglohnsektors
- Sozial-ökologische Folgewirkungen
- Gesetzlicher Mindestlohn als Korrektiv des Niedriglohnsektors?
- Politökonomische Bewertung
- 2.5.2 Mythos Employability
- 2.5.3 Mythos Fachkräftemangel - Zahlen, Deutungen, Botschaften
- Von vermeintlichem Mangel zu politischer Deutungshoheit
- 2.5.4 Demografie - die Legende vom Bevölkerungswandel
- 2.6 Langzeitarbeitslosigkeit - Effekte und Alternativen
- 2.6.1 Mythos: Arbeitsmarktstatistik: "Lügen mit Zahlen"
- 2.6.2 Mythos: Langzeitarbeitslose sind häufiger krank und sterben früher
- 2.6.3 Strukturelle Barrieren überwinden - Notwendige Reformen
- 2.7 Narrative der Deregulierung und Flexibilisierung
- 2.7.1 Flexibilisierung: Freiheitsversprechen und Prekarität
- Die atmende Fabrik - Ursprung einer neuen Steuerungslogik
- Zeitsouveränität als Versprechen und Realität
- Von der Befreiung über die Dekomposition zur Deregulierung
- Flexicurity - ein asymmetrisches Versprechen
- Atypische Beschäftigung - von der Brücke zur Falle
- Bilanz: Der Mythos der Freiheit
- 2.7.2 Sanktionen und das Prinzip der Gegenleistung
- Sanktionen: Historische Kontinuität und aktuelle Praxis
- Sanktionen: kurzfristige Effekte, langfristige Schäden
- Misstrauen als Strukturprinzip des aktivierenden Sozialstaats
- Normative Bewertung und Bilanz: Vom Disziplinarstaat zur Befähigung
- 2.7.3 Aktivierung - Integration oder Disziplinierung?
- Fazit: Disziplinierung statt Integration
- 2.7.4 Bildung als Alibi? Aktivierung durch Weiterbildung
- Bildung als Risikodelegation
- Fördern und Fordern als Pseudoreziprozität
- 2.7.5 Mythos: Qualifizierung als Schlüssel
- Strukturelle Grenzen und symbolische Herrschaft
- Vom Humankapital zur Befähigung
- Qualifizierung als Schlüssel?
- 2.8 Bürgergeld: Reform oder Etikettenschwindel?
- Reichweite ? Rhetorik: Nichtinanspruchnahme als Lackmustest
- Bürgergeld zwischen Vertrauen und Misstrauen
- Politische Rückkehr zum alten Narrativ
- Zentrale Narrative und ihre Fortwirkung
- 3. Mythen über Sozialtransfers
- 3.1 Mythen über Transferabhängigkeit
- 3.1.1 Abhängigkeit als politisches Narrativ
- Vom Anreiz zum Verdacht
- Fazit: Vom Misstrauen zur Verlässlichkeit
- 3.1.2 Falsche Bilder, fatale Folgen: Die Macht sozialpolitischer Mythen
- Mythos Sozialmissbrauch: Die 2-Prozent-Fiktion
- 3.1.3 Mythos sozialer Aufstieg durch Bildung
- 3.1.4 Leitlinien zur sozialen Mobilität und ihren Grenzen
- 3.1.5 Mythos: Der Sozialstaat ist nicht finanzierbar
- 3.2 Mythos von Faulheit und Abhängigkeitsmentalität
- 3.2.1 "Unwürdige" Armen - Chiffre sozialer Nutzlosigkeit
- Die soziale Frage neu gestellt
- Mythos der Lohnarbeit - historisch gewachsen, keineswegs naturgegeben
- Das Speenhamland-System - Mythos und Wirklichkeit einer historischen Sozialreform
- Arbeit, Freiheit und ihre Dialektik
- Wandel des Müßiggangs und des Arbeitsfetischs
- Technik, Fortschritt und Ideologie
- 3.2.2 Mythos: Wer arbeiten will, findet auch eine Stelle
- 3.2.3 Von Kontrolle zu Vertrauen
- 3.3 Normative Mythen - Fakten gegen Vorurteile
- 3.3.1 Mythos "Sozialschmarotzer"
- 3.3.2 Empirische Befunde zum tatsächlichen Umfang von Sozialmissbrauch
- 3.3.3 Verdeckte Armut- der blinde Fleck des Sozialstaats
- 3.3.4 Mythos: Einwanderung in die Sozialsysteme
- 3.3.5 Othering und die Logik des Misstrauens
- 3.4 Mythos überbordender Sozialkosten
- 3.4.1 Mythos der Kostenlawine und der angemessenen Leistungen
- 3.4.2 Mythos, dass Niedriglöhne neue Jobs schaffen
- Mythos Chancengleichheit - Aktivierung durch New Labour
- Der Mythos niedriger Löhne und seine wirtschaftlichen Folgen
- Mythos Entbürokratisierung
- Von der Vermittlung zur "Selbstbeschäftigungsmaschine"?
- Kontrolle ohne Nutzen
- 3.5 Sanktionen als Fiktion
- 3.5.1 Mythos des rationalen Nutzenmaximierenden
- Politische Wirkungen und diskursive Stabilität
- 3.5.2 Arbeitsgelegenheiten: Mehr Symbolik als Integration
- 3.5.3 Stimmen der Wohlfahrtsverbände: Teilhabe statt Misstrauen
- Kritik der Wohlfahrtsverbände
- Institutionelle Logik des Misstrauensstaates
- Gesamtgesellschaftliche Folgen
- 3.5.4 Mythos der unproduktiven Arbeit
- Abwertung gesellschaftlich notwendiger Arbeit
- Historische Wurzeln der Abwertung
- Von der symbolischen zur materiellen Anerkennung
- 3.6 Mythos: Mittelschicht bleibt verschont
- Aufstockende: Eine neue soziale Frage
- Transferentzugsraten: Steuerung oder Subvention?
- Lohnsubventionen, Kombilöhne und Hybrid-Einkommen
- Warum negative Einkommensteuer und Bürgergeld nicht mit Kombilöhnen verwechselt werden sollten
- 3.7 Illusion der sicheren Arbeit
- Mythos: Wer arbeitet, entgeht der Armut
- Prekäre Arbeit: Sozialer Abstieg statt Aufstieg
- Zwei Realitäten: Zwischen Ausbeutung und emanzipatorischer Alternative
- 4. Wege zur befreiten Arbeit
- 4.1 Mythos: Arbeit als Sinnquelle
- Arbeit als historisches Machtverhältnis
- Arbeit ohne Sinn: Das soziale Erbe der Protoindustrie
- Von der Disziplin zur Ideologie: Die Konstruktion des Arbeitsmythos
- Arbeit ohne Sinn: Das soziale Erbe der Frühindustrialisierung
- Krise des Versprechens: Erwerbsarbeit im Wandel
- Neue Wertschöpfung und soziale Innovation: operaistische Wende
- Von der Erosion der Arbeit zur Neubegründung sozialer Teilhabe
- 4.2 Arbeit und Entfremdung
- 4.2.1 Entfremdung: Entstehung und Dimensionen
- Prekarität als ambivalenter Möglichkeitsraum
- 4.2.2 Kulturelle Umbrüche und neue Arbeitsformen
- 4.2.3 Paradoxien der modernen Arbeitswelt
- 4.3 Erwerbsarbeit heute: flexibilisiert und entwertet
- 4.3.1 Mythos: Die neue Erwerbswelt als Fortschrittsversprechen
- Autonomie wird zum euphemistisch umetikettierten Arbeitsrisiko
- 4.3.2 Mythos: Digitalisierung und Arbeitszeitverkürzung sind Geschwister
- 4.3.3 Der Mythos des mobilen Arbeitens: Zwischen Autonomieversprechen und digitaler Kontrolle
- 4.3.4 Mythos: Schwarzarbeit als individuelles Fehlverhalten
- 4.3.5 Mythos Produktivitätsfortschritt
- Sozialstaat ohne Wachstumszwang
- 4.4 Arbeit - nur Mittel zum Zweck?
- 4.4.1 Refeudalisierung der Erwerbsarbeit
- 4.4.2 Sinnverlust ist kein Randphänomen
- Mythos der identitätsstiftenden Arbeit
- 4.4.3 Der Mythos Work-Life-Balance: Eine kritische Betrachtung
- 4.5 Jenseits der Erwerbszentrierung
- 4.5.1 Mythos der schönen neuen Arbeitswelt: Digitalisierung und Automatisierung
- 4.5.2 Mythos: Befreiung der Arbeit durch den technischen Fortschritt
- 4.5.3 Strukturen statt Schuldzuschreibungen
- Elemente einer befähigenden Sozialpolitik - im Kontrast zum Innovationsparadigma
- 4.6 Zukunft der Arbeit - Einkommen ohne Arbeit?
- 4.6.1 Ende der Lohnarbeit? Transformation statt Abschaffung
- Neue Techniken machen nicht arbeitslos
- Die 80:20-Gesellschaft
- Von der Krise der Lohnarbeit zur Befreiung der Arbeit
- 4.6.2 Strukturwandel der Arbeit und Dekommodifizierung
- 4.6.3 Sozialstaatliche Leitbilder und Mindesteinkommen
- 4.6.4 Dimensionen des garantierten Mindesteinkommens - Strukturen, Wirkungen, Perspektiven
- 1. Strukturdefizite der bestehenden Grundsicherung
- 2. Institutioneller Transformationspfad (ISTS)
- 3. Ergebnisse von Feldstudien zur empirischen Evidenz
- 4. Modellvergleich der von Grund- bzw. Mindesteinkommen
- 5. Die institutionelle Alternative garantiertes Mindesteinkommen
- 4.6.5 Theoretische Grundlagen und normative Logiken eines garantierten Mindesteinkommens
- 4.6.6 Empirie reicht nicht: Mechanismus sozialer Sicherheit und Modellierung
- 4.7 Politische Narrative vs. Empirische Evidenz
- Erzählmuster als ordnungspolitische Scharniere
- Mythen als Blockaden politischer Vorstellungskraft
- Vom Grundeinkommen zum garantierten Mindesteinkommen
- Sozialökologische Perspektiven
- Anerkennung, Teilhabe und Arbeit neu denken
- Normative und diskurstheoretische Einordnung
- Schlussfolgerungen und Ausblick
- 5. Epilog: Arbeit neu denken, Gesellschaft neugestalten
- Zukunftsbild I: Stabilisierung durch Reform
- Zukunftsbild II: Verfestigte Unsicherheit
- Arbeit befreien - Würde garantieren
- Bibliografie
- Glossar
- Anhang
- Anhang 1: Zufallsmatrizen und ihre Anwendung
- 1. Begriff und analytische Funktion
- 2. Was Zufallsmatrizen sichtbar machen?
- 3. Entlarvung ökonomischer Mythen durch stochastische Modellierung
- 4. Makrostrukturelle Szenarien und Systemresilienz
- 5. Zufall ist strukturierbar - Bürgergeld, Unsicherheit und Systemstabilität
- 6. Szenarien des Arbeitsmarktnetzwerks - Kernaussagen
- Anhang 2: Agentenmodellierung sozialer Dynamiken
- 1. Zielsetzung und Modellrahmen
- 2. Grundstruktur des Modells
- 3. Mikrofundierung der Entscheidungen
- 4. Dynamische Entwicklung
- 5. Indikatoren
- 6. Szenarienanalyse
- 7. Validierung
- 8. Schlussfolgerung
- Sachregister
- Personenregister
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