
Phänomenologie als Platonismus
Description
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Husserl beruft sich immer wieder programmatisch auf Platon als den Gründervater der europäischen Philosophie, arbeitet jedoch die Bezüge der Phänomenologie zum Platonismus nie auf - obwohl er die "historische Rückbesinnung" auf die Urstiftung seines Denkens als wesentlichen Bestandteil der "Selbstbesinnung auf ein Selbstverständnis dessen hin, worauf man eigentlich hinaus will, als der man ist, als historisches Wesen" (Hua VI, S. 73) charakterisiert. Die vorliegende Arbeit will diese Reflexion leisten.
Ihr Gegenstand ist mithin die Transformation Platonischer Gedanken in Husserls Phänomenologie. Dabei werden sechs Problemgebiete thematisiert: A) Philosophie als Wissenschaft, B) Philosophie als Ethik, C) Philosophie als Polemik, D) Philosophie und das Ende der Lebenswelt, E) Philosophie und das Eigenrecht des Eidetischen, F) Philosophie und das Absolute. Den Abschnitten folgen jeweils kritische Erwägungen zu den Spannungen, die vor dem Platonischen Hintergrund innerhalb der Phänomenologie sichtbar werden.
Die Arbeit zeigt, dass die Phänomenologie tatsächlich als eine eigenwillige Endstiftung des Platonismus betrachtet werden kann, wodurch sich eine neue Perspektive auf ihre programmatische und systematische Grundkonfiguration ergibt.
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Person
Thomas Arnold , Ruprecht-Karls Universität, Heidelberg.
Content
- Intro
- Inhalt
- Vorwort
- Einleitung
- § 1. Motivation und Exposition
- a) (K)Ein Kind der Neuzeit
- b) Platonismus als Grundkonfiguration der Phänomenologie
- § 2. Lektüren
- a) Platons Schriftkritik
- b) Husserl als Platonleser
- Teil I: Programmatik
- Abschnitt A Philosophie als Wissenschaft
- § 3. Epistemische Technik
- a) Platon: Träume vom Sein
- b) Husserl: Fabriken nützlicher Sätze
- § 4. Fundiertheit
- a) Platon: Zum Ursprung selbst
- b) Husserl: Absolute Rechtfertigung
- § 5. Reflexive Schließung
- a) Platon: Die königliche Kunst
- b) Husserl: Erste Philosophie
- § 6. Kritik: Übergriffigkeit und Dogmatismus.
- Abschnitt B Philosophie als Ethik
- § 7. Telos und Krisis
- a) Platon: Die Herrschaft des inneren Menschen
- b) Husserl: Erneuerung
- § 8. Pharmakon
- a) Platon: Pädagogischer Optimismus
- b) Husserl: Funktionäre der Menschheit
- § 9. Kritik: Teleologie und Selbstverleugnung
- Abschnitt C Philosophie als Polemik
- § 10. Der Traditionalismus
- a) Platon: Reflexionskontamination
- b) Husserl: Vorurteil und Rechtfertigung
- § 11. Der Naturalismus
- a) Platon: Wider die Erdgeborenen
- b) Husserl: Ein ontologisches Missverständnis
- § 12. Der Skeptizismus
- a) Platon: Vorsokratische Verschanzungen
- b) Husserl: Antiphilosophie und transzendentaler Impuls
- § 13. Kritik: Metaphysische Fehlschlüsse
- Teil II: Systematik
- Abschnitt D Philosophie und das Ende der Lebenswelt
- § 14. Die Überwindung der natürlichen Einstellung
- a) Platon: Entfesselung, Lähmung und Tod
- b) Husserl: Epochê
- § 15. Himmel und Feld
- a) Platon: Aufstieg
- b) Husserl: Reduktion
- § 16. Verantwortung und Unverfügbarkeit
- a) Platon: Das Befreiungswerk der Erkenntnis
- b) Husserl: Der andere Anfang
- § 17. Kritik: Flucht und Hervorgang aus der Lebenswelt
- Abschnitt E Philosophie und das Eigenrecht des Eidetischen
- § 18. Wesentliches
- a) Platon: Ideenannahme und Ideenlehre
- b) Husserl: Ideen, Wesen, Eidê
- § 19. Wesensschau
- a) Platon: Eidetische Evidenz
- b) Husserl: Wesensschau als Sachnähe
- § 20. Anamnesis
- a) Platon: Präexistenz oder Apriori
- b) Husserl: Philosophie als Artikulation
- § 21. Eidetische Variation
- a) Platon: Vom Symbol zum Urbild
- b) Husserl: Verlassen der Nahsphäre
- § 22. Kritik: Zu wenig Dialektik
- Abschnitt F Philosophie und das Absolute
- 23. Grenzprobleme
- a) Platon: Das Eine
- b) Husserl: Der Urstand
- 24. Das Materialitätsprinzip
- a) Platon: Das Andere
- b) Husserl: Die Hylê
- 25. Kritik: Ein eklatanter Mangel an Absolutheit
- Bibliographie
- Primärliteratur & Siglen
- a) Platon
- b) Husserl
- Weitere Literatur
- Personenregister
- Sachregister
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