
Lore
Description
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Actionreiche Götter-Fantasy mit starker Heldin von #1-New-York-Times-Bestsellerautorin Alexandra Bracken.
Lore versucht, einfach nur normal zu sein und zu vergessen, dass sie dazu ausgebildet wurde, griechische Götter zu jagen. Doch dann steht die nächste Jagd bevor und jemand sucht ihre Hilfe, der sie und ihresgleichen eigentlich hasst: Athene.
Die Göttin bietet Lore ein Bündnis gegen den neuen Ares an, der vor Jahren Lores Familie ermordet hat - und seitdem noch mächtiger geworden ist.
Sieben Tage ist Ares sterblich und die Rache für ihre Familie in greifbarer Nähe für Lore. Doch reicht das Bündnis mit Athene aus, um Ares aufzuhalten, der die menschliche Welt in Schutt und Asche legen will?
Die Jagd auf die Götter ist eröffnet!
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Persons
Alexandra Bracken ist in Arizona geboren und aufgewachsen und hat Geschichte und Englisch studiert. Nachdem sie mehrere Jahre im Verlagswesen gearbeitet hat, schreibt sie inzwischen in Vollzeit. Die Bücher der Bestsellerautorin sind weltweit in über 15 Sprachen übersetzt und ihre "The Darkest Minds"-Serie wurde verfilmt.
Content
1
Ihre Mutter hatte ihr einmal gesagt, um jemanden richtig kennenzulernen, muss man gegen ihn kämpfen. Lores Erfahrung nach enthüllte Kämpfen jedoch nur die Stelle am Körper anderer, auf die sie am wenigsten getroffen werden wollten.
Bei ihrem Gegner war dies eindeutig das neue Tattoo links auf seiner Brust, das noch von einem Verband bedeckt war.
Lore hob ihre Hände in den Handschuhen an, um einen weiteren schlaffen Treffer abzufangen. Ihre Turnschuhe quietschten auf den billigen blauen Matten, als sie einen Schritt zurücksprang. Das silberne Klebeband, von dem der improvisierte Ring zusammengehalten wurde, löste sich nach fünf Kämpfen an diesem Abend in der feuchten Wärme allmählich auf. Lore knurrte, als sie einen Streifen nahe ihren Beinen platt stampfte.
Schweiß lief ihr übers Gesicht, bis sie nichts außer Salz schmeckte. Sie weigerte sich, ihn wegzuwischen, sogar noch, als er in ihren Augen brannte. Der Schmerz war gut. Er sorgte dafür, dass sie sich konzentrierte.
Das Kämpfen war bloß eine neue schlechte Angewohnheit, die ihr nach Gils Tod vor sechs Monaten das Ventil bot, das sie dringend brauchte. Doch ihr ursprünglicher Vorsatz von nur dieses eine Match war vergessen, sobald sie den vertrauten Adrenalinschub fühlte.
Ein Kampf war genug gewesen, um die lähmende Trauer zu durchbrechen, sie aus ihrem Kopf zu befreien und zurück in ihren Körper zu bringen. Der zweite hatte den tiefen Schmerz in ihrem Herzen abgeklemmt. Der dritte hatte ihr eine verblüffende Menge Geld eingebracht.
Und jetzt, Wochen später, gab ihr das Kämpfen gegen fünfzehn Gegner genau das, was sie unbedingt wollte: Ablenkung.
Lore sagte sich, dass sie jederzeit aufhören könnte. Wenn es sich nicht mehr gut anfühlte. Oder wenn es zu viel von dem aufwühlte, was sie in sich vergraben hatte.
Aber so weit war es nicht. Noch nicht ganz.
Im engen Keller vom Red Dragon - Fine Chinese Food herrschte eine drückende Hitze. Zu viele Körper standen um die Matten herum. Die Menge bewegte sich mit den Kämpfern, bildete eine inoffizielle Ringgrenze. Alle hielten ihre Plastikbecher fest und bemühten sich, nichts von dem teuren Alkohol zu verschütten. Scheine und Wettzettel wechselten um Lore herum die Hände, bis sie bei Frankie ankamen, dem Organisator. Lore blickte zu ihm, als er die Wetten für die nächsten zwei Kämpfe annahm. Ihn interessierten die Gewinne grundsätzlich mehr als der Gewinner.
Dampf waberte aus der Küche über ihnen die Treppe herunter, was der Luft etwas Seidiges verlieh. Das Aroma von Kung-Pao-Hühnchen war eine herrliche Abwechslung zum Gestank nach altem Erbrochenem und Bier in den verrammelten Nachtclubs, in denen sie sonst die Kämpfe abhielten.
Der Menge schien es nichts auszumachen; sie nahmen, was sie kriegen konnten, wenn sie dafür den Reiz des Verbotenen bekamen. Frankies exklusive Liste schien dieser Tage merklich weniger exklusiv zu sein: Zu den Models, Typen aus der Kunstszene und Geschäftsleuten, die ihre kleinen Tüten mit weißem Pulver herumreichten, gesellten sich neuerdings häufiger Kids von den Privatschulen, die austesteten, wie weit die Gleichgültigkeit ihrer Eltern reichte.
Ihr Gegner war ein Junge ungefähr in ihrem Alter - ganz weiche, makellose Haut und ungerechtfertigtes Selbstbewusstsein. Er hatte gelacht und sie mit dem Finger gelockt, als er sie unter Frankies verfügbaren Kämpfern auswählte. Lore hatte schon beschlossen, ihn und jeden Funken seines Stolzes zu vernichten, bevor er sie Baby Girl nannte und ihr einen betrunkenen Kuss zublies.
»Lass mich raten«, sagte sie um ihren Mundschutz herum und nickte zu dem Verband auf seiner Brust. »Lebe, liebe, lache? Rosé rund um die Uhr?«
Er runzelte die Stirn, als die Zuschauer lachten. Dann schwang er eine Hand nach ihrem Kopf, wobei er vor Anstrengung schnaufte. Die Bewegung, zusammen mit seiner schwindenden Kraft, ließ seine Brust ungeschützt. Lore hatte ein offenes Ziel, als sie ihren Handschuh auf seine empfindliche Stelle knallte.
Die Augen des Jungen quollen hervor. Mit einem Pfeifen wich die Luft aus seiner Lunge, und er sank auf die Knie.
»Steh auf«, sagte Lore. »Du blamierst deine Freunde.«
»Du . du blöde Schl.« Er würgte ein bisschen in seinen Mundschutz.
Lore hatte sich gefragt, wie lange es dauern würde, bis er einknickte. Jetzt wusste sie es: fünf Minuten.
»Ich bin mir sicher, dass du mich nicht so nennen willst«, sagte sie und umrundete ihn. »Wenn du derjenige auf allen vieren bist.«
Wütend rappelte er sich auf, und Lore verdrehte die Augen.
Nicht mehr so witzig, oder?, dachte sie.
Gil hätte ihr gesagt, sie solle den dämlichen Typen vergessen. Er hatte sie stets auf seine sachliche, großväterliche Art ermahnt, sich nicht in jeden sich bietenden Kampf zu stürzen. Tatsächlich hätte er dies hier gehasst, und Lore hatte auch ein schlechtes Gewissen, weil sie ihn enttäuschte.
Dabei hatte sie ja andere Sachen ausprobiert, doch die halfen ihr nicht so über den erdrückenden Verlust hinweg, wie es ein guter Kampf tat. Und jetzt musste sie nicht bloß Gils Tod entkommen; noch eine neue Bedrohung wütete in ihr.
Es war August, und die Jagd war in ihre Stadt zurückgekehrt.
Obwohl sie sich bemühte, nach vorn zu schauen und das Schattenleben hinter sich zu lassen, den Sonnenschein eines neuen, besseren Lebens zu genießen, war ein Teil von ihr immer noch auf den Countdown bis zum nächsten Agon abgestimmt. Ihr Körper war angespannter geworden, ihr Instinkt schärfer, als würde sich alles an ihr für das wappnen, was kam.
Seit zwei Wochen bemerkte sie vertraute Gesichter in der Stadt, die letzte Vorbereitungen für heute Nacht trafen. Der Schock war ihr wie ein Messerstich in die Brust gefahren; jede Sichtung war ein Beweis, dass all ihre Hoffnung, all ihr stummes Flehen vergeblich gewesen waren. Bitte, hatte sie in den letzten Monaten wieder und wieder gedacht, lass es in diesem Zyklus London sein. Oder Tokio.
Egal wo, nur nicht New York City.
Lore war klar, dass sie heute Abend gar nicht hätte aus dem Haus gehen dürfen, weil nachts das Morden auf dem Höhepunkt wäre. Sollte sie auch bloß ein Jäger erkennen, würden die Blutlinien nicht nur Götter jagen. Sie hätten es auch auf sie abgesehen.
Aus dem Augenwinkel sah sie Frankie auf seine lächerliche Taschenuhr blicken und das Schluss für heute-Signal geben. Seine Miene sagte deutlich, dass er noch woanders hinwollte, mehr Geld abgreifen.
»Schon fertig?«, fragte Lore.
Anscheinend hatte der Alkohol entschieden, seine Wirkung auf einen Schlag bei dem Jungen zu entfalten. Er scheuchte Lore mit seinen ungeschickt schwingenden Fäusten über die Matten und wurde beständig wütender, je lauter die Menge lachte.
Als Lore sich umdrehte, um einem Hieb auszuweichen, rutschte ihre Kette aus dem Shirt. Der Anhänger, eine goldene Feder, blitzte im gedämpften Licht auf. Und die Faust ihres Gegners traf ihn. Irgendwie musste er sich an der dünnen Kette verfangen haben, denn als Lore sich abermals bewegte, gab sie nach und landete zu ihren Füßen.
Mit den Zähnen löste Lore den Klettverschluss ihres Handschuhs und streifte ihn ab. Sie wich dem nächsten Schlag ihres Gegners aus, hob blitzschnell die Kette auf und steckte sie in die Gesäßtasche ihrer Jeans. Als sie ihren Handschuh wieder anzog, überkam sie frische Wut.
Gil hatte ihr die Kette geschenkt.
Lore drehte sich wieder zu dem Jungen und sagte sich, dass sie ihn nicht töten durfte. Allerdings könnte sie ihm seine hübsche kleine Nase brechen.
Was sie auch tat, zum Jubel der Menge.
Blut strömte über sein Gesicht, als er fluchte.
»Ich würde sagen, Zeit für die Heia, Baby Boy.« Sie blickte zu Frankie, ob er den Kampf abpfiff. »Es ist sogar .«
Am Rand ihres Sichtfelds sah sie den Schlag kommen und rührte sich gerade rechtzeitig, dass er sie seitlich am Kopf und nicht ihr Auge traf. Die Welt wurde kurz schwarz, ehe sie in lauter grellen Farben explodierte, aber Lore schaffte es, auf den Beinen zu bleiben.
Der Junge grölte siegesgewiss und warf die Arme in die Höhe, während seine Nase immer noch blutete. Er machte einen Satz auf Lore zu, und der Moment, in dem sie begriff, was passierte, war der einzige, der ihr blieb.
Instinktiv hob sie die Hände, um ihre Brust zu schützen, nur hatte er es auf die gar nicht abgesehen. Stattdessen schlang er einen Arm um sie und presste seine Lippen auf...
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