
Auf der Suche nach Resonanz
Wie sich das Seelenleben in der digitalen Moderne verändert
Martin Altmeyer(Author)
Vandenhoeck & Ruprecht (Publisher)
2nd Edition
Published on 5. September 2016
280 pages
978-3-647-46272-1 (ISBN)
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Description
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Das Alltagsleben und die Mentalität wurden von der digitalen Moderne radikal umgekrempelt. Martin Altmeyer untersucht, wie in unseren modernen Kommunikationsgesellschaften psychosoziale Veränderungen erkennbar werden. Im Zeitalter des Internet scheint das Seelenleben vom Wunsch nach zwischenmenschlicher Kommunikation bestimmt, von einer Sehnsucht nach Spiegelung, nach einem Echo aus der Lebenswelt, vom Verlangen danach, von anderen Menschen gesehen und gehört zu werden. Unaufhörlich sind wir am twittern, chatten, mailen, bloggen, hashtaggen, googeln und downloaden. Wir posten und posen, was das Zeug hält. Wir stellen unsere Selfies ins Netz oder verschicken sie über soziale Medien. Eifrig füllen wir unsere Facebook-Seiten oder bedienen uns der Bildtechniken von Instagram. Begeistert schauen sich Jugendliche und Heranwachsende auf ihren Laptops TV-Casting- und Realityshows an oder nehmen selbst daran teil. Ständig schauen sie auf ihr Smartphone, um ja nicht die neueste SMS zu verpassen oder eine WhatsApp-Nachricht, die umgehend beantwortet wird. Warum tun wir das alles? Aus narzisstischen Motiven? Weil Aufmerksamkeitssucht und Kommunikationsgier uns dazu treiben? Weil wir manipuliert und medienabhängig gemacht werden, wie Zeitgeistkritiker gerne behaupten? Wir tun das aus einem elementaren Motiv: weil wir auf der Suche nach Umweltresonanz sind und weil die Befriedigung von Resonanzbedürfnissen identitätsstiftend wirkt - von Geburt an, ein Leben lang.
More details
Edition
Aufl.
Language
German
Place of publication
Göttingen
Germany
File size
1,44 MB
ISBN-13
978-3-647-46272-1 (9783647462721)
Schweitzer Classification
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Martin Altmeyer
Auf der Suche nach Resonanz
Wie sich das Seelenleben in der digitalen Moderne verändert
Book
09/2016
2nd Edition
Vandenhoeck & Ruprecht
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Author
Dr. rer. med. habil. Martin Altmeyer ist Klinischer Psychologe und arbeitet in eigener Praxis für Paar- und Familientherapie, Supervision, Personal- und Organisationsentwicklung in Frankfurt/Main. Er gehört zu den profiliertesten Vertretern einer relationalen Psychoanalyse in Deutschland und ist Kolumnist großer deutscher Tageszeitungen.
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Content
- Cover
- Title Page
- Copyright
- Table of Contents
- Body
- Vorwort
- Einleitung: Das Ende der Unsichtbarkeit
- I - Identitätsspiele mit Kamera: Das moderne Selbst in einer Ökonomie der Aufmerksamkeit
- Kapitel 1: Ein zeitgenössisches Gesellschaftsspiel: Der Massenwettbewerb um soziale Identität
- Warum wir digitale Selbstporträts verschicken -die Blitzkarriere des Selfie
- Wobei Menschen überall zuschauen sollen - kleines Panoptikum der Zeigelust
- Wie auch die Kulturprominenz das mediale Identitätsspiel genießt - Sphären der gehobenen Aufmerksamkeitsökonomie
- Kapitel 2: Ein Blick hinter die Kulissen: Authentizität als Edelware der Medienwelt
- Neugier - auf der Suche nach dem Menschen hinter der Medienfigur
- Rätsel - die Botschaft des Mediums im submedialen Raum
- Geheimnis - Exkurs über Realität in der Gegenwartskunst
- Hoffnung - wer die Büchse der Pandora öffnet
- Kapitel 3: Der kategorische Imperativ der Mediengesellschaft: Ich werde gesehen, also bin ich!
- Mentaler Kapitalismus - Bewirtschafte deine Persönlichkeit!
- Demokratisierung des medialen Narzissmus - Die Kamera liebt dich!
- Einladung auf die Schaubühnen der Lebenswelt -Zeig uns, wer du bist!
- II - Big Brother als Big Mother: Die Lust an öffentlicher Selbstdarstellung
- Kapitel 4: Sichtbarkeit für alle: Das interaktive Fernsehen bittet auf die Schaubühnen der Lebenswelt
- Ein Dreieck des Begehrens - das Medium zwischen Darsteller und Publikum
- Der Untergang des Abendlandes - Kulturkritik im Modus des Ressentiments
- Die Verteidigung eines Medienprivilegs - im Verachtungsdiskurs der Eliten
- Kapitel 5: Das Zwischenmenschliche wird interessant: Die soziale Dramaturgie von »Big Brother«
- Beachtung oder Überwachung - ein Dilemma der neuen Medienwelt
- Unverfälschtes Gruppenleben - eine Wohngemeinschaft unter Beobachtung
- Die Geburt von Kultfiguren der Spaßgesellschaft - das Medium in Hebammenfunktion
- Kapitel 6: Ein echtes Abenteuer unter freiem Himmel: Der exotische Reiz des »Dschungelcamps«
- Mediale Auffrischungskur unter Stress - Ich war mal ein Star, holt mich hier raus
- Ausweitung der Zielgruppe - mit Alt-Achtundsechzigern das gebildete Publikum ködern
- Bilanzen im Urwaldkampf - eine narzisstische Gewinn- und Verlustrechnung
- III - Hoffen auf Umweltresonanz: Die unbewusste Kehrseite des Narzissmus
- Kapitel 7: Zwischen Innen und Außen: Die Scharnierfunktion des Unbewussten
- Vom Trieb zur Beziehung - die relationale Wende der modernen Psychoanalyse
- Das Unbewusste ist kein Rebell - sondern ein sozialer Konformist
- Die vernetzte Seele - der entwicklungspsychologische Abschied von der Monadentheorie
- Kapitel 8: Im Spiegel des Anderen: Ein Beziehungsmodell des Narzissmus
- Ich werde gesehen, also bin ich - eine moderne Identitätsformel
- Zwischen Selbst und Welt vermitteln - die schöpferische Funktion des Narzissmus
- Den Anderen betrachten, wie er mich betrachtet - die narzisstische Urszene
- IV - Angreifen vor Publikum: Gewalt als demonstrative Machtinszenierung
- Kapitel 9: Morden im Rampenlicht: Ein grandioses Selbst läuft Amok
- Das Phantasma von Unbesiegbarkeit und Unsterblichkeit - der Columbine-Effekt
- Der Täter ist keine Marionette, an der andere ziehen - das Schulmassaker von Erfurt
- Allmacht, Vorphantasie, Nachruhm - die performative Selbsterschaffung im Gewaltakt
- Anpassungsverweigerung, Freiheitspathos, Mordlust - eine Blaupause sozialrebellischer Gewalt
- Kapitel 10: Weder von innen noch von außen: Vernichtungswut entsteht zwischen den Menschen
- Eine fatale Beziehungsstörung - soziale Metamorphosen des Todestriebs
- Ein großartiges Gefühl - von der Ursachenforschung zur Phänomenologie der Gewalt
- Täter, Opfer, Publikum - zur Dreiecksstruktur zeitgenössischer Gewalt
- Kapitel 11: Die Krieger des Guten: Über das Töten im Namen höherer Moral
- Gruppengewalt - wie unauffällige Menschen zu Massenmördern werden
- Kunstwerke des Bösen - zur medialen Inszenierung des religiösen Terrors
- Die Welt als Ganzheit - mentale Verwandtschaftsbeziehungenzwischen totalitären Massenbewegungen
- Eine Kultur der Niederlage und die Figur des radikalen Verlierers
- V - Verbindungen zur Welt knüpfen: Die zeitgenössische Psyche als soziale Netzwerkerin
- Kapitel 12: Die menschliche Seele: Ein kompliziertes Beziehungsorgan
- Damit das Ich nicht aus der Welt fällt - die Integrationsaufgabe der Psyche
- Soziale Resonanz - ein seelisches Bindemittel der ersten Stunde
- Sichtbarkeit gegen Unsichtbarkeit - eine Paradoxie des Seelenlebens
- Kapitel 13: Strukturwandel der Öffentlichkeit: Die Flucht aus der sozialen Anonymität
- Kolonialisierung oder Befreiung - die Modernisierung der Lebenswelt
- Niedergang oder Fortschritt - wie das Neue verkannt wird
- Zwang oder Lust - das Bedürfnis nach Selbstdarstellung
- Entdeckung oder Erfindung - die Avantgarde der Internetpioniere
- Kapitel 14: Ein zeitgemäßer Persönlichkeitstyp: Das exzentrische Selbst als moderner Sozialcharakter
- Eine Wende in der Generationendynamik - die Umkehrung des Ödipuskomplexes
- Ein Ende des seelischen Heldentums - auf dem Weg zur postheroischen Persönlichkeit
- Exzentrik im Profisport - Exkurs zur Modernisierung des Fußballs
- Aus sich herausgehen - um der Welt zu zeigen, was in einem steckt
- Literatur
- Nachwort
- Danksagung
- Personenregister
- Sachregister
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