
Das unrettbare Ich und die Bühne
Zur Produktivität der Subjekt-Semantik im Drama und Theater um 1900
Peter Berger(Author)
V&R unipress
1st Edition
Published on 14. December 2020
525 pages
978-3-8470-1227-6 (ISBN)
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Peter Berger untersucht anhand der Subjekt-Semantik, wie unsicher gewordene Semantiken auf literarische Texte gewirkt haben. Die im Laufe des 19. Jahrhunderts problematisch gewordene Semantik des >starken Subjekts< als einem konsistenten, sprach- und handlungsmächtigen Ich, das im Drama lange ein Residuum gefunden hat, wurde ab circa 1890 in einer Reihe von Dramen auf seine Konsequenzen für die Gattung hin befragt. Es zeigt sich, dass diese semantische Verunsicherung neben der Theatermoderne zur großen Vielfalt dramatischer Formen um 1900 beigetragen hat. Zu den 17 untersuchten Texten zählen u.a. Stücke, die das Bewusstsein als Bühnenraum darstellen oder die Gründung theatraler Gemeinschaft an den >realen< wie symbolischen Tod eines >starken Subjekts< auf der Bühne binden.
Peter Berger is concerned with the multi-faceted connections between drama and the subject ca. 1890 to 1920. The subject is hereby understood as a semantics that was at the foundation not only of German Idealism but also of the drama in the way it was codified in the German speaking world in the 19th century. When the semantics changed and drama opened to new pieces knowledge the now unstable semantics lead to new ways to produce dramatic texts. The author shows those new ways by analyzing 17 dramas that have been written in the period, emphasizing the big variety in style and quality in which these connections can be seen. It also stresses how developments in theatre and drama together, intertwined with semantic shifts, made modern drama possible.
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Series
Edition
1. Auflage
Language
German
Place of publication
Göttingen
Germany
ISBN-13
978-3-8470-1227-6 (9783847012276)
Schweitzer Classification
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Peter Berger
Das unrettbare Ich und die Bühne
Zur Produktivität der Subjekt-Semantik im Drama und Theater um 1900
Book
12/2020
1st Edition
Brill Deutschland
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Person
Dr. Peter Berger hat Germanistik und Geschichte in Bonn und Oxford, Großbritannien, studiert sowie in Bonn und Florenz, Italien, an seiner Promotion gearbeitet. Seine Arbeitsgebiete sind das Drama und die Relation der Künste Literatur, Theater und Film.
Content
- Intro
- Title Page
- Copyright
- Table of Contents
- Body
- Danksagung
- A. Hinführung: Subjekt, Drama, Subjekt im Drama um 1900 - Ermöglichungsbedingungen einer Relation
- 1. Einleitung
- 1.1 Übersicht
- 1.2 Vorstellung der leitenden These
- 2. Das Drama und sein Subjektbezug: zur Forschung und Methode
- 2.1 Dramen- und theaterwissenschaftliche Forschungsperspektiven
- 2.2 'Subjekt': methodische Vorentscheidungen
- 2.3 Das 'Subjekt' in der Dramenforschung
- 3. Das 'starke Subjekt': Genese und Problematisierung eines Deutungsmusters
- 3.1 Vorüberlegungen
- 3.2 Forschung zum Subjekt - kursorischer Überblick und Positionierung
- 3.3 Wortgeschichte?(n) des semantischen Feldes
- 3.4 Sachgeschichte 'starker' Subjektivität
- 3.4.1 Sachgeschichte 'starker' Subjektivität vor Etablierung des neuzeitlichen Subjektbegriffs
- 3.4.2 'Starke' Subjektivität in der theoretischen Subjektphilosophie und Ästhetik
- 3.4.3 'Starke' Subjektivität in der praktischen Philosophie
- 3.5 Problematisierungen des 'starken Subjekts'
- 3.5.1 Depotenzierungen des 'starken' Subjekts
- 3.5.2 Dezentrierungen des 'starken' Subjekts
- 3.6 Subjektsemantische Optionen um 1900: ein Panorama
- 4. Subjekt im Drama um 1900: Zur Plausibilisierung des Untersuchungszeitraums
- 4.1 Dramen- und theaterhistorische Ermöglichungsbedingungen
- 4.2 Subjekt im Drama um 1900: zeitgenössische Relationierungen
- 4.3 Erläuterung des Untersuchungszeitraums
- 5. Vorschau: Hinsichten der Bearbeitung der Subjekt-Semantik im Drama
- B. Das Subjekt in Dramen um 1900: Analysen
- 1. Subjekt und Subjektivierung im Medium des Theaters? Zur Produktivität von 'Theater' als Kunstform und Motiv für die Subjekt-Semantik
- 1.1 Einleitung: Theatermoderne und Subjekt-Semantik
- 1.2 Theatralisierung des Naturalismus: Strindberg Fräulein Julie / Fröken Julie (1888)
- 1.3 Ich-Obsession als Diagnose und Theater als Heilung? Wedekinds König Nicolo (1902)
- 1.4 Vertreibung des 'starken' Subjekts vom Theater. Döblins Lydia und Mäxchen (1905/06)
- 1.5 Wurstelspiel statt Welttheater: Schnitzlers Burleske Zum großen Wurstel (1906)
- 2. Dramatische Depotenzierungen des Subjekts in Raum und Szenenfolge
- 2.1 Verräumlichung des Innerpsychischen oder: Das Ich als Bühnenraum und Raumkunst
- 2.1.1 Einleitung: Bewusstseinsvermittlung und Raum im Drama
- 2.1.2 Das petrifizierte Ich als Raumkunst: Die weiße Fürstin (2. Fassung, 1904)
- 2.1.3 Subvertierung des gespaltenen Ich: Evreinovs In den Kulissen der Seele / V kulisach du?i von 1912/1920
- 2.1.4 Sehnsucht (1895) - Dauthendeys panpsychistisches Gesamtkunstwerk des Bewusstseins oder: totalisiertes statt depotenziertes Subjekt
- 2.1.5 Schönbergs Die glückliche Hand (1911/1913) als Kunst-Vision und Vision des Subjekts
- 2.2 Diskontinuierliche Szenenfolgen und ihre Leistungen für die Darstellung von Subjekt-Semantiken
- 2.2.1 Einleitung: Die diskontinuierliche Szenenfolge als Begriff und in der Dramenhistorie
- 2.2.2 Theatergeschichtlicher Exkurs I: Diskontinuität und Subjekt auf der Bühne. Die Aufführungsgeschichte von "Faust" und "Woyzeck" bis hin zur Theatermoderne
- 2.2.3 Lückenhafte Boulevarddramatik: Schnitzlers Anatol (1893)
- 2.2.4 Parodie der Stationendramatik als Kommentar zur Selbstfindung des Subjekts: Kaisers Von morgens bis mitternachts (1913/1917)
- 3. Dezentrierung oder Rezentrierung? 'Masse' und 'Gemeinschaft' in ihrem Verhältnis zum 'starken' Subjekt im Drama
- 3.1 Die Masse und ihre Führung. Zur Problematisierung des Individuums im 'Massen-Drama'
- 3.1.1 Einleitung: Historische Semantik der 'Masse' und ihre literarische Implementierung
- 3.1.2 Theatergeschichtlicher Exkurs II: Die Bühnengeschichte der 'Masse'. Einige Schlaglichter
- 3.1.3 Masse ohne Führung: Hauptmanns Die Weber (1892)
- 3.1.4 Hypertropher Individualismus und perhorreszierte 'Masse': Samuel Lublinskis Peter von Rußland (1906)
- 3.1.5 Individualität durch 'Masse'? Georg Kaisers Gas (1918)
- 3.1.6 Ich-Drama zur Erlösung der 'Masse'? Tollers Masse Mensch (1920)
- 3.1.7 Zusammenfassender Überblick: Die Leistung der 'Massendramen' für die 'Frage nach dem Subjekt'
- 3.2 Communitas und Einzelfigur. Der 'Tod' des Subjekts als Ermöglichungsbedingung von Gemeinschaftsvisionen
- 3.2.1 Einleitung: Gemeinschaft, Theatergemeinschaft, Communitas
- 3.2.2 Verlust des Zentrums: Maeterlincks Die Blinden / Les Aveugles (1890) als Metadrama und Drama des Subjektverlusts
- 3.2.3 Solipsismus versus "Menschenleben": Hofmannsthals Der Tor und der Tod (1893)
- 3.2.4 Communitas als Vor-Spiel: Rilkes Spiel (1898)
- C. Schlussbetrachtungen
- 1. Rückblick: Zugänge und Ergebnisse der Arbeit
- 2. Ausblick: Die Tode des Subjekts und kein Ende?
- D. Literaturverzeichnis
- 1. Quellen
- 2. Forschung
- 2.1 Artikel aus Lexika, Enzyklopädien und Historischen Wörterbüchern
- 2.2 Forschungstitel
- Personenregister
- Sachregister
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