
Hermeneutische Analyse des Gewaltphänomens im Märchen
Oliver Bock(Author)
GRIN Verlag
1st Edition
Published on 15. October 2002
25 pages
978-3-638-14762-0 (ISBN)
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Studienarbeit aus dem Jahr 2001 im Fachbereich Pädagogik - Allgemein, Note: 1,3, Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg (Allgemeine Pädagogik), Veranstaltung: Hauptströmungen der Gegenwartspädagogik in wissenschaftshistorischer Sicht, Sprache: Deutsch, Abstract: Einleitung
"Hu! Da fing sie an zu heulen, ganz grauselich; aber Gretel lief fort,
und die böse Hexe musste elendiglich verbrennen."
Aus: Grimmmärchen ,Hänsel und Gretel'
Unsere erste Begegnung mit dargestellter Gewalt
Jeder, dem früher des öfteren Märchen erzählt wurden, wird sich wohl an diese bekannte Szene erinnern, stammt sie doch aus einem der populärsten Märchen der Brüder Grimm. Und genau diese und ähnliche Szenen, die in irgendeiner Form Gewalt beinhalten oder darstellen, sollen im folgenden den Kern dieser Arbeit bilden. Als eine Art Leitwerk sei hier zunächst der Band ,Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm' erwähnt, denn die dort enthaltenen Erzählungen bieten ausreichend Nährboden für Interpretationsansätze bezogen auf ihre Gewaltdarstellungen, und sie sind fast jedem, zumindest aus jungen Jahren, bekannt.
Mögliche Vorgehensweisen
Jene Interpretationsansätze wurden jedoch bis heute selten von Vertretern einer Geisteswissenschaft aufgegriffen und vertieft. Doch existieren bereits diverse herausgegebene Interpretationen zu dem Inhalt der Märchen selbst; wissenschaftliche Veröffentlichungen bezüglich der inhaltlichen Thematik werden vorwiegend von einer Disziplin der Psychologie, nämlich der Psychoanalyse, getätigt. Diese klammert zwar das Phänomen der Gewalt im Märchen nicht gänzlich aus, aber es wird häufig ,nur' als eine Ursache unter vielen im Rahmen der psychologischen Prozesse und Entwicklungen beim Kind erwähnt.
Ebenso bietet das textbezogene und vergleichende Vorgehen der Geschichtswissenschaft wenige Ansatzmöglichkeiten, denn hier wird das Märchen ,nur' als eine Art Quelle zur Beschreibung jeweiliger historischer Hintergründe herangezogen.
Beides, das psychologische und das geschichtswissenschaftliche Vorgehen, soll in dieser Arbeit nicht angewandt werden. Trotzdem wird es im folgenden zu Ergebnissen kommen, die einerseits deutlich im psychologischen, andererseits mehr im historischen Zusammenhang verstanden werden müssen. Es sei also noch einmal erwähnt, dass die Ergebnisse dieser Arbeit, welche im Schlussteil zusammengefasst sind, durchaus psychologische oder geschichtliche Züge tragen, der Weg zu ihnen aber nur durch ein Verfahren begangen wurde: der hermeneutischen Analyse.
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