
Zwischen Präsenz und Repräsentation
Description
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Konzeptionen des Mythos stehen oft im Zeichen der Präsenz und zielen auf Unmittelbarkeit und Überwältigung. Zugleich verweisen sie aber auch auf den Repräsentationscharakter des Mythos und betonen Aspekte der Vermittlung und Reflexion. Dieses Spannungsverhältnis - zwischen Präsenz und Repräsentation - bildet das Grundmotiv einer bisher unterschätzten Theorie- und Literaturgeschichte des Mythos, die von der griechischen Antike bis in die unmittelbare Gegenwart reicht. Dieser Geschichte nachzuspüren, ist das Ziel des interdisziplinär angelegten Bandes, der altphilologische, mediävistische und neuphilologische sowie komparatistische, philosophische und ethnologische Beiträge vereint.
Ausgehend von der gemeinsamen Frage nach Präsenz- und Repräsentationsaspekten eröffnen die Beiträge zum einen neue Perspektiven auf prominente Theorien des Mythos - von Aristoteles bis Hans Blumenberg. Zum anderen untersuchen sie exemplarische Werke der literarisch-künstlerischen Mythosrezeption - von der griechischen Tragödie und Ovids Metamorphosen bis zum mythologischen Comic des 21. Jahrhunderts. Dabei erschließen sich enge Wechselbezüge zwischen Mythos- und Literaturkonzeptionen.
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Content
2 - Mythos zwischen Präsenz und Repräsentation: Zur Einführung [Seite 7]
3 - Von der kultischen Gedächtnismaschine zum literarischen Lesestück: Ein Gespräch über die griechische Tragödie [Seite 31]
4 - Mimesis und Mythostheorie bei Aristoteles und Gadamer: Hermeneutische Überlegungen [Seite 54]
5 - Wiederholen - Erinnern - Durcharbeiten: Präsenz und Repräsentation in Ovids Metamorphosen [Seite 77]
6 - Wissensordnungen, Wissbares und das Unbehagen der literarischen Repräsentation: Gibt es einen Mythosdiskurs des Mittelalters? [Seite 94]
7 - Der Mythos und die Zahl: Evidenz und Reflexion des Erzählens im Trojaroman Herborts von Fritzlar [Seite 128]
8 - »Es ist!« Evidenz als paradoxe Leitkategorie in Karl Philipp Moritz' theoretischen Texten zu Kunst und Mythos [Seite 151]
9 - Mythologisieren: Der doppelte Bezug zum Mythos als literarisches Darstellungsmuster [Seite 178]
10 - Bewältigende Repräsentation, überwältigende Präsenz: Das Numinose in Hofmannsthals Mythos- Defigurationen [Seite 192]
11 - Kunst und Mythos zwischen Präsenz und Repräsentation: Cassirers Begriff des mythischen Denkens in literaturwissenschaftlicher Perspektive [Seite 211]
12 - Wider die >Mode heutiger Archaik<: Konzeptionen von Präsenz und Repräsentation im Mythosdiskurs der Nachkriegszeit [Seite 232]
13 - Myth and Literature [Seite 264]
14 - Repräsentation als literarische und ästhetische Reflexionsform: Mediale Transformationen von antiker Mythologie in der Moderne und Gegenwart [Seite 280]
15 - Jenseits des Wiedererzählens: Literatur als Herausforderung präsenzorientierter Mythoskonzeptionen am Beispiel der Canongate-Reihe The Myths (2005-2007) [Seite 304]
16 - Unsterbliche Bildergeschichten: Zur Repräsentation und Präsentifizierung indischer Mythologie in den Comics der Amar Chitra Katha [Seite 329]
17 - Autorinnen und Autoren [Seite 362]
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