
Türkisch sprechen nicht nur die Türken
Description
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Lange Zeit glaubte man in Europa, dass die Sprachen der Arbeitsmigranten, die seit den 60er Jahren aus der Türkei und anderen Ländern nach Mittel- und Nordeuropa kamen, spätestens in der dritten Generation zugunsten der jeweiligen Landessprachen der Einwanderungsländer verschwinden würden. Dieses Buch zeigt hingegen am Beispiel Hamburgs, dass das Türkische heute in den deutschen Großstädten fest etabliert und Bestandteil des kommunikativen Alltags nicht nur türkischstämmiger Bewohner ist. Vielmehr erwerben auch Jugendliche und junge Erwachsene mit deutschem oder drittem Familienhintergrund das Türkische mehr oder weniger fragmentarisch oder vollständig und verwenden es in ihrem Alltag. Das Buch beleuchtet diesen zunächst überraschenden, ungesteuerten Türkischerwerb und -gebrauch von Hamburger Jugendlichen anhand von Tonaufnahmen in authentischen Situationen unter verschiedenen Blickwinkeln. Untersucht werden der Verlauf und die sozialsymbolische Motivation des Erwerbs, die Struktur des erworbenen Türkisch sowie seine Verwendung im Gespräch.
Die Arbeit folgt einem ethnographischen Ansatz innerhalb der Soziolinguistik.
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"In conclusion, this is a relevant contribution to current sociolinguistics and bilingualism research, and will be essential reading for scholars working in the wider area of language crossing. The book has a clear structure, includes a wealth of examples, and is written in a style that is accessible to wider audience, although this leads to an overall favouring of the description of the corpus over theoretical discussion."Jannis Androutsopoulos in: Journal of Sociolinguistics 9/3/2005 "Das vorliegende Buch ist einen unerlässliche Quelle für alle, die sich für die politischen, sozialen, sprachlichen und kulturellen Entwicklungen an der Schnittstelle der neuen Ethnien mit den sich als different definierenden Schichten der Dominanzsgesellschaft interessieren."Siegfried Pflegerl in: Stimme von und für Minderheiten 55/2005More details
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Content
- Intro
- Inhalt
- 1. Türkisch in Deutschland: eine Gastarbeitersprache wird zur ,Leitsprache' der neuen sprachlichen Minderheiten
- 1.1. Das neue Bild ,vom Türken': vom Gastarbeiter ,Ali' zum Ethnic Urban Youth
- 1.2. Die sprachliche Wirklichkeit der Türken um die Jahrtausendwende: Vermutungen zu einem weitgehend unerforschten Gebiet
- 1.3. Die Unschärfebeziehung zwischen Ethnie und Sprache: Transgressionen und Identifizierungen
- 1.4. Methoden und Daten der Untersuchung in Hamburg
- 2. Acts of identity: die kulturelle Semantik des Türkischen und die Gründe für seinen Erwerb
- 2.1. Acts of identity, soziale Stile und kulturelle Semantik
- 2.2. Die drei Dimensionen des sozio-kulturellen Raums
- 2.3. Die Informanten und Informantinnen und ihre Positionierung im sozio-kulturellen Raum
- 2.4. Abschließende Bemerkungen
- 3. Welches Türkisch?
- 3.1. Vorbemerkungen
- 3.2. Welche Elemente des Türkischen werden übernommen? Ein Überblick
- 3.3. Variation im Türkischen der Jugendlichen
- 3.4. Lernersprachliche Fehler
- 3.5. Minimaler bis maximaler Gebrauch des Türkischen: eine differenzielle Analyse
- 3.6. Abschließende Bemerkungen
- 4. Ethnotheorien und Lerner-Strategien beim Erwerb des Türkischen
- 4.1. Vorbemerkungen
- 4.2. Aussagen über den eigenen Türkischerwerb
- 4.3. Sprachlehr- und -lernsequenzen
- 5. Kompetenz in der Performanz: der Wechsel zwischen Deutsch und Türkisch als stilistische Ressource und die Herausbildung bilingualer Sprachstile
- 5.1. Vorbemerkungen
- 5.2. Code-Switching
- 5.3. Code-Mixing
- 5.4. Abschließende Bemerkungen
- 6. Das Deutsch der Jugendlichen und ihrer türkischstämmigen Freunde
- 6.1. Vorbemerkungen
- 6.2. Der neue Ethnolekt des Deutschen
- 6.3. Kontrastierende Stile: Gastarbeiterdeutsch, sekundärer und tertiärer Ethnolekt
- 6.4. Abschließende Bemerkungen
- 7. Sprache und Ethnie: Zum Stellenwert des Türkischen und vom Nutzen der Mehrsprachigkeit in Deutschland
- Anhang: Transkriptionskonventionen
- Literaturverzeichnis
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