
Management von Rohstoffrisiken
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"Der Leser erwirbt sich hier das erforderliche Know-how, um eigene Strategien entwickeln sowie Chancen und Risiken der verschiedenen Rohstoffmärkte und Produkte beurteilen zu können." Betriebswirtschaftliche Blätter, 12-2011
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Jan Kühne
1. Rohstoffrisiken in Unternehmen
Der Aufwand für Material und Energie bestimmt in deutschen Industrieunternehmen zu rund einem Drittel den Angebotspreis. Steigen die Rohstoffpreise - wie bis Mitte 2008 geschehen - stark an, geraten Unternehmen unter immensen Kostendruck, der im Zeichen globalisierter Märkte nicht immer in gleichem Umfang an die Kunden weitergegeben werden kann. Zum Teil begegnen die Unternehmen diesem Kostendruck durch rohstoff- und energiesparende Innovationen. Dass auch die Mitwettbewerber gleichermaßen mit steigenden Rohstoffpreisen konfrontiert werden, mildert das Risiko zwar etwas ab, trägt aber nicht dazu bei, einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen. Dies ist erst möglich, wenn trotz steigender Einkaufspreise die Gewinnmargen konstant gehalten werden können.
Da neben den Rohstoff- und Energiepreisen auch die Preisvolatilität steigt, fällt es Unternehmen zunehmend schwerer, zuverlässige Preisprognosen abzugeben. Dies führt wiederum zur Verunsicherung der Investoren. Ein Risikomanagement hat in diesem Zusammenhang die Aufgabe, die Auswirkungen kurz- und langfristiger Preisschwankungen zu minimieren sowie die Verfügbarkeit der erforderlichen Ressourcen zu sichern und somit zur Stabilisierung der Ertragslage beizutragen.
Das Risikomanagement ist damit ein unverzichtbares Instrument zur Strategieumsetzung. Heute sichern sich bereits viele Unternehmen mit Erfolg gegen Zins- und Währungsrisiken ab. Der Absicherung von Rohstoffrisiken wird dagegen nach wie vor nur wenig Beachtung geschenkt. Bisher haben viele Unternehmen weder ihre Risiken identifiziert noch setzen sie verfügbare Sicherungsinstrumente tatsächlich ein.
Eine Umfrage unter 102 Treasurern im dritten Quartal 2008 ergab, dass bei fast 70 Prozent der Unternehmen Rohstoffrisiken nicht abgesichert werden und Commodity-Derivate so gut wie gar nicht zum Einsatz kommen.1 Dies überrascht umso mehr, da Rohstoffpreise bei der Mehrzahl der Unternehmen unmittelbarer und deutlich stärker auf das Unternehmensergebnis wirken als Zins- und Währungsrisiken. Insbesondere die extremen Preisschwankungen im Jahr 2008 haben jedoch bei vielen Unternehmen zu einem verstärkten Interesse geführt.
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