
Expressionistinnen
Description
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Kaum eine Kunstrichtung scheint aufgrund ihrer gewaltverherrlichenden Rhetorik und den zahlreichen Männerzirkeln so stark männlich dominiert zu sein wie der Expressionismus. Dennoch treten gerade in der Zeit des Expressionismus nicht wenige Frauen hervor, denen nun erstmals der Weg einer offiziellen Karriere als Künstlerin offensteht und deren Beitrag zur Strömung eigens diskutiert werden muss.
Das vierte Heft von Expressionismus fragt deshalb einerseits nach der Existenz eines spezifisch weiblichen Expressionismus und dessen Verhältnis zum 'klassisch' männlich definierten Expressionismus-Begriff. Andererseits beleuchtet es exemplarisch die konkreten Chancen und Grenzen künstlerischen Wirkens von Frauen im frühen 20. Jahrhundert in Literatur, Film, Bildender Kunst und Architektur.
Die übergreifenden Beiträge thematisieren die Selbstporträts expressionistischer Künstlerinnen sowie die Rolle von Frauen im Krieg; sie stellen dem Vater/Sohn-Konflikt die Frage nach dem Verhältnis zwischen Mutter und Tochter an die Seite. Gesonderte Studien sind dem Wirken südafrikanischer Künstlerinnen in Berlin sowie Käthe Kollwitz, Lotte Reiniger, Tina Haim-Wentscher und Margaret Staal-Kropholler gewidmet.
Mit Beiträgen von Martina Dlugaiczyk, Matthias C. Hänselmann, Ricarda Hirte, Rixt Hoekstra, Lisa Hörstmann, Frank Krause, Marina Linares, Rolf Löchel und Jens-Henning Ullner.
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Persons
Kristin Eichhorn (PD Dr. phil.) ist Vertretungsprofessorin für Neuere Deutsche Literatur I an der Universität Stuttgart. Sie hat in Kiel Germanistik und Nordistik studiert, zur deutschsprachigen Fabel der Aufklärung promoviert (Die Kunst des moralischen Dichtens. Positionen der aufklärerischen Fabelpoetik im 18. Jahrhundert, Ergon 2013) und in Paderborn habilitiert (Ein Mensch in seinen Gedichten. Johannes R. Becher und die Konzeption modernen Dichtertums im 20. Jahrhundert). Weitere Forschungsschwerpunkte sind die Literatur des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart sowie Trivial- und Unterhaltungsliteratur. Seit 2015 ist sie Herausgeberin von Expressionismus im Neofelis Verlag.
Johannes S. Lorenzen studierte Literatur- und Medienwissenschaften sowie englische und nordische Philologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Nach dem Studium war er als Dozent für neuere deutsche Literatur und Lehrkraft für Deutsch als Zweitsprache tätig. Zu seinen Forschungsinteressen gehören u.a. Literatur des Expressionismus und der frühen Moderne und Popliteratur. Seit Mai 2015 ist er Mitherausgeber von Expressionismus (mit Kristin Eichhorn).
Content
- Cover
- Half Title
- Title Page
- Colophon
- Table of Contents
- Editorial
- Weibliche Perspektiven auf männliche Themen
- Krause: 'Weib' und 'Geist' im Großen Krieg
- Löchel: Fatal ist die Liebe der Mutter, letal die Sehnsucht der Tochter
- Weiblicher Expressionismus im Film
- Hirte: Der Golem wie er in die Welt kam von Paul Wegener und die Verkörperung des Weiblichen in der Figur Miriams, interpretiert von Lyda Salmonova
- Hänselmann: "Ich bin nicht modern" - Lotte Reiniger und der expressionistische Film
- Expressionistinnen in der bildenden Kunst
- Ullner: "Die letzte Woche habe ich gelebt wie im Rausche"
- Hörstmann: Südafrikanische Expressionistinnen in Berlin
- Dlugaiczyk: Von non-finito Skulpturen bis Dioramen
- Linares: Käthe Kollwitz
- Weibliche Wirkungsmöglichkeiten in der Architektur
- Hoekstra: Margaret Staal-Kropholler, eine weibliche Ausnahmeerscheinung in der niederländischen expressionistischen Architektur
- Rezensionen
- Abbildungsverzeichnis
- Call for Papers: Wahnsinn
- Backcover
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