
Integration durch Sprache - die Sprache der Integration
Eine kritische Diskursanalyse zur Rolle der Sprache in der Schweizer und Basler Integrationspolitik 1998-2008
Mi-Cha Flubacher(Author)
V&R unipress
1st Edition
Published on 14. May 2014
291 pages
978-3-8470-0203-1 (ISBN)
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Welche gesellschaftspolitischen Interessen stehen hinter der prominenten Forderung »Integration durch Sprache«? Um diese Frage zu beantworten, zeigt Mi-Cha Flubacher die Entstehungsbedingungen und Konsequenzen dieses Diskurses in der Schweiz auf, den sie aus kritisch soziolinguistischer Perspektive und in Anlehnung an Foucaults Diskursverständnis analysiert. Der Deutschschweizer Kanton Basel-Stadt dient dabei als Fallbeispiel föderaler Strukturen in der Integrationspolitik. Untersucht werden unter anderem die Entstehungsprozesse des nationalen sowie kantonalen Gesetzesartikels (»Sprachartikel«), in denen sich dieser Diskurs materialisiert, und Interviews mit ExpertInnen und AkteurInnen in Basel-Stadt. Die Analyse deckt die in Politik und Gesellschaft vorhandenen Ideologien zur Sprache und Gesellschaft auf und regt eine Diskussion zur Funktion dieses Diskurses und der damit zusammenhängenden Legislation an.
The discourse that language is the key to integration has gained momentum all over Europe, including in Switzerland, where language regulations have been introduced to integration policies, thus tightening conditions for migrants. This becomes evident in the legal materialization of the discourse in the form of "language articles" in the national law on the foreign population and in the cantonal law of integration in Basel-Stadt. This discourse, referred to as "integration through language", is critically analyzed in this publication with the aim to understand its emerging conditions, its broader societal role and political function. The analysis is based on a critical sociolinguistic perspective and on a Foucauldian understanding of discourse. It draws 1) on documents and recordings related to the law drafting processes on the national level and on the cantonal level of Basel-Stadt, and 2) on interviews with experts and actors mainly from Basel-Stadt. It is shown how the discourse is based on ideologies of language and society, on the basis of which a discussion on the function of this very discourse is launched.
The discourse that language is the key to integration has gained momentum all over Europe, including in Switzerland, where language regulations have been introduced to integration policies, thus tightening conditions for migrants. This becomes evident in the legal materialization of the discourse in the form of "language articles" in the national law on the foreign population and in the cantonal law of integration in Basel-Stadt. This discourse, referred to as "integration through language", is critically analyzed in this publication with the aim to understand its emerging conditions, its broader societal role and political function. The analysis is based on a critical sociolinguistic perspective and on a Foucauldian understanding of discourse. It draws 1) on documents and recordings related to the law drafting processes on the national level and on the cantonal level of Basel-Stadt, and 2) on interviews with experts and actors mainly from Basel-Stadt. It is shown how the discourse is based on ideologies of language and society, on the basis of which a discussion on the function of this very discourse is launched.
More details
Series
Thesis
Doctoral thesis
2013
Universität Bern
Edition
Aufl.
Language
German
Place of publication
Göttingen
Germany
File size
1,64 MB
ISBN-13
978-3-8470-0203-1 (9783847002031)
Schweitzer Classification
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Mi-Cha Flubacher
Integration durch Sprache - die Sprache der Integration
Eine kritische Diskursanalyse zur Rolle der Sprache in der Schweizer und Basler Integrationspolitik 1998-2008
Book
05/2014
1st Edition
Brill Deutschland
€59.00
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Persons
Author
Dr. Mi-Cha Flubacher ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Mehrsprachigkeit der Universität/PH Freiburg (Schweiz). Nach einem Studium der Soziologie und Anglistik an der Universität Basel hat sie ihr Doktorat der Soziolinguistik an der Universität Bern erworben.
Series Editor
Dr. Florian Menz ist seit 1999 außerordentlicher Professor am Institut für Sprachwissenschaft der Universität Wien. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Kommunikation in Institutionen, medizinische und Gesundheitskommunikation, Wirtschafts- und Organisationskommunikation, Kommunikation und Massenmedien sowie Sprache und Vorurteil.
Dr. Rudolf de Cillia lehrt als außerordentlicher Professor am Institut für Sprachwissenschaft der Universität Wien. Neben der universitären Lehre ist er seit über 20 Jahren in der LehrerInnenfortbildung tätig. Arbeitsschwerpunkte sind Fremdsprachendidaktik und -methodik, Sprachlehr-, Spracherwerbs- und Fremdsprachenforschung, plurizentrische Sprachen und Sprachunterricht, Sprach- und Sprachenpolitik, Sprache und Migration sowie Methoden der Angewandten Linguistik.
Dr. Helmut Gruber ist seit 1995 außerordentlicher Professor am Institut für Sprachwissenschaft der Universität Wien. Er forscht v. a. zu politischer Sprache und Mediendiskurs, Konfliktkommunikation, Sprache im Internet sowie zu wissenschaftlichem Schreiben.
Content
- Intro
- Title Page
- Copyright
- Table of Contents
- Body
- Danksagung
- Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
- Abkürzungsverzeichnis
- 1 "Integration durch Sprache": Die Bestandesaufnahme eines Diskurses
- 1.1 Einleitung
- 1.2 Streiflichter der politischen Entwicklung
- 1.3 Forschungsüberblick
- 1.3.1 Schweizer Integrations- und Migrationsforschung in den Sozialwissenschaften
- 1.3.2 Europäische Integrations- und Migrationsforschung in der Soziolinguistik
- 1.3.2.1 Eckpunkt "Einreise"
- 1.3.2.2 Eckpunkt "Integration"
- 1.3.2.3 Sprachprüfungen
- 1.3.3 Potentielle Ergänzungen für die Integrations- und Migrationsforschung
- 1.4 Epistemologische Positionierung
- 1.5 Forschungsfragen, Daten & Methodologie
- 1.5.1 Forschungsfragen
- 1.5.2 Daten und Methode
- 1.5.2.1 Gesetze
- 1.5.2.2 Interviews
- 1.6 Struktur der Publikation
- 2 Theoretischer Rahmen
- 2.1 Einleitung
- 2.2 Integration
- 2.2.1 Terminologische Ambivalenzen
- 2.2.2 Von der Assimilation zur Integration in der Schweizer Politik
- 2.3 Diskurs
- 2.3.1 Der "Diskurs" in der Linguistik
- 2.3.2 Diskurs, soziale Praktiken und Konstruktion der Realität
- 2.3.3 Die Regulierung des Diskurses
- 2.4 Ideologie und Sprachideologie
- 2.4.1 Ideologie/ Common Sense
- 2.4.2 Sprachideologien
- 2.5 Zusammenfassung
- 3 Datenerhebung und Datenanalyse
- 3.1 Datenerhebung
- 3.1.2 Die Gesetzesdaten für die Analyse
- 3.1.2.1 Zugang zu den Gesetzesdaten
- 3.1.2.2 Gesetze als institutionelle Textsorte
- 3.1.2.3 Gesetzgebungsverfahren
- 3.1.3 Das problemzentrierte/ semi-strukturierte Interview
- 3.1.3.1 Interviews als kommunikative Ereignisse
- 3.1.3.2 Erhebung der Interviewdaten
- 3.1.3.3 Das Durchführen der Interviews
- 3.2 Datenanalyse
- 3.2.1 Die genealogische Analyse der Gesetzesdaten
- 3.2.1.1 Diskursive Ereignisse als Analysemittel
- 3.2.1.2 Operationalisierung der diskursiven Ereignisse für die Analyse des Diskurses "Integration durch Sprache"
- 3.2.2 Analyse der Interviews: die interpretativen Repertoires
- 3.2.2.1 Vom foucaultschen Diskurs zu den interpretativen Repertoires
- 3.2.2.2 Operationalisierung der interpretativen Repertoires für eine linguistische Diskursanalyse
- 4 "Integration durch Sprache": Die Materialisierung einer Metapher im nationalen Gesetz
- 4.1 Einleitung
- 4.2 Die politisch-ökonomische Ausgangslage für eine Neuorientierung der Schweizer Ausländerpolitik
- 4.3 Identifizierung der diskursiven Ereignisse
- 4.4 Das Aufkommen der Metapher in der Schweizer Integrationspolitik: die Motionen als erstes diskursives Ereignis
- 4.4.1 Die parlamentarische Behandlung der Motionen Simmen und Bircher
- 4.4.1.1 Schriftliche Stellungnahme des Bundesrats: ideologische Verdichtung
- 4.4.1.2 Stellungnahme der Motionärin/ des Motionärs in der Ratsbehandlung: die Metapher wird zum Common Sense
- 4.4.1.3 Diskussion im Ständerat: Entextualisierungen
- 4.4.1.4 Bericht der Kommission zur Motion Simmen im Nationalrat: die Reproduktion der Metapher
- 4.4.2 Der Integrationsartikel (Art. 25a ANAG)
- 4.4.2.1 Die parlamentarische Verhandlung des Art. 25a ANAG
- 4.4.2.2 Debatten und Positionen: Legitimierungsprozesse
- 4.4.3 Verordnung über die Integration von Ausländerinnen und Ausländern (VIntA): Die Umsetzung der Motion
- 4.5 Die Erweiterung der Metapher: Der "Sprachartikel" AuG als zweites diskursives Ereignis
- 4.5.1 Das Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer (AuG)
- 4.5.1.1 Der Vernehmlassungsprozess: Die Absenz von Sprache
- 4.5.1.2 Diskursive Erneuerungen in der Botschaft AuG: Fordern und Integrationsgrad
- 4.5.1.3 Die Kommissions- und Parlamentsdebatten
- 4.5.1.4 Das Abstimmungsbüchlein zum AuG: Die Forderung wird zur Förderung
- 4.5.2 Die VIntA-Revision: Die Operationalisierung der erweiterten Metapher
- 5 Die kantonale Materialisierung des Diskurses "Integration durch Sprache"
- 5.1 Einleitung
- 5.2 Politisch-ökonomische Bedingungen der Basler Integrationspolitik
- 5.3 Identifizierung der diskursiven Ereignisse im kantonalen Diskurs
- 5.4 Das Integrationsleitbild als erstes diskursives Ereignis: der Diskurs "Integration durch Sprache" formiert sich
- 5.4.1 Begleitwort zum Integrationsleitbild
- 5.4.2 "Integrationsleitbild und Handlungskonzept des Regierungsrates zur Integrationspolitik des Kantons Basel-Stadt"
- 5.4.2.1 Einleitung
- 5.4.2.2 Leitideen
- 5.4.2.3 Fakten und Umsetzungsvorschläge
- 5.4.3 Bericht der Kommission und Debatte im Grossen Rat zum Leitbild
- 5.5 Der Sprachartikel im Integrationsgesetz als zweites diskursives Ereignis: "Fördern und Fordern" in Verbindung mit dem Diskurs "Integration durch Sprache"
- 5.5.1 Motion/ Anzug Goepfert und Konsorten: Anstoss für ein Integrationsgesetz
- 5.5.1.1 Umwandlung der Motion in einen Anzug
- 5.5.1.2 Berichterstattung der Regierung
- 5.5.2 Der Entstehungsprozess des Integrationsgesetzes: Der Sprachartikel steht zur Debatte
- 5.5.2.1 Vernehmlassung zum Integrationsgesetz: Die Debatte zum Sprachartikel beginnt
- 5.5.2.2 Ratschlag 2005
- 5.5.2.3 Bericht der JSSK 2007
- 5.5.2.4 Lesungen GR
- 5.5.3 Der Sprachartikel
- 5.5.3.1 Verabschiedung des Artikels
- 5.5.3.2 Die Rolle der Sprache im Integrationsgesetz
- 5.5.3.3 Operationalisierung des Sprachartikels: Die Integrationsverordnung
- 5.6 Schlussfolgerungen
- 6 Fördern und Fordern - der Diskurs der Praxis
- 6.1 Einleitung
- 6.2 Thematik der Interviews
- 6.3 Fördern und Fordern: die interpretativen Repertoires des Diskurses "Integration durch Sprache"
- 6.4 Die Beschaffenheit der interpretativen Repertoires Fördern und Fordern
- 6.4.1 Das Fördern-Repertoire
- 6.4.1.1 Finanzierung von Fördermassnahmen
- 6.4.1.2 Freiwilliger Spracherwerb
- 6.4.1.3 Kontraproduktiver Druck auf Spracherwerb
- 6.4.2 Das Fordern-Repertoire
- 6.4.2.1 Druck auf die Politik
- 6.4.2.2 Sprachliche Assimilation als Ziel
- 6.4.2.3 Notwendigkeit der Verpflichtung
- 6.4.3 Die diskursive Kontrarität der beiden Repertoires
- 6.5 Die Komplementarität der Repertoires
- 6.5.1 Diskurserhaltende Komplementarität
- 6.5.2 Legitimierende Komplementarität
- 6.6 Selbst- und Fremdpositionierungen mittels der interpretativen Repertoires
- 6.6.1 Selbst- und Fremdpositionierungen mittels des Fördern-Repertoires
- 6.6.2 Selbst- und Fremdpositionierungen mittels des Fordern-Repertoires
- 6.7 Die Grenzen des Diskurses
- 6.8 Schlussfolgerungen
- 7 Die Konsequenzen des Diskurses "Integration durch Sprache": Diskussion und Schlusswort
- 7.1 Zusammenfassung der Analysen
- 7.2 Lücken des Diskurses
- 7.2.1 Die Nicht-Spezifizierung von "Sprache"
- 7.2.2 Die Nicht-Thematisierung der gesellschaftlichen Mehrsprachigkeit
- 7.2.3 Strukturelle Ungleichheiten
- 7.3 Grenzen der Integration
- 7.3.1 Desintegrative Differenzierungsprozesse
- 7.3.2 Politische Begrenztheit des Sprachartikels
- 7.4 Diskursive und politische Entwicklungen
- 7.5 Schlusswort
- Referenzen
- Namensregister
- Sachregister
System requirements
File format: PDF
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