
Der Fontane-Ton
Description
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Der kanonische Status Fontanes gründet sich auf einen eigentümlichen Erzählstil, der schon den Zeitgenossen als Markenzeichen seines Werkes galt. Dazu gehörte Fontanes Vorliebe für den humorvoll zugespitzten Satz, seine Lust am Umgangssprachlichen, seine Abneigung gegenüber dem Pathetischen und überspitzt Dramatischen und sein Hang zu einer ironisch-distanzierten Erzählhaltung. Der "Fontane-Ton" hat sich früh als alles umschließende Beschreibung dessen, was der Leser als die Eigenart Fontanes erlebt, durchsetzen können und hat so eine differenzierte Sicht auf Fontanes Stil verhindert. Mit diesem Band eröffnen Herausgeber und Beiträger neue Perspektiven auf Fontanes Stil, die der Einheit dieses Stils und dessen spezifischen Ausprägungen in verschiedenen Gattungen Rechnung tragen. In zwölf Aufsätzen schlagen die Verfasser sprachwissenschaftliche, textgenetische und komparatistische Wege zu Fontanes Werk ein, beleuchten die Schlüsselbegriffe "Fontane-Ton" und "Stil" kritisch, bieten Einblicke in die Werkstatt des Fontane-Stils und ergründen sowohl materielle Stilfaktoren wie Satz und Layout als auch immaterielle Faktoren wie die Erzeugung eines bestimmten Tons durch den Anekdotengebrauch oder in der Erzählhaltung.
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Content
- Intro
- Inhalt
- Einleitung
- Objektivität und Dichtertum: Fontanes Stilauffassung und ihre Kontexte
- Fontanes Methode des Überschreibens: Wenn einer kommt und mit Texten spielt
- »und während ich meine Notizen machte«: Theodor Fontanes Autorkommentare im schriftstellerischen Produktionsprozess: Möglichkeiten der Textanalyse und editorischen Repräsentation
- Von den »Würdenträgern« zum »Wanderer-Ton«: Fontanes Wanderungen im Lichte der populären Historiographie
- Zur Bestimmung des Fontane-Tons: Eine produktionsund textorientierte Methode zur Analyse des Individualstils in journalistischen Texten
- Briefe aus England: Theodor Fontane und Emile Zola
- Einladung zum Lesen: Fontanes Mythopoetik und der Plauderton
- Ehebruchsromane: Fontanes Ton im Vergleich mit Joaquim Maria Machado de Assis und Hjalmar Söderberg
- Der Fontane-Ton am Beispiel der Poggenpuhls
- Die pharmazeutische Form Fontanes: Von Vor dem Sturm bis Effi Briest
- »Der Reine darf alles«: Theodor Fontane und die literarische Kritik des Kulturprotestantismus
- Dass die Schrift erfüllet würde: Semantisierte Typografie in Theodor Fontanes Märkischen Reimen
- Siglen und Abkürzungen
- Zu den Autoren und Autorinnen
- Namenregister
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