
Pädagogik und Ironie
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"Insgesamt ist Aßmanns Arbeit [...] als wichtiger Beitrag einzustufen, da sie das verhältnis von ironie und Pädagogik erstmals in breiterem Rahmen als wichtigen Untersuchungsgegenstand profiliert und Fragen aufwirft, die eine weitergehende Auseinandersetzung mit diesem Thema als lohnend erscheinen lassen." EWR - Erziehungswissenschaftliche Revue, 04/2008More details
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"Das Erziehungssystem kann sich nicht selber erziehen, so wenig wie Feuer sich selber verbrennen kann.
(Niklas Luhmann)
1.1 Vorwort und Dank
Dass die Ironie über eine "schillernde Gestalt (vgl. M. Hartung 2002, S. 9.) verfügt, ihre anarchischen Züge und ihre "subversive Kraft (vgl. W. Krieger 2006) für allerlei Faszination sorgen, ist weithin bekannt und wird in der Literatur auch stets betont. Gleichwohl beansprucht es diese Arbeit, den Fokus weniger auf diese ästhetischen Aspekte der Ironie zu richten, sondern eine Perspektive einzunehmen, in der eine ruhigere Betrachtung des Phänomens möglich ist.
Die Themenstellung fordert sich dies ein, gerade weil die pädagogische Theorie dieser schillernden Gestalt bisweilen mit großen Unsicherheiten begegnet und weil in dieser Hinsicht auch unter sprechakt- und handlungstheoretischen Gesichtspunkten schnell die Grenzen von methodologischer Erfassbarkeit und theoretischen Beschreibungsmöglichkeiten von der Ironie aufgezeigt werden.
Diese genannten theoretischen Zugänge sind zunächst die nahe liegenden, um sich dem Phänomen der Ironie als Element der pädagogischen Kommunikation anzunähern, und gerade hier kommt es darauf an, jene methodologischen und begrifflichen Schwierigkeiten mit dem Phänomen der Ironie nicht auf es selbst zu übertragen.
Auf den ersten Blick stellt sich dies als Problem dar und führt forschungslogisch zu einigen Schwierigkeiten im Umgang mit der Ironie, will man nicht die normativ begründeten Vorbehalte ihr gegenüber in ihrer Erforschung fortsetzen, sondern das Phänomen zugleich pädagogisch und aus der entsprechenden Distanz nachvollziehen. Dies ist eine Vorkehrung, um schließlich von einem weit- sprechen zu können.
Von daher erklärt es sich, dass in dieser Arbeit auf der einen Seite die Explikation einer Hypothese darüber, was denn pädagogische Ironie sei, so lange wie möglich aufgeschoben wird, auf der anderen Seite auch ähnlich mit der Möglichkeit der vielleicht voreiligen Definition von Ironie überhaupt verfahren wird.
Für mich war es bedeutsam, die Tatsache der theoretisch nur schwierig fassbaren Phänomenologie der Ironie zu akzeptieren, ohne dabei die Anforderungen der empirisch formulierten und verfolgten Forschungsanliegen aus dem Blick zu lassen - sondern ihnen und der Ironie im Gegenteil damit möglichst gerecht zu werden.
Dem Leser wird dabei auffallen, dass der Begriff der Ironie zunächst in theoretischer Abgrenzung von den verwandten Begriffen grob und negativ skizziert wird, wobei der Fokus vielmehr auf die Frage nach der Abgrenzbarkeit, als auf die nach der "Eigenstruktur der Ironie eingestellt ist.
In einer zweiten Ausdifferenzierung, die im dritten Kapitel der Arbeit unternommen wird, wird der theoretische Fokus anhand von (nicht zuletzt berufsethisch gefassten) Kriterien der pädagogischen Professionalität neu eingestellt. Hier wird zu differenzieren sein, welche der hypothetisch als Ironie in Frage kommenden Kommunikationsformen unter pädagogischen und kommunikationstheoretischen Gesichtspunkten nicht mehr als solche in Frage kommen.
Damit soll die Bezeichnung von Faktoren ermöglicht werden, unter denen empirisches Material als "Ironiekandidat gelten kann. Der Fokus ist insofern sehr weit, aber hoffentlich auch weit genug gefasst, um Fallbeispiele unter dem Aspekt von Ironie untersuchen zu können, ohne dass dabei die empirische Erscheinung unter einer zu eng gefassten Ironietheorie vorschnell subsumiert wird. Zum andern soll er gerade so eng gefasst sein, dass die empirischen Fallbeispiele unter dem Aspekt der pädagogischen Ironie noch zu erfassen und wissenschaftlich fundiert diskutierbar sind.
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