
Service Engineering
Description
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Die schnelle und effiziente Realisierung innovativer Dienstleistungen stellt zunehmend einen Erfolgsfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit von Dienstleistungsunternehmen dar. Dienstleistungen werden in der Praxis jedoch oft "ad hoc", d.h. ohne systematische Vorgehensweise, entwickelt. Das Konzept des "Service Engineering" beschreibt Vorgehensweisen, Methoden und Werkzeugunterstützung für die systematische Planung, Entwicklung und Realisierung innovativer Dienstleistungen. Ziel des Buches ist es, Wissenschaftlern und Praktikern gleichermaßen einen Überblick über den aktuellen Kenntnisstand wie auch über zukünftige Tendenzen im Service Engineering zu geben. Die Beiträge wurden für die Neuauflage aktualisiert, zusätzlich wurden Beiträge namhafter Autoren aus Wissenschaft und Praxis in wichtigen, aber bislang unbesetzten Themenfeldern aufgenommen.
Reviews / Votes
Aus den Rezensionen zur 2. Auflage:
"In den letzten Jahren hat sich der Trend entwickelt neben der Produktentwicklung auch die Entwicklung von Dienstleistungen zu forcieren. . Die Sammlung der Aufsätze in diesem Buch ist für jene sehr gut geeignet, die sich intensiv mit diesem Thema beschäftigen, da ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wissenschaftern und Praktikern einen Überblick über das Thema liefert. Neben Grundlagen werden auch die Phasen und Ansätze des Service Engineering beleuchtet." (Bertram Gangl, in: WING business, 2007, Issue 2, S. 32)
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Service Engineering – Ein Gestaltungsrahmen für internationale Dienstleistungen (S. 503-505)
Dieter Spath
Daniel Zähringer
Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO), Stuttgart
1 Einleitung und empirische Bedeutung
Zunehmend rücken Fragestellungen und Herausforderungen in das Interesse von Forschung, Wirtschaft und Politik, die sich, aus der systematischen Anpassung von Dienstleistungsportfolien an die Anforderungen internationaler Märkte ergeben. Als Impulsgeber für die wachsende internationale Verflechtung des Dienstleistungswettbewerbs werden die sich öffnenden ehemaligen Planwirtschaften, die Deregulierung, die zunehmenden Kooperationen zwischen Staaten sowie eine wachsende Integration zur Beseitigung von Handels- und Investitionsbarrieren genannt [1]. Besonders in Dienstleistungsmärkten wie Energieversorgung, Telekommunikation, Verkehr und Transport sowie Finanzdienstleistungen wurden Marktzutrittsbarrieren abgebaut, so dass sich kaum ein Unternehmen den Kräften des internationalen Wettbewerbs entziehen kann. Neben politischen und rechtlichen Änderungen der Rahmenbedingungen begünstigt und bestärkt der technische Fortschritt die Internationalisierung.
Historisch betrachtet haben internationale Dienstleistungen eine lange Tradition [2][3]. Auf der Suche nach den Anfängen stößt man im Alten Orient auf internationale Dienstleistungsaktivitäten. Bereits mehrere Jahrtausende vor Christi Geburt bestanden Handelsbeziehungen zwischen Stadtkulturen in Ägypten, Europa und Asien. Hatte für die Ägypter eher der Seehandel hohe Bedeutung, so betrieben die Griechen und Römer in der Antike vermehrt auf dem Landweg grenzüberschreitenden Handel. Die Gründung des Handelsverbunds der Hanse und das Erstarken von Kaufmannsfamilien, wie der süddeutschen Adelsfamilien der Fugger oder der lombardischen Adelsfamilie de Tassis, verdeutlichen das Wachstum der Außenhandelsaktivitäten im 12. Jahrhundert. Mit der Kolonialzeit wurde der internationale Handel in Form von Überseegesellschaften institutionalisiert. Spätestens mit der industriellen Revolution begannen vor allem englische Unternehmen im Ausland Tochtergesellschaften zu gründen.
Historisch gesehen begrenzten sich die internationalen Geschäftsaktivitäten zunächst auf grenzüberschreitenden Handel und erst später erfolgten internationale Engagements in Form von grenzüberschreitenden Direktinvestitionen [4]. Unter dem Begriff Direktinvestitionen werden im Zusammenhang internationaler Wirtschaftsaktivitäten allgemeine grenzüberschreitende Investitionen verstanden, die darauf abzielen, einen dauerhaften Einfluss auf eine Unternehmung in einem anderen Land zu nehmen [5].
Entgegen dem allgemeinen Rückgang der Direktinvestition haben die dienstleistungsbezogenen Direktinvestitionen zugenommen [6]. In den Jahren von 1990 bis 2002 hat sich der Bestand an dienstleistungsbezogenen Direktinvestitionen von 950 Mrd. US Dollar auf etwa 4 Billionen US Dollar vervierfacht. Der Anteil dienstleistungsbezogener Direktinvestitionen ist von ca. 25% in 1970 auf etwa 60% des weltweiten Direktinvestitionsbestands angewachsen. Zunehmend investieren neben Dienstleistungsunternehmen auch produzierende Unternehmen in ausländische Organisationseinheiten, um das Dienstleistungsportfolio über den Heimatmarkt hinaus anzubieten.
Indem die historische sowie die gegenwärtige Entwicklung internationaler Dienstleistungen betrachtet wurde, konnte die Bedeutung internationaler Dienstleistungen im Vergleich zu Sachgütern dargestellt werden. Im folgenden Kapitel werden Motive und Ziele betrachtet, die auf der Ebene des einzelnen Dienstleistungsunternehmens Auslöser und Antrieb für die internationale Ausrichtung des Leistungsportfolios sind. Im Kapitel 3 werden die begrifflichen Grundlagen erarbeitet, die Gestaltungsdimensionen internationaler Dienstleistungen identifiziert sowie die Besonderheiten und Anforderungen betrachtet, die sich bei der Entwicklung internationaler Dienstleistungen ergeben. Für die zentralen Gestaltungsdimensionen internationaler Dienstleistungen werden im Kapitel 4 bestehende Handlungsfelder und Gestaltungsansätze behandelt. Typische Entwicklungspfade der Internationalisierung werden im Kapitel 5 vorgestellt. Abschließend werden die sich ergebenden Änderungen und Ergänzungen in einen theoretischen Entwicklungsprozess für internationale Dienstleistungen überführt. Der Beitrag schließt mit Überlegungen zum Forschungsbedarf.
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