
Größenwachstum in der Containerschifffahrt
Das Europäische Wettbewerbs- und Beihilferecht als staatliches Abwehrrecht
Jörg-Alexander Cordes(Author)
Nomos (Publisher)
1st Edition
Published on 30. January 2025
389 pages
978-3-7489-4638-0 (ISBN)
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Description
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Kann das europäische Wettbewerbsrecht genutzt werden, um das Hafenwachstum Europas nachhaltiger und intelligenter zu gestalten? Hierzu muss mit bestehenden Strukturen gebrochen werden: Die Umweltverträglichkeit von Infrastrukturprojekten muss als zwingende Voraussetzung im EU-Beihilfeprozess verankert werden, sodass Wirtschafts- und Umweltinteressen sich auf Augenhöhe begegnen können. Bestehende Hafenstrukturen müssen durch (über)regionale Kooperationen besser genutzt und die Bedeutung der einzelnen Häfen an die Anforderungen einer nachhaltigen Wirtschaft angepasst werden.
Die Arbeit leistet einen Beitrag zum Verständnis von Infrastrukturen im Spiegel von staatlichen Interessen, Umweltverträglichkeit und Wettbewerbsrecht.
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Language
German
Place of publication
Baden-Baden
Germany
File size
3,06 MB
ISBN-13
978-3-7489-4638-0 (9783748946380)
DOI
10.5771/9783748946380
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Jörg-Alexander Cordes
Größenwachstum in der Containerschifffahrt
Das Europäische Wettbewerbs- und Beihilferecht als staatliches Abwehrrecht
Book
02/2025
1st Edition
Nomos
€129.00
Available immediately
Content
- Cover
- A. Einleitung
- I. Wachstum von Schiffen, Wasserstraßen und Häfen
- 1. Herausforderungen für Natur und Infrastrukturen
- 2. Reedereiallianzen und Häfen
- II. Konkretisierung der Fragestellung
- 1. Problemaufriss
- 2. Forschungsvorhaben
- 3. Ziel der Untersuchung
- 4. Juristische Arbeitsmethode
- B. Grundlegung
- I. (Maritime) Verwaltung in den USA und in der EU
- 1. Der US Shipping Act als maritimes Kartellrecht
- a) Regelungsgegenstand des US Shipping Acts
- b) Die Federal Maritime Commission als Vollzugsbehörde
- c) Größenbeschränkung der Containerschiffe durch den Shipping Act
- 2. Vergleichbarkeit von FMC und Kommission
- a) Die FMC: US-amerikanische Verwaltung durch IRAs
- b) Regulierungs- und Exekutivagenturen in der EU
- c) Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Kommission und FMC
- d) Zwischenergebnis
- 3. Übertragbarkeit des Ansatzes in das europäische Recht
- II. Häfen als zentrale Infrastrukturen
- 1. Das europäische Hafenrecht
- a) Rechtsgrundlagen eines europäischen Hafenrechts
- b) Die Rechtsentwicklung hin zum Port Package III - VO (EU) Nr. 2017/352
- c) Regelungsumfang des Port Package III
- d) Zwischenergebnis
- 2. Deutsches Wasser- und Wasserstraßenrecht
- a) Planungsrechtliche Kompetenzen für Wasser- und Hafenflächen
- b) Vorprüfung des EU-Beihilferechts im Planungsstadium
- c) Bewirtschaftungsrechtliche Kompetenzen für Wasser- und Hafenflächen
- 3. Häfen als Teil des Verwaltungsprivatrechts
- a) Rechtsgrundlagen der bremischen Häfen
- b) Hafenbetrieb durch die "bremenports GmbH & Co. KG"
- c) Kosten- und Gebührenstruktur
- d) Aufgabenfelder der bremenports
- e) Zwischenergebnis
- 4. Überblick über die Finanzierungsmöglichkeiten von Häfen
- a) Öffentlich finanzierte Häfen ("Landlord-Modell")
- b) Privat finanzierte Häfen
- c) Zwischenergebnis
- 5. Formen hafenbezogener Infrastrukturen
- a) Hafenzugangs- und Schutzinfrastrukturen
- b) Hafeninfrastruktur
- c) Zwischenergebnis
- 6. Externalität und Marktversagen
- a) Reeder als Teil der Hafenbetreiber
- b) Betreiberstrukturen in den Bremer Häfen
- aa) NTB North Sea Terminal Bremerhaven GmbH & Co. KG
- (1) Eurogate mit den Gesellschaftern Eurokai und BLG Logistics
- (2) APM Terminals bzw. A.P. Møller-Mærsk A/S
- (3) Zwischenergebnis
- bb) Eurogate Container Terminal Bremerhaven
- cc) MSC Gate Bremerhaven GmbH & Co. KG
- dd) Zwischenergebnis Betreiberstruktur
- c) Hafen(zugangs)infrastrukturen
- 7. Häfen als essential facilities
- a) Volkswirtschaftliche Betrachtung von essential facilities
- b) Rechtliche Betrachtung von essential facilities
- aa) Ursprung im US-amerikanischen Recht
- bb) Unterschiedliche Rechtsauffassung in den USA und der EU
- cc) Entwicklung des Konzepts: Abbruch von Geschäftsbeziehungen
- dd) Essential facilities in Rechtsprechung und Verwaltungspraxis
- c) Essential facilities und begrenzte Kapazitäten
- aa) Ansatz des Art. 102 AEUV
- bb) Ansatz des deutschen GWBs
- d) Zwischenergebnis
- 8. Möglichkeiten zur Begrenzung des Schiffsgrößenwachstums
- a) Einleitung
- b) Machtbegrenzung der Reedereien durch die Gruppenfreistellungsverordnung
- c) Vertiefte Hafenzusammenarbeit als "Konzeptalternative"
- III. Übertragbarkeit einer Größenbeschränkung in andere Sektoren
- 1. Begrenzung der Flugzeuggrößen
- 2. Begrenzung der Tonnagen von Lastkraftwagen
- IV. Auswertung der Erkenntnisse
- C. Wettbewerbs- und Beihilferecht der Europäischen Union
- I. Überblick
- II. Übertragung staatlicher Aufgaben auf einen privaten Akteur
- 1. Ansatz: Betrieb einer staatlichen Einrichtung durch einen privaten Akteur
- 2. Überblick über die anwendbaren Vorschriften des europäischen Beihilferechts
- 3. Vergabe einer Lizenz als Beihilfe im Sinne des Art. 107 I AEUV?
- a) Hafenbetreiber als Unternehmen oder Produktionszweig
- aa) Hoheitliche vs. wirtschaftliche Tätigkeit
- bb) Tätigkeiten im Zusammenhang mit Infrastrukturmaßnahmen
- cc) Zwischenergebnis
- b) Begünstigung
- aa) Der private-investor-test
- bb) Angemessene Gegenleistung
- cc) Häfen als Unternehmen von allgemeinem wirtschaftlichem Charakter
- (1) Dienstleistungen von allgemeinem wirtschaftlichem Interesse
- (a) Allgemeinwirtschaftlichkeit von Häfen
- (b) Betrauungsakt
- (2) Verhältnis von Vergütung und Dienstleistung
- (3) Zwischenergebnis
- c) Ergebnis der Prüfung des Art. 107 I AEUV
- d) Vergleich des Ergebnisses mit VO (EU) Nr. 2017/1084
- III. Kartellrechtliche Prüfung der Zusammenschlüsse von Reedereien
- 1. Reedereiallianzen
- 2. Fragestellung: Was genau ist das kartellrechtswidrige Verhalten?
- a) Kartellrechtswidrigkeit der Produktion von Containerschiffen?
- b) Kartellrechtswidrigkeit des Anlaufens europäischer Häfen?
- c) Kartellrechtswidrigkeit des Ausübens unzulässigen Drucks auf die Hafenbetreiber?
- 3. Art. 101 I AEUV
- a) Regelungsumfang des Art. 101 AEUV
- b) Wettbewerbswidriges Verhalten: Abgestimmte Verhaltensweise
- aa) Reedereikonsortien als Vereinigungen von Unternehmen
- bb) Kartellrechtlich relevantes Verhalten
- (1) Gründung von Linienschifffahrtskonferenzen
- (2) Daten- und Informationsaustausch
- (3) Pool-Agreements
- c) Bezweckte oder bewirkte Wettbewerbsbeschränkung?
- aa) Gründung von Linienschifffahrtskonferenzen
- bb) Daten- und Informationsaustausch
- cc) Pool-Agreements
- d) Marktdefinition
- aa) Sachlicher Markt
- bb) Räumlicher Markt
- cc) Potenzieller Wettbewerb
- e) Spürbarkeit der Beeinträchtigung
- f) De minimis-Ausnahme (Bagatellgrenze)
- g) Zwischenergebnis des Art. 101 I AEUV
- 4. Freistellungsfähigkeit des Betriebs von Mega Boxern
- a) Rechtsgrundlage Art. 101 III AEUV
- b) Anwendbarkeit auf die Vorstufe der Marktmacht: Art. 101 I AEUV
- c) Freistellung durch Art. 101 III AEUV
- aa) Technologischer oder wirtschaftlicher Vorteil
- bb) Verbraucher partizipiert mit einem fairen Anteil
- (1) Unmittelbarer Einfluss auf den Verbraucher
- (2) Mittelbarer Einfluss auf den Verbraucher
- (3) Gesamtbetrachtung
- cc) Wettbewerbsbeschränkung ist proportional
- dd) Wettbewerb kommt nicht vollständig zum Erliegen
- ee) Zwischenergebnis Art. 101 III AEUV
- d) Seeschifffahrtgruppenfreistellungsverordnung Nr. 2020/436 bzw. 906/2009
- aa) Allgemeiner Charakter von Gruppenfreistellungsverordnungen
- bb) Historische Entwicklung der GVOen des maritimen Sektors
- cc) GVO Nr. 2020/436 bzw. Nr. 906/2009 und Mega Boxer
- (1) Anwendungsbereich und Definitionen (Art. 1 und 2 GVO)
- (2) Erlaubtes Verhalten der Konsortien (Art. 3 GVO)
- (3) Einsatz der Mega Boxer als Verstoß gegen Art. 4 GVO?
- (4) Bestimmung des Marktanteils der Konsortien (Art. 5 GVO)
- dd) Reformbedürftigkeit
- (1) Ansichten der Reedereien und Interessenvertreter
- (2) Ansichten der Hafenbetreiber
- (3) Ansichten der Praxisvertreter und Kunden der Reedereien
- (a) Verband der Chemischen Industrie (VCI)
- (b) European Shippers's Council (ECS)
- (4) Evaluierung der Kritik
- e) GVO für Forschung und Entwicklung (EU) 2023/1066
- aa) Regelungsumfang der GVO für Forschung und Entwicklung
- bb) Freistellungsfähigkeit des Verhaltens unter der GVO
- cc) Zwischenergebnis
- f) Zwischenergebnis Art. 101 III AEUV und GVOen
- 5. Art. 102 AEUV
- a) Regelungsumfang des Art. 102 AEUV
- b) Anwendbarkeit des Art. 102 AEUV neben Art. 101 AEUV (Sperrwirkung)
- c) Wettbewerbswidriges Verhalten: Druck auf Häfen
- aa) Ein oder mehrere Unternehmen
- bb) Marktbeherrschung
- (1) Relevanter Markt
- (a) Sachlicher Markt
- (aa) Austauschbarkeit auf der Anbieterseite
- i) Austauschbarkeit der Häfen untereinander
- ii) Austauschbarkeit der Häfen für Frachtdienstleister
- iii) Austauschbarkeit der Staaten (regulatorischer Wettbewerb)
- iv) Zwischenergebnis
- (bb) Austauschbarkeit auf der Abnehmerseite
- (cc) Zwischenergebnis
- (b) Räumlicher Markt
- (c) Zeitlicher Markt
- (2) Beherrschende Stellung
- (a) Marktstruktur
- (b) Marktverhalten
- (c) Beherrschung eines wesentlichen Teils des gemeinsamen Marktes
- cc) Missbrauchsverhalten
- (1) Begriff der missbräuchlichen Ausnutzung
- (2) Ausüben von Druck auf Hafenbetreiber als kollektiver Missbrauch
- (3) Besondere Verantwortung
- (4) Missbrauch ohne Vorsatz
- d) Zwischenergebnis des Art. 102 AEUV
- 6. Zwischenergebnis kartellrechtliche Würdigung
- IV. Auswertung der Erkenntnisse
- D. Das europäische Wettbewerbsrecht als staatliches Abwehrrecht?
- I. Einführung
- II. Die Rolle von Staat und EU in Wettbewerb und Wirtschaft
- 1. Wettbewerbstheorien im Spiegel von Reedereien und Häfen
- a) Die unsichtbare Hand des Marktes
- b) Wettbewerbstheorien im Laufe der Zeit
- c) Das Verständnis vom Wettbewerb nach dem Zweiten Weltkrieg
- 2. Die Bedeutung Europas im Wettbewerbsrecht
- a) Grundgedanken des europäischen Wettbewerbsrechts
- b) Funktionsverständnis des Wettbewerbsrechts
- c) Verbraucherschutz durch Wettbewerbsrecht - the "more economic approach"
- 3. Modernes Kartellrecht und öffentliche Interessen
- 4. Hat das europäische (maritime) Wettbewerbsrecht versagt?
- 5. Kompetenzen im europäischen Hafenausbau vs. Umweltverträglichkeit
- III. Korrektur des Beihilferechts
- 1. Einleitung
- 2. Eigeninteresse des Staates am Wettbewerb
- 3. Beihilferecht als staatliches Abwehrrecht?
- a) Ist der Staat zur Beihilfe verpflichtet?
- aa) Prinzip der Unionstreue
- bb) Bindungswirkung von Erwägungsgründen
- cc) Pflicht zur Investition aus VO (EU) Nr. 1315/2013
- b) Unverletzlichkeit des Haushaltsrechts der Mitgliedstaaten
- c) Kann der Staat Investitionen verweigern?
- aa) Schuldenbremse (Art. 109, 115 GG)
- bb) Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen
- (1) Art. 20a GG
- (2) Richtlinie 92/43/EWG ("Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie")
- (3) Zwischenergebnis
- cc) Umweltpolitische Ziele und Maßnahmen der Europäischen Union
- (1) Funktion und Rolle der Artt. 11, 191 AEUV
- (a) Art. 11 AEUV - Querschnittsklausel des Umweltschutzes
- (b) Art. 191 AEUV - Umweltpolitische Ziele und Maßnahmen
- (aa) Vorsorge- und Vorbeugeprinzip
- (bb) Ursprungsprinzip
- (cc) Verursacherprinzip
- (2) Beihilferecht und Umweltrecht - "Hinkley Point C"
- (aa) Neuinterpretation des Art. 107 III lit. b) und c) AEUV
- (bb) EU-Umweltrecht und Art. 107 III lit. c) AEUV
- (cc) Zwischenergebnis
- (3) Art. 107 III lit. c) AEUV als Korrektiv für das Beihilferecht?
- (4) Zwischenergebnis
- 4. Analyse der Konsequenzen
- a) Übertragung der Entscheidungskompetenz zur Kommission
- b) Kompensation überlanger Verfahrensdauer
- c) Kollision europäischer und nationaler Kompetenzen
- d) Entlastung von Häfen und Staaten
- 5. Zwischenergebnis
- IV. Korrektur des Kartellrechts
- 1. Notwendigkeit eines Korrektivs
- 2. Neuinterpretation der essential facilities-Doktrin
- a) Überblick über die Konzeption des JadeWeserPorts
- b) Häfen und Reedereien - Zugang zu einem nachgelagerten Markt?
- c) Rückkehr zur ursprünglichen Idee der Doktrin
- d) Die essential facilities-Doktrin als Abwehrrecht
- 3. Vertiefte Kooperation der Häfen
- 4. Anpassung der Gruppenfreistellungsverordnung
- a) Größenobergrenze oder Beschränkung der anlaufbaren Häfen?
- b) GVO als passendes Vehikel?
- 5. Zwischenergebnis
- V. Umsetzbarkeit der Korrektive
- 1. Umsetzbarkeit im Beihilferecht
- a) Betrachtung der Umsetzbarkeit der Korrektive
- b) Verordnungsentwurf zur Implementierung einer UVP in das Notifizierungsverfahren
- 2. Umsetzbarkeit im Kartellrecht
- a) Ermöglichung von Hafenkartellen - Korrektur des Art. 101 I, III AEUV
- b) Abwehrrecht der Häfen - Korrektur des Art. 102 I AEUV
- c) Verordnungsentwurf für eine GVO zur viertieften Hafenkooperation
- VI. Auswertung der Erkenntnisse
- E. Schlussteil
- I. Aktuelle Entwicklungen
- II. Ergebnis der Analyse
- III. Fazit
- Literatur- und Materialverzeichnis
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