
Literarischer Stil
Description
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In der derzeit intensiv geführten Debatte um eine historische Poetik der volkssprachigen Literatur des Mittelalters spielt die Kategorie 'Stil' eine untergeordnete Rolle, obwohl sich doch in der Gestaltung und Formgebung der sprachlichen Oberfläche literarisches Selbstverständnis sowie zeitgenössische Auffassungen von Ästhetik und Artifizialität zuallererst konkretisieren. Die Beiträge des Bandes versuchen diese Lücke in ersten Ansätzen zu schließen, indem sie Phänomene sprachlicher Gestaltung oder Formgebung als eigene Ebene poetischer und poetologischer Sinnbildung untersuchen, die begrifflichen Implikationen des Konzepts 'Stil' genauer auszuloten und neue Ansätze zu einer literaturwissenschaftlichen Operationalisierung dieser Kategorie machen. Perspektivisch blickt der Band damit auf eine methodisch neu ausgerichtete Stilforschung innerhalb der germanistischen Mediävistik, die Phänomene sprachlicher Gestaltung konsequent im Schnittfeld von Gattungsdispositionen, text- oder autorspezifischen Schreibweisen, funktionalen Registern und zeit- bzw. epochentypologischen Konfigurationen in den Blick nimmt.
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"Dem im besten Sinne vielseitigen Band, der sich angesichts der Repräsentativität der Gegenstände, der Vielfalt der angewandten Methoden, der kontrastiven Analysen und der zahlreichen Querverweise sowie der klaren Struktur und des Registers beinahe als Kompendium benutzen lässt, ist eine breite Rezeption zu wünschen."Maximilian Benz in: Arbitrium 2017; 35(1): 23-28
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Content
- Intro
- Perspektiven mediävistischer Stilforschung. Eine Einleitung
- Stilbegriff und Stilkonzept
- Historische Stildiskurse und historische Poetologie
- stilus - calamus - griffel - stift
- Stildifferenz im Minnelied
- 'Mystischer' Stil als kulturelle Praxis? Interferenzen zwischen geistlicher und weltlicher Lyrik in Hadewijchs 'Strophischen Liedern'
- Die ,Kunst der vuoge': Stil als relationale Kategorie
- Der Meister-Diskurs in der volkssprachlichen Literatur um 1200
- Poetologien der Oberfläche: Das Beispiel der mittelhochdeutschen Antikenepik
- Das Kleid der triuwe und das Kleid der Dichtung
- Stilpraxis und Stilideal
- cristallîniu wortelîn
- Kristallwörtchen und das Stilprogramm der perspicuitas
- Stil als Kommentar&subtitle/&Zur inhaltlichen Funktion des Sprachklangs in Gottfrieds von Straßburg Tristan
- Stil und Klang
- Generische Interferenz im Mittelalter&subtitle/&Lyrisches in der geistlichen Epik
- Sprachästhetik als ars cantandi&subtitle/&Poetik im Diskurs der musica in Konrads von Würzburg Goldener Schmiede
- Mechthilds Klangpoetik&subtitle/&Zu den Kolonreimen im Fließenden Licht der Gottheit
- 'Musikalischer Stil' in mittelalterlicher Literatur
- Intertextualität und Traditionalität
- Zur Poetik des mehrsinnigen Verstehens&subtitle/&Der allegorische Stil der Hochzeit
- Leien mund nie baz gesprach&subtitle/&Wolfram als stilistisches Vorbild im Jüngeren Titurel, im Lohengrin und im Göttweiger Trojanerkrieg?
- Wolfram als Chronist?&subtitle/&'Chronikstil' und Sprecher in den Schlussstrophen des Lohengrin
- mit geflorierten worten?
- Kuckuck und Nachtigall&subtitle/&Stilfragen an Hugo von Montfort
- Stil und Hybridität
- swie ez ie kom, ir munt was rôt&subtitle/&Zur Handhabung der descriptio weiblicher Körperschönheit im Parzival Wolframs von Eschenbach
- Metapher und Metonymie bei Wolfram&subtitle/&Überlegungen zum 'Personalstil' im Mittelalter
- Hartmann von Aue oder Hans Ried?&subtitle/&Zum Umgang mit der Text- und Stilkritik des 'Ambraser Erec
- Der Mantel im Ambraser Heldenbuch und die Frage nach dem Stil
- Materialität und Stil
- Stil und Struktur&subtitle/&Die Literarisierung der Predigten Bertholds von Regensburg und ihre materielle Reflexion in den Handschriften
- Schneckenstile
- Abkürzungsverzeichnis
- Register
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