
Diskursgrenzen
Description
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Widerstand ist eine zentrale (politische) Handlung, die grundsätzlich auf verschiedene Arten und Weisen geäußert werden kann. Linguistisch bedeutsam sind v. a. sprachbasierte Widerstandsaussagen, weil ihnen vielfach komplexe semiotische Produktions- und Rezeptionsprozesse zugrunde liegen. Die Untersuchung zeigt, dass es diskurslinguistisch möglich ist, durch den Vergleich der sprachlichen Merkmale der Widerstandsaussagen (u. a. Themen, Zitate, Materialität) die herrschenden diskursiven Produktionsbedingungen nachzuweisen. Unter den repressiven Kommunikationsbedingungen auf den Straßen der DDR wurden viele Widerstandsaussagen vollzogen, die sich mittels eines funktionalen Diskursbegriffs pragmatisch als ,nicht-explizite Widerstandsaussagen' kategorisieren lassen. Im Buch wird empirisch von der graphematischen über die lexikalische bis zur intertextuellen Ebene aufgezeigt, dass die untersuchten Nicht-expliziten Widerstandsaussagen die wichtige Funktion erfüllen, die Regeln der SED-Herrschaft durch dekonstruktivistische Sprachspiele aufzudecken.
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Content
- Intro
- Inhalt
- 1. Einleitung
- 1.1 Annäherung an den Untersuchungsgegenstand
- 1.2 Erkenntnisinteresse und Ziele
- 1.3 Konzeption der Arbeit
- 1.4 Problemstellung und Relevanz der Untersuchung
- 1.5 Forschungsstand
- 1.6 Grenzen der Arbeit
- 1.7 Thesen
- 2. Theorie und Methode der Diskursanalyse
- 2.1 Foucaults Theorie vom Diskurs
- 2.2 Das Verhältnis von Diskurstheorie und Linguistik
- 2.3 ,Diskurslinguistik nach Foucault'
- 2.4 Diskurslinguistische Ausrichtung der Untersuchung
- 2.4.1 Das Verhältnis von Theorie und Methode
- 2.4.2 Sprach- und Zeichenbegriff
- 2.4.3 Für die Untersuchung zentrale diskurstheoretische Begriffe
- 2.4.4 Positivismus und Interpretation
- 2.4.5 Diskurs und Macht
- 2.4.6 Diskurs und Raum
- 3. SED-Diktatur, Widerstand und Opposition
- 3.1 SED-Diktatur
- 3.2 Phasen des Widerstands und der Opposition
- 3.2.1 Innere Gründung der DDR: 1953 bis zum Mauerbau 1961
- 3.2.2 Ausbau des Sozialismus: 1961 bis 1972
- 3.2.3 Honecker, Helsinki und Biermann: 1972 bis 1976
- 3.2.4 Friedensbewegung: 1979 bis 1983
- 3.2.5 Friedens-, Ausreise- und Demokratiebewegung: 1984 bis 1986
- 3.2.6 Umweltbibliothek und Wahlbetrug: 1987 bis August 1989
- 3.2.7 Aus der Kirche auf die Straße: September 1989 bis Januar 1990
- 3.2.8 Zusammenfassung
- 4. Operationalisierung des Widerstandsbegriffs
- 4.1 Peter Hüttenberger: Widerstand im asymmetrischen Verhältnis
- 4.2 Martin Broszat: Widerstand als Begrenzung
- 4.3 Michel Foucault: Widerstand als Machtbeziehung
- 4.4 Diskussion um Widerstandskonzepte zur DDR-Geschichte
- 4.4.1 Opposition und Widerstand: Begriffe und Bewertungen
- 4.4.2 Eigensinn, Herrschaft als soziale Praxis und die Diktatur der Grenzen
- 4.5 Zusammenfassung
- 5. Die Straße als öffentlicher Diskursraum
- 5.1 Öffentlichkeit in der DDR
- 5.2 Straße als Diskursraum
- 5.2.1 Die Straße als Raum
- 5.2.2 Öffentlichkeit und sprachliche Kommunikation im Diskursraum Straße
- 5.2.3 Straße als umkämpfter Repräsentations- und Kommunikationsraum
- 6. Das Analysemodell: Herrschender Diskurs, Gegendiskurs und ihre Grenze
- 6.1 Die Ordnung des Herrschenden Diskurses in der Öffentlichkeit
- 6.1.1 Ordnung durch Sprachgebrauch
- 6.1.1.1 Der Sprachstil der SED
- 6.1.1.2 Parteistil und Gesellschaft
- 6.1.1.3 Funktionaler Wandel des Parteistils
- 6.1.1.4 Parteistil, Rituale und Symbole im Raum der Straße
- 6.1.2 Ordnung durch Überwachen, Einbinden und Kriminalisieren
- 6.1.3 Hypothesen: Regeln des Herrschenden Diskurses
- 6.2 Die geordnete Unordnung des Gegendiskurses
- 6.2.1 Produktionsbedingungen des medialen Gegendiskurses
- 6.2.2 Beispiele für Aussagen des Gegendiskurses
- 6.3 Grenzen der Diskurse
- 7. Differenzierung von Explizit, Implizit und Nicht-Explizit in Widerstandsaussagen
- 7.1 Wege der Differenzierung
- 7.1.1 Implikatur
- 7.1.2 Präsupposition
- 7.2 Parameter zur Bestimmung nicht-expliziter Widerstandsaussagen
- 7.3 Zusammenfassung: Nicht-explizite Widerstandsaussagen
- 8. Methode: Analyserichtung, Analysekategorien und Korpus
- 8.1 Materialität und Medialität der Aussage
- 8.2 Modifiziertes DIMEAN
- 8.2.1 Transtextuelle Ebene
- 8.2.2 Ebene der Akteure/Diskurshandlungen
- 8.2.3 Intratextuelle Ebene
- 8.3 Korpus
- 8.3.1 Erklärungsanspruch mittels Korpus
- 8.3.2 Verfahren und Kriterien zur Zusammenstellung des Korpus
- 9. Diskurslinguistische Einzeluntersuchungen der NEWAs
- 9.1 NEWAs in der SBZ/DDR
- 9.1.1 Ungeordnete Grapheme
- 9.1.2 Semantischer Kampf
- 9.1.3 Eigennamen
- 9.1.4 Zeitliche Gegenordnung
- 9.1.5 Umbenennungen/Umfunktionieren von Straßenschildern
- 9.1.6 Indexikalische Ordnung
- 9.1.7 Sprechen-für-andere
- 9.1.8 Wünschen
- 9.1.9 Zitate
- 9.1.10 Zitate aus dem HD
- 9.1.11 Veränderte Zitate des HD
- 9.1.12 Antworten auf den HD
- 9.1.13 Verweigerte Kommunikation
- 9.1.14 Textsorte
- 9.1.15 Fremdsprachen
- 9.1.16 Abkürzungen und nicht-konventionalisierte Grapheme
- 9.1.17 Nonsens
- 9.1.18 Exkurs: Rezeption und Rezeptionsverdacht
- 9.2 NEWAs der Massenproteste bis zum 4. November 1989
- 9.2.1 Indexikalische Ordnung
- 9.2.2 Fremdsprachen
- 9.2.3 Antworten auf den HD
- 9.2.4 Zitate des HD
- 9.2.5 Veränderte Zitate des HD
- 9.2.6 Semantischer Kampf
- 9.2.7 Umfunktionieren
- 9.2.8 Abkürzungen und nicht-konventionalisierte Grapheme
- 9.2.9 Exkurs: Demonstranten-interne Kommunikation
- 10. Ergebnisse
- 10.1 Nachgewiesene Regeln des HD
- 10.2 Funktionale Gemeinsamkeiten der Verfahrenstypen
- 10.3 Kontinuität/Diskontinuität
- 11. Anhang
- 11.1 Korpus
- 11.1.1 Abbildungen
- 11.1.2 Schriftliche Quellen
- 11.2 Weitere Quellen
- 11.3 Forschungsliteratur
- Index
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