
Anfang und Ende
Description
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Weite Teile mittelalterlichen Erzählens gelten aufgrund ihrer mythischen, christlichen oder historischen Perspektivierung in besonderer Weise als anfangs- und endfixiert. Der Band verfolgt die Kategorien Anfang und Ende in ihren narratologischen, kulturellen und anthropologischen Dimensionen. Ob Subjekte, Kollektive oder die Geschichte insgesamt, sie alle werden epochenspezifischen Kausalitäten und Finalitäten unterworfen. Die literaturwissenschaftlichen Beiträge werden durch kulturwissenschaftliche und historische Arbeiten ergänzt, um die Fragestellung - diachron und synchron - in ihren kulturellen Kontexten zu verorten. Sie untersuchen das Verhältnis von Erzählstrukturen und kulturellen Narrativen, von historisch wirkungsmächtigen Sinnbildungsmustern sowie das Spektrum konkreter Erzählformen, in denen Kausalität und Finalität auf unterschiedliche Art modelliert werden.
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"Der Band bietet einen breitgefächerten Überblick über vor allem mittelalterliche Vorstellungen von Zeit und ihre absoluten Koordinaten sowie über erzählerische Strategien, mit deren Hilfe die überlieferten Zeitkonzepte einerseits erklärt und veranschaulicht und andererseits zur Erzeugung neuer komplexer Welterklärungsentwürfe genutzt werden. Ein weiteres großes Verdienst besteht darin, dass sowohl die Einleitung als auch die einzelnen Beiträge dazu anregen, auf dieser Grundlage weiterführende Fragestellungen zu entwickeln [...] Somit setzt der Sammelband einer Diskussion über vormoderne Zeitmodellierungen im besten Sinn kein Ende - wer ihn liest, bekommt Lust, die gewonnenen Erkenntnisse auf weitere Texte und Forschungsfelder zu übertragen und sich am Weiterschreiben der Geschichte des Reflektierens über Anfang und Ende zu beteiligen."Astrid Lembke in: Arbitrium 2017; 35 (3), 306-310
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Content
- Intro
- Vorwort
- Einleitung
- Anfang und Ende
- I. Narration und Kultur
- ????: Anfang als Ursprungs- und Herrschaftskonzept. Zu religiösen und literarischen Aspekten des Archaischen in der griechischen Antike
- Apokalypse und visuelle Narrative: Der Genter Altar
- Von der Unendlichkeit der Ursprünge: Transformationen des Mythos in der Origo gentis Langobardorum und der Historia Langobardorum des Paulus Diaconus
- Zur Darstellung der 'Anfänge' von mittelalterlichen Klöstern und Adelsfamilien
- II. Literarische Paradigmen von Anfang und Ende
- Beowulf und das Problem des absoluten Anfangs:Der Gesang des scop in Heorot
- Der Tod des Heros, die Geburt des Helden -und die Grenzen der Narratologie
- Göttlich-menschliche Anfänge. Zeitparadoxien im Fließenden Licht der Gottheit
- Anfänge. Heinrich Seuses Vita als Dekonstruktion einer Aufstiegsbiographie
- Ent-Zeitlichung und finales Erzählen in mittelalterlichen Legenden und Antilegenden
- III. Ende und Nichtenden: Zyklik, Finalität
- Zeit im Hohen Sang. Exemplarische Überlegungen zu Walther von der Vogelweide
- commencer und finer bei Chrétien de Troyes und die Poetik des arthurischen Romans
- Finalität. Grabinschriften in der Untergangserzählung des Prosalancelot
- Anfang und Ende: Die Paradieserzählung als kulturelles Narrativ in der Brandanlegende und im Erec Hartmanns von Aue
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