
Nazis am Nil
Die westdeutsch-ägyptischen Beziehungen der Nachkriegszeit im Schatten des Nationalsozialismus
Ulrike Becker(Author)
V&R unipress
1st Edition
Published on 12. February 2024
765 pages
978-3-8470-1550-5 (ISBN)
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Description
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In ihrer detaillierten Untersuchung zeichnet Ulrike Becker ein umfassendes Bild der deutsch-ägyptischen Beziehungen zwischen 1949 und 1965. Die bundesdeutsche Außenpolitik der Nachkriegszeit gegenüber den arabischen Staaten und gegenüber Israel wurde von Akteuren und Interessen bestimmt, in denen ideologische Überzeugungen und Dispositionen aus der Zeit des Nationalsozialismus fortwirkten. Das hohe Maß an personeller Kontinuität in den deutschen Behörden und Ministerien - insbesondere im Auswärtigen Amt - bot dafür eine entscheidende Voraussetzung. Die Ergebnisse der Autorin mahnen zur Skepsis hinsichtlich einer allzu erfolgsgeschichtlichen Deutung der frühen Bundesrepublik.
The study paints a comprehensive picture of German-Egyptian relations between 1949 and 1965 and also shows the extent to which the Federal Republic's policy toward the Arab states and toward Israel was determined by actors and interests in which ideological convictions and dispositions from the National Socialist era continued to operate. The high degree of personnel continuity, especially in the Foreign Office, provided the prerequisite for this.
More details
Edition
1. Auflage
Language
German
Place of publication
Göttingen
Germany
Illustrations
mit 6 Abbildungen
File size
9,26 MB
ISBN-13
978-3-8470-1550-5 (9783847015505)
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Ulrike Becker
Nazis am Nil
Die westdeutsch-ägyptischen Beziehungen der Nachkriegszeit im Schatten des Nationalsozialismus
Book
02/2024
1st Edition
Brill Deutschland
€90.00
Available immediately
Person
Dr. Ulrike Becker ist Historikerin. Sie arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einer Nichtregierungsorganisation für politische Bildung und lebt in Berlin.
Content
- Intro
- Title Page
- Copyright
- Table of Contents
- Body
- Vorwort
- 1. Einleitung
- 1.1 Die westdeutsch-ägyptischen Beziehungen im Schatten der NS-Vergangenheit
- 1.2 Westdeutsch-Ägyptische Nachkriegsbeziehungen im Kontext der Forschung
- 1.2.1 Das Problem der personellen Kontinuität nach dem Nationalsozialismus und seine historiographische Aufarbeitung
- 1.2.2 Kontinuitäten und Diskontinuitäten westdeutsch-ägyptischer Beziehungen vor dem Hintergrund von Israelfeindschaft und Kaltem Krieg
- 1.2.3 Ideologische Faktoren nationalsozialistischer Nahostpolitik und ihr Nachwirken in der Nachkriegszeit
- 1.3 Methodische Überlegungen und Aufbau der Arbeit
- 1.3.1 Themenauswahl
- 1.3.2 "Unsere Nazis in Ägypten": Akteurskonstellationen
- 1.3.3 Kollektive Mentalitäten und die Frage nach der Kontinuität
- 1.3.4 Quellen
- 2. Die deutsche Militärberatergruppe in Ägypten und die Bundesregierung
- 2.1 Die Arbeit der Militär-Berater
- 2.1.1 Konfrontation mit Israel
- 2.1.2 Das Verhältnis der Militärberater zur nationalsozialistischen Vergangenheit
- 2.1.3 Die deutschen Berater und die ägyptische Gesellschaft
- 2.1.4 Vom SS-Wehrwirtschaftsführer zum Rüstungsberater in Ägypten: Die Karriere von Wilhelm Voss
- 2.1.5 Wilhelm Voss' Tätigkeiten in Ägypten
- 2.1.6 Die SS-Berater: Joachim Deumling und Rolf Engel
- 2.1.7 Voss Kontakte in die Bundesrepublik
- 2.2 Die Militärberater und die Bundesregierung
- 2.2.1 Besatzungsrecht und Geheimhaltung
- 2.2.2 Die Rolle der Geheimdienste
- 2.2.3 Deutsche Wirtschaftsinteressen in Ägypten in der Nachkriegszeit
- 2.2.4 Die Militärberater und Rüstungsgeschäfte mit der Bundesrepublik
- 2.2.5 Kontakte zum Wirtschaftsministerium
- 2.2.6 Kontakte zum Amt Blank und zum Verteidigungsministerium
- 2.2.7 Das Auswärtige Amt und die Berater in Ägypten
- 2.2.8 Konflikte mit Großbritannien
- 2.2.9 Das Ende der Militärmission
- 2.3 Zwischenbilanz
- 3. Nazis am Nil als Imageproblem für die Bundesregierung
- 3.1 Das Auswärtige Amt und die Angst vor dem Nazi-Image
- 3.1.1 Nazis in Ägypten im Fokus der internationalen Aufmerksamkeit
- 3.1.2 Reaktionen in Bonn
- 3.2 Unterschlupf in Kairo: Deutsche Nazis in Ägypten
- 3.2.1 Die deutsche Gemeinde in Kairo und die NS-Vergangenheit
- 3.2.2 Otto Ernst Remer und die SRP-Prominenz am Nil
- 3.2.3 Guerillatraining, Geheimdienst und Waffengeschäfte
- 3.2.4 Antisemitische Propaganda gegen Israel: Johann von Leers in Ägypten
- 3.2.5 Nachkriegsjahre und Wirken in Kairo
- 3.2.6 Johann von Leers und die Bundesregierung
- 3.3 Arabische Propaganda in der Bundesrepublik
- 3.4 Flucht nach Ägypten
- 3.4.1 Der Fall Hans Eisele
- 3.4.2 Der Fall Ludwig Zind
- 3.4.3 Der Fall Hans-Walter Zech-Nenntwich
- 3.5 Zwischenbilanz
- 4. Deutsche Raketen für Nasser: Die NS-Luftrüstungsprominenz in Ägypten und der ägyptisch-israelische Konflikt
- 4.1 Jagdflugzeuge und Raketen für Ägypten: Ein Überblick
- 4.1.1 Die israelische Reaktion
- 4.1.2 Die NS-Luftrüstungsprominenz in Ägypten: Eine "fruchtbare Zusammenarbeit"
- 4.1.3 Motive der Experten
- 4.2 Das ägyptische Rüstungsprogramm im internationalen Fokus
- 4.2.1 Die Politik der Bundesregierung nach internationaler Kritik
- 4.2.2 Die Reaktion auf den Appell aus Israel
- 4.3 Das ägyptische Rüstungsprogramm und die deutsch-ägyptischen Beziehungen
- 4.3.1 Der Fall Rainer Kriebel
- 4.3.2 Ägypten als Partner der Bundesrepublik
- 4.3.3 Krieg und Propaganda
- 4.3.4 Parlamentarische Initiativen zur Rückholung der Experten
- 4.3.5 Abwerbungsbemühungen
- 4.4 Zwischenbilanz
- 5. Proteste gegen das Luxemburger Abkommen - die erste antiisraelische Kampagne der Nachkriegszeit
- 5.1 Der Beginn der Kampagne: Diplomatische Proteste und erste Reaktionen in Bonn
- 5.1.1 Die Rolle von Amin el-Husseini, dem ehemaligen Mufti von Jerusalem
- 5.1.2 Transnationale Netzwerke aus der Zeit des Nationalsozialismus
- 5.1.3 Deutsche Drahtzieher: Joachim Hertslet und Wilhelm Beisner
- 5.1.4 Der Resonanzraum für die Kampagne in der Bundesrepublik
- 5.1.5 Der Umgang mit den diplomatischen Protesten: Überlegungen im Auswärtigen Amt
- 5.2 Die Mobilisierung der Öffentlichkeit
- 5.2.1 Die "Gegendiplomatie" des Otto von Hentig
- 5.2.2 Ideentransfer in die Nachkriegszeit und die Frage nach der NS-Belastung
- 5.2.3 Hjalmar Schacht und die Delegation der Arabischen Liga
- 5.2.4 Das Luxemburger Abkommen und deutsch-ägyptische Deutungen der Vergangenheit
- 5.2.5 Die Kampagne und der Antisemitismus in Ägypten
- 5.3 Die deutsche Antwort auf die arabischen Proteste
- 5.3.1 Streit um politische Zugeständnisse
- 5.3.2 Die wirtschaftlichen Angebote
- 5.3.3 Deutsch-arabische Wirtschaftsverhandlungen nach der Ratifizierung des Abkommens
- 5.4 Die Gegner des Abkommens nach der Ratifizierung
- 5.4.1 Weitere diplomatische Proteste von arabischer Seite
- 5.4.2 Vor Gericht: Joachim Hertslet verklagt die Bundesregierung
- 5.4.3 Unmögliche Zeugen: Die Bundesregierung und die Nazis am Nil
- 5.5 Zwischenbilanz
- 6. Israel als "Störfaktor" der Beziehungen zu Ägypten
- 6.1 Die Forschungskontroverse über die Bedeutung der NS-Belastung: Anmerkungen zu einem Quellenproblem
- 6.2 Fallstudie: Der Diplomat Wilhelm Melchers
- 6.2.1 Auf dem Weg ins neue Amt: Entnazifizierung und Legendenbildung
- 6.2.2 Die Widerstandslegende im Licht von Dokumenten: Als Konsul in Haifa
- 6.2.3 Die Widerstandslegende im Licht von Dokumenten: Im Auswärtigen Amt
- 6.2.4 "Wenn der letzte Jude Palästina verlassen hat": Wilhelm Melchers und Israel
- 6.3 Die Istanbul-Konferenz: Weichenstellung für die Nahostpolitik
- 6.3.1 "In der arabischen Welt eine günstige Ausgangsstellung"
- 6.3.2 Weichenstellung: Die Konferenz in Istanbul
- 6.3.3 Israel als "Faktor der Störung"
- 6.3.4 Die Entscheidung
- 6.4 Die Entwicklung bis 1965
- 6.5 Zwischenbilanz
- 7. Fazit und Ausblick
- 8. Anhang
- 8.1 Dokumente
- 8.2 Quellen und Literaturverzeichnis
- 8.3 Abkürzungsverzeichnis
- 8.4 Danksagung
- Personenregister
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