
Kindernotfälle im Rettungsdienst
Description
Alles über E-Books | Antworten auf Fragen rund um E-Books, Kopierschutz und Dateiformate finden Sie in unserem Info- & Hilfebereich.
Kinder sind "besondere" Patienten, die einer besonderen speziellen Behandlung bedürfen. Praxisnah beschreiben die erfahrenen Autoren häufige und typische kindliche Notfallsituationen und geben konkrete Antworten auf die wichtigsten Fragen: alle wichtigen Krankheitsbilder, Tipps im richtigen Umgang mit verschiedenen Altersgruppen, spezielle Arbeitstechniken zur Versorgung und Überwachung von Kindern sowie spezielle Situationen wie plötzlicher Kindstod, Kindesmisshandlung und Neugeborenenmanagement. Orientiert an der Praxis und den einschlägigen internationalen Richtlinien von AHA, ERC und AAOP. Zusätzlich mit typischen Fallbeispielen aus der Praxis und Hinweisen zu Medikamenten und deren Dosierung bei Kindern.
Reviews / Votes
Im ohnehin oft stressgeprägten Notfallgeschehen steigern kindliche Notfälle die Anspannung von Notfallmedizinern und Rettungsdienstmitarbeitern zusätzlich. An diese Lesergruppe wendet sich das vorliegende Buch und scheint zu sagen: Steck' mich ein und nimm mich mit! Nicht nur das Format bietet dies an, auch der Bucheinband verspricht, den Inhalt wirksam vor Bibliotheks-untypischen Bedingungen zu schützen. Im Innern gliedert eine farbliche Kennzeichnung die Kapitel sofort nach Aufschlagen des Einbands. Ebenso erlauben die Register in der Innenseite des Einbands unverzüglichen Zugriff. Dies erleichtert das Suchen bestimmter Sachverhalte auch unter hohem Zeitdruck. Wer Einsatz-bezogen sein Wissen auffrischen möchte, wird sich auf die Tabellen, Übersichten, Flussdiagramme und Schemata beschränken. Hierbei unterstützen wechselnde Farbgebungen und Textformatierungen das Auge bei der raschen Orientierung. Aber auch der systematisch vorgehende Leser kommt - ganz in der Tradition des Springer-Buchs - auf seine Kosten. Besonders die zahlreichen, sorgfältig ausgewählten Fallbeispiele bieten einen enormen Kenntnisgewinn. Sorgfältig formulierte Texte und eingängige Bilder vermitteln tiefere Einblicke in eine Thematik, die immer schnelleren Änderungen infolge neuer Leitlinien und aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse unterliegt. ILCOR-Richtlinien sind besonders dort zitiert, wo sich relevante Änderungen ergeben haben. Die 2. Auflage von "Kindernotfälle im Rettungsdienst" trägt somit auch besonders dem Umstand Rechnung, dass heute eine regelmäßige Wissensauffrischung in immer kürzeren Intervallen unerlässlich ist. Dabei lassen die zahlreichen eingestreuten Praxistipps die enorme praktische Erfahrung der Autoren und ihre Nähe zu den täglichen Problemen im Rettungsdienst erkennen. Die Ordnung nach Leitsymptomen sowie die Überschriften "Erster Blick - Was ist sofort zu tun - Was ist zu unterlassen" priorisieren in notfallmedizinischtypischer Weise Aktivitäten und präformieren gedanklich organisiertes und strategisches Handeln im Notfall. Die wesentlichen Details, wie die in der Kinderheilkunde besonders differenzierten Dosierungen von Notfallmedikamenten werden ebenso wie die Übersicht an verschiedenen Normwerten und Materialgrößen in Tabellenform angeboten. Insgesamt gestaltet sich der Gesamtumfang der Texte und Kapitel so, dass auch komplexe Sachgebiete unter Zeitdruck erfasst werden können. Gleichwohl sind alle wichtigen pädiatrischen Notfälle ebenso wie die Basistechniken der Untersuchung und Reanimation bis hin zu psychologischen und psychosozialen Hinweisen berücksichtigt. Erfreulich ist, dass auch die von vielen nicht-anästhesiologischen Rettungsmedizinern gefürchtete präklinische Narkoseeinleitung mit einer exponierten Position in der Innenseite des Einbands besonders gewürdigt wird. Zusammenfassend kann das Lehrbuch Notärzten unterschiedlichster Fachrichtungen ebenso wie Rettungsdienstpersonal sehr empfohlen werden, da es gleichermaßen einen exzellenten Überblick über die verschiedenen kindlichen Notfälle gibt, detaillierte Informationen über spezielle diagnostische und therapeutische Vorgehensweisen vermittelt und dabei durchgehend höchste Praxisrelevanz aufweist.
Priv.-Doz. Dr. H. Rieke Prof. Dr. A. Weyland
Oldenburg
More details
Other editions
New editions

Additional editions

Previous edition

Content
9 Typische Fallbeispiele (S. 209-211)
Beim Umgang mit einem verletzten oder erkrankten Kind begegnen einem immer wieder typische Situationen. Trotz der »Individualität« eines jeden Falles ist der Ablauf nicht selten völlig gleich. Die folgenden Fallbeispiele sollen helfen, sich diese Notfälle vertrauter zu machen. Dennoch ist natürlich Vorsicht geboten. Die Vergleichbarkeit mit einem der folgenden Fälle ersetzt nicht die gründliche Diagnostik vor Ort!
9.1 Verkehrsunfall mit Kind
Einsatzmeldung
An einem Montag im September werden RTW und NEF um ca. 13:00 Uhr zu einer viel befahrenen Straße gerufen. Die Einsatzmeldung lautet: »Verkehrsunfall mit Kind«. Nähere Angaben können zu diesem Zeitpunkt nicht gemacht werden. Auf der Anfahrt ergeben sich keine Besonderheiten. Der RTW trifft nach 3 min. am Einsatzort ein. Das NEF benötigt ca. 5 min. länger.
Situation am Einsatzort
Bereits aus dem RTW ist die Unfallstelle einsehbar. Auf der Straße steht ein PKW, davor liegt ein Fahrrad, welches offensichtlich von dem PKW erfasst wurde. Am Straßenrand auf dem Fußweg liegt ein Kind. Passanten knien neben dem Kind und haben bereits mit der Erstversorgung begonnen. Es ergibt sich folgendes Bild: Der 7-jährige Junge soll laut Aussage des PKW-Fahrers und einiger Passanten versucht haben, die Straße zu überqueren. Dabei wurde er von dem PKW erfasst und vom Fahrrad gerissen. Der Junge sei zunächst nicht ansprechbar gewesen, klare aber nun zusehends auf.
Maßnahmen
RS/RA
Bei der durchgeführten Untersuchung reagiert der Junge auf Ansprache und kann sowohl seinen Namen als auch seine Adresse nennen. An den Unfall erinnert er sich jedoch nicht. Beim Basischeck findet sich eine Blutung aus dem linken Ohr sowie einige Schürf- und Prellwunden.
Die Extremitäten sind ansonsten frei beweglich. Einen Anhaltspunkt für den Verdacht einer Wirbelsäulenverletzung ergibt sich nicht. Zeitgleich werden die Kreislaufparameter erhoben, Pulsoxymeter und EKG angelegt. Nachdem nun auch der Notarzt eingetroffen ist, werden ihm die erhobenen Befunde mitgeteilt. Neben der Beschreibung des Unfallherganges sind dies folgende Parameter: RR 120/60 mmHg, mit einer Frequenz von 80/min. kräftig und gut tastbar, SpO2 96%.
Das EKG zeigt einen Sinusrhythmus. Auf Grund der Befunde wird die Arbeitsdiagnose Schädel-Hirn-Trauma (Kap. 3.3) (Schädelbasisfraktur und Commotio) gestellt. Das Team entschließt sich zu einem relativ zügigen Transport in die ca. 10 min. vom Einsatzort entfernte Klinik. Die Rettungsassistenten legen dem Kind prophylaktisch einen Immobilisationskragen an und lagern ihn mit einer Schaufeltrage auf der Vakuummatratze.
Notarzt
Nach Verbringen des Kindes in den RTW legt der Notarzt einen venösen Zugang und infundiert langsam eine kristalloide Lösung. Ebenfalls werden 6 l O2 über eine Nasenbrille appliziert. Da das Kind weiterhin ansprechbar ist, entschließt sich der Notarzt dazu, es nicht zu intubieren.
Transport und Übergabe
Unter Voranmeldung wird das Kind umgehend in die nächste Neurochirurgische Abteilung transportiert. Während des Transportes reagiert es weiterhin auf Ansprache. Das lückenlose Monitoring wird fortgesetzt. Ansonsten ergeben sich keine Besonderheiten. Nach ca. 9 min. Transportzeit wird das Kind an den aufnehmenden Neurochirurgen übergeben. Noch während der Anwesenheit des Rettungsteams trübt das Kind zunehmend ein und wird umgehend vom Klinikpersonal weiterversorgt. Sowohl RTW als auch Notarzt werden praktisch zeitgleich zu einem erneuten Einsatz gerufen.
System requirements
File format: PDF
Copy protection: Watermark-DRM (Digital Rights Management)
System requirements:
- Computer (Windows; MacOS X; Linux): Use the free software Adobe Reader, Adobe Digital Editions, or any other PDF viewer of your choice (see eBook Help).
- Tablet/Smartphone (Android; iOS): Install the free app Adobe Digital Editions or another reading app for eBooks, e.g., PocketBook (see eBook Help).
- E-reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino and many more (only limited: Kindle).
The file format PDF always displays a book page identically on any hardware. This makes PDF suitable for complex layouts such as those used in textbooks and reference books (images, tables, columns, footnotes). Unfortunately, on the small screens of e-readers or smartphones, PDFs are rather annoying, requiring too much scrolling.
This eBook uses Watermark-DRM, a „soft” copy protection. This means that there are no technical restrictions to prevent illegal distribution. However, there is a personalised watermark embedded in the eBook that can be used to identify the purchaser of the eBook in the event of misuse and to provide evidence for legal purposes.
For more information, see our eBook Help page.