
Unternehmensübergreifende Integration von Informationssystemen
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1.1 Problemstellung
Der Einsatz elektronischer Marktplätze ist in vielen Unternehmen alltäglich geworden. Nationale und internationale Studien zeigen, dass bereits ca. 20-30% der Unternehmen elektronische Marktplätze nutzen [BaHP03, EUCO03, 28, EUCO05a, 30, GNEK06, 363 ff., 397, PROZ05, 3] und darüber hinaus weitere Unternehmen in den kommenden Jahren deren Einsatz planen [OBKM02, 33, PROZ05, 3].
Insgesamt gehen Unternehmen von einer intensiveren Nutzung elektronischer Marktplätze aus - auch trotz einer andauernden Konsolidierung auf dem "Markt der Marktplätze" [BaHu03, 42 ff., HKFB02, 11, WeHLF07]. Unternehmen nutzen diese intermediären, unternehmensübergreifenden Internet-basierten Informationssysteme1 vor allem als Koordinationsinstrument zur Unterstützung ihrer Handelsprozesse [Bako91a, 296, BiHe99, 75, KaSa00, 97 ff., ScHo01, 2].
Die Betreiber elektronischer Marktplätze stellen dazu mehreren anbietenden und nachfragenden Unternehmen (Marktplatzteilnehmern) Funktionen zur Unterstützung einzelner oder aller Markttransaktionsphasen zur Verfügung [Rebs00, 5 ff, Schm93, 468].
Die Vorteile bzw. Potentiale des Marktplatzeinsatzes werden für die Marktplatzteilnehmer insbesondere in der Reduktion von Transaktionskosten durch eine Beschleunigung, Vereinfachung und Automatisierung ihrer Handelsprozesse gesehen. Zur Ausschöpfung dieser Potentiale wird eine Integration der Informationssysteme der Marktplatzteilnehmer mit den Informationssystemen der Betreiber gefordert [Boys01, 1 ff., HKFB02, 12, VoZe02, 1, WiRW00, 7].
Diese Form der über die Grenzen von Unternehmen hinausgehenden Integration wird als unternehmensübergreifende Integration4 bezeichnet. Die Wirkungen einer derartigen Integration werden grundsätzlich positiv beschrieben. Begründet wird dies insbesondere damit, dass eine Integration von Informationssystemen zur Senkung von Transaktionskosten führt und bei der Koordination zwischen Unternehmen Effizienzgewinne ermöglicht [Hitt99, 134 ff., MaYB87, 488].
Marktplatzteilnehmern stellt sich somit die Frage, welche Elemente ihrer Informationssysteme wie mit dem Marktplatzsystem integriert werden sollen, um die Nutzenpotentiale des Marktplatzes besser ausschöpfen zu können. Die Gestaltung dieser Integration ist auf elektronischen Marktplätzen in den letzten Jahren zu einer der wichtigsten Aufgaben geworden und beeinflusst zunehmend deren Entwicklung [ATKe00, 18, HKFB02, 12, Delo00, 9, ScHo01, 17 ff., ScLZ01, 37, Tech00, 41, VoZe02, 1].
Ebenfalls hat die Netz-Ökonomie in der Diskussion möglicher Entwicklungstendenzen von elektronischen Marktplätzen eine große Beachtung erlangt. Effekte der Netz-Ökonomie und deren Wirkungen auf elektronischen Marktplätzen sind verschiedentlich diskutiert worden [Bako91a, 296 ff., FSEV01, 217 ff., Hofm01, 76 ff., KaSh94, 93 ff., Le02, WiMa01a, 827 ff.].
Im Fokus stehen hier die Netzeffekte sowie deren Implikationen für den Erfolg und die Verbreitung elektronischer Marktplätze. Lock-In-Effekte, bei denen ein direkter Zusammenhang zur unternehmensübergreifenden Integration von Informationssystemen beschrieben wird [WiMa01a, 828 f., Le02], spielen eine eher untergeordnete Rolle und werden in erster Linie zur Erklärung von Ineffizienzen von Netzeffekten verwendet [Arth84, Arth89, 117 ff., FaSa86, KaSh86, Thum95].
Lock-In-Effekte beschreiben den Zusammenhang zwischen den Investitionen, die z. B. ein Marktplatzteilnehmer zur Nutzung eines elektronischen Marktplatzes tätigt, und den dadurch entstehenden Bindungen [ShVa99a, 11 ff., Stel00, 840, WiMa01a, 828].
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