
Welten in Sprache
Description
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Diese Studie beschreibt die Entwicklung des französischen Modussystems vom Spätlateinischen bis zum français classique im Rahmen eines kohärenten modalsemantischen Ansatzes. Die Entwicklungen werden mit denen in anderen romanischen Sprachen kontrastiert, wobei dem italienischen Modussystem aufgrund seiner bemerkenswerten Kontinuität die Funktion einer Kontrastfolie zukommt.
In der Analyse wird die zentrale Bedeutung modalitätsspezifischer Domänen für die Organisation und Ausdifferenzierung der Modussysteme in den romanischen Sprachen deutlich. Sie erscheinen insbesondere als der relevante 'Raum' für Sprachwandelprozesse, deren grundlegende Prinzipien in der Untersuchung systematisch herausgearbeitet werden. In diesem Zusammenhang treten auch die Beziehungen zwischen dem Konjunktiv und indikativischen Verbalkategorien hervor, deren modales Potential in der historischen Entwicklung der romanischen Sprachen in unterschiedlichem Grade ausgebaut wurde. Ganz neue und bislang nicht gewürdigte Korpusdaten vermitteln zudem höchst interessante Einblicke in Übergangs- und Restrukturierungsprozesse im Rahmen typischer Kontexte sprachlichen Wandels. Damit liefert die Arbeit wichtige Impulse für eine Theorie des Sprachwandels.
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- Intro
- Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- Einleitung
- 1 Modus in der Forschungsdiskussion
- 1.1 Modus in der romanistischen Forschung
- 1.1.1 Ansätze und Grundmotive der traditionellen romanistischen Modusforschung
- 1.1.2 Modus in einem syntaktischen Rahmenmodell (der Ansatz Lalaires)
- 1.1.3 Pragmatische Überlegungen in der hispanistischen und galloromanistischen Forschung
- 1.1.3.1 Diskurspragmatische Ansätze in der hispanistischen Forschung
- 1.1.3.2 Der Polyphonie-Ansatz und seine Anwendung in der (gallo-)romanistischen Modusforschung
- 1.1.4 Ansätze zu einem kognitionslinguistischen Modell
- 1.1.4.1 Gilles Fauconniers Theorie der mental spaces/espaces mentaux
- 1.1.4.2 Kognitivistische Überlegungen im Rahmen der Cognitive Grammar
- 1.2 Modalität und Modus: Modalsemantische Ansätze und formalsemantische Modellbildung
- 1.2.1 Einleitung und Überblick
- 1.2.2 Der Modalitätsbegriff: Von Aristoteles bis zur zeitgenössisischen Modalsemantik
- 1.2.3 Modus und Modalität
- 1.2.4 Pioniere einer Modusanalyse unter formalsemantischen Vorzeichen
- 1.2.4.1 Der wahrheitsrelationale Ansatz Robert Martins
- 1.2.4.2 Der Ansatz Donka Farkas': Intensionale Beschreibungen
- 1.2.5 Modalsemantische Beschreibungsmodelle (von Kratzer bis Portner und Lohnstein)
- 1.2.5.1 Das modalsemantische Modell Angelika Kratzers und seine Weiterentwicklung
- 1.2.5.2 Die Analyse der Kategorie Modus im Rahmen des Kratzer'schen Ansatzes: Giorgi/Pianesi
- 1.2.5.3 Die Modustheorie A. Giannakidous and J. Quers
- 1.2.5.4 Ein kurzer Seitenblick auf die Situationssemantik
- 1.2.6 Bausteine für ein analytisches Beschreibungsmodell von intensionalen Kontexten und Aspekte der Formalisierung
- 1.3 Ein kurzer Rückblick
- 2 Die Entwicklung des Modussystems im Lateinischen, Französischen und Italienischen in der Domäne der Epistemizität
- 2.1 Epistemizität und Evidentialität
- 2.2 Pragmatische und syntaktische Aspekte von epistemischen Verben
- 2.3 Pragmatische Effekte der Negation bei epistemischen Prädikaten
- 2.4 Die Kristallisation eines neuen Systems: Epistemische Verben im Spät- bzw. Vulgärlatein
- 2.4.1 Grundaspekte des klassisch-lateinischen Komplementsatzsystems
- 2.4.2 Die spätlateinische Reorganisation des Komplementsatzsystems
- 2.5 Die Modusproblematik bei ausgewählten lateinischen epistemischen Verben
- 2.5.1 credere
- 2.5.2 putare
- 2.5.3 cogitare und opinari
- 2.5.4 Modusselektion bei epistemischem scire und bei evidentiellem audire - Versuch eines Fazits
- 2.5.5 Exkurs: Eine Fußnote zur spätantiken Grammatikographie
- 2.6 Die Entwicklung des Modussystems bei den epistemischen Prädikaten des Altfranzösischen
- 2.6.1 cuidier
- 2.6.1.1 Quantitative Verteilungen
- 2.6.1.2 Die Moduswahl bei je cuit
- 2.6.1.3 Der Modus in Kontexten der 3. Person (discours rapporté)
- 2.6.2 Negation, Negationsanhebung und Kontrafaktizität bei epistemischen Verben (am Beispiel von cuidier)
- 2.6.3 Die Entwicklung der Modusselektion von cuidier im Mittelfranzösischen und dem vorklassischen Französisch
- 2.6.4 Die Entwicklung der Modusselektion bei croire
- 2.6.5 Die Semantik und das Selektionsverhalten von penser
- 2.6.6 Ein kurzer Blick auf andere epistemische Prädikate
- 2.6.7 Das Verb savoir und seine Kontexte (si- und wh-Komplementsätze im späteren Latein und im Alt- und Mittelfranzösischen)
- 2.7 Die Entwicklung des Modus bei epistemischen Verben im Italienischen
- 2.7.1 Das Prädikat credere
- 2.7.2 Das Prädikat pensare
- 2.7.3 Das Verb sapere und seine Kontexte (wh- und si-Komplementsätze)
- 2.7.4 Ein kurzes Fazit
- 3 Evaluation (evaluative Einstellungsprädikate)
- 3.1 Zur semantischen Analyse evaluativer Prädikate
- 3.2 Evaluation im späteren Latein/Vulgärlatein
- 3.3 Evaluation im Altfranzösischen
- 3.4 Die Entwicklungen im Mittelfranzösischen
- 3.5 Die weitere Entwicklung im 16. und 17. Jahrhundert
- 3.6 Modusentwicklung in der Domäne der Evaluation - ein Fazit
- 3.7 Exkurs: Notwendigkeit und Möglichkeit
- 3.7.1 Notwendigkeit und Möglichkeit im Lateinischen
- 3.7.2 Notwendigkeit und Möglichkeit im Altfranzösischen
- 3.7.3 Die Entwicklungen im Mittelfranzösischen
- 3.7.4 Der Abschluss der Entwicklungen bis zum Klassischen Französisch
- 4 Konditionalität - Hypothetischer Konjunktiv
- 4.1 Zur Theorie des Bedingungssatzes
- 4.1.1 Linguistische Ansätze zur Analyse von Bedingungssätzen
- 4.1.2 Bedingungssatztypen und ihre linguistischen Charakteristika
- 4.1.3 Zur Morphologie von Bedingungssätzen und ihrer Funktion/Semantik
- 4.1.4 Die Kategorien Imparfait und Conditionnel im französischen Bedingungssatz
- 4.2 Anmerkungen zur lateinischen Ausgangssituation
- 4.3 Das altfranzösische System
- 4.4 Die Entwicklung des Bedingungssatzsystems im Mittelfranzösischen (1350-1500)
- 4.5 Das Konditionalsatzgefüge auf dem Wege zum modernen Französisch (ab dem 16. Jahrhundert)
- 4.6 Fazit
- 5 Vergleichs- und Bezugswelten
- 5.1 Komparativsätze
- 5.1.1 Analyseansätze zur Semantik von Komparativsätzen
- 5.1.2 Negative Implikatur, non/ne espletivo/explétif und Modus im heutigen Französisch und Italienisch
- 5.1.3 Entwicklung der Kategorie Modus im französischen Komparativsatz
- 5.1.3.1 Der Vergleichssatz der Ungleichheit im Altfranzösischen
- 5.1.3.2 Der Vergleichssatz der Ungleichheit im Mittelfranzösischen und im frühen Neufranzösisch
- 5.1.4 Die Geschichte des Modus im italienischen Vergleichssatz
- 5.2 Superlativische Relativsätze
- 5.2.1 Analyseansätze zum Modus im superlativischen Relativsatz
- 5.2.2 Modus im superlativischen Relativsatz des Altfranzösischen
- 5.2.3 Die Entwicklungen im Mittelfranzösischen und frühen Neufranzösisch
- 5.2.4 Zur Entwicklung anderer Salienzkonstruktionen
- 5.2.5 Der Modus im superlativischen Relativsatz des Italienischen
- 5.3 Unbestimmte Relativsätze und free choice-Lesart
- 5.3.1 Modalsemantische Überlegungen zu freien Relativsätzen und zur sogenannten free choice-Lesart
- 5.3.2 Eine Vorgeschichte: quicumque im späteren Latein
- 5.3.3 Quiconque und quanque im Altfranzösischen
- 5.3.4 Qui que
- 5.3.5 Celui qui/ceux qui
- 5.3.6 Italienische Indefinitkonstruktionen mit dem free choice-Marker-unque: chiunque, quantunque, qualunque und dovunque
- 5.3.7 Ein Resümee
- 5.4 Modus und Modusentwicklung im Kontext von Vergleichs- und Bezugswelten
- 6 Entwicklungsprinzipien und Identität der Kategorie Modus
- 7 Literaturverzeichnis
- 7.1 Sekundärliteratur
- 7.2 Primärquellen
- 7.3 Bibliographie der Texte des Nouveau Corpus d'Amsterdam
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